Ein Meilenstein der Hitler-Biographik. Volker Ullrichs "Adolf Hitler. Die Jahre des Aufstiegs 1889-1939"

Autor, Werk, Thesen und Rezeption


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
26 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A) Die ungebrochene Faszination an der Person Adolf Hitlers

B) Volker Ullrich: „Adolf Hitler. Biographie" - eine kritische Analyse
I) Angaben zu Werk und Autor
1.1 Volker Ullrich - Historiker und Journalist
1.2 Angaben zur Biographie
II. Legitimation einer Neuauflage
2.1 Rückblick auf Ian Kershaw und Joachim Fest
2.2 Ullrichs Leitmotiv - Die Ambiguosität Hitlers als Person
2.3 Die Hauptthesen der Biographie
III) Quellenbasis und Quellenkritik
IV) Rezeption
4.1 Rezeption in der Fachwissenschaft
4.2 Rezeption in der Populärpresse
V) Exkurs: Über das Verhältnis von Historismus und Journalismus

C) Ausblick auf eine weitere Hitler Biographie

D) Quellen- und Literaturverzeichnis
Quellen
Sekundärliteratur

A) Die ungebrochene Faszination an der Person Adolf Hitlers

Die Person - der Mythos - Adolf Hitlers erfuhr in den letzten Jahren verstärkt ein gesell­schaftsumfassendes Interesse. Im Jahr 2012 ließ der Autor Timur Vermes den Führer in seinem Roman „Er ist wieder da“ mitten im heutigen Berlin wieder auferstehen.1 Die lite­rarische Fiktion beginnt zunächst humorvoll und durchaus slaptstickhaft, doch zeigt sich schon bald die bedrohliche Massenwirksamkeit hitlerscher Propaganda. Der Roman, wel­cher 2015 auch auf den Leinwänden deutscher Kinos seine Premiere feierte, endet mit ei­nem bedrückenden Fazit über die politische Lage in Deutschland. Über die Einstellung der bundesdeutschen Wählerschaft äußert Vermes’ Hitler nur lapidar „Damit kann man arbei- ten“2.

Nur zwei Jahre später erschien unter dem Pseudonym François Saintonge der Zu­kunftsroman „Dolfi und Marylin“, dessen Handlung im Jahr 2060 angesiedelt ist. Besagter Dolfi, ein Klon Adolf Hitlers, entpuppt sich als charakterliches Gegenstück zu seinem ge­netischen Archetypus. Saintonge entspinnt eine Satire, deren Pendel zwischen den Polen historischer und zukünftiger Verantwortung gleichermaßen ausschwingt.

Doch nicht nur in der Literatur ist das Leben und Werk Adolf Hitlers nach wie vor Gegenstand größten Interesses. Das gilt sowohl für die Geschichtswissenschaft als auch den Journalismus. Dabei sei an dieser Stelle auf die im Januar 2016, nun schon in dritter Auflage erschienene, textkritische Edition der hitlerschen Hetzschrift „Mein Kampf“ ver­wiesen, welche das Institut für Zeitgeschichte in München in jahrelanger Arbeit auf den Weg brachte. Anfang dieses Jahres war das 70jährige Urheberrecht des Freistaates Bayern an dem Werk erloschen, sodass diese Publikation möglich geworden war. Nachforschun­gen des IfZ ergaben, dass das Werk entgegen den Befürchtungen, überwiegend nicht in den Händen rechtspopulistischer, sondern in denen politik- und geschichtsinteressierter Rezipienten landen werde.3

Auch auf dem Gebiet der Hitler-Biographik kam es zu einem neuen Versuch, eine der wohl schwerst greifbaren Persönlichkeiten der Geschichte in Wort und Text zu bannen. Volker Ullrich - seines Zeichens promovierter Historiker und Journalist -verfasste 15 Jah­re nach Erscheinen des bisherigen Standardwerks von Ian Kershaw4 eine ebenfalls zwei­bändige Neuauflage.5 Der erste Band, welcher den Titel „Die Jahre des Aufstiegs 1889­1939“ trägt, erschien im Jahre 2013 im Kielwasser einiger jüngerer Studien und wurde im S. Fischer Verlag publiziert. Das Erscheinungsdatum des zweiten Bandes ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Ullrichs Ziel war es nicht, wie in einigen Studien der letzten Jahre durch besonders abgedrehte Theorien über Hitlers Persönlichkeit für Furore zu sorgen, sondern vielmehr eine zeitgemäße auf dem neuesten Quellenstand basierende Darstellung Hitlers als Mensch vorzulegen. Gerade im Hinblick auf Kershaws Monumentalwerk gesteht Ullrich in einem Interview mit dem Spiegel Redakteur Jan Fleischhauer, er habe „kein völlig neues Hitler­Bild“ geschaffen, aber doch ein „vielschichtigeres, auch widersprüchlicheres“6 als bisher bekannt. Mit dieser Aussage unterstreicht der Autor seine vorrangige Zielsetzung: Den Mensch Hitler hinter aller Fassade aus Politik und Inszenierung zu zeigen, ihn zu entmysti- fizieren. „Das Ziel ist es, den Hitler-Mythos, der [...] in der Literatur und öffentlichen Dis­kussion nach 1945 in vielfältiger Weise nachwirkte, zu dekonstruieren“7.

