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Das Unheimliche in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" unter Einbeziehung der Freud'schen Theorie

Titel: Das Unheimliche in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" unter Einbeziehung der Freud'schen Theorie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Mona Baumann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Wahrnehmung des Unheimlichen variiert im subjektiven Empfinden jedes Menschen. Das erschwert eine einheitliche Definition. Unheimliches wirkt meist erschreckend oder angsterregend. Im Jahr 1919 veröffentlicht Sigmund Freud mit seinem Aufsatz Das Unheimliche eine der ersten Theorien diesbezüglich. Vor allem in der Epoche des Realismus werden zahlreiche Werke veröffentlicht, die unheimliche Aspekte beinhalten, beispielsweise Theodor Storms Novellen, in denen er mit geisterhaften, furchterregenden Erscheinungen und angsteinflößender Stimmung das Unheimliche heraufbeschwört.

Theodor Storms Der Schimmelreiter (1888) ist eine charakteristische Novelle für die Epoche des Realismus. Die Novelle handelt von Hauke Haiens, der als Sohn eines nordfriesischen Bauern und Landvermessers aus einfachen Verhältnissen stammt und bereits als Kind von der Konstruktion von Deichformen fasziniert ist. Mit achtzehn Jahren beginnt der Protagonist seine Beschäftigung als Kleinknecht des Deichgrafen, zu dessen Tochter er sich hingezogen fühlt. Nach dem Tod des alten Deichgrafen, gibt seine Tochter ihre Verlobung bekannt und ermöglicht Hauke den gesellschaftlichen Aufstieg zum neuen Deichgrafen.

In den kommenden Jahren steigt der Unmut der Bevölkerung. Einem Unbekannten kauft Hauke einen Schimmel ab, in dem die Dorfbewohner ein auferstandenes Pferdeskelett zu erkennen glauben. Nachdem Hauke die Opferung eines Hundes verbietet, wenden sich die Bauern endgültig gegen ihn. Als sich ein gewaltiger Sturm erhebt, reitet Hauke zum neuen Deich hinaus und verhindert, dass die Bauern, Peters Befehl folgend, diesen durchstechen. Nachdem der alte Deich unter dem Unwetter bricht, wird das Dorf überflutet und auch Elke und die gemeinsame Tochter sterben. Hauke, überzeugt von seiner Schuld und Unfähigkeit, stürzt sich und seinen Schimmel ins Meer. Der Schulmeister beendet seine Erzählung mit dem Lob des Hauke-Haien-Deichs, der nun seit über hundert Jahren standhält. Am darauffolgenden Tag reitet der Reisende über den Deich.

Diese Arbeit will belegen, dass Theodor Storms Novelle Situationen und Motive aufgreift, die auch nach Sigmund Freuds Theorie als unheimlich definiert werden können. Dazu werden zuerst Theorie und Historie von Novellen und Realismus beleuchtet, danach wird Freuds Definition des Unheimlichen erläutert, die dann auf das Unheimliche der Natur, der Nacht sowie des Übernatürlichen und des Aberglaubens in Der Schimmelreiter bezogen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Realismus und Novelle: Theorie und Historie

3. Das Unheimliche nach Sigmund Freud

4. Das Unheimliche in Theodor Storms Der Schimmelreiter

4.1 Das Unheimliche der Natur

4.2 Das Unheimliche der Nacht

4.3 Das Unheimliche des Übernatürlichen und des Aberglaubens

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Situationen und Motive in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" durch die psychoanalytische Theorie Sigmund Freuds als "unheimlich" definiert werden können. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der literarischen Darstellung des Realismus und den psychologischen Konzepten des Unheimlichen aufzuzeigen.

  • Analyse des literarischen Realismus und der Gattung der Novelle
  • Einführung in Sigmund Freuds Theorie des Unheimlichen
  • Untersuchung des Unheimlichen in Naturerscheinungen und Wetterphänomenen
  • Bedeutung von Dunkelheit, Nacht und Einsamkeit für die unheimliche Atmosphäre
  • Rolle des Aberglaubens und übernatürlicher Motive in der Wahrnehmung der Dorfbewohner

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Unheimliche der Natur

Das Unheimliche ist in seiner Ausprägung als unbezwingbare Natur bereits zu Beginn der Novelle präsent, die von ihr ausgehende Gefahr für die Dorfbewohner ist allgegenwärtig. Schon in der Rahmenhandlung erzählt der Reisende von seinem unheimlichen Ritt und beschreibt den Deich als Schau(er)platz, den Christine Reiter als eine „unüberschaubare, bedrohlich wirkende Großräumigkeit“ charakterisiert. Die Unberechenbarkeit der Natur zieht sich als roter Faden durch die Novelle und wird bereits auf den ersten Seiten eingeführt.

