Diese Arbeit untersucht die soziale Rolle der Frau und einige weitere soziale Rollen, die eine Frau übernehmen kann bzw. die ihr zugeschrieben werden und untersucht ob bzw. inwiefern die unterschiedlichen Erwartungen der verschiedenen Bezugsgruppen miteinander vereinbar sind. Dazu ist ein Exkurs in die Geschichte der Rolle der Frau hilfreich, um die Entwicklung eben dieser aufzuzeigen. Diese Arbeit bezieht sich auf die in Deutschland geltenden Gesetze sowie die hier allgemein anerkannten gesellschaftliche Normen bezieht, da durch verschiedene Religionen und Kulturen auf der Welt die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Normen gelten und die Stellung der Frau in den verschiedenen Gesellschaften sehr unterschiedlich ausfallen kann. Als Vergleich wird hierzu die französische Familienpolitik in Auszügen dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung „soziale Rolle“
3. Die Geschichte der sozialen Rolle(n) der Frau
4. Bezugsgruppen und deren Erwartungen
4.1. Die Frau
4.2. Die Mutter
4.3. Die Berufstätige
5. Herausforderung Alleinerziehend
6. Ein Blick nach Frankreich
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die soziale Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft sowie die verschiedenen, teils widersprüchlichen Erwartungen, die von unterschiedlichen Bezugsgruppen an sie herangetragen werden. Dabei wird analysiert, inwiefern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und aktueller gesetzlicher Rahmenbedingungen möglich ist.
- Soziologische Analyse der sozialen Rolle und der damit verbundenen Erwartungshaltungen.
- Historische Betrachtung der Frauenrolle vom Mittelalter bis in die Neuzeit.
- Herausforderungen der modernen Frau im Spannungsfeld zwischen Beruf, Mutterschaft und gesellschaftlichen Normen.
- Untersuchung der spezifischen Situation alleinerziehender Mütter.
- Vergleichende Analyse der französischen Familienpolitik als Kontrast zur deutschen Situation.
Auszug aus dem Buch
4.2. DIE MUTTER
„Mutter“ ist rein aus biologischer Sicht eine Frau, die ein Kind geboren hat. „Mutter sein“ hingegen bedeutet vielmehr, ein Kind nicht nur zu gebären, sondern auch zu versorgen, in seiner Entwicklung zu fördern und zu erziehen. (vgl. Paradisi.de 2010) Die „traditionelle“ Mutterrolle bedeutet, die berufliche Tätigkeit, insofern sie welcher nachging, aufzugeben um all ihre Aufmerksamkeit dem Kind zu widmen. Außerdem wird ihnen zusätzlich das Erledigen der Aufgaben im Haushalt zugeschrieben. Damit es überhaupt möglich ist, auf die Erwerbstätigkeit der Frau in der Familie verzichten zu können, liegt es dann meist in der Verantwortung des Mannes, allein für den Lebensunterhalt zu sorgen. Heutzutage kommt dies nur für Frauen der Mittel- und Oberschicht in stabiler Partnerschaft in Frage.
Entscheidet sich eine Frau dafür, Hausfrau und Mutter zu sein, ist sie deshalb oft Kritik ausgesetzt. (vgl. Rückert, 2012) Sei es der Mann, der der Meinung ist, „das bisschen Haushalt macht sich von allein“ (von Koczian, 1977) und man säße eigentlich den ganzen Tag auf der Couch oder die eigene Mutter, die es nicht versteht, warum ihre Tochter sich von ihrem Mann abhängig macht, obwohl sie doch studiert hat und einen guten Job hatte. Sie werden als „Glucke“ oder „Übermutter“ belächelt. Tatsächlich haben sie doch aber eine große Aufgabe: Das Großziehen (mindestens) eines Kindes. Dazu gehören sowohl die physische Versorgung als auch die psychische.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie dar und skizziert den Aufbau der Untersuchung unter Einbeziehung aktueller Gesetzesänderungen.
2. Begriffserklärung „soziale Rolle“: Dieses Kapitel definiert den soziologischen Begriff der sozialen Rolle sowie die Bedeutung von Rollenvorschriften und Erwartungen durch Bezugsgruppen.
3. Die Geschichte der sozialen Rolle(n) der Frau: Der Abschnitt zeichnet die historische Entwicklung der Frauenrolle nach, von den Abhängigkeiten im Mittelalter bis hin zum gesellschaftlichen Wandel im 19. und 20. Jahrhundert.
4. Bezugsgruppen und deren Erwartungen: Das Kapitel analysiert differenziert die Rollenbilder der „Frau“, der „Mutter“ und der „Berufstätigen“ sowie die damit verbundenen, oft konträren Erwartungen.
5. Herausforderung Alleinerziehend: Hier werden die spezifischen Belastungen und Lebenssituationen alleinerziehender Mütter und die Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder betrachtet.
6. Ein Blick nach Frankreich: Ein Ländervergleich verdeutlicht alternative Ansätze der Familienpolitik, insbesondere bei der Kinderbetreuung und gesellschaftlichen Akzeptanz berufstätiger Mütter.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit flexiblerer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zur Entlastung der Frau.
Schlüsselwörter
Soziale Rolle, Frauenrolle, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mutterschaft, Erwartungen, Bezugsgruppen, Sozialisation, Alleinerziehende, Familienpolitik, Gleichstellung, Betreuungsgeld, Erwerbstätigkeit, Rollenkonflikt, Geschlechterrollen, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die soziale Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft und beleuchtet die Schwierigkeiten, die sich aus der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie ergeben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung sozialer Rollen, die historische Entwicklung dieser Rollen, die unterschiedlichen Erwartungen von Bezugsgruppen sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob und inwiefern eine Frau heutzutage den vielfältigen Ansprüchen der Gesellschaft, des Berufslebens und der Familie gleichzeitig gerecht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse soziologischer Fachliteratur sowie die Auswertung aktueller gesetzlicher Regelungen und statistischer Daten.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, eine historische Herleitung, eine detaillierte Analyse der Rollenbilder (Frau, Mutter, Berufstätige), die spezifische Problematik der Alleinerziehenden sowie einen Ländervergleich mit Frankreich.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe soziale Rolle, Rollenkonflikt, Erwartungshaltungen, Vereinbarkeit, Mutterschaft und Familienpolitik.
Warum wird im Dokument explizit ein Blick auf Frankreich geworfen?
Frankreich dient als Kontrastmodell, da dort die Erwerbstätigkeit von Müttern gesellschaftlich stärker akzeptiert und die institutionelle Kinderbetreuung umfassender organisiert ist als in Deutschland.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Gesetzgebers?
Die Autorin sieht den Staat in der Pflicht, durch bessere Rahmenbedingungen wie einen Lohnausgleich und flexiblere Arbeitszeiten die Doppelbelastung für Frauen zu reduzieren.
Was bedeutet der Begriff „soziale Rolle“ im Kontext der Arbeit?
Er beschreibt ein Bündel von Verhaltenserwartungen, die von Bezugsgruppen an einen Rolleninhaber gestellt werden, um soziale Interaktionen planbar zu machen.
- Quote paper
- Lou Hennicke (Author), 2013, Die soziale(n) Rolle(n) der Frau heute. Kann eine Frau noch allen Ansprüchen gerecht werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428754