Diese Arbeit ist ein Unterrichtsentwurf zum Thema „Beginn und Ausbreitung des Islam“ für eine 6.Klasse.
Der G8-Lehrplan für das Fach Geschichte, gültig seit dem 19. Juli 20042, sieht für das Ende der sechsten Jahrgangsstufe die Begegnung mit dem Zeitraum „Von der Antike zum Mittelalter“ vor.
Die Schüler erkennen dabei den „Übergang von der Antike zum Mittelalter“ als eigenständigen Zeitraum an. Die Schüler sollen erkennen, dass die stoffliche Einheit, wie sie noch in den Sequenzen „die griechisch-hellenistische Welt“ und dem „Imperium Romanum“ vorhanden war, abgelöst wird durch eine Verschiebung der Machtkonzentration gen Norden und ständig wechselnder Herrschaftsträger.
Die „Völkerwanderung“ stellt dabei eine wichtige Zäsur dar: Die Ablösung der einstigen Weltmacht Rom durch den Durchzug einer Vielzahl an germanischen Stämmen (z.B. Vandalen, Westgoten, Sweben) bedingen eine räumliche Verschiebung des Herrschaftsanspruches innerhalb Europas. Es beginnt das Zeitalter des Mittelalters. Die „Dreiteilung der Mittelmeerwelt“ mit den Zentren des Frankenreichs, dem byzantinischen Reich und dem Arabischen Reich des Islam löst die alte Herrschaftsordnung des römischen Weltreiches ab. Die Entstehung des Mittelalters lässt sich am Beispiel des Frankrenreichs exemplarisch darstellen. Dabei ist die Konsolidierung und die Herausbildung der eigenen Identität und Kultur wichtiger Bestandteil der Reiche zu dieser Zeit.
Die „neuen Kräfte“, welche nach Ende des Imperium Romanum in Erscheinung treten, zeigen sich einerseits in eigener Ausprägung, sind aber auch tief verwurzelt in „antiken Traditionen“ (z.B. die Taufe des fränkischen Königs Chlodwig).
Inhaltsverzeichnis
1. Pädagogisch-psychologische Anmerkungen zur Klasse 6b
2. Didaktisch und methodische Überlegungen
2.1. Lehrplananalyse
2.2. Einbettung der Lehrprobenstunde in die Unterrichtssequenz
2.3. Sachanalyse
2.4. Methodisch-Didaktische Überlegungen
3. Unterrichtsskizze
4. Materialien zur Stunde
5. Verzeichnis der verwendeten Literatur
6. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Schülern der 6. Klasse einen unvoreingenommenen und neutralen Einstieg in die Welt des Islams zu ermöglichen, indem Gemeinsamkeiten zum Christentum als roter Faden genutzt werden. Die zentrale Forschungsfrage liegt dabei in der Vermittlung religiöser Inhalte und historischer Zusammenhänge, wobei insbesondere der Begriff des "Dschihad" sowie die Rolle des Korans und die geographische Ausdehnung des Islams im Kontext der damaligen Zeit kritisch hinterfragt werden.
- Historische Herleitung und Begründung des Islams durch den Propheten Mohammed.
- Erarbeitung der fünf Hauptpflichten des Islams ("fünf Säulen").
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff des "Dschihad" und dessen historische Einordnung.
- Visualisierung der territorialen Expansion des arabischen Staates.
- Reflektion über kulturelle Errungenschaften des Islams und deren Bedeutung für die heutige Zeit.
Auszug aus dem Buch
2.3. Sachanalyse
Rund eine Milliarde Menschen – etwa ein Fünftel der Erdbevölkerung – bekennen sich zum Islam („Hingabe an Gott“), fast drei Millionen Muslime („der sich Gott unterwirft“) leben in Deutschland. Der Islam ist eine monotheistische Religion, die ein geschlossenes rechtlich politisches Wertesystem vermittelt. Eine Trennung von Staat und Religion, wie es zum Beispiel in Europa üblich ist – z.B. beim Laizismus in Frankreich – findet in streng religiösen islamischen Staaten nicht statt.
Der Islam ist eine Buchreligion und fußt auf der Grundlage des Korans, dem Wort Gottes in arabischer Sprache. Der Koran ist die Primärquelle des Islam, darin befinden sich die Worte des Propheten Mohammeds, die er vom Erzengel Gabriel erhielt. Der Koran unterteilt sich in 114 Abschnitte, genannt Suren. Der Koran fungiert in der islamischen Welt wie ein Gesetzbuch für das Alltagsleben und die Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Pädagogisch-psychologische Anmerkungen zur Klasse 6b: Charakterisierung der Klasse als aufgeweckt, lebhaft und interessiert, wobei das Klassenklima als freundlich beschrieben wird.
2. Didaktisch und methodische Überlegungen: Umfassende Analyse der Lehrplaninhalte, der Sequenzplanung, der inhaltlichen Sachanalyse sowie der methodischen Entscheidungen für die Lehrprobenstunde.
3. Unterrichtsskizze: Detaillierte Darstellung des Stundenaufbaus inklusive Lernzielen, methodischer Einbettung und curricularem Bezug.
4. Materialien zur Stunde: Auflistung der für die Lehrprobenstunde benötigten Lehrmittel und Medien.
5. Verzeichnis der verwendeten Literatur: Nachweis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der fachdidaktischen Quellen.
6. Anhang: Zusammenstellung der ergänzenden Arbeitsmaterialien, wie Textbausteine zum Puzzle und das Arbeitsblatt zum Dschihad.
Schlüsselwörter
Islam, Mohammed, Koran, Dschihad, Mittelalter, Unterrichtsplanung, Lehrprobe, Geschichte, Religion, Monotheismus, Expansion, fünf Säulen, Integration, Kultur, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die didaktische Aufbereitung einer Geschichtsstunde in der 6. Klasse zum Thema "Beginn und Ausbreitung des Islam", eingebettet in eine Unterrichtssequenz über den Übergang von der Antike zum Mittelalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Biografie Mohammeds, die Grundlagen des muslimischen Glaubens ("fünf Säulen"), die historische Expansion des Islams sowie der kritische Umgang mit dem Begriff "Dschihad".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, Schülern einen unvoreingenommenen Blick auf den Islam zu vermitteln, indem religiöse Gemeinsamkeiten zum Christentum betont werden, um Vorurteile abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden fachdidaktische Prinzipien der Stoffreduktion und des "Lernens vom Bekannten zum Unbekannten" angewandt, ergänzt durch Quellenarbeit mit Koran-Auszügen und visuelle Veranschaulichung mittels Karten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Sachanalyse des Islam, der Planung der Lernschritte (Mohammeds Leben, Hauptpflichten, Dschihad) und dem Artikulationsschema für die konkrete Unterrichtssituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Islam, Dschihad, Mohammed, Didaktik, Lehrprobe und historische Expansion.
Warum wird im Unterricht mit einem Ramadankalender gearbeitet?
Der Ramadankalender dient als visuelle Motivation, um durch die Ähnlichkeit zum christlichen Adventskalender eine affektive Normalisierung des Themas zu erreichen und die Schüler emotional abzuholen.
Wie wird mit dem Begriff "Dschihad" umgegangen?
Der Begriff wird als "Besondere Anstrengung" eingeführt, wobei sowohl die militärische Expansion als auch kulturelle Leistungen beleuchtet werden, um eine differenzierte Auseinandersetzung statt einer Schwarz-Weiß-Darstellung zu fördern.
- Quote paper
- Dirk Simon (Author), 2014, Lehrprobe "Beginn und Ausbreitung des Islam" (6. Klasse Gymnasium), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428893