Diese Arbeit mit dem Titel „Der Placebo-Effekt – Wirkung ohne Wirkstoff“ wurde im Zuge der Matura am Bundesgymnasium Dornbirn erstellt und basiert auf umfassender Literaturrecherche und einem empirischen Teil mit qualitativen Forschungselementen.
Zu Beginn der Arbeit wird der Begriff „Placebo“ definiert. Nach einer kurzen Erwägung der Geschichte von Placebos wird darauf eingegangen, wie dieser Effekt erzielt werden kann und was für verschiedene Arten von Placebos verwendet werden. Zum Schluss des theoretischen Teils wird noch kurz die Problematik von Placebos behandelt.
Im praktischen Teil werden dann die empirischen Elemente behandelt. Einerseits wurde ein Interview zum Thema „Placebo-Effekt“ durchgeführt und ein Fragebogen zum gleichen Thema wurde von etlichen Ärzten in Vorarlberg ausgefüllt. Die Ergebnisse werden ausgewertet, interpretiert und einige Schlüsse daraus gezogen.
Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt stellt man sich im Laufe derzeit folgende Fragen: Was ist der Placebo-Effekt? Wie kann dieser Effekt erzielt werden? Können Hoffnung und Vorstellungskraft den Selbstheilungseffekt beeinflussen? Diese Fragen und viele weitere werden im Zuge dieser Arbeit beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Definition
2.1.1 Placebo
2.1.2 Placebo-Effekt
2.2 Geschichte des Placebos
2.2.1 Etymologie
2.2.2 Erste Anwendungen von Placebos in der Medizin
2.3 Wie kann dieser Effekt erzielt werden?
2.3.1 Menschenkenntnisse
2.3.2 Beziehung zwischen Arzt und Patient
2.3.3 Art der Verabreichung
2.3.4 Erwartung
2.4 Arten von Placebos
2.4.1 Reine Placebos
2.4.2 Unreine Placebos
2.4.3 Placebospritzen
2.4.4 Scheinoperationen
2.5 Problematik von Placebos
2.5.1 Rechtliche Problematik
2.5.2 Ethische Problematik
3 Praxis
3.1 Interview zu Placebo-Effekt
3.1.1 Absichten meines Interviews
3.1.2 Methode
3.1.3 Mein Interviewpartner
3.1.4 Interviewbogen
3.1.5 Interpretation
3.2 Fragebogen zu Placebo-Effekt
3.2.1 Absichten meines Fragebogens
3.2.2 Methode
3.2.3 Meine Fragebogenpartner
3.2.4 Ergebnisse
3.2.5 Interpretation
4 Fazit
7 Anhang
7.1.1 Interview zum Placebo-Effekt
7.1.2 Fragebogen zum Placebo-Effekt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Placebo-Effekts, um dessen Definition, Wirkungsweisen und medizinische Relevanz zu klären sowie die ethischen und rechtlichen Implikationen seines Einsatzes in der ärztlichen Praxis kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Geschichte des Placebo-Begriffs
- Einflussfaktoren wie Arzt-Patienten-Beziehung und Erwartungshaltung
- Unterscheidung zwischen verschiedenen Placebo-Arten (z.B. Scheinoperationen)
- Empirische Untersuchung der Einstellung von Ärzten zum Placebo-Einsatz
- Diskussion über ethische und rechtliche Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
Tom, der Placebo Responder
In den späten vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es ein Forschungsteam, welches vom Placebo-Effekt sehr fasziniert war. Ein Mitglied davon war Dr. Stewart Wolf, welcher unbedingt mehr darüber herausfinden wollte, wie der Placebo-Effekt funktioniert. Zu dieser Zeit untersuchte Wolf, welche Beziehungen zwischen den Magenfunktionen und den Symptomen bestanden, von denen seine Patienten berichteten, nachdem er ihnen verschiedene Medikamente verabreichte. Bei seiner Untersuchung führte er eine Art Röhrchen zur Messung des Drucks in den Magen des Probanden ein, wodurch er die Wellenbewegung der Bauchmuskeln aufzeichnen und graphisch darstellen konnte. Litt ein Teilnehmer unter Übelkeit, so konnte er ein deutlich unruhiges Wellenmuster erkennen. Sobald die Übelkeit verschwand, ging das Muster wieder in den normalen Zustand über. Wolf verabreichte seinen Patienten zwei unterschiedliche Medikamente: Ipecacuanha, das einen Brechreiz erzeugt und Atropin, das den Magen beruhigt und daher ein ruhiges Muster verursacht. Wolf wollte nun sehen was passierte, wenn er den Patienten Placebos, gab und ihnen sagte, es sei entweder Ipecacuanha oder Atropin. Wie zu erwarten, litten viele Teilnehmer, denen das Schein-Ipecacuanha verschrieben wurde an starker Übelkeit, Viele Teilnehmer, denen das Schein-Atropin verschrieben wurde berichteten, dass die Übelkeit viel schwächer geworden sei. Die objektivierten Reaktionen gingen sogar über die Berichte der Patienten hinaus. Dr. Wolf konnte die gleichen Veränderungen des Wellenmusters feststellen, wie bei den phamakologisch wirksamen Medikamenten.
