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Einheit oder Dreiheit der katholischen Kirche. Schisma und Unionsverhandlungen im Kontext des Konzils von Basel (1431-1449)

Titel: Einheit oder Dreiheit der katholischen Kirche. Schisma und Unionsverhandlungen im Kontext des Konzils von Basel (1431-1449)

Hausarbeit , 2011 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt eine quellenbasierte Untersuchung der Verhandlungen über eine Wiedervereinigung zwischen katholischer und orthodoxer Kirche im 15. Jahrhundert dar.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, eben den Prozess der „Vereinigung“ der beiden Kirchen abzubilden. Vor dem Hintergrund der Uneinigkeit zwischen Konzil und Papst, die in den Konflikten um 1432 und 1439 ihren Höhepunkt fanden, soll dargelegt werden, wie diese Konkurrenzsituation die Unionsverhandlung voranbrachte oder verzögerte. Um das Existieren der zwei Kirchen besser verstehen zu können, beginnt die Arbeit mit einer Darstellung des Schismas von 1054, sowie einem kurzen Überblick über das zweite Konzil von Lyon 1274. Besondere Beachtung soll hier die Frage finden, welche Ereignisse 1054 zum Schisma führten und ob der Bruch tatsächlich in besagtem Jahr stattfand.

Im weiteren Verlauf wird dargestellt, welche Rolle Kaiser Sigismund im „Krisenjahr“ 1432 für das Fortbestehen des Basler Konzils, in der Auseinandersetzung mit Eugen IV., gespielt hat und welche Erwartungen in Bezug auf die Kirchenunion in ihn gesetzt wurden. Hierzu soll die Rede eines griechischen Gesandten unter diesem Aspekt untersucht werden.

Darauf folgend werden die Verhandlungen zwischen Ost- und Westkirche untersucht. Die Tatsache, dass die Griechen mit den Baslern und der Kurie zwei Verhandlungspartner hatten, wird in der Betrachtung besondere Bedeutung finden. Es soll dargelegt werden wie diese „Dreierkonstellation“ die Verhandlungen der jeweiligen Seite veränderte und wie sich die Forderungen der Basler mit dem Voranschreiten der Vorbereitungen veränderten.

In einem weiteren Punkt soll schließlich das Auseinanderbrechen des Basler Konzils bewertet werden, bevor die Arbeit mit einem Fazit abgeschlossen wird indem die Frage geklärt werden soll ob nun eine Einheit der Kirche hergestellt wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Die Vorgeschichte der Unionsverhandlungen – das Morgenländische Schisma von 1054 und das II. Konzil von Lyon 1274

3. Kaiser Sigismund und das Basler Konzil

3.1. Abwendung eines erneuten innerlateinischen Schismas

3.2. Erwartungen an den Kaiser – die Begrüßungsansprache Isidors von Kiev 1434

4. Unionsverhandlungen zwischen okzidentaler und orientaler Kirche

4.1. Verhandlungen durch den Päpstlichen Legaten Garatoni in Konstantinopel

4.2. Die griechische Gesandtschaft in Basel – das Dekret „sicut pia mater“

4.3. Der Weg zum lateinischen Schisma – die endgültige Entscheidung über den Konzilsort in Konstantinopel

5. Das lateinische Schisma von 1437 – Konkurrenzkampf zwischen dem Konzil von Basel und Ferrara/Florenz

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der kirchlichen Wiedervereinigung zwischen der Ost- und Westkirche im Kontext des Basler Konzils (1431-1449) und analysiert, wie die interne Zerrissenheit der lateinischen Kirche die Unionsverhandlungen mit Byzanz maßgeblich beeinflusste.

  • Das Morgenländische Schisma von 1054 und frühere Einigungsversuche.
  • Die Rolle Kaiser Sigismunds bei der Stabilisierung des Basler Konzils.
  • Die „Dreierkonstellation“ der Verhandlungen zwischen Byzanz, dem Konzil und dem Papst.
  • Die Entstehung des lateinischen Schismas und dessen Auswirkungen auf die Einigungsbestrebungen.
  • Die kurzlebige Kirchenunion infolge der Konzilien von Ferrara und Florenz.

Auszug aus dem Buch

3.2. Erwartungen an den Kaiser – die Begrüßungsansprache Isidors von Kiev 1434

„Denn mehr als alle anderen drängst Du darauf und kämpfst offen dafür, daß die großen, den ganzen Erdkreis umfassenden Teile der Kirche wieder vereinigt werden.“13 Diese Lobpreisung Sigismunds durch Isidor von Kiev ist mehr als nur übertrieben. Denn als das Basler Konzil 1431 einberufen wurde, war die Union mit den Griechen für Sigismund eine fernstehende Angelegenheit – ähnlich wie für das Basler Konzil.14 Auch während seines Romzuges unternahm Sigismund keine Versuche um mit Konstantinopel über die Abhaltung eines Unionskonzils zu verhandeln. Das Hussitenproblem, die Konkurrenz zwischen Eugen und dem Konzil sowie sein Romzug nahmen ihn so sehr in Anspruch, dass er auf Verhandlungen mit Konstantinopel verzichtete. Auch nach seiner Kaiserkrönung, als er am 11. Oktober 1433 in Basel eintraf beschäftigte ihn zunächst nur die Hussitenpolitik, sowie die Abwendung eines erneuten innerlateinischen Schismas.15 Auch die Tatsache, dass Sigismund noch im Juni 1434 – wenige Tage nach der Rede Isidors – das Basler Konzil verließ, um seine Thronansprüche in Böhmen durchzusetzen, macht deutlich, dass Sigismund nicht so viel Energie in die Verwirklichung einer Union setzte, wie es die griechische Gesandtschaft gern gesehen hätte.

