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Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften und ihre potentielle Auswirkung auf die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland und Großbritannien

Title: Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften und ihre potentielle Auswirkung auf die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland und Großbritannien

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martina Krüger (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Im Zuge der Harmonisierung der Rechnungslegung innerhalb der Europäischen Union (EU) befindet sich das europäische Bilanzrecht und damit auch die nationalen Rechnungslegungssysteme zurzeit in einem tiefgreifenden Wandel. Mit der Verabschiedung der IAS- Verordnung vom 19.7.2002, die kapitalmarktorientierte Unternehmen ab dem Jahr 2005 dazu verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach den IAS/ IFRS aufzustellen, empfiehlt die Kommission den Mitgliedsstaaten, die Anwendung von IAS/ IFRS für Konzernabschlüsse nicht börsennotierter Mutterunternehmen sowie die Übernahme der IAS/ IFRS- Anwendung für Jahresabschlüsse zu ermöglichen. Dies erfolgte in Deutschland beispielsweise durch das im November 2004 verabschiedete Bilanzrechtsreformgesetz. Dabei verbleibt zumindest vorerst die Verpflichtung zur Erstellung eines HGB- Jahresabschlusses als Ausschüttungsbemessungsgrundlage und als Ausgangspunkt der steuerlichen Gewinnermittlung.
Neben kapitalmarktorientierten Unternehmen könnte auch bei mittelständischen Unternehmen ein breites Interesse an der Erstellung eines Jahresabschlusses nach IAS/ IFRS bestehen, da eine Übernahme der internationalen Rechnungslegungsgrundsätze aufgrund der größeren Transparenz zu besseren Kreditkonditionen führen und die internationale Akzeptanz verbessern könnte.
Ergänzend zur IAS- Verordnung wurden die 4. und 7. EG- Richtlinie, wenn auch nur eingeschränkt, an die IAS/ IFRS angepasst, um bestehende Unstimmigkeiten zwischen den Rechnungslegungsrichtlinien und IAS/ IFRS zu beseitigen.
Ein mögliches Vordringen von IAS/ IFRS bis in die Jahresabschlüsse wirft die Frage auf, wie dadurch die steuerliche Gewinnermittlung beeinflusst wird und ob, wie es in den meisten Ländern Europas üblich ist, die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz zur steuerlichen Gewinnermittlung beibehalten werden kann.
Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, in wie weit sich die Anwendung internationaler Rechnungslegungsgrundsätze auf die steuerliche Gewinnermittlung auswirken könnte. Aufgrund des vorgeschriebenen Umfangs beschränkt sich diese Seminararbeit auf die Länder Deutschland und Großbritannien. Zunächst wird das Verhältnis zwischen Handels- und Steuerbilanz erläutert und die wesentlichen Unterschiede zwischen Handels- und Steuerrecht und IAS/ IFRS anhand eines Vergleichs der allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze herausgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften

2 Vergleich des Handels- und Steuerrechts und IAS/ IFRS

2.1 Das Verhältnis zwischen Handels- und Steuerbilanz

2.1.1 Das Verhältnis zwischen Handels- und Steuerbilanz in Deutschland

2.1.2 Das Verhältnis zwischen Handels- und Steuerbilanz in Großbritannien

2.2 Bilanzierungsgrundsätze nach Handels- und Steuerrecht und nach IAS/ IFRS

2.2.1 Zielsetzung der Steuerbilanzen und IAS/ IFRS

2.2.2 Periodisierungsgrundsätze

2.2.3 Aktivierungsgrundsätze

2.2.4 Passivierungsgrundsätze

2.3 Allgemeine Bewertungsgrundsätze

2.3.1 Allgemeine Bewertungsregeln

2.3.2 Ausgewählte Bewertungsmaßstäbe

3 Potentielle steuerliche Auswirkungen der Unterschiede der Rechnungslegungssysteme

3.1 Potentielle steuerliche Auswirkungen der unterschiedlichen Aktivierungsvorschriften

3.2 Potentielle steuerliche Auswirkungen der unterschiedlichen Bewertung der Anschaffungskosten

3.3 Potentielle steuerliche Auswirkungen der unterschiedlichen Bewertung der Herstellungskosten

3.4 Potentielle steuerliche Auswirkungen der Verbrauchsfolgeverfahren

4 Zusammenfassendes Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften (IAS/IFRS) auf die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland und Großbritannien auswirken könnte, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Handelsbilanz und steuerlicher Maßgeblichkeit.

  • Analyse des Verhältnisses zwischen Handels- und Steuerbilanz in Deutschland und Großbritannien.
  • Vergleich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach nationalem Recht und IAS/IFRS.
  • Untersuchung der Auswirkungen auf Aktivierungs- und Passivierungspraktiken.
  • Diskussion über potenzielle steuerliche Konsequenzen bei Übernahme internationaler Standards.
  • Überlegungen zur Zukunft der steuerlichen Gewinnermittlung im Kontext internationaler Harmonisierung.

