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Die Ausweisung der Juden aus Köln 1424

„Klage der Stadt Köln gegen den Erzbischof wegen Hinderung der ausführlich begründeten Judenausweisung“ von 1424 sowie „Das Rechtfertigungsschreiben der Stadt Köln wegen Ausweisung der Juden im Jahre 1424“ an König Sigismund von 1431

Titel: Die Ausweisung der Juden aus Köln 1424

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Untersucht wird in dieser Arbeit das jüdische Leben in Köln bis zum Pogrom von 1349.

In den Jahren 1349 und 1350 finden in nahezu ganz Europa Pogrome an jüdischen Bürgern statt, die im Zusammenhang mit der Verbreitung der Pest, von italienischen Hafenstädten in Richtung Norden, stehen. In unterschiedlichen Geschwindigkeiten wurden dann in den meisten Städten wieder Juden angesiedelt. In Köln war dies erst relativ spät, nämlich 1372, der Fall. Doch die Periode in der nach 1372 Juden in Köln lebten war nur von kurzer Dauer, bereits 1424 folgte Köln dem Beispiel anderer Städte und verlängerte die Aufenthaltsrechte der Juden nicht mehr, was eine Ausweisung der Kölner Juden zur Folge hatte.

Das Besondere am Kölner Beispiel ist, dass es zwei zeitgenössische Quellen gibt, in welcher der Kölner Stadtrat, der den Vertreibungsbeschluss zu verantworten hatte, seine Gründe für die Ausweisung darlegte. Dies ist zum einen eine gegen Erzbischof Dietrich von Moers gerichtete und an die päpstliche Kurie gesandte Klageschrift, in welcher die Hinderungsversuche Dietrichs angeklagt werden. Das andere, sieben Jahre jüngere Schriftstück aus dem Jahr 1431, ist ein Rechtfertigungsversuch der Stadt gegenüber dem römisch-deutschen König und späteren Kaiser Sigismund.

Nach einem historischen Abriss über die jüdische Gemeinde Kölns nach dem Kreuzzugspogrom von 1096, ist es zentraler Teil dieser Arbeit, diese beiden Schriftstücke und die darin angeführten Erklärungsversuche, miteinander in Verbindung zu setzten und gegeneinander abzuwägen. Hierbei sollen insbesondere die beiden Werke von den Brinckens und Wenningers , die zu völlig konträren Interpretationen kommen, zu Rate gezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Jüdisches Leben in Köln bis zum Pogrom 1349

3. Zwischen Wiederansiedlung und Vertreibung: Die Kölner Juden von 1372 bis 1424

3. 1. Wiederansiedlung, Judenschuldentilgung und Schutzbriefe

3. 2. Die Auseinandersetzungen zwischen Stadtrat und Erzbischof

4. Der Vertreibungsbeschluss des Rates und seine Motive

4. 1. Klage der Stadt Köln gegen den Erzbischof 1424

4. 2. Rechtfertigungsschreiben vor König Sigismund 1431

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Ausweisung der Kölner Juden im Jahr 1424, indem sie zwei zeitgenössische Quellen – eine Klageschrift gegen den Erzbischof sowie ein Rechtfertigungsschreiben an König Sigismund – kritisch analysiert und miteinander in Verbindung setzt.

  • Historischer Überblick des jüdischen Lebens in Köln bis 1349
  • Analyse der Wiederansiedlungsphase und rechtlicher Rahmenbedingungen nach 1372
  • Untersuchung der Machtkämpfe zwischen dem Kölner Stadtrat und dem Erzbischof
  • Vergleichende Quellenkritik der Begründungsmuster für die Vertreibung

Auszug aus dem Buch

3. 2. Die Auseinandersetzungen zwischen Stadtrat und Erzbischof

Es dauerte keine drei Jahre, bis die in Köln angesiedelten Juden das erste Mal zum Instrument des Machtkampfs zwischen Erzbischof und Stadtrat, um die Herrschaft über die Stadt wurden. Der von 1375 bis 1377 zwischen Stadt und Erzbischof ausgetragene Schöffenkrieg hatte als Auslöser die Gefangennahme von zwei Kölner Juden durch Erzbischof Friedrich von Saarweden. Dieser Akt war eine an den Stadtrat gerichtete Provokation, da Friedrich so klarmachte, dass er problemlos Herrschafts- und Gerichtsfunktionen innerhalb des städtischen Rechtsbereiches wahrnehmen konnte.

Im Zuge der heftigen Auseinandersetzung kam der rheinische Schiffsverkehr fast komplett zum erliegen, zudem verfiel die Stadt dem kaiserlichen Bann und der Erzbischof dem des Papstes. Um eine Gesichtswahrung für beide Seiten möglich zu machen, beschloss man die beiden Juden hinzurichten, ihren Besitz aufzuteilen sowie den status quo ante wiederherzustellen.

