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Die spanisch basierten Kreolsprachen. Verbreitung, Sprachgenese und heutige Verwendung

Title: Die spanisch basierten Kreolsprachen. Verbreitung, Sprachgenese und heutige Verwendung

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Carsten Bartmann (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Im Unterschied zu anderen Superstratsprachen existieren nur drei spanisch basierte Kreolsprachen. Dies scheint erstaunlich, war doch Spanien in weiten Teilen der Welt Hegemonialmacht. Wie ist es zu erklären, dass im Gegensatz zu den zahlreich existierenden französisch, englisch, portugiesisch, niederländisch basierten Kreolsprachen nur drei spanisch basierte Kreolsprachen vorkommen? Diese Frage ist auch Teil der Diskussion über die generelle Entstehung von Kreolsprachen. Die dabei konkurrierenden Theorien der Mono- und Polygenese lassen auch unterschiedliche Schlussfolgerungen auf deren Entstehung zu.

Bedingt durch das Fehlen von Aufzeichnungen von den Sprachen in derer Formationsphase ist der tatsächliche Ursprung der Kreolsprachen nicht verifizierbar, allenfalls kann man durch Konstruktionen mögliche Evolutionswege aufzeigen. Ein spekulativer Aspekt wird also aufgrund des Fehlens von Informationen nicht zu verhindern sein, zumal in der formativen Phase der spanisch basierten Kreolsprachen linguistische Beschreibungen von Umgangssprachen höchst selten wenn nicht sogar inexistent waren. Die Problematik des vergleichsweise seltenen Vorkommens von spanisch basierten Kreolsprachen soll im ersten Teil dieser Abhandlung erörtert werden. Leider kann in dieser Arbeit, bedingt durch den beschränkten Umfang, nicht näher auf das asiatische Kreol Chabacano eingegangen werden. Daher wird sich der zweite Teil nur mit den im Karibikraum beheimateten Sprachen Papiamento, Palenquero befassen. Nach einer Lokalisierung und Quantifizierung der Sprecher soll der Genese der jeweiligen Sprache nachgegangen werden.

Da die Entstehungstheorien in der Regel aus der Historie abgeleitet werden, werde ich jeweils in einem Abriss die Sozialgeschichte darlegen, um danach die daraus resultierenden Evolutionswege der spanisch basierten Kreolsprachen unter Berücksichtigung der beiden in der Linguistik vorherrschenden Theorien der Kreolgenese aufzuzeigen. Die differenten Wege der jeweiligen Kreolgenese führten auch zu unterschiedlichen Stadien, Akzeptanzen, Vitalitäten der Kreolsprachen im heutigen Gebrauch und in deren Konsequenz auch zu unterschiedlichen Zukunftsperspektiven. Mit diesen Aspekten soll die Betrachtung beider Kreole abgeschlossen werden. Im Resümee werde ich die wichtigsten Unterschiede der spanischen Kreolsprachen vergleichend zusammenzufassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die spanisch basierten Kreolsprachen

2.1. Gründe für die geringe Anzahl spanischbasierter Kreolsprachen

3. Papiamento

3.1. Verbreitung des Papiamento

3.2. Genese des Papiamento

3.2.1. Sozio-historische Entwicklung der ABC Inseln

3.2.2. Sprachgenese des Papiamento

3.3. Heutige Verwendung des Papiamento

4. Palenquero

4.1. Verbreitung des Palenquero

4.2. Genese des Palenquero

4.2.1. Sozio-historische Entwicklung in Palenque de San Basilio

4.2.2. Sprachgenese des Palenquero

4.3. Heutige Verwendung des Palenquero

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für das vergleichsweise seltene Vorkommen spanischbasierter Kreolsprachen und analysiert die Entstehungsgeschichte sowie die heutige Verwendung des Papiamento und des Palenquero unter Berücksichtigung sozio-historischer Faktoren und linguistischer Kreolgenese-Theorien.

