Der Traum vom Frieden!? Gründe für Flucht


Forschungsarbeit, 2016
28 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ZUSAMMENFASSUNG

ABSTRACT

EINFÜHRUNG

1. MIGRATION UND FLUCHT

2. FLUCHTGRÜNDE
2.1. Unmittelbare Lebensgefahr
2.2. Ökonomische Gründe
2.3. Klimatische Gründe

3. PERSPEKTIVEN VON FLUCHT

4. FORSCHUNGSDESIGN
4.1. Forschungsmethode
4.2. Erhebungsverfahren
4.3. Sampling
4.4. Durchführung
4.5. Auswertung

5. ERGEBNISSE

6. DISKUSSION

7. FAZIT UND AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ANHANG

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ZUSAMMENFASSUNG

Das Thema Flucht ist ein multikausales und internationales Phänomen, welches zunehmend in den Fokus rückt. Aufgrund dessen untersucht die vorliegende Forschungsarbeit die verschiedenartigen Gründe und Ursachen, warum Millionen von Menschen ihr Heimatland verlassen. Des Weiteren werden die Gründe von Flucht sowie die Perspektiven und Möglichkeiten der Flüchtlinge in qualitativen Interviews erfragt.

ABSTRACT

The topic escape is a multicausal and international phenomenon, which gets into the focus increasingly. Because of this, the present research work examines the various causes and reasons, why millions of people leave their home country. Furthermore, the research work faces the perspectives and opportunities of refugees and inquires the reasons of escape in form of qualitative interviews.

EINFÜHRUNG

Laut dem Global Report verzeichnete das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen United Nations High Commisioner for Refugees (UNHCR) Ende 2014, dass rund 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind (UNHCR, 2014). Auch in Deutschland kommt es vermehrt zu massiven Flüchtlingsströmen, die nicht nur auf gesellschaftlicher und politischer Ebene eine Herausforderung darstellen, sondern sich durch den Umstand neue Aufgabenbereiche für Sozialen Arbeit erschließen und dieses aktuelle Phänomen soziale Relevanz hat.

Um die Hintergründe von Flucht zu verstehen, ist es wichtig zu erwähnen, dass die Begriffe Flucht und Migration nicht synonym sind und sich insbesondere in den Ursachen unterscheiden. Um zu verdeutlichen, dass Flucht nicht freiwillig, sondern unter bestimmten Gefahren, Zwängen, Situationen geschieht werden dazu im zweiten Kapitel Migration und Flucht gegenübergestellt und die Absichten und Ursachen kontrastiert. Im folgenden Kapitel wurden mithilfe einer Befragung von Syrischen Flüchtlingen der Menschenrechtsorganisationen Adopt a Revolution, The Syria Campaign und Planet Syria in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, die primären Fluchtgründe erarbeitet, dabei bilden die Gründe einen von zwei Schwerpunkten dieser Forschungsarbeit und verdeutlichen warum eine hohe Zahl von Menschen ihr Heimatland verlässt. Dabei sind die Gründe für Flucht sehr vielfältig. Im dritten Kapitel werden drei Hauptgründe genannt, dazu zählen die unmittelbare Lebensgefahr sowieökonomische und klimatische Ursachen. Neben den verschiedenen Gründen werden im anschließenden Kapitel dieser Forschungsarbeit als zweiter Schwerpunkt die Perspektiven und die Rückkehrbereitschaft der Geflohenen untersucht. Die genannten Schwerpunkte Fluchtgründe und Perspektiven finden sich in der Fragestellung dieser Forschungsarbeit: “Welche Motive und Hintergründe bewegen Menschen zur Flucht und wie sehen sie ihre Perspektiven?“ wieder, die zunächst auf Basis ausgewählter Literatur theoretisch beantwortet werden soll.

