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Indigene Identitäten, Mobilisierung und natürliche Ressourcen

Title: Indigene Identitäten, Mobilisierung und natürliche Ressourcen

Term Paper , 2016 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Welche Rolle spielt das Vorhandensein natürlicher Ressourcen bei der Konstruktion von indigenen Identitäten und für ihr Mobilisierungspotential?

Um diese Frage untersuchen zu können, soll zunächst geklärt werden, was einem sozialkostruktivistischen Verständnis nach unter ethnischen beziehungsweise indigenen Identitäten zu verstehen ist. Anschließend werden in einem kurzen Überblick verschiedene theoretische Ansätze vorgestellt, die sich dem Zusammenhang zwischen ethnischer Identität und politischer Mobilisierung widmen. Das theoretische Argument von Mähler/Pierskalla (2015) soll dabei in die Forschungslandschaft eingeordnet und ausführlich dargestellt werden. Die Autor*innen sehen im Vorhandensein natürlicher Ressourcen einen wichtigen Faktor, der eine Politisierung indigener Identitäten und eine Mobilisierung entlang derselben erleichtert. Da sie ein quantitatives Forschungsdesign gewählt haben, kann ihre Arbeit jedoch nicht beleuchten, welche Dynamiken im Detail bei einer Mobilisierung entlang indigener Identitäten entstehen. Zwar finden Mähler und Pierskalla einen statistischen Zusammenhang, der nahe legt, dass das Vorhandensein natürlicher Ressourcen eine wichtige Rolle für das Mobilisierungspotential in diesem Zusammenhang spielt. Wie genau dieser Einfluss sich in der Empirie vollzieht, bleibt jedoch weitestgehend unklar. Diese unter 2. näher aufgeführten Unklarheiten, sollen im Rahmen dieser Arbeit durch eine, auf den Ergebnissen der Studie aufbauende, qualitative Untersuchung adressiert werden.

Dafür wird aus dem theoretischen Argument der Autor*innen eine Hypothese zum Zusammenhang von natürlichen Ressourcen und einer Mobilisierung entlang indigener Identitäts-Frames abgeleitet. Diese wird dann anhand von zwei empirischen Fällen in Bolivien untersucht. Beide stehen im Kontext einer extraktivistischen Politik, unterscheiden sie sich jedoch hinsichtlich ihres Ressourcenbezuges. Es soll so untersucht werden, welchen Einfluss das (nicht) Vorhandensein natürlicher Ressourcen 1) auf die Prozesse und Dynamiken bei der Konstruktion von Indigenität in Selbst- und Fremdzuschreibungen und 2) auf das Mobilisierungspotential dieser indigenen Identitäten hat.

Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Forschungsfrage beantwortet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsdesign und Fallauswahl

3. Indigene Identitäten und Mobilisierung

3.1. Ethnische und indigene Identitäten

3.2. Ethnizität und Mobilisierung

3.3. Ethnische Identität und natürliche Ressourcen

4. Indigene Identität und Mobilisierung in Bolivien

4.1. Konflikt um die Mine Mallku Khota

4.1.1. Hintergrund

4.1.2. Mobilisierung und indigene Identität

4.2. Novellierung des bolivianischen Bergbaugesetzes

4.2.1. Hintergrund

4.2.2. Mobilisierung und indigene Identität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Rolle das Vorhandensein natürlicher Ressourcen bei der Konstruktion indigener Identitäten und deren Mobilisierungspotential spielt, wobei sie auf der quantitativen Studie von Mähler/Pierskalla (2015) aufbaut und diese qualitativ ergänzt.

  • Analyse des Einflusses natürlicher Ressourcen auf indigene Identitäts-Frames
  • Untersuchung von Mobilisierungsdynamiken am Beispiel der Mine Mallku Khota
  • Analyse der Proteste gegen die Novellierung des bolivianischen Bergbaugesetzes
  • Vergleich von Konflikten mit und ohne unmittelbaren Ressourcenbezug
  • Sozialkonstruktivistische Betrachtung ethnischer und indigener Identitäten

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Mobilisierung und indigene Identität

Anhand der Geschehnisse zwischen Mai und August 2012 lässt sich nachzeichnen, wie das Vorhandensein der beträchtlichen Ressourcen im Gebiet der geplanten Mine Mallku Khota zum Katalysator für das Mobilisierungspotential indigener Identität wurde.