  • Analyse der Gründe für die geringe Anzahl spanischbasierter Kreolsprachen.
  • Untersuchung der sozio-historischen Hintergründe der ABC-Inseln (Papiamento) und Palenque de San Basilio (Palenquero).
  • Darstellung der unterschiedlichen Evolutionswege und der Sprachgenese beider Kreolsprachen.
  • Bewertung der heutigen Vitalität, Akzeptanz und Verwendung der Sprachen in ihrem jeweiligen sozialen Kontext.
  • Vergleichende Zusammenfassung der wesentlichen Unterschiede in der Genese und den Zukunftsperspektiven der untersuchten Kreole.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Sozio-historische Entwicklung der ABC-Inseln

Entdeckt wurden die Niederländischen Antillen 1499 von den Spaniern. Diese, gaben ihnen, in Anbetracht des Mangels an Bodenschätzen und fruchtbaren Böden, den wenig schmeichelhaften Beinamen „islas inutiles“. Ein Großteil der indianischen Bevölkerung wurde 1513-1515 auf die Insel Hispaniola deportiert, um den dortigen Mangel an Arbeitskräften zu kompensieren. Ein Jahrzehnt später wurde der Archipel von Spaniern und einem Teil der Deportierten und vom Festland stammenden Indios wiederbesiedelt.

Im Jahr 1634 wurden Curação und zwei Jahre später die restlichen Inseln von den Holländern erobert. Nur 75 der zuvor 415 Mitglieder zählenden indigenen Bevölkerung verblieben auf Curação, während der Rest mit den Spaniern auf das Festland floh (Maurer 1998 S:185f).

Von dieser Zeit bis 1792 waren die Inseln Eigentum der Westindischen Compagnie (WIC). Curação wurde 1650 für die freie Besiedlung geöffnet, im Gegensatz zu Aruba und Bonaire, die erst Ende des 18. Jh. für Siedler frei zugänglich wurden (Maurer 1998: 186ff).

Die Lücke an Arbeitskräften begann man durch Sklavenimporte auszufüllen. 1648 beschloss man auf Curação ein Zwischenlager für den Handel mit Sklaven einzurichten. Curação entwickelte sich zum größten Sklavenumschlagplatz Hollands in Amerika. Die Hauptabnehmer, des zum Ende des 17. Jh. seinen Höhepunkt erreichenden Handels, waren die spanischen Kolonien. Infolge des Entzuges des asiento (Handelsvertrag mit der spanischen Regierung) im Jahre 1713 war das Geschäft stark rückläufig. Das letzte Schiff mit der Ware „Mensch“ erreichte Curação 1778 (Maurer 1998: 191; Bartens 1995: 246).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das erstaunliche Ungleichgewicht der Anzahl spanischbasierter Kreolsprachen im Vergleich zu anderen europäischen Superstratsprachen und führt in die theoretischen Diskussionen der Kreolgenese ein.

2. Die spanisch basierten Kreolsprachen: Das Kapitel bietet einen Überblick über die derzeit drei existierenden spanischbasierten Kreolsprachen und deren geographische Verbreitung.

2.1. Gründe für die geringe Anzahl spanischbasierter Kreolsprachen: Hier werden verschiedene historische und soziologische Hypothesen diskutiert, die das seltene Auftreten dieser Kreole erklären sollen.

3. Papiamento: Dieses Kapitel widmet sich der prestigeträchtigsten spanischbasierten Kreolsprache im Karibikraum.

3.1. Verbreitung des Papiamento: Es werden die geographische Lage auf den ABC-Inseln sowie Sprecherzahlen und die sprachliche Zusammensetzung der Bevölkerung dargelegt.

3.2. Genese des Papiamento: Das Kapitel analysiert die Entstehung des Papiamento durch sozio-historische Rahmenbedingungen und linguistische Thesen.

3.2.1. Sozio-historische Entwicklung der ABC Inseln: Diese Unterkapitel beschreibt die Besiedlung, die Rolle der Westindischen Compagnie und den Sklavenhandel auf den Inseln.

3.2.2. Sprachgenese des Papiamento: Es werden die Theorien zur Sprachbildung, insbesondere unter dem Einfluss des Spanischen, Portugiesischen und Holländischen, beleuchtet.

3.3. Heutige Verwendung des Papiamento: Das Kapitel befasst sich mit der literarischen Entwicklung, der Orthographiedebatte und dem aktuellen Status der Sprache.

