In der kommenden Ausarbeitung soll das Modell des kommunikativen Handelns erklärt werden - ein Konzept, bei welchem er die Sprache ins Zentrum rückt und dieser eine umfassendere Rolle zuspricht.
Habermas Werk zur „Theorie des kommunikativen Handelns“ ist 1981 erschienen. Bezugnehmend darauf wird in dieser Arbeit sein Konzept der Lebenswelt erläutert und in Verbindung mit dem formalen System als Gefahr für die Gesellschaft, gebracht. Außerdem wird die Vernunft als Ausweg aus dem Zwang der Systeme Geld und Macht in seinem kommunikativen Handeln näher betrachtet.
Unter Berücksichtigung der Bezugsnormen und seiner aufgeführten Geltungsansprüche wird der Versuch unternommen, abschließend, Chancen und Probleme des Konzeptes zu lokalisieren. Es soll letztlich die Frage geklärt werden, ob die Handlungstheorie ein brauchbares Konzept für den Alltag ist und ob es auch heute noch aktuell ist und damit seine Daseinsberechtigung sichert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lebenswelt und System
3. Handlungsarten
4. Geltungsansprüche
5. Diskurs
6. Ideale Sprechsituation
7. Probleme und Chancen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Modell des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas und setzt es in den Kontext von Lebenswelt und System. Das primäre Ziel ist es, die Relevanz und Anwendbarkeit dieser Handlungstheorie im modernen Alltag zu hinterfragen und ihr Potenzial sowie ihre Grenzen kritisch zu evaluieren.
- Analyse des Begriffs der Lebenswelt nach Habermas
- Differenzierung zwischen instrumentellem, strategischem und kommunikativem Handeln
- Erklärung der vier zentralen Geltungsansprüche (Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit, Wahrhaftigkeit)
- Untersuchung der Funktion des Diskurses bei gestörten Verständigungsprozessen
- Diskussion der Konzepte der idealen Sprechsituation und der Kolonialisierung der Lebenswelt
Auszug aus dem Buch
3. Handlungsarten
Habermas spricht von der Lebenswelt, die durch Kommunikation zum internen System wird. Dabei spielt Sprache eine entscheidende Rolle. Denn Äußerungen haben einen institutionellen Charakter, da diese auf einem Sprechakt beruhen und soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Dadurch hat das Gesprochene eine ähnliche Qualität, wie eine beobachtbare Handlung.
Kommunikatives Handeln vollzieht sich in sozialen Situationen, wo durch ein Problem oder ein Konflikt Verständigungsbedarf entsteht. Demzufolge gibt es unterschiedliche Sprechhandlungen innerhalb der Handlungsarten, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Handlungen generell können zum einen auf andere Menschen bezogen und zum anderen auf Objekte gerichtet sein. Dementsprechend kann man Handlungen in soziale und nicht soziale Handlungen unterteilen. In Habermas Ausführungen geht es allerdings vorrangig um Verständigung zwischen Subjekten. Hierbei kann man dann erfolgsorientiert oder verständigungsorientiert handeln. Zum ersten gehört das zweckrationale Handeln, um das Gegenüber zu beeinflussen und um etwas zu erreichen. Dieses strategische Handeln beruht auf dem Aspekt der Wirksamkeit, unter welchem man Handlungen kritisieren kann. Dabei kann man als Handlungsziel die bewusste Manipulation oder die unbewusste Täuschung zählen (vgl. Habermas, 1995, S. 446).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung von Jürgen Habermas und Einführung in die zentrale Fragestellung sowie die Abgrenzung des kommunikativen Handelns zu anderen Handlungsmodellen.
2. Lebenswelt und System: Untersuchung der Lebenswelt als Fundament menschlichen Handelns und ihre zunehmende Abhängigkeit von und Gefährdung durch formale Systeme wie Geld und Macht.
3. Handlungsarten: Differenzierung zwischen strategischem, zweckrationalem und kommunikativem Handeln sowie Einordnung der Sprechakte.
4. Geltungsansprüche: Analyse der vier Bedingungen (Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit, Wahrhaftigkeit), die für eine gelungene Kommunikation erfüllt sein müssen.
5. Diskurs: Erläuterung, wie bei gestörter Kommunikation durch einen rationalen Diskurs erneut Konsens hergestellt werden kann.
6. Ideale Sprechsituation: Definition der Bedingungen für einen herrschaftsfreien Diskurs, in dem alle Teilnehmer die gleichen Chancen zur Äußerung haben.
7. Probleme und Chancen: Kritische Reflexion der Theorie, ihrer praktischen Anwendbarkeit und ihrer inhaltlichen Grenzen.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung des kommunikativen Handelns in der modernen Gesellschaft und dessen bleibende Relevanz trotz identifizierter Schwachstellen.
Schlüsselwörter
Kommunikatives Handeln, Jürgen Habermas, Lebenswelt, System, Geltungsansprüche, Diskurs, Ideale Sprechsituation, Vernunft, Sozialtheorie, Verständigung, Sprachphilosophie, Macht, Geld, Soziale Interaktion, Konsens
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas und beleuchtet dessen soziologische und philosophische Konzepte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Lebenswelt, die Unterscheidung verschiedener Handlungsarten, die Geltungsansprüche in der Kommunikation sowie die Bedeutung von Diskursen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab zu klären, ob die Handlungstheorie von Habermas ein brauchbares Konzept für den Alltag darstellt und ob sie trotz der Kritik an ihrer theoretischen Ausgestaltung heute noch ihre Berechtigung hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen Werke von Habermas sowie relevanter Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Begriffe Lebenswelt und System, differenziert die verschiedenen Handlungsarten, erläutert die Geltungsansprüche und diskutiert die Bedingungen für Diskurse und die ideale Sprechsituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind kommunikatives Handeln, Lebenswelt, Geltungsansprüche, Diskurs und herrschaftsfreie Verständigung.
Wie unterscheidet Habermas zwischen strategischem und kommunikativem Handeln?
Strategisches Handeln ist erfolgsorientiert und zielt auf Manipulation oder Beeinflussung ab, während kommunikatives Handeln auf gegenseitiges Verständnis und Konsens ausgerichtet ist.
Was versteht man unter der "Kolonialisierung der Lebenswelt"?
Dieser Begriff beschreibt den Prozess, bei dem formale Systeme wie Geld und Macht immer stärker in die Lebenswelt eindringen und dort zu Sinnverlusten und Orientierungskrisen führen.
- Quote paper
- Peter Stepper (Author), 2018, Handeln als kommunikatives Handeln nach Jürgen Habermas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428773