Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des strategischen Controllings. Hierzu sei angemerkt, dass in jüngerer Vergangenheit der Begriff „strategisch“ eher inflationär verwendet wird. So spricht man im Rennsport bereits bei der Entscheidung darüber, ob ein oder zweimal die Box angefahren wird, von „Strategie“. Die weiteren Ausführungen werden zeigen, dass im medizinischen Controlling der Begriff „strategisch“ sehr wohl seine Berechtigung hat; tragen doch die richtigen Zahlen maßgeblich dazu bei, zukunftsgerichtete Entscheidungen fundiert treffen zu können.
Zunächst werden die Ziele des strategischen Controllings genannt und erörtert, denen dann die Steuerungsbereiche folgen, die gegenständlich sein sollten. Im darauffolgenden Teil wird eine Toolbox entwickelt, die versucht, die Instrumente des strategischen Controllings für das Krankenhaus möglichst effizient nutzbar zu machen. Der letzte Teil widmet sich den inhaltlichen und methodischen Aspekten der Umfeldanalyse und komplettiert damit das gewünschte Gesamtkonzept für ein strategisches Controlling.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Ziele des strategischen Controllings im Krankenhaus
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Ziele strategischen Controllings
1.2.1 Aufzeigen der veränderten Rahmenbedingungen
1.2.2 Portfolioanalyse
1.2.3 Sicherung der Wirtschaftlichkeit
1.2.4 Kostenkalkulation
1.2.5 Entgeltverhandlungen
2 Steuerungsbereiche des Krankenhauses
2.1 Wirtschaftskraft
2.2 Leistungsplanung
2.3 Konsolidierung der Krankenhauslandschaft
3 Instrumente des strategischen Controllings
3.1 Balanced Scorecard
3.2 Portfolioanalyse
3.3 Qualitätsmanagement i. V. m. kontinuierlichem Verbesserungsprozess
3.4 Risikomanagement
4 Umfeldanalyse
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Implementierung eines strategischen Controllings in Krankenhäusern, um die Existenzsicherung in einem von DRG-Systemen geprägten Wettbewerbsumfeld zu gewährleisten. Dabei werden methodische Werkzeuge zur Steuerung und Umfeldanalyse detailliert erarbeitet.
- Existenzsicherung durch strategische Zukunftsausrichtung
- Analyse und Steuerung krankenhausspezifischer Leistungsbereiche
- Einsatz der Balanced Scorecard zur Strategieumsetzung
- Kosten- und Leistungsrechnung sowie Risikomanagement
- Methodik der Umfeldanalyse zur Wettbewerbsbeobachtung
Auszug aus dem Buch
1.2 Ziele strategischen Controllings
Wie bereits erläutert, dient das strategische Controlling der Zukunftsausrichtung des Krankenhauses. Seit der Einführung des DRG-Systems (Diagnosis Related Groups) stehen die Krankenhäuser in einer verschärften Wettbewerbssituation. Die Bedrohung, durch falsche Managemententscheidungen ein Krankenhaus mindestens in eine Schieflage wenn nicht gar eine Insolvenz zu bringen, ist durchaus real - hier ist ein Blick auf die Webseite www.krankenhaussterben.de sehr aufschlussreich. Das übergeordnete Ziel des strategischen Controllings ist mithin die Existenzsicherung des Unternehmens. Strategisches Controlling muss also dabei helfen, die angebotenen Produkte (DRGs) hinsichtlich ihrer Kosteneffizienz und ihrer Marktfähigkeit beurteilbar zu machen. Dabei ist vielleicht der Vergleich mit einem Navigationsgerät, das mittlerweile in vielen KfZ Anwendung findet, hilfreich. Der (Unternehmens-)Lenker entscheidet, wohin tatsächlich gefahren wird, das Navigationsgerät hilft bei der Orientierung und gibt auch Richtungshinweise.
Für die Formulierung von Zielen hat sich der „SMART-Ansatz“ bewährt. SMART ist ein Akronym für die Worte „Spezifisch“, „Messbar“, „Angemessen“, „Realistisch“ und „Terminiert“. Jedes formulierte Ziel soll auf diese fünf Begriffe hin geprüft werden.
Strategisches Controlling soll also dabei helfen, eine prospektive Leistungsplanung unter Beachtung der Umwelt bzw. des Umfeldes zu ermöglichen. Welcher Mittel es sich bedient, ist Gegenstand der Erörterungen in den Kapiteln 3 und 4. Systemimmanent ist jedoch, dass das DRG-System als ein lernendes System implementiert wurde, sodass es jährlichen Änderungen unterliegt. Insofern ist auch eine jährliche Anpassung und Richtungsentscheidung für das Fortbestehen des Unternehmens zwingend erforderlich. Ohne ins Operative abzuschweifen, seien folgende fünf Ziele in Anlehnung an Waldmann genannt:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziele des strategischen Controllings im Krankenhaus: Erläutert die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten Unternehmenssteuerung und definiert zentrale Ziele zur Existenzsicherung im DRG-System.
2 Steuerungsbereiche des Krankenhauses: Untersucht die Bereiche Wirtschaftskraft, Leistungsplanung und die Konsolidierung des Marktes unter dem Aspekt der Risikominimierung.
3 Instrumente des strategischen Controllings: Stellt eine Toolbox aus Balanced Scorecard, Portfolioanalyse, Qualitätsmanagement und Risikomanagement zur effizienten Krankenhausführung vor.
4 Umfeldanalyse: Beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Analyse politischer, ökonomischer und wettbewerbsrelevanter Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Strategisches Controlling, Krankenhausmanagement, DRG-System, Balanced Scorecard, Existenzsicherung, Leistungsplanung, Wirtschaftlichkeit, Risikomanagement, Umfeldanalyse, Kosteneffizienz, Qualitätsmanagement, Portfolioanalyse, Wettbewerbsfähigkeit, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung und Bedeutung eines strategischen Controllings im Krankenhaussektor, um den Herausforderungen durch zunehmenden Wettbewerbsdruck und Finanzierungsvorgaben zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition strategischer Ziele, die Steuerung der Wirtschaftskraft, die Leistungsplanung sowie den Einsatz spezifischer Management-Instrumente und die systematische Umfeldanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, dem Krankenhausmanagement ein Konzept an die Hand zu geben, das durch methodische Ansätze die Existenzsicherung des Unternehmens ermöglicht.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Anwendung des SMART-Ansatzes zur Zielformulierung sowie die Konzeption einer Toolbox basierend auf etablierten betriebswirtschaftlichen Instrumenten wie der Balanced Scorecard.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der strategischen Ziele, die Analyse von Steuerungsbereichen (z.B. Investitionsbedarf, Leistungsstruktur) sowie die Vorstellung und Erläuterung konkreter Controlling-Instrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen strategisches Controlling, DRG-System, Existenzsicherung, Balanced Scorecard und Risikomanagement.
Welche Rolle spielt das DRG-System für das Controlling?
Das DRG-System zwingt Krankenhäuser in einen harten Wettbewerb und erfordert ein Controlling, das jährlich die Kosteneffizienz und Marktfähigkeit der medizinischen Leistungen überwacht.
Warum ist die Umfeldanalyse für Krankenhäuser wichtig?
Da Krankenhäuser stark von politischen Rahmenbedingungen und regionalen Entwicklungen abhängig sind, hilft die Umfeldanalyse dabei, Unwägbarkeiten in der Unternehmensplanung besser einzuschätzen.
- Quote paper
- Oliver Seebass (Author), 2013, Strategisches Controlling und seine Instrumente im Krankenhaus. Steuerungsbereiche und Umfeldanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428664