Diese Arbeit untersucht das Themenfeld der Wissensklufthypothese und des Digital Divide, der digitalen Kluft, im Kontext von Globalisierung und Digitalisierung der Gesellschaft. Ziel ist, den Begriff der Wissenskluft und des Digital Divide zu definieren und zu klären, warum diese Begriffe heute in unserer zunehmend digitalisierten Welt aktueller sind denn je.
In diesem Kontext wird zunächst auf das Thema der Wissensklufthypothese eingegangen. Abschnitt zwei widmet sich der Definition und dem theoretischen Hintergrund dieser These. Das Thema der Wissenskluft ist bewusst an den Anfang dieser Arbeit gestellt, weil dieses zum Verständnis der thematisch folgenden digitalen Kluft beiträgt und als Vorstufe bzw. als Ergänzung zur digitalen Kluft gesehen werden kann.
Abschnitt drei geht auf das Themenfeld des sehr weitläufigen Begriffs der Digital Divide im Zuge von Digitalisierung und Globalisierung ein. In einem zweiten und dritten Teil dieses Abschnitts soll auf das Thema Digital Divide selbst eingegangen werden, bei dem das Spezifikum des Mediums Internet im Mittelpunkt steht. Zu diesem Zweck liegt der Fokus hier in der Betrachtung des Problems der Digital Divide, dem Problem der Ungleichverteilung von Wissen und Informationen aus der Nutzung digitaler Medien.
Im Anschluss dieses Themenblocks werde ich auf die Methodik der quantitativen Datenerhebung eingehen. Kapitel vier behandelt eine Beschreibung der Aufgabenstellung, der verwendeten Methodik und des Fragebogens. Die Fragestellungen dieser schriftlichen und empirischen Umfrage liegen verstärkt im Bereich der Informationsgewinnung aus der Mediennutzung und den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Gesellschaft. In Kapitel fünf werden die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Umfrage strukturiert und ausgewertet. Das sechste und letzte Kapitel behandelt die Zusammenfassung der vorliegenden Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissensklufthypothese
2.1 Definition
2.2 Theoretischer Hintergrund
3. Digital Divide im Zuge der Digitalisierung und Globalisierung
3.1 Digitalisierung und Globalisierung
3.2 Digital Divide
3.3 Second Level Digital Divide
4. Methodik der quantitativen Datenerhebung
4.1 Aufgabenstellung
4.2 Methodik
4.3 Erhebung
5. Ergebnisse
5.1 Mediennutzung und Informationsgewinnung
5.2 Ausgewählte Herausforderungen der Digitalisierung für die Gesellschaft
5.3 Ausgewählte Chancen der Digitalisierung für die Gesellschaft
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Phänomen der Wissensklufthypothese sowie des „Digital Divide“ im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung und Globalisierung. Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen der ungleichen Informationsverteilung und Nutzungskompetenzen digitaler Medien auf die Gesellschaft empirisch zu hinterfragen und sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die Bevölkerung zu identifizieren.
- Grundlagen der Wissensklufthypothese und deren Relevanz.
- Strukturwandel durch Digitalisierung und Globalisierung.
- Definition und Bedeutung des „Digital Divide“ sowie des „Second Level Digital Divide“.
- Empirische Analyse der Mediennutzung und deren gesellschaftliche Auswirkungen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition der Wissensklufthypothese
1970 veröffentlichten die Wissenschaftler der University of Minnesota Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien in einer amerikanischen Fachzeitschrift einen Aufsatz mit dem Titel “Mass Media Flow and Differential Growth in Knowledge”. In dieser Fachzeitschrift stellten sie folgende These auf: [Wirth 1997, S. 15].
“As the infusion of mass media information into a social system increases, segments oft the population with higher socioeconomic status tend to acquire this infomation at a faster rate than the lower status segments, so that the gap in knowledge between these segments tend to increase rather than decrease.” [Tichenor, Donohue & Olien 1970, S. 159].
Wenn der Informationsfluss in einem Sozialsystem anwächst, tendieren die Bevölkerungsteile mit höherem sozioökonomischen Status bzw. höherer formaler Bildung zu einer rascheren Aneignung dieser Information als die bildungsniedrigeren Segmente, so dass die Wissenskluft zwischen diesen Segmenten eher zu- statt abnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Wissenskluft und der digitalen Kluft ein und beschreibt das methodische Vorgehen der empirischen Datenerhebung.
2. Wissensklufthypothese: Dieses Kapitel definiert die zentrale Hypothese und beleuchtet deren theoretischen Hintergrund in der Kommunikationswissenschaft.
3. Digital Divide im Zuge der Digitalisierung und Globalisierung: Es wird die Verbindung zwischen globalen Digitalisierungsprozessen und dem Entstehen informatischer Ungleichheiten sowie das Konzept des Second Level Digital Divide analysiert.
4. Methodik der quantitativen Datenerhebung: Beschreibung des Designs der Online-Umfrage, der Zielsetzung sowie der Art und Zusammensetzung der Stichprobe.
5. Ergebnisse: Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten zu Mediennutzungsgewohnheiten, wahrgenommenen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung.
6. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der wichtigsten Erkenntnisse und kritische Würdigung der durchgeführten Untersuchung.
Schlüsselwörter
Digital Divide, Wissensklufthypothese, Digitalisierung, Globalisierung, Informationsgesellschaft, Mediennutzung, Second Level Digital Divide, Internet, Medienkompetenz, Sozioökonomischer Status, Wissenszuwachs, Digitale Spaltung, Online-Umfrage, Informationsfluss, Gesellschaftliche Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie moderne digitale Medien und der zunehmende Informationsfluss zu einer ungleichen Wissensverteilung innerhalb der Gesellschaft führen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Wissensklufthypothese, der Prozess der globalen Digitalisierung sowie die daraus resultierende digitale Kluft zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Einordnung der Wissenskluft sowie die empirische Untersuchung, wie Nutzer die Chancen und Risiken der digitalen Informationsflut bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Methode in Form einer webbasierten Online-Umfrage unter 81 Probanden angewandt, um aktuelle Trends in der Mediennutzung zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wissenskluft und des Digital Divide sowie in die Auswertung der selbst durchgeführten empirischen Umfrageergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Digital Divide, Wissensklufthypothese, Informationsgesellschaft und Mediennutzungskompetenz.
Welche Rolle spielt die Bildung bei der digitalen Spaltung?
Bildung ist laut der Arbeit ein wesentlicher Faktor: Höhergebildete nutzen Medien effizienter, wodurch sich die Schere bei der Informationsaneignung zwischen sozialen Schichten eher vergrößert als verkleinert.
Wie bewerten die Teilnehmer der Umfrage die Informationsflut?
Die Befragten stehen der Informationsflut ambivalent gegenüber: Einerseits wird der Wissensgewinn positiv gesehen, andererseits klagt eine Mehrheit über Stress und eine verminderte Merkfähigkeit.
Was bedeutet der Begriff "Second Level Digital Divide" in diesem Kontext?
Er bezeichnet den Übergang von der bloßen Zugangsproblematik zum Internet hin zur Problematik der mangelnden Nutzungskompetenz bei denjenigen, die bereits technisch Zugang haben.
- Arbeit zitieren
- Carl Johann Komp (Autor:in), 2016, Digital Divide. Von der Wissenskluft zur digitalen Kluft. Herausforderungen und Chancen einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428785