4. Palenquero: Der Fokus liegt hier auf der in Nordkolumbien beheimateten, in ihrer Existenz gefährdeten Kreolsprache.

4.1. Verbreitung des Palenquero: Es werden der Standort Palenque de San Basilio und die Verbreitung unter den Palenqueros beschrieben.

4.2. Genese des Palenquero: Dieses Kapitel behandelt die historische Entstehung durch entflohene Sklaven (Cimarrones) und die linguistischen Ursprünge.

4.2.1. Sozio-historische Entwicklung in Palenque de San Basilio: Es werden die Gründungsgeschichte, der Asiento-Vertrag und die lange Isolationsphase des Ortes analysiert.

4.2.2. Sprachgenese des Palenquero: Hier werden die Pidgin-Basis und die Einflüsse von Bantusprachen sowie der Relexifizierungsprozess thematisiert.

4.3. Heutige Verwendung des Palenquero: Das Kapitel beschreibt den Wandel zur Zweitsprache und Bemühungen zum Erhalt des kulturellen Erbes durch neue politische Rahmenbedingungen.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Bedeutung von Kontaktsituationen für die Stabilität und das Überleben von Kreolsprachen.

Schlüsselwörter

Spanischbasierte Kreolsprachen, Kreolgenese, Papiamento, Palenquero, Chabacano, ABC-Inseln, Palenque de San Basilio, Sklavenhandel, Sozio-historische Entwicklung, Superstratsprachen, Diglossie, Relexifizierung, Sprachwandel, Sprachkontakt, Sprachpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum es so wenige spanischbasierte Kreolsprachen gibt und wie sich die noch existierenden Sprachen Papiamento und Palenquero historisch und sprachlich entwickelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die sozio-historischen Hintergründe von Kolonialgesellschaften, die Theorien der Kreolgenese sowie die heutige Verwendung und Vitalität der untersuchten Sprachen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Evolutionswege der spanischbasierten Kreole unter Berücksichtigung linguistischer Theorien sowie der jeweiligen Sozialgeschichte zu rekonstruieren und die aktuellen Herausforderungen für ihr Fortbestehen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-linguistische Herangehensweise, bei der sozio-historische Abrisse der jeweiligen Regionen mit linguistischen Entstehungstheorien verknüpft werden, um die Entwicklung der Kreolsprachen zu erklären.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Problemanalyse spanischer Kreole sowie eine detaillierte Fallbetrachtung des Papiamento und des Palenquero, inklusive ihrer Verbreitung, Genese und heutigen Nutzung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Abhandlung?

Wichtige Begriffe sind Kreolgenese, Diglossie, Relexifizierung, Superstrat, Sprachkontakt sowie spezifische Begriffe wie Papiamento, Palenquero, Chabacano und das Konzept der Cimarrones.

Wie unterscheidet sich die Entstehungsgeschichte des Papiamento von der des Palenquero?

Während das Papiamento auf den holländisch verwalteten ABC-Inseln als Mittlersprache in einem Handelskontext entstand, entwickelte sich das Palenquero in einer isolierten Siedlung entflohener Sklaven in Kolumbien mit einem starken, homogenen Bantusubstrat.

Warum ist das Fortbestehen des Palenquero stärker gefährdet als das des Papiamento?

Das Papiamento genießt ein hohes Prestige und wird aktiv gefördert, während das Palenquero zunehmend durch einen "Language Death"-Prozess bedroht ist, da es in der Alltagskommunikation durch das dominante Spanische ersetzt wird.

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Details

Title
Die spanisch basierten Kreolsprachen. Verbreitung, Sprachgenese und heutige Verwendung
College
University of Potsdam
Course
Hauptseminars: Afrikanische Herkunft und romanischer Sprachkontakt: Die romanischen Kreolsprachen
Grade
sehr gut
Author
Carsten Bartmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V42886
ISBN (eBook)
9783638408080
ISBN (Book)
9783638656887
Language
German
Tags
Kreolsprachen Verbreitung Sprachgenese Verwendung Hauptseminars Afrikanische Herkunft Sprachkontakt Palenquero Papiamento Chabacano spanisch basierte Kreolsprachen Creole
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Bartmann (Author), 2005, Die spanisch basierten Kreolsprachen. Verbreitung, Sprachgenese und heutige Verwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42886
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