Nun schien einer der Versuchsteilnehmer, ein Mann namens Tom, besonders empfänglich für Placebos zu sein. Stewart entschied sich, den nächsten Schritt mit Tom durchzuführen. Anstatt dem Patienten in der nächsten Versuchsrunde Placebos zu geben, verabreichte er echtes Ipecacuanha und Atropin. Aber dieses Mal täuschte er ihn und sagte, dass er ihm Ipecacuanha gäbe, wenn es sich um Atropin handelte und umgekehrt. Daraufhin verspürte Tom starke Übelkeit, nachdem er das vermeintliche „Ipecacuanha“, welches eigentlich Atropin war eingenommen hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema und Beschreibung der Gliederung in Theorie- und Praxisteil.
2 Theorie: Definition des Begriffs, geschichtlicher Hintergrund, Wirkungsmechanismen und verschiedene Arten von Placebos sowie deren Problematik.
3 Praxis: Empirische Untersuchung anhand eines Experteninterviews und einer Ärztebefragung inklusive Interpretation der Ergebnisse.
4 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit und der gewonnenen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis.
7 Anhang: Bereitstellung des transkribierten Interviews und des verwendeten Fragebogens.
Schlüsselwörter
Placebo-Effekt, Scheinmedikament, Patient, Arzt, Psychosomatik, Erwartungshaltung, Doppelblindstudie, Placeboreaktor, Heilung, Therapie, Medizin, Placebo-Spritze, Scheinoperation, Empirie, Wirksamkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Placebo-Effekt als Phänomen, bei dem durch Scheinbehandlungen oder Scheinarzneien positive therapeutische Wirkungen erzielt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die historische Entwicklung, psychobiologische Erklärungsansätze, verschiedene Anwendungsformen (von Pillen bis Scheinoperationen) sowie rechtliche und ethische Aspekte.
Was ist das Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu erklären, wie der Placebo-Effekt erzielt wird, welche psychologischen Mechanismen dahinterstehen und wie die Anwendung in der medizinischen Praxis heute bewertet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturrecherche sowie einen empirischen Teil, bestehend aus einem Experteninterview und einer Fragebogenauswertung unter Ärzten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der theoretische Teil definiert Placebos und beleuchtet Einflussfaktoren wie die Arzt-Patient-Beziehung, während der Praxisteil die Erkenntnisse durch eine qualitative und quantitative Untersuchung vertieft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Placebo-Effekt, Erwartungshaltung, Arzt-Patient-Beziehung, Doppelblindstudie, Placeboreaktor und therapeutische Relevanz.
Welche Bedeutung hat die Beziehung zwischen Arzt und Patient für den Effekt?
Die Persönlichkeit des Arztes und die investierte Aufmerksamkeit wirken bereits als Placebo-Faktor, der die Heilungserwartung und damit den Genesungsprozess positiv beeinflussen kann.
Wie stehen Ärzte laut der empirischen Untersuchung zum Einsatz von Placebos?
Die Befragung zeigt, dass Ärzte den Effekt zwar als existent und nützlich ansehen, jedoch in der aktuellen Praxis aufgrund ethischer Bedenken und rechtlicher Graubereiche eher zurückhaltend damit umgehen.
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- Felix Rümmele (Author), 2018, Der Placebo-Effekt. Wirkung ohne Wirkstoff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428444