[...] Wir alle leben in sozialen Netzwerken. Es gibt immer Menschen, die uns helfen und mit uns reden. Wir brauchen diese Netzwerke und ihre Mitglieder. Wenn alle Mitglieder aller unserer Netzwerke nicht mehr vorhanden wären, würden wir uns einsam und verlassen fühlen – wie Robinson auf seiner Insel. Soziale Netzwerke sind alle Verbindungen im Leben, die unser Sein und Tun bestimmen und die unser Leben erst lebenswert machen. Es gibt verschiedene Arten und Entstehungsmöglichkeiten eines Netzwerkes. Sie können sich überschneiden, oder aber auch unabhängig voneinander existieren. Diese Arbeit wird zunächst darstellen, was soziale Netzwerke sind und Möglichkeiten, wie sie erhoben werden können. Dabei werde ich gezielt auf die Art der ego- zentrierten Netzwerke eingehen. Es werden dann die Merkmale aufgezeigt, die ein soziales Netzwerk bestimmen. Netzwerke und die Art wie sie entstehen können, verändern sich im Laufe des Lebens. Diese Veränderungen werden in Kapitel 5 beschrieben. Danach gehe 4 ich anhand selbst erhobener Netzwerke auf die Unterschiede im Kommunikationsverhalten, auch in Bezug auf die Intensität der Beziehungen innerhalb der verschiedenen Netzwerke, ein.
Gliederung
1. Einleitung
2. Was sind soziale Netzwerke?
2.1 Die Definitionen von Netzwerken
2.2 Die Definition der Netzwerkanalyse
2.3 Die Beschreibung von Netzwerken
2.4 Das einzelne Individuum im Netzwerk
3. Die Erhebung von Netzwerkdaten
3.1 Die formale Netzwerkanalyse
3.2 Erhebungsschwerpunkte bei beiden Netzwerken
3.3 Gesamtnetzwerke
3.4 Ego-zentrierte Netzwerke
3.5 Zuverlässigkeit und Gültigkeit
3.6 Die Darstellung
4. Beschreibung der Merkmale
4.1 Allgemeines
4.2 Merkmale der Individuen
4.3 Relationen und Analyseebenen
5. Veränderungen der Netzwerke im Leben eines Menschen
6. Erhebung der Daten
6.1 Die Thesenbildung
6.2 Die Stichprobenermittlung
6.3 Der Aufbau der Fragebögen
7. Die Auswertung
7.1 Daten und Fakten
7.2 Die qualitative Auswertung
7.3 Die Zusammenfassung der Auswertung
7.4 Erkannte Fehler bei dem Fragebogen
8. Abschluss
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Die vorliegende Arbeit untersucht die Struktur sozialer Netzwerke, insbesondere die Kommunikation innerhalb ego-zentrierter Netzwerke, und analysiert, wie diese durch das Alter der Akteure sowie den technologischen Fortschritt beeinflusst wird.
- Definition und theoretische Grundlagen sozialer Netzwerke und der Netzwerkanalyse.
- Untersuchung der Datenerhebungsmethoden in sozialen Netzwerken.
- Analyse des Einflusses von Alter und Lebensphasen auf die Netzwerkbildung.
- Empirische Untersuchung von Kommunikationsverhalten mittels qualitativer Fragebögen.
- Vergleich moderner vs. klassischer Kommunikationsmittel über verschiedene Generationen hinweg.
Auszug aus dem Buch
3.4 Ego-zentrierte Netzwerke
Die ego-zentrierte Netzwerkanalyse stellt „einen minimalen netzwerkanalytischen Zugang zur Realität dar, insofern nur Daten über einzelne fokale Akteure, nicht aber über Gruppen oder Gesamtnetzwerke erhoben werden.“ (JANSEN, Seite 79)
Bei dieser Analyse ist keine Erhebung von Positionen oder Rollenverflechtungen möglich. Man betrachtet hier das um das Ego herum verankerte Netzwerk. Elemente dieses Netzwerkes nennt man Alteri. Erfasst werden die Beziehungen zwischen dem Ego und den Alteri und, wenn möglich, die Beziehungen zwischen den Alteri.
Eine solche Erhebung wird hauptsächlich durch Befragung von Ego durchgeführt. Man kann dazu auch noch die Alteri befragen. Dazu werden absolute Eigenschaften des Egos und der Alteri erhoben, zum Beispiel Alter, Geschlecht usw. Die Erhebung wird mit Hilfe von Namensgeneratoren und Namensinterpretatoren durchgeführt.
