Semantische Textmodelle. Isotopie-Ansatz, Kontiguitätsbeziehungen, Textthema zu "Mit dem Dirndl zur Flug-Weltmeisterschaft"


Hausarbeit, 2016
7 Seiten, Note: 2,00
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Textanalyse
1. Einleitung
2. Isotopieansatz
3. Kontiguitätsbeziehungen
4. Text-Thema
5. Zusammenfassung

Literatur

Textanalyse

1. Einleitung

In meiner Analyse werde ich mich mit der semantischen Textmodelle anhand eines Artikels aus der Zeitung die Welt mit dem Titel Mit dem Dirndl zur Flug-Weltmeisterschaft beschäftigen. In dem ersten Teil werde ich die wichtigsten Merkmale und Elemente des Isotopieansatzes erläutern, dann zähle ich die verschiedenen Formen der Wiederaufnahme mit Beispielen aus dem von mir gewählten Text auf. In zweitem Teil befasse ich mit der Untersuchung der Kontiguitätsbeziehungen aufgrund des gleichen Textbeispieles. Im nächsten Abschnitt stelle ich die Möglichkeiten der Bestimmung des Textthemas dar, wobei ich besonderen Wert auf die Funktion der Isotopieketten und Kontiguitätsbeziehungen zwischen den sprachlichen Ausdrücken lege. Zum Schluss werde ich die Ergebnisse der Analyse zusammenfassen.

Meine Forschungsfrage ist: Wie hängt das Text-Thema mit den Isotopieketten und mit den Kontiguitätsbeziehungen des vorliegenden Textes zusammen?

2. Isotopieansatz

Die Analyse der Isotopieketten anhand eines Textes ist ein semantisch orientierter Textbeschreibungsansatz, der im Gegensatz der textgrammatischen Beschreibungsmodellen, verzichtet auf die Untersuchung der Oberflächenstrukturen wie z.B. Konjunktionen, Satzgliederstellung usw. Im Zentrum des Interesses steht die semantische Basisstruktur, also „Gesamtheit der Bedeutungen der in einem Text enthaltenen sprachlichen Zeichen und deren Beziehungen zur Wirklichkeit.“ (Heinemann/Viehweger 1991, S. 37) Der Gedanke von Isotopieansatz ist, der von dem französischen Linguist Greimas stammt, dass „Kohärenz zwischen Texteinheiten durch semantische Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Wörtern eines Textes entsteht“ (Lötscher 2008, S. 87) Der Begriff Isotopie bedeutet die im oben erwähnten Sinne die Bedeutungsbeziehung zwischen den Lexemen eines Textes. Eine Isotopiekette baut auf semantische Merkmale der Lexeme (Seme) bzw. wiederholtes Vorkommen von Semen (Semrekkurenz) auf. Die zwei wichtigsten Kriterien der Isotopieketten sind die Bedeutungszusammenhänge und die Koreferenz[1] (Referenzidentität) zwischen den sprachlichen Ausdrücken. In einem Text sind die Isotopieketten als ein Mittel der Textverschmelzung zu betrachten. (Heinemann/Viehweger 1991, S. 38f)

Formen der Konstitution der Isotopieketten:

1. a) Einfache Wiederholung (Bedeutungsgleichheit): Nürnberg (2) - Nürnberg (2); Freibad (2) Freibad (12); Dirndl (1) - Dirndl (4,9,15,34,39); Wasser (9) - Wasser (11,22); Teilnehmer (14)- Teilnehmer (15,25,27); Finale (28)- Finale (32); Jury (22)- Jury (24)

2. Variierte Wiederaufnahme

b) Synonymie (Bedeutungsähnlichkeit im engeren Sinne): Dirndl (4) – Tracht (14); Freibad(2)-Schwimmbad(5); Blaskapelle (3)- Blaskapelle (13); Damen (4)- Frauen (15); Herren (4)- Männer (15); Flug-Weltmeisterschaft (1)- Wettbewerb (37; Freude (35)-Spaß(37);Ende(26)-Finale(28)

c) Hyper-Hyponymie (Bedeutungsbeziehung zwischen Ober- und Unterbegriff): (1) - Dirndl-Flug-Weltmeisterschaft (5-6); Blaskapelle (3) – bayrische Musik (3), Badekleidung (9)- Badekappe (31); Accessoires (25)- Hut (25), Schirm(26),Perücke(29),Fächer(29);

d) Kohyponymie (Bedeutungsähnlichkeit im weiteren Sinne): Höchstpunktzahl (23)- Note (23); Volksfest (5)- Dirndl-Flug-Weltmeisterschaft (6)- Veranstaltung (18); Badekappe(31)-Schwimmflügel(31)

e) Antonymie (Bedeutungsgegensatz [mit gemeinsamem Bezugspunkt]):einzeln (15) –in Teams (15); Damen (4)- Herren (4); Männer (15)-Frauen (15); sonniger, warmer (2)- kalten (22); Veranstalter (9)- Teilnehmer (15); Start (15)- Finale (32)

f) Paraphrase (Bedeutungsumschreibung): Pink, grün, beige, rot (4)- bunte Farbpalette (5)