Auch die Prognose, dass „sich bereits mit Gottes Hilfe eine Heilung und Einigung“16 abzeichnen würde war für das Jahr 1434 reichlich verfrüht. Doch vor allem die Vorstellung Isidors Sigismund hätte das Basler Konzil vor allem „wegen dieses göttlichen Werkes (der Kirchenunion) einberufen“17 entspricht nicht der Realität: Zum einen wurde das Basler Konzil nicht von Sigismund, sondern von Papst Martin V. einberufen. Zum anderen war die Union anfangs, wie bereits gesagt, kein Thema auf dem Basler Konzil.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Unionsbemühungen zwischen Ost- und Westkirche vor dem Hintergrund der internen Konflikte der lateinischen Kirche.

2. Die Vorgeschichte der Unionsverhandlungen – das Morgenländische Schisma von 1054 und das II. Konzil von Lyon 1274: Historischer Rückblick auf die Ursachen der Kirchenspaltung und die gescheiterte erste Union.

3. Kaiser Sigismund und das Basler Konzil: Untersuchung der Rolle Sigismunds bei der Abwendung eines Schismas zwischen Papst und Konzil sowie die kritische Analyse der an ihn gerichteten Erwartungen.

4. Unionsverhandlungen zwischen okzidentaler und orientaler Kirche: Analyse der komplexen Verhandlungssituation, in der Byzanz mit zwei konkurrierenden lateinischen Parteien verhandeln musste.

5. Das lateinische Schisma von 1437 – Konkurrenzkampf zwischen dem Konzil von Basel und Ferrara/Florenz: Darstellung der Spaltung innerhalb des Basler Konzils und der Konsequenzen für die Unionsfrage.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Einheit, die sich als praktisch wirkungslos und von geringer Dauer erwies.

Schlüsselwörter

Basler Konzil, Sigismund von Luxemburg, Morgenländisches Schisma, Unionsverhandlungen, Ostkirche, Westkirche, Papst Eugen IV., Isidor von Kiev, Sicut pia mater, Filioque, Kirchenunion, Konzil von Ferrara/Florenz, Laetentur coeli, Konziliarismus, byzantinische Gesandtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die komplizierten Verhandlungen zur Wiedervereinigung der katholischen Kirche im 15. Jahrhundert unter dem Einfluss der internen Spannungen zwischen dem Papsttum und dem Konzil von Basel.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kirchengeschichte, der Rolle Kaiser Sigismunds als Vermittler, den diplomatischen Beziehungen zu Byzanz und der Dynamik spätmittelalterlicher Konzilien.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie die „Konkurrenzsituation“ innerhalb der lateinischen Kirche die Bemühungen um eine Union mit der griechischen Ostkirche beeinflusst oder behindert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Primärquellen wie Reden und Konzilsdekreten sowie einschlägiger Fachliteratur.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Verhandlungsphasen zwischen den Parteien und die Rolle von Kaiser Sigismund bei der Stabilisierung des Konzilsbetriebs.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Kirchenspaltung, Unionskonzil, Konzil von Basel, byzantinisch-lateinische Beziehungen und päpstliche Autorität sind maßgebliche Begriffe.

Warum war die Erwartung Isidors von Kiev an Kaiser Sigismund laut Autor übertrieben?

Der Autor argumentiert, dass Sigismund zu jener Zeit primär mit der Hussitenpolitik und der innerlateinischen Kirchenkrise befasst war und die Union keineswegs seine höchste Priorität darstellte.

Welche Rolle spielte der Zufall bei den Unionsverhandlungen?

Bei der Beförderung der griechischen Vertreter kam es durch Meutereien und Piratenangriffe zu Verzögerungen aufseiten der Basler Flotte, was die Position des Papstes gegenüber den Griechen stärkte.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einheit oder Dreiheit der katholischen Kirche. Schisma und Unionsverhandlungen im Kontext des Konzils von Basel (1431-1449)
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V428867
ISBN (eBook)
9783668745476
ISBN (Buch)
9783668745483
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einheit dreiheit kirche schisma unionsverhandlungen kontext konzils basel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2011, Einheit oder Dreiheit der katholischen Kirche. Schisma und Unionsverhandlungen im Kontext des Konzils von Basel (1431-1449), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428867
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Leseprobe aus  13  Seiten
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