Im Folgenden empirisch erhobenen Teil wurden unter Verwendung von qualitative Interviews die Daten erhoben. Als Erhebungsinstrument wurden zwei problemzentrierten Interviews und zwei Experteninterviews ausgewählt und durchgeführt. Anschließend wurden die Daten verschriftlicht und hinsichtlich der untersuchungsleitenden Fragestellung analysiert und ausgewertet. Die Ergebnisse der qualitativen Inhaltanalyse werden im folgenden Kapitel dargestellt und im nächsten Schritte interpretiert und mit den theoretischen Vorüberlegungen verglichen. Der Ausblick bildet den Abschluss der Forschungsarbeit. In der folgenden Abbildung sind die Ursachen für Flucht dargestellt, sie bilden einen geschlossenen Kreis und bedingen sich gegenseitig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Zusammenfassung der Fluchtursachen (Nuscheler, 1995)

1. MIGRATION UND FLUCHT

Nachstehend werden die Definitionen von Migration und Flucht, sowie deren Unterschiede ausführlich erklärt und erläutert. Diese Begriffe sind, strikt zu trennen und zu unterscheiden. Das Völkerrecht zieht hier eine klare Trennlinie.

Menschen, die aufgrundäußerer Einflüsse zur Flucht gezwungen sind nennt man Flüchtlinge und Menschen, die aus eigenem Antrieb auf der Suche nach einem besseren Leben ihr Land verlassen bezeichnet man als MigrantenInne.

Migration ist ein soziologischer Begriff, der aus dem Lateinischen kommt undübersetzt „wandern“ oder „sich bewegen“ bedeutet. Der aber im gleichen Zusammenhang für die Mobilität von Gruppen (religiösen, ethnischen, etc.) egal welcher Art, Minderheiten und Volksteilen steht. (Schubert & Klein, 2011).

„In den vergangenen Jahrhunderten haben sich immer wieder kleinere oder größere Gruppen von Menschen oder ganze Völker auf eine Wanderung begeben“ (Schneider & Toyaka-Seid, 2013). So kann der Prozess der Migration zum Beispiel durch erhöhte „individuelle Mobilität (zum Beispiel aufgrund von Arbeitssuche, Partnerschaften, etc.)“ (Schubert & Klein, 2011) ausgelöst werden.

Wenn Beispielweise eine Familie für sich und seine Kinder keine Zukunft mehr in ihrem Heimatland sehen, wandern diese in eine andere Stadt oder gleich in ein anderes Land aus, um dort ein besseres Leben führen zu können. Auch in Deutschland gibt es diverse Fälle, bei denen man Migration beobachten kann.

Demnach ziehen BewohnerInnen aus ländlichen Regionen in die Städte, um dort eine höhere Chance auf einen Job zu haben, auf dem heutigen Arbeitsmarkt (Schneider & Toyaka-Seid, 2013).

Die Migration, ausgelöst durch Arbeitslosigkeit, gibt es nicht nur in der Konstellation Land und Stadt, sondern auch von Stadt zu Stadt. Aber nicht nur aus Gründen der Arbeitssuche wandern Menschen freiwillig von einem Ort zum anderen. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch durch das bestehen einer Partnerschaft migrieren Menschen in andere Städte oder Länder. Diese Art von Migration nennt man Binnenmigration (Schubert & Klein, 2011).

Es gibt zwei verschiedene Varianten von Migration zu einem die Immigration und zum anderen die Emigration.

Ganz anders definiert sich Flucht, denn Flucht meint das unfreiwillige Verlassen eines Landes oder eines Ortes, also das Ausweichen aus einer als unangenehm, nicht zumutbaren oder nicht zu bewältigenden Lebenssituation.

Der Antrieb zu einem besseren Leben bestand bis dahin nicht, denn Flucht ist in den meisten Fällen plötzlich und nicht planbar.

Die Menschen begeben sich dabei, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, in gefährliche Situation und riskieren alles um in eine bessere Lebenssituation zu gelangen, die zu ihrer jetzigen nicht vergleichbar ist.

Im Artikel 1 A der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder die sich als staatenlose infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will“ (UNHCR, 1951).

Gründe für Flucht sind zum Beispiel Krieg, Religion, Rassenverfolgung und viele mehr. Diese werden im folgenden Kapitel dieser Forschungsarbeit detailliert dargestellt.