Zunächst ist festzustellen, dass das potentielle Abbaugebiet mit dem Siedlungsgebiet von etwa 45 kleineren indigenen Gemeinschaften, sogenannten Ayllus, (quechua: Familie, Dorfgemeinschaft) zusammenfällt. Besonders Gemeinschaften des indigenen Gebietes „Sullk'a Jilaticani“ spielten eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung. Diese teilten höchstwahrscheinlich bereits einen Identitäts-Frame. Die indigenen Aktivist*innen konnten des Weiteren aus mehreren Gründen die Mine glaubhaft als kollektive Bedrohung für die lokalen Gemeinschaften darstellen. So nutzt die lokale Bevölkerung mehrere nahe gelegene Lagunen und ihre Abflüsse als Trinkwasserquelle für Menschen und Tiere, zur Bewässerung von Feldern und zum Fischfang (Bolpress 2012b). Durch die insgesamt vier geplanten Tagebauten würden diese höchstwahrscheinlich entweder trocken gelegt oder stark verschmutzt werden (Somos Sur 2012). Die lokalen indigenen Autoritäten interpretierten die geplante Mine vor allem mit Bezug auf die zentrale Bedeutung des Wassers von Anfang an als eine direkte und massive Bedrohung für die Lebensgrundlage der betroffenen Ayllus (CEDIB 2012, Somos Sur 2015b). Vertreter des indigenen Verbandes CONAMAQ, der die lokalen Gemeinschaften unterstützte, sprachen beispielsweise davon, dass die lokalen Gemeinschaften „die Verteidigung des Wassers gegen das kanadische Unternehmen aufgenommen hätte“ (El Ciudadano 2012, Übersetzung des Verfassers).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik indigener Konflikte im Kontext extraktivistischer Wachstumsmodelle ein und formuliert das Forschungsziel, die Rolle von Ressourcen für die Mobilisierung indigener Identitäten zu ergründen.

2. Forschungsdesign und Fallauswahl: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen als instrumentelle Fallstudie anhand von zwei Beispielen aus Bolivien, um theoretische Zusammenhänge vertieft zu untersuchen.

3. Indigene Identitäten und Mobilisierung: Hier wird der theoretische Rahmen abgesteckt, der auf sozialkonstruktivistischen Ansätzen basiert und die Mechanismen politischer Mobilisierung sowie deren Zusammenhang mit Ethnizität und Ressourcen diskutiert.

4. Indigene Identität und Mobilisierung in Bolivien: Dieses Hauptkapitel analysiert empirisch die Konflikte um die Mine Mallku Khota und die Novellierung des Bergbaugesetzes hinsichtlich ihrer mobilisierenden Wirkung auf indigene Akteure.

5. Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothesen, wonach natürliche Ressourcen als Katalysator für die Fixierung indigener Identitäts-Frames und deren Mobilisierungspotential fungieren.

Schlüsselwörter

Indigene Identität, Politische Mobilisierung, Natürliche Ressourcen, Bolivien, Extraktivismus, Mallku Khota, Bergbaugesetz, Sozialkonstruktivismus, Identitäts-Frames, Konfliktdynamik, CONAMAQ, Ethnizität, Widerstand, Ressourcenausbeutung, Indigenität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Konstruktion indigener Identitäten, dem Vorhandensein natürlicher Ressourcen und dem Potenzial für politische Mobilisierung in Bolivien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf Identitätspolitik, sozialen Bewegungen, extraktivistischen Wirtschaftsmodellen und der Rolle territorialer Faktoren bei ethnischen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Rolle das Vorhandensein natürlicher Ressourcen bei der Konstruktion von indigenen Identitäten und für deren Mobilisierungspotential spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitatives Forschungsdesign in Form einer instrumentellen Fallstudie genutzt, um ein theoretisches Argument anhand empirischer Beispiele zu überprüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert zwei konkrete Fälle in Bolivien: den Konflikt um die Mine Mallku Khota und die Proteste gegen die Novellierung des Bergbaugesetzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Indigene Identität, Politische Mobilisierung, Natürliche Ressourcen, Bolivien, Extraktivismus und Identitäts-Frames.

Wie unterscheidet sich der Fall Mallku Khota von der Novellierung des Bergbaugesetzes?

In Mallku Khota gab es eine direkte, lokale Betroffenheit durch Ressourcenabbau, während bei der Gesetzesnovellierung ein unmittelbarer lokaler Ressourcenbezug fehlte, was die Mobilisierung erschwerte.

Welche Rolle spielt die „essentialistische Falle“ in der Analyse?

Die Arbeit versucht diese Falle zu umgehen, indem sie nicht fragt, wer objektiv indigen ist, sondern wie Indigenität als soziales Konstrukt diskursiv für Mobilisierung genutzt wird.

Was schlussfolgert der Autor bezüglich der Hypothesen von Mähler und Pierskalla?

Die Hypothesen werden bestätigt: Natürliche Ressourcen wirken als Fixierungspunkt für indigene Identität und erhöhen deren Mobilisierungspotential durch die Stärkung einer ethnisch-territorialen Basis.

Wie beeinflusst das Verhalten der bolivianischen Regierung die untersuchten Konflikte?

Das Regierungshandeln, beispielsweise durch Repression oder die Förderung von Parallelorganisationen, trug im Fall Mallku Khota zur Stärkung der Identitäts-Frames bei, während es im Gesetzkontext Spielraum für konkurrierende Identitätskonzepte ließ.

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Details

Title
Indigene Identitäten, Mobilisierung und natürliche Ressourcen
College
Free University of Berlin
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
28
Catalog Number
V428814
ISBN (eBook)
9783668726901
ISBN (Book)
9783668726918
Language
German
Tags
Mobilisierung Soziale Bewegung Indigene Identität Ressourcenkonflikte Bergbau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Indigene Identitäten, Mobilisierung und natürliche Ressourcen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428814
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