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1 Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten werden nach deutschem Recht für fremdbezogene Wirtschaftsgüter gem. § 255 HGB bestimmt. Sie müssen dem Vermögensgegenstand einzeln zuzurechnen sein und umfassen den Anschaffungspreis abzüglich der tatsächlich eingetretenen Preisminderungen zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten und der nachträglichen Anschaffungskosten. Die nachträglichen Aufwendungen müssen im wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Anschaffung stehen, so dass sie im Jahr ihrer Entstehung erfolgsneutral zu verrechnen sind (z.B. nachträgliche Erschließung eines Grundstückes).39

Nach britischem Handelrecht umfassen die Anschaffungskosten den Kaufpreis und die Anschaffungsnebenkosten, d.h. jegliche Gegenleistung des Unternehmens für den erworbenen Gegenstand. Dabei besteht eine Ansatzpflicht für den Kaufpreis, die Anschaffungsnebenkosten, sofern sie dem Anschaffungsvorgang zurechenbar sind und dem Abzug von Preisminderungen. Das Ansatzwahlrecht von anteiligen Gemeinkosten ist umstritten, da die Einzelzurechenbarkeit von Aufwendungen gesetzlich keine Vorraussetzung darstellt und somit auch Verwaltungskosten sowie Gemeinkosten anderer betrieblicher Zentralbereiche miteinbezogen werden könnten. Für den Ansatz von Fremdkapitalzinsen, sofern diese die Finanzierung des Vermögensgegenstandes betreffen, besteht ein Wahlrecht. Steuerlich gibt es keine Regelung bezüglich der Anschaffungskosten. Daher sind sie wie im Handelsrecht anzusetzen, ohne das Korrekturen in der Überleitungsrechnung notwendig sind. 40

Nach IAS/ IFRS ergeben sich die Anschaffungskosten aus dem Anschaffungspreis zuzüglich aller direkt zurechenbaren Anschaffungsnebenkosten, die notwendig sind, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand für seine vorgesehene Verwendung an seinen jeweiligen Ort zu bringen, abzüglich der Anschaffungspreisminderungen wie Skonti und Rabatte. Zu den Anschaffungskosten zählen auch Verwaltungs- und andere allgemeine Gemeinkosten, sofern sie direkt dem Erwerb oder dem Versetzen in den betriebsbereiten Zustand zuzurechnen sind.41 Da diese direkte Zurechenbarkeit bei Gemeinkosten nie gegeben ist, erfolgt die Zurechnung daher über Mengen- und Zeitschlüssel.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften: Das Kapitel führt in den Wandel des europäischen Bilanzrechts durch die IAS-Verordnung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Einfluss der internationalen Rechnungslegung auf die steuerliche Gewinnermittlung zu analysieren.

2 Vergleich des Handels- und Steuerrechts und IAS/ IFRS: Hier werden die fundamentalen Unterschiede in den Rechnungslegungssystemen, insbesondere hinsichtlich des Verhältnisses von Handels- und Steuerbilanz sowie allgemeiner Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, detailliert gegenübergestellt.

3 Potentielle steuerliche Auswirkungen der Unterschiede der Rechnungslegungssysteme: Das Kapitel untersucht exemplarisch, wie sich Divergenzen in Aktivierungs- und Bewertungsvorschriften konkret auf die steuerliche Bemessungsgrundlage in Deutschland und Großbritannien auswirken könnten.

4 Zusammenfassendes Ergebnis und Ausblick: Diese abschließende Sektion resümiert die Auswirkungen und plädiert mit Blick auf die Zukunft für eine stärkere Trennung von Handels- und Steuerrecht zur Vermeidung unnötiger Komplexität und Belastungen.

Schlüsselwörter

Internationale Rechnungslegung, IAS, IFRS, Steuerliche Gewinnermittlung, Maßgeblichkeitsprinzip, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Bewertungsvereinfachung, Aktivierungsgrundsätze, Passivierungsgrundsätze, Deutschland, Großbritannien, Harmonisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Untersuchung, inwieweit die Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften (IAS/IFRS) die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland und Großbritannien beeinflussen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen das Verhältnis von Handels- und Steuerbilanz, die Unterschiede in den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen sowie die potenziellen steuerlichen Folgen der Harmonisierung der Rechnungslegung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, ob und wie sich die Übernahme von IAS/IFRS-Regelungen auf die steuerliche Bemessungsgrundlage auswirkt und ob die bisherige Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz in diesem neuen Kontext aufrechterhalten werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer komparativen Analyse der Rechtskreise Deutschland und Großbritannien unter Einbeziehung relevanter nationaler Gesetze, internationaler Standards sowie der einschlägigen Fachliteratur.

Welche Inhalte umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Gegenüberstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften und eine darauf aufbauende Untersuchung der Auswirkungen dieser Unterschiede auf die steuerliche Gewinnermittlung.

Was zeichnet die Arbeit inhaltlich aus?

Die Arbeit zeichnet sich durch den Vergleich zweier unterschiedlicher Rechtssysteme – das deutsche Maßgeblichkeitsprinzip und die britische Praxis – im Spannungsfeld mit der internationalen Rechnungslegung aus.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Anschaffungs- und Herstellungskosten wichtig?

Diese Kosten bilden die Basis für die Bewertung und führen bei der Anwendung internationaler Standards oft zu anderen Werten als im nationalen Steuerrecht, was direkt die Höhe des zu versteuernden Gewinns beeinflusst.

Was schlägt der Autor zur Lösung der Problematik vor?

Der Autor regt an, über eine stärkere Trennung von steuerlicher Gewinnermittlung und handelsrechtlicher Rechnungslegung nachzudenken, um eine eigenständige steuerliche Gewinnermittlung zu etablieren, die flexibler auf internationale Entwicklungen reagieren kann.

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Details

Title
Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften und ihre potentielle Auswirkung auf die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland und Großbritannien
College
Reutlingen University
Grade
1,3
Author
Martina Krüger (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V42874
ISBN (eBook)
9783638408004
Language
German
Tags
Anwendung Rechnungslegungsvorschriften Auswirkung Gewinnermittlung Deutschland Großbritannien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Krüger (Author), 2005, Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften und ihre potentielle Auswirkung auf die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland und Großbritannien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42874
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