2. FLUCHTGRÜNDE

Nach den im vorangegangenen Kapitel formulierten Definitionen von Flucht und Migration wird der Blick nun explizit auf die Gründe für Flucht gerichtet. Flüchtlinge haben diverse Motive, um ihr Heimatland zu verlassen. Um einen ersten Eindruck für vorliegende Gründe gewinnen zu können, werden in der folgenden Abbildung die Hauptgründe am Beispiel von syrischen Flüchtlingen aufgezeigt, die in Deutschland leben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Hauptgrund der Flucht (Perabo, Haid & Giebler, 2015, S. 3)

Neben den zwei am häufigsten von den 889 syrischen Befragten (Perabo, Haid & Giebler, 2015, S. 2) genannten Gründen, wird im weiteren Verlauf eine dritte weitreichende Ursache für die Flucht einer Vielzahl von Menschen erörtert, nämlich die klimatische. Die vorliegenden Gründe für die Flucht aus den Heimatländern sind nicht nur für syrische Flüchtlinge relevant, sondern vergleichbar undübertragbar auf viele weitere Menschen auf dieser Erde. Trotz der niedrigen Anzahl an befragten Flüchtlingen „von den rund 60 Millionen Flüchtlingen“ (Maluch, 2015), die es weltweit gibt, stellen die Antworten allgegenwärtige Probleme dar.

„Kinder machen weltweit etwa die Hälfte der Flüchtlinge aus“ (Maas-Albert, 2014, S. 5). Aufgrund der lokal begrenzten Ressourcen sind es zumeist die männlichen Kinder einer Familie, die auf der Flucht sind. Das liegt daran, dass viele Familien zerbrochen sind, Familienmitglieder durch (Bürger)-Kriegsgeschehen bereits gestorben sind oder auf der eigenen Flucht ums Leben gekommen sind (Klingelhöfer & Rieker, 2003, S. 4).

2.1. Unmittelbare Lebensgefahr

Das Gros von Menschen aus bedrohten Regionen der Erde sieht sich aufgrund der lang anhaltenden Lebensgefahr gezwungen, die Flucht anzutreten. „Das akuteste Problem ist die Zerstörung der Zivilisationsstrukturen durch Kriege und Bürgerkriege“ (Kleinwächter, 2015, S. 7). Diese Kriege und Bürgerkriege haben gravierende Auswirkungen zur Folge. Der Lebensraum vieler Familien wird zerstört, das Leben ist sekündlich durch alle Arten von Schusswaffen, Attentätern und Bomben gefährdet, was zwangsläufig zu „humanitären Missständen“ (Wolf, 2015, S. 1), Hunger und Armut führt (Wolf, 2015, S. 1). Angesichts dieser genannten Gründe spricht man dabei von unmittelbarer Lebensgefahr, da „Leib und Leben“ (Perabo, Haid & Giebler, 2015, S. 3) stetig in Gefahr sind.

Kriege und Bürgerkriege lösen einen großen politischen Druck aus (Angenendt, 2009). Das beinhaltet nicht nur, dass Flüchtlinge Schutz in einem anderen Land suchen und somit als Kriegsflüchtlinge bezeichnet werden, sondern auch innerhalb eines Landes fliehen und demnach als sogenannte Binnenvertriebene gelten (Angenendt, 2009).

Die Terrormiliz Islamischer Staat (ISIS) verbreitet sich immer weiter, speziell in Nordsyrien. Organisationen wie die ISIS und die darauf folgenden Angriffe der internationalen Koalition aus der Luft müssen hierbei ebenfalls als weitere Fluchtgründe genannt werden (Scheller, 2014, S. 7).

Ferner stellen nicht nur Kriege unmittelbare Lebensgefahren dar, sondern ebenfalls diverse andere lebensbedrohliche Umstände (Wolf, 2015, S. 1). Verfolgung und Diskriminierung sind in vielen Ländern der Auslöser für Flucht (Wolf, 2015, S. 1). Dabei spielen vor allem Punkte wie z.B. die sexuelle Neigung, die Religion, die politische Gesinnung oder die ethnische Zugehörigkeit zentrale Rollen (Wolf, 2015, S. 1).

Eine weitere Fluchtursache ist die Repression (Nuscheler, 1995, S. 41). In vielen Ländern werden Menschen weiterhin verfolgt und trotz immer häufiger auftretender Demokratien mit Folter als angewandtes Strafmittel verletzt (Nuscheler, 1995, S. 41). „Opfer von Verfolgung und Vertreibung sind häufig ethnische und religiöse Minderheiten“ (Nuscheler, 1995, S. 41).