Zahlreiche Schilderungen umreißen die Gefahr der Natur, die der Deich draußen auf den Watten mit sich führt. Durch einen „halbe[n] Mond, der [...] meist von treibendem Wolkendunkel überzogen“ ist und die „wüste Dämmerung“ wird die beginnende Nacht angekündigt. Fast drängen „[heulende] Böen“ den Reiter vom Deich. Der Reiter trifft auf „keine Menschenseele“, die öde Marsch ist „bereits von allem Vieh [geleert]“, er hört „nichts als das Geschrei der Vögel“ und sieht „nichts als gelbgraue Wellen, die unaufhörlich wie mit Wutgebrüll an den Deich hinaufschl[a]gen und [...] [ihn] und das Pferd mit schmutzigem Schaum bespritzen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Wahrnehmung des Unheimlichen ein und skizziert die Handlung von Theodor Storms "Der Schimmelreiter" sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Realismus und Novelle: Theorie und Historie: Dieses Kapitel erläutert die literaturgeschichtliche Verortung des Realismus und definiert die strukturellen Merkmale der Novelle als Gattung.

3. Das Unheimliche nach Sigmund Freud: Hier werden die wesentlichen Grundlagen von Freuds Theorie des Unheimlichen und dessen Abgrenzung zu anderen Schreckphänomenen dargelegt.

4. Das Unheimliche in Theodor Storms Der Schimmelreiter: Dieses Kapitel analysiert spezifisch, wie die Natur, die Nacht sowie der Aberglaube in der Novelle eine unheimliche Atmosphäre erzeugen.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, wie Storm durch die Verbindung von Realismus und Schauer-Elementen eine Welt erschafft, in der das Unheimliche allgegenwärtig bleibt.

Schlüsselwörter

Der Schimmelreiter, Theodor Storm, Sigmund Freud, Das Unheimliche, Realismus, Novelle, Schauerrealismus, Aberglaube, Naturkatastrophe, Psychologie, Literaturanalyse, Psychoanalyse, Geistererscheinung, Nordfriesland, Deich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Anwendung von Sigmund Freuds Theorie des Unheimlichen auf Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Literaturtheorie des Realismus, die psychoanalytische Definition des Unheimlichen sowie die literarische Ausgestaltung von Angst und Aberglauben.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass Storms Werk Motive enthält, die nach Freuds Theorie als unheimlich eingestuft werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Primärtext mit psychoanalytischen Theorien kontrastiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Unheimliche in Bezug auf die Naturgewalten, die nächtliche Atmosphäre sowie den übernatürlichen Aberglauben der Dorfbewohner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind "Der Schimmelreiter", "Das Unheimliche", "Realismus", "Freud", "Natur" und "Aberglaube".

Warum wird Hauke Haien in den Augen der Dorfbewohner zum Unheimlichen?

Da er sich über den Aberglauben erhebt und dem Teufel durch den Schimmel und sein Handeln nahegerückt wird, wird er von den Dorfbewohnern als Feind und unheimliche Figur wahrgenommen.

Welche Rolle spielen Tiere in der unheimlichen Stimmung der Novelle?

Tiere wie der Schimmel oder die getöteten Vögel werden als Boten des Todes oder als böse Vorzeichen gedeutet, was die gespenstische Atmosphäre verstärkt.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Unheimliche in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" unter Einbeziehung der Freud'schen Theorie
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Novellen des poetischen Realismus
Note
1,0
Autor
Mona Baumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V428419
ISBN (eBook)
9783668726536
ISBN (Buch)
9783668726543
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unheimlich Theodor Storm Schimmelreiter poetisch Realismus Freud Novelle Sigmund Natur Nacht Aberglaube übernatürlich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mona Baumann (Autor:in), 2018, Das Unheimliche in Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" unter Einbeziehung der Freud'schen Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428419
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Leseprobe aus  19  Seiten
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