3. g) Substitution durch grammatische Elemente (Proformen): Die Österreicher (8) - Sie (8); Damengesellschaft (8) – die (8); Christian (18)- er (19)

3. Kontiguitätsbeziehungen

Unter die semantische Kontiguität versteht man die Bedeutungsähnlichkeit zwischen den Wörtern. Diese Kontiguitätsverhältnisse zwischen Ausdrücken können logisch, ontologisch und kulturell begründet sein. (Lötscher 2008, S. 91)

- logisch (begrifflich) begründetes Kontiguitätsverhältnis: Start (15)- Finale (32); Ende (26)- Finale (28); Freude (35)- Spaß (37)
- ontologisch (naturgesetzlich) begründetes Kontiguitätsverhältnis: Rücken (21)- Kopf (29)- Hand (29)- Armen (31); Damen (4)- Herren (4); Männer (15)-Frauen (15); sonniger, warmer (2)- kalten (22);
- kulturell begründetes Kontiguitätsverhältnis:

Freibad (2)- Eingang(2), Becken (13), Sprungturm (20), Wasser (22), Badekappe (31)

Schwimmflügel (31);

Flug-Weltmeisterschaft (1)- Veranstalter(9), Teilnehmer (14); Gewinner (17); Veranstaltung (18), Team (21), Höchstpunktzahl (23), Jury (24), Runde (27), Finale (28), Salto (32);

Dirndl (1)- Volksfest (5), Damengesellschaft (8), Accessoires (25), Höschen (35).

Bezüglich der oben aufgezählten Wörter wie Freibad, Flug-Weltmeisterschaft und Dirndl kann man mehrere kulturell begründete Kontiguitätsverhältnisse bemerken. Wie diese Kohärenzbeziehungen mit dem Text-Thema zusammenhängen, werde ich in dem nächsten Kapitel erläutern.

4. Text-Thema

In der Textlinguistik existieren mehrere Auffassungen bezüglich des Textthemas und seiner Struktur. Unter dem Text-Thema versteht Brinker der Grundgedanke, also der Kern des Textinhalts. Im Text-Thema-Modell von Agricola wurde schon formuliert, dass die in einem Text vorkommenden Isotopieketten und Kontiguitätsverhältnisse (wie auch Sätze und Satzsequenzen), die auf solchen Leitgedanken beziehen, die Kohärenz des Textes ausmachen. Agricola definiert das Textthema als „begrifflichen Kern im Sinne der konzentrierten Abstraktion des gesamten Textinhaltes“ (Lötscher 2008, S. 97). Neben Agricola betrachtet van Dijk (Thema als Makrostruktur) und Brinker, die Textthemen eine abstahierende Zusammenfassung der Satzsequenzen. Agricola hat ein Modell ausgearbeitet, indem er sich mit der Analyse der Isotopieketten beschäftigt, damit er aus einer Satzfolge ein Thema ableiten kann. (Lötscher , S. 99) Dieses Prinzip erscheint auch bei Brinker, der das Thema auch als einen Gegenstand[2] betrachtet. Die Bestimmung des Textthemas hängt eng mit der Häufigkeit der Wiederaufnahme (Wiederaufnahmeprinzip) in einem Text zusammen. Im meinem Text sind die Lexeme Freibad, Dirndl, Flug-Meisterschaft und Teilnehmer die zentralen Textgegenständen und damit die dominierenden Referenzträger. In der Regel besteht ein Text nur aus einem Thema (Hauptthema des Textes) und mehreren Teilthemen. Um zwischen Hauptthema und Nebenthemen einen Unterschied machen zu können, führt Brinker zwei Prinzipien ein: Ableitbarkeitsprinzip (als Hauptthema ist zu betrachten, „aus dem sich die anderen Themen des Textes am überzeugendsten […] ‚ableiten‘ lassen“ (Brinker 2014, S. 51) und Kompatibilitätsprinzip (als Hauptthema ist zu betrachten, wenn es am besten mit der Textfunktion kompatibel ist).

[...]


[1] Unter Koreferenz versteht man, wenn mindestens zwei Lexikoneinheiten auf desselbe Objekt referieren. (Heinemann/Viehweger 1991, S. 39)

[2] Der Textinhalt kann sich auf mehrere Gegenstande beziehen (z.B. Person, Ereignis, Handlung). (Brinker 2014, S. 49)

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Semantische Textmodelle. Isotopie-Ansatz, Kontiguitätsbeziehungen, Textthema zu "Mit dem Dirndl zur Flug-Weltmeisterschaft"
Hochschule
Szegedi Tudományegyetem
Note
2,00
Jahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V428503
ISBN (eBook)
9783668726765
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
semantische, textmodelle, isotopie-ansatz, kontiguitätsbeziehungen, textthema, dirndl, flug-weltmeisterschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Semantische Textmodelle. Isotopie-Ansatz, Kontiguitätsbeziehungen, Textthema zu "Mit dem Dirndl zur Flug-Weltmeisterschaft", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428503

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