Nicht nur die erwähnten ethnischen und religiösen Minderheiten werden verfolgt, bedroht und zur Flucht getrieben, auch homosexuelle Menschen, in erster Linie schwule Männer, sind angesichts ihrer sexuellen Orientierung betroffen. (Seidel, 2014, S. 12). „Es gab Berichte von Morden, von Selbstjustiz“ (Seidel, 2014, S. 12). In Uganda wurde beispielsweise ein Gesetz gegen Homosexualität erlassen, welches mittlerweile als verfassungswidrig erklärt wurde, jedoch gleichzeitig keine Sicherheit bedeutet. Die Bedrohung hält weiterhin an (Seidel, 2014, S. 12).

2.2. Ökonomische Gründe

Neben den vielfältigen Ursachen für Flucht bedingt durch Faktoren, die das eigene Leben unmittelbar gefährden, gibt es darüber hinaus eine Vielzahl anökonomischen Gründen.

Ein beispielhafter Grund hierfür ist die Ausbeutung. Viele Menschen werden ausgebeutet und in Notsituationen gebracht, wobei die Existenz vernichtet wird. Als einzige Konsequenz für diese Menschen bedeutet dies die Flucht in ein anderes Land (Wolf, 2015, S. 1).

Kriege und Bürgerkriege sorgen dafür, dass viele Menschen ihr Hab und Gut verlieren. Armut stellt daher einen signifikanten Fluchtgrund dar. „Die Massenarmut bildet, wie bereits erwähnt, eine strukturelle Ursache von Fluchtbewegungen“ (Nuscheler, 1995, S. 41). Aus dieser Armut heraus entsteht Hoffnungslosigkeit bei vielen jungen Menschen (Nuscheler, 1995, S. 41). Aufgrund dieser Hoffnungslosigkeit und denäußeren Umständen in den Heimatländern versuchen diese Menschen „Humankapital und Zukunft ihrer Herkunftsländer“ (Nuscheler, 1995, S. 41) mitzunehmen und in ihren neuen Destinationen gewinnbringend einzusetzen (Nuscheler, 1995, S. 41). In diesem Zusammenhang spricht man von Wirtschaftsflüchtlingen.

Flucht ausökonomischen Gründen ist Phänomen, welches einen zwanghaften Charakter mit sich führt (Wolf, 2015, S. 1). Durch die Ausbeutung werden existenzbedrohliche Szenarien bzw. Notstände geschaffen, sodass Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen (Wolf, 2015, S. 1).

Hunger ist ein weiterer zentraler Begriff. Viele Menschen sind vom Hungertod bedroht (Brecht, 2013, S. 21). Fluchtrelevante Ursache dafür ist die Umwelt, die durch Versalzung, Versumpfung von Boden und Wasser, Übernutzung von Ackerland oder auch durch Wasserverschmutzung, ausgelöst durch den Menschen oder der Natur, das Leben an bestimmten Orten nicht möglich macht und Hungerkatastrophen die zwangsläufige Konsequenz sind (Brecht, 2013, S. 22).

2.3. Klimatische Gründe

Nicht nur Krieg, politische Verfolgung und Diskriminierung sowie Armut stellen eine existentielle Bedrohung für den Menschen dar und sind vielerorts die Ursache von Vertreibung und Flucht. Auch klimatische Veränderungen wie Dürren und umwelt- und klimabedingte Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Stürme haben laut der Nichtregierungsorganisation Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) dazu beigetragen, dass seit 2008 mehr als 140 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Auswirkungen des Klimawandels sind (Wohner, 2015, S. 6). Die weitreichenden Folgen des menschengemachten Klimawandels müssen im Zusammenhang mitökonomischer Benachteiligung und sozialen Konflikten gesehen werden, denn all diese Faktoren sind Gründe und Ursachen, seine Heimat fluchtartig zu verlassen (Bündnis Entwicklung Hilft und United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS), 2015, S. 19).

Auf internationaler Ebene konnten sich die Nationen bisher nicht auf eine einheitliche und dem Völkerrecht entsprechende Definition des Phänomens einigen, daher gibt es eine Vielzahl von Begriffsbestimmungen für Klimaflucht (Wohner, 2015, S. 6). Manfred Wöhlcke war einer von vielen Wissenschaftlern, der sich mit der Entwicklung einer präzisen Definition für Klimamigration befasste. Demnach definierte er KlimamigrantInnen als „jene Personen, die ihr angestammtes Milieu verlassen, weil ihr Leben aufgrund von natürlichen und anthropogenen – das heißt durch menschliche Aktivitäten verursachte – Umweltschäden sowie aufgrund vonökologischer Überlastung durch Überbevölkerung erheblich beeinträchtigt oder gefährdet wurde“ (Wöhlcke, 1992, S. 13).

