Beginnend wird in dieser Ausarbeit das Erscheinungsbild „Stottern“ und seine Symptomatik dargestellt. Weiterführend werden die Ursachen des Stotterns geklärt. Hier stellt sich vorweg die spannende Frage, ob die Schuld des Stotterns bei den Eltern oder den Bezugspersonen liegen kann. Es bestehen drei Präventionsmaßnahmen, welche im weiteren Verlauf kurz aufgezeigt werden. Auch die Frage, mit welchen Therapieansätzen das Stottern behandelt werden kann, soll nicht offen bleiben. Im zweiten Teil dieser Ausarbeitung wird der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die sprachliche Beeinträchtigung auf das Kind hat und was Eltern tun können, wenn ihr Kind zu stottern beginnt. Hierzu werden die allgemeinen Komponenten, welche zur Bestimmung der Sprachlichkeit des Menschen beitragen, aufgeführt. Abschließend wird auf die Frage
eingegangen, ob Eltern mit ihren Kindern über das Stottern sprechen sollten und welche positiven Verhaltensweisen das Leben des stotternden Kindes erleichtern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erscheinungsbild
3 Ursachen
4 Prävention
5 Diagnostik
6 Therapie
6.1 Indirekte Therapie
6.2 Direkte Therapie
6.3 Therapieansätze
7 Mein Kind stottert! Und nun?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Perspektive auf das Stottern bei Kindern und untersucht, welche Unterstützungsmöglichkeiten Eltern sowie Bezugspersonen haben, um betroffene Kinder in ihrer Sprachentwicklung und Persönlichkeit zu stärken.
- Symptomatik und Erscheinungsbild von Stottern
- Ursachenforschung und präventive Maßnahmen
- Diagnostische Verfahren und therapeutische Ansätze
- Die Rolle der Eltern als Berater und Unterstützer
- Förderung einer positiven Interaktionskultur
Auszug aus dem Buch
2 Erscheinungsbild
Stottern ist eine Störung des Redeflusses und der Kommunikation. Die Störung tritt üblicherweise im Alter von drei bis sechs Jahren auf. Rund 5% aller Kinder stottern im Laufe der Entwicklung und 1% bis ins Erwachsenenalter. Im Jugendalter stottern viermal mehr Jungen als Mädchen.
Sprechsymptome, die den Redefluss stören, treten individuell unterschiedlich stark auf und variieren je nach Gesprächspartner. So können bei dem Kind im Gespräch mit unbekannten Gesprächspartnern vermehrt Störungen auftreten. Unterbrechungen lassen sich durch Wiederholungen von Silben, einzelnen Laute, Lauteinschübe oder Dehnungen charakterisieren. Diese passieren jedoch unfreiwillig und ungeplant. Durch Unterbrechungen verlängert sich die Aussagenübermittlung, obwohl das Kind genau weiß, was es sagen möchte und wie es dies formulieren kann.
Es wird zwischen der normalen Sprechunflüssigkeit und dem echten Stottern unterschieden. Die normalen Sprechunflüssigkeiten werden zur Zeitgewinnung genutzt. Es wird kurz über die Äußerung nachgedacht, wodurch es zur Wiederholung einzelner Wörter oder Satzteile kommen kann. Solche Unflüssigkeiten werden nicht als Stottern bezeichnet.
Im Laufe der Sprachentwicklung treten eine oder mehrere funktionelle Unflüssigkeiten auf, auch Kernsymptome genannt. Diese entstehen aus einem Ungleichgewicht zwischen dem Mitteilungsbedürfnis und der Sprechfähigkeit des Kindes. Es ist ständig verschiedenen Faktoren gleichzeitig ausgesetzt, welche in untenstehender Grafik der Bedingungsgefüge verdeutlicht werden. So können sich lange Sätze zu Beginn der Entwicklung als schwierig gestalten und zu Wiederholungen, aufgrund von Nachdenken über die Äußerung, führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Stotterns ein und skizziert den Aufbau der Ausarbeitung, einschließlich der Untersuchung von Symptomatik, Ursachen und Elternhilfe.
2 Erscheinungsbild: Dieses Kapitel definiert das Stottern als Störung des Redeflusses, grenzt es von normalen Sprechunflüssigkeiten ab und benennt die Kernsymptome.
3 Ursachen: Hier wird erläutert, dass Stottern keine monokausale Ursache hat, sondern aus komplexen Wechselwirkungen verschiedener Faktoren entstehen kann.
4 Prävention: In diesem Kapitel werden drei verschiedene Ebenen der Prävention dargestellt, um Kindern individuell bei Sprechunflüssigkeiten zu helfen.
5 Diagnostik: Dieser Abschnitt beschreibt das diagnostische Vorgehen durch Fachpersonal und die Anwendung von Screeninglisten zur Bestimmung der Ausprägung.
6 Therapie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über indirekte und direkte Therapieansätze sowie spezifische Methoden wie Fluency Shaping und Modifikationstherapie.
7 Mein Kind stottert! Und nun?: Das Schlusskapitel fokussiert auf die lebensweltliche Integration des Kindes und die Möglichkeiten der Eltern, durch ein unterstützendes Umfeld die Lebensqualität des Kindes zu verbessern.
Schlüsselwörter
Stottern, Redefluss, Sprechunflüssigkeit, Sprachtherapie, Elternberatung, Kernsymptome, Begleitsymptome, Prävention, Diagnostik, Fluency Shaping, Modifikationstherapie, Kommunikation, sprachliche Identität, Sprachförderung, Kindesentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Stottern unter einer pädagogischen Perspektive, insbesondere im Hinblick auf Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.
Welche Aspekte des Stotterns werden primär beleuchtet?
Neben der Definition und Symptomatik werden die Ursachen, Präventionsmöglichkeiten, diagnostische Verfahren und verschiedene Therapieansätze behandelt.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Eltern und Bezugspersonen aufzuklären, wie sie mit stotternden Kindern umgehen können und welche Faktoren zur Verbesserung oder Überwindung der Störung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung relevanter pädagogischer und sprachtherapeutischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Erscheinungsbildes, die Analyse von Risikofaktoren, die Erläuterung von Therapiemethoden sowie die Rolle der Eltern als unterstützende Instanz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Kernbegriffen zählen Stottern, Sprechunflüssigkeit, Elterntraining, Symptomatik, Sprachtherapie und pädagogische Intervention.
Ab wann spricht man fachlich von Stottern im Gegensatz zur normalen Sprechunflüssigkeit?
Von Stottern wird gesprochen, wenn bei mindestens 3% der gesprochenen Silben eine Stottersymptomatik auftritt.
Warum spielt die Haltung der Eltern eine so wichtige Rolle?
Da Eltern ihr Kind im Alltag am stärksten sprachlich beeinflussen, kann ein offenes Gesprächsklima und der Abbau von Druck maßgeblich zur Entspannung der Sprechsituation beitragen.
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- Pauline Heeß (Author), 2017, Stottern aus einer pädagogischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428816