Wie schon Friedrich von Saarweden versucht hatte die Stadt Köln wieder seiner Kontrolle zu unterstellen, so stand dieses Vorhaben auch ganz oben auf der politischen Agenda seines Neffen und Nachfolgers Dietrich von Moers. Als Anlass für eine Eskalation mit der Stadt, nahm Dietrich das Nichterscheinen der Kölner Juden vor sein Gericht. Die große Schuldenmenge, die Dietrich auf sich nehmen musste, um die Wahl zum Erzbischof zu gewinnen, versuchte er nämlich auf die Kölner Juden zu übertragen. Da diese sich jedoch weigerten, lud er sie vor sein Gericht und drohte ihnen für ein Nichterscheinen den Entzug sämtlicher Privilegien an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Judenpogrome in Europa sowie die spezifische Situation in Köln und führt in die zu untersuchenden Quellenschriften ein.

2. Jüdisches Leben in Köln bis zum Pogrom 1349: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung der jüdischen Gemeinde Kölns als bedeutendes Handelszentrum und den schleichenden rechtlichen Abstieg bis zur Katastrophe des Jahres 1349.

3. Zwischen Wiederansiedlung und Vertreibung: Die Kölner Juden von 1372 bis 1424: Hier werden die Bedingungen der späten Rückkehr jüdischer Familien nach 1372 sowie die zunehmende Instrumentalisierung der Juden durch städtische und erzbischöfliche Machtinteressen dargestellt.

4. Der Vertreibungsbeschluss des Rates und seine Motive: Dieses Hauptkapitel analysiert die politischen Gründe für die Vertreibung und prüft die in den zwei zeitgenössischen Quellen angeführten Argumente auf ihre Stichhaltigkeit.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass primär die politische Angst vor Machtkonflikten mit dem Erzbischof ausschlaggebend für die Vertreibung war.

Schlüsselwörter

Judentum, Köln, Mittelalter, Ausweisung 1424, Erzbischof Dietrich von Moers, Stadtrat, Quellenanalyse, Judenschuldentilgung, Schutzbriefe, Pogrom, Machtkampf, König Sigismund, Rechtfertigung, Spätmittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Vertreibung der Kölner Juden im Jahr 1424 und den Hintergründen, die zu dieser Entscheidung des Kölner Stadtrates führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen jüdischer Minderheit, Stadtrat und Erzbischof sowie die rechtliche und wirtschaftliche Lage der Juden im spätmittelalterlichen Köln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die tatsächlichen Motive für die Judenausweisung durch eine vergleichende Analyse zweier zeitgenössischer Dokumente kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse historischer Dokumente unter Berücksichtigung aktueller Forschungsliteratur (insb. von Wenninger und Von den Brincken) angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Klageschrift der Stadt gegen den Erzbischof sowie das spätere Rechtfertigungsschreiben an König Sigismund, um die verschiedenen Begründungsmuster der Stadt zu dekonstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Köln, Judenvertreibung, Mittelalter, Stadtherrschaft, Schuldentilgung und politische Instrumentalisierung.

Warum war der Konflikt zwischen Stadtrat und Erzbischof so entscheidend?

Der Konflikt war entscheidend, da die Juden häufig als "Spielball" und Instrument in den Machtkämpfen um die Herrschaft über die Stadt genutzt wurden, was ihre rechtliche Stellung massiv destabilisierte.

Welche Rolle spielten theologische Argumente im Rechtfertigungsschreiben?

Theologische Argumente wie Wucher oder die angebliche Heiligkeit der Stadt dienten primär dazu, die Vertreibung nach außen hin zu legitimieren, während die tatsächlichen Gründe politischer und pragmatischer Natur waren.

Wie bewertet der Autor die Thesen von Von den Brincken?

Der Autor lehnt die von Von den Brincken stark gewichtete theologische Motivation der Vertreibung ab und sieht stattdessen die Vermeidung politischer Unruhen als Hauptgrund.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ausweisung der Juden aus Köln 1424
Untertitel
„Klage der Stadt Köln gegen den Erzbischof wegen Hinderung der ausführlich begründeten Judenausweisung“ von 1424 sowie „Das Rechtfertigungsschreiben der Stadt Köln wegen Ausweisung der Juden im Jahre 1424“ an König Sigismund von 1431
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V428865
ISBN (eBook)
9783668725492
ISBN (Buch)
9783668725508
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ausweisung juden köln klage stadt erzbischof hinderung judenausweisung rechtfertigungsschreiben jahre könig sigismund
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Die Ausweisung der Juden aus Köln 1424, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428865
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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