Die Natur- und Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF, 2015) nennt Kohlendioxid (CO2) als den Hauptverursacher, der „für mehr als 60% der weltweiten Erderwärmung verantwortlich“ ist (WWF, 2015). Dabei enthalten hauptsächlich fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Gas CO2, welches bei der Verbrennung in die Erdatmosphäre gelangt und sich dort ansammelt. Durch die Ansammlung der Treibhausgase in der Erdatmosphäre steigen auch die globalen Temperaturen an, die verheerende Folgen für das Weltklima und damit für die Natur und die Menschheit haben (WWF, 2015).

Laut dem WeltRisikoBericht, der 2015 von den Hilfsorganisationen Bündnis Entwicklung hilft und United Nations University- Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) herausgegeben wurde, sind insbesondere Dürreperioden mit Ernteausfällen und Wasser- und Nahrungsmittelknappheit, Versalzung durch Starkregen und Zerstörung des Ackerlandes und weitere Naturgefahren wie Erdbeben, Wirbelstürme, Überschwemmungen und das Ansteigen des Meeresspiegels, Ergebnisse der voranschreitenden Klimaerwärmung. Nicht selten haben diese katastrophalen Zustände Millionen von Menschen obdachlos gemacht oder in die Flucht getrieben (Bündnis Entwicklung Hilft und United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS), 2015, S. 14-18). Prognosen des Weltklimarates (IPCC) sagen für die Zukunft häufigere und intensivere Extremwetterereignissen wie Dürren, Überflutungen, Stürme vorher. Das Ausmaßdes Klimawandels birgt ein ernsthaftes Risikopotential und wird die Fluchtströme zukünftig verstärken (Bündnis Entwicklung Hilft & (UNU-EHS), 2015, S. 17).

3.PERSPEKTIVEN VON FLUCHT

Wie in der Einführung bereits erwähnt, soll der Fokus dieser Forschungsarbeit nicht ausschließlich auf den Fluchtgründen liegen, sondern auch die Perspektiven von Flucht aus Sicht der Geflüchteten aufzeigen. Aufgrund der Tatsache, dass Flucht nicht freiwillig, sondern gezwungen geschieht und viele der Geflüchteten keinen anderen Ausweg sehen, liegt die Vermutung nahe, dass viele der Flüchtlinge die Bereitschaft haben, wieder in ihr Heimatland zurückzukehren, soweit dies möglich ist.

Im vorherigen Kapitel wurden die verschiedenen Gründe für Flucht, seien sie politisch,ökonomisch oder klimatisch bedingt, erläutert. Da die Zukunftsperspektiven von Flucht genauso vielfältig sind wie ihre Gründe soll sich dieses Kapitel auf die Zukunftsperspektiven am Beispiel von geflohenen SyrerInnen in Deutschland konzentrieren, die in einer umfangreichen Umfrage der Menschenrechtsorganisationen Adopt a Revolution, The Syria Campaign und Planet Syria in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung erfragt wurden und die bereits zu Beginn des dritten Kapitels aufgegriffen wurden. Darin sollen neben den Hauptgründen für Flucht von geflohenen SyrerInnen ebenso die vorhandene Rückkehrbereitschaft ermittelt werden, indem die syrischen Flüchtlinge selbst zu Wort kommen und ihre Gründe sowieso Perspektiven darlegen und benennen (Perabo, Haid & Giebler, 2015, S. 1). Die Anzahl der Befragten betrug 889 SyrerInnen, die zufällig in 12 Erstaufnahmelagern, Flüchtlingsheimen sowie Registrierungsstellen in fünf Städten in Deutschland ausgewählt wurden.

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Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Der Traum vom Frieden!? Gründe für Flucht
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V428320
ISBN (eBook)
9783668729582
ISBN (Buch)
9783668729599
Dateigröße
971 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
traum, frieden, gründe, flucht
Arbeit zitieren
Natalie Alber (Autor), 2016, Der Traum vom Frieden!? Gründe für Flucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428320

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