Der Namensgenerator produziert eine umfassende Liste aller Alteri, die zum Netzwerk von Ego gehören. Er leistet die Abgrenzung des Netzwerkes und kann aus einem oder mehreren Beziehungstypen bestehen, zum Beispiel Freund und gleichzeitig Klassenkamerad. Die Namensinterpretatoren geben Informationen über die Beziehungen zwischen Ego und der Alteri und der Alteri untereinander.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung sozialer Netzwerke anhand der Metapher des Robinson Crusoe und Skizzierung des Arbeitsvorhabens.
2. Was sind soziale Netzwerke?: Theoretische Definitionen von Netzwerken, der Netzwerkanalyse und der Rolle des Individuums.
3. Die Erhebung von Netzwerkdaten: Erläuterung der formalen Netzwerkanalyse, der Abgrenzung von Gesamt- und ego-zentrierten Netzwerken sowie Gültigkeitsaspekten.
4. Beschreibung der Merkmale: Systematisierung von Merkmalen wie absolute, relationale, komperative und kontextuelle Eigenschaften von Individuen.
5. Veränderungen der Netzwerke im Leben eines Menschen: Darstellung der Dynamik von sozialen Netzwerken im Lebenslauf und der Einfluss technischer Neuerungen.
6. Erhebung der Daten: Dokumentation der eigenen empirischen Vorgehensweise, Thesenbildung und Aufbau des verwendeten Fragebogens.
7. Die Auswertung: Qualitative Analyse der 22 durchgeführten Befragungen, inklusive Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion der Fehlerquellen.
8. Abschluss: Fazit zur Bedeutung ego-zentrierter Netzwerke als Momentaufnahme im Leben und deren stetige Wandlung.
Schlüsselwörter
Soziale Netzwerke, Netzwerkanalyse, Ego-zentriertes Netzwerk, Kommunikation, Alter, Sozialisation, Befragung, Fragebogen, Qualitative Auswertung, Soziogramm, Netzwerkdaten, Vertrauen, Kommunikationsmittel, Lebenslauf, Datenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung sozialer Netzwerke, wobei der Fokus auf der Kommunikation in ego-zentrierten Netzwerken und deren Abhängigkeit vom Alter der befragten Personen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der Netzwerkanalyse, die Erhebungsmethodik von Beziehungsdaten sowie die Dynamik von Netzwerken im Lebensverlauf.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Unterschiede im Kommunikationsverhalten und bei den genutzten Kommunikationsmitteln zwischen verschiedenen Altersgruppen innerhalb ego-zentrierter Netzwerke aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine qualitative empirische Untersuchung mittels eines selbst erstellten Fragebogens durch, der an 22 Personen in verschiedenen Altersgruppen verteilt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Netzwerkanalyse, eine detaillierte Beschreibung der Merkmalsanalyse, die zeitliche Veränderung von Netzwerken im Lebenslauf sowie die Durchführung und Auswertung der empirischen Datenerhebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Netzwerkanalyse, soziale Bindungen, Generationenvergleich, Kommunikationsverhalten und ego-zentrierte Netzwerke charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Kommunikation zwischen Jugendlichen und älteren Menschen?
Die Auswertung zeigt, dass jüngere Menschen ("Netzwerkkinder") verstärkt moderne Medien wie Internet, Email und Handy nutzen, während ältere Generationen einen höheren Stellenwert auf den persönlichen Kontakt legen.
Welche Rolle spielt die Familie in den untersuchten Netzwerken?
Die Familie bildet oft den stabilen Kern ego-zentrierter Netzwerke, wobei insbesondere bei den älteren Befragten eine hohe Intensität und ein großes Vertrauensverhältnis innerhalb des familiären Kontextes bestehen.
Welche Rolle spielt der Wohnort der Netzwerkpartner für die Kommunikation?
Der Autor stellt fest, dass der Wohnort ein kritischer Faktor ist: Bei räumlicher Distanz gewinnt der Mailverkehr an Bedeutung, während bei räumlicher Nähe persönliche Treffen dominieren.
Was war ein zentrales Ergebnis zur Stabilität von Netzwerken?
Netzwerke sind keine statischen Gebilde, sondern unterliegen einem stetigen Wandel, beeinflusst durch Ereignisse wie Umzüge oder Lebensphasenwechsel, womit die Erhebung lediglich eine Momentaufnahme darstellt.
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- Grit Noack (Author), 2004, Soziale Netzwerke - Betrachtung der Kommunikation in einem Netzwerk im Hinblick auf die Unterschiede bezüglich des Alters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42892