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie Ullrich sein Werk strukturierte, wel­che Thesen er verfolgte und welche Quellen der Autor heran zog. Neben Kershaws Werk darf letztlich nur Joachim Fests Biographie8 (1973) einen ähnlichen Stellenwert in der na­hezu unüberschaubaren Flut der NS-Studien beanspruchen. Insofern wird zu klären sein, ob und in welcher Tradition Ullrich arbeitete und inwiefern sein Werk sich von seinen Vorgängern abhebt. Insbesondere der Spagat zwischen Individual- und Struktur- bzw. So­zialbiographik ist von besonderer Bedeutung für die Konzeption des Werkes. Ein Beitrag Jürgen Wilkes über das Verhältnis von Journalismus und Geschichtsschreibung regte zu­sätzlich dazu an, Ullrichs Werk vor diesem Spannungsfeld zu diskutieren, ist der Autor schließlich ein erfahrener Vertreter beider Zünfte.9 Neben der Rezeption und Kritik an Ull­richs Werk soll abschließend auch ein kleiner Ausblick und Vergleich zu Peter Longerichs erst im November 2015 publizierter Hitler Biographie vorgestellt werden.10

B) Volker Ullrich: „Adolf Hitler. Biographie“ - eine kritische Analyse

I) Angaben zu Werk und Autor

1.1 Volker Ullrich - Historiker und Journalist

Volker Ullrich, ebenso wie Ian Kershaw Jahrgang 1943, studierte Geschichte, Literatur­wissenschaften und Philosophie und wurde im Fachbereich der Neusten Geschichte pro­moviert. Bis 1990 war Ullrich sodann als Gymnasiallehrer und Dozent tätig, bis er schließ­lich Ressortleiter des „Politischen Buchs“ der Zeit wurde.11 Im Zuge seiner journalisti­schen Tätigkeit intensivierte Ullrich auch seine Publikationsvorhaben; er veröffentlichte mehrere Studien und Untersuchungen im Forschungsfeld der Neuesten Geschichte. Auch drei umfassende Biographien zählen bereits zum Œuvre des Autors12, sodass seine 2013 vorgelegte Hitler-Biographie bei Leibe keinen Erstlingscharakter aufweist. Die wissen­schaftliche wie journalistische Publikationsgeschichte beweist Ullrichs Kenntnisreichtum und Belesenheit im Hinblick auf die NS-Zeit.13 Sein Artikel „Hitlers willige Mordgesel­len“ ist von besonderem Interesse, war er doch Anlass zu einer bundesweiten Historiker­debatte über die Ursachen des Holocausts.14 Es bleibt festzuhalten, dass es Volker Ullrich gelang, eine sowohl journalistisch wie wissenschaftlich orientierte Publizistik zu betreiben. Es wird von Interesse sein, zu analysieren, inwiefern und ob Ullrichs journalistische Auf­fassung die biographische Arbeit beeinflusst hat.

1.2 Angaben zur Biographie

Der erste Band der zweigeteilten Biographie erschien 2013 im Verlagshaus S. Fischer, welches neben seiner belletristischen Sparte vor allem historisch-politische Sachbücher verlegt. Es umfasst 21 Kapitel auf 838 Seiten Text. Daran schließen weitere 200 Seiten Endnoten sowie 30 Seiten Quellen- und Literaturverzeichnis an. Das Werk widmet sich, wie bereits der Titel besagt, den Jahren 1889 bis 1939, also der Zeitspanne von Hitlers Ge­burt bis zu seinem 50. Geburtstag. Gut die Hälfte der Seiten entfallen auf den Zeitraum ab der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Das Veröffentlichungsdatum des zweiten Bandes, der die letzten sechs Jahre im Leben des Diktators und die Gescheh­nisse während des zweiten Weltkrieges unter die Lupe nehmen wird, ist bis dato noch un­bekannt. Eine Zweiteilung findet sich auch bei Kershaw, welcher allerdings seinen ersten Band schon 1936 mit der Besetzung des Rheinlandes enden lässt15.

II. Legitimation einer Neuauflage

2.1 Rückblick auf Ian Kershaw und Joachim Fest

Jeder Biograph sieht sich stets mit der Frage der Legitimation seines Werkes konfrontiert. In Ullrichs Falls gilt es, die Bedeutsamkeit einer neuen Hitler-Biographie in der Nachfolge dreier Meilensteine der Biographik zu begründen. Der Autor ist sich der Tragweite und Bedeutung seines Buchprojektes durchaus bewusst, wie eine umfassende Thematisierung seiner Vorgänger im Vorwort bezeugt.16

Vorrangig Kershaws Werk gilt bis heute als Standardwerk der Hitler-Biographik, Frank Schirrmacher bezeichnete es einst als „Zentralmassiv“17. Als Debütant in der Hitler­Biographik gilt der Journalist Konrad Heiden, welcher 1936/37, als Zeitgenosse aus dem Schweizer Exil, die erste Biographie über Hitler verfasste.18 Ihm folgte der britische Histo­riker Alan Bullock nach. Er hatte 1952 einen weiteren Versuch unternommen, das Phäno­men Hitler in seinem Werk „A Study in Tyranny“19 zu ergründen. Gute 20 Jahre später wagte der Journalist Joachim Fest einen erneuten Anlauf, den Mensch Hitler in seinem Denken, seiner Psyche und seiner Weltanschauung zu ergründen. In einem sprachlich her­ausragenden Werk stellte Fest die Psyche seines Subjektes deutlich in den Mittelpunkt seiner Analyse.20 Historische Zusammenhänge ließ er durch eingeschobene „Zwischenbe­trachtungen“ mit einfließen. Abgesehen von Fests bis dahin beeindruckender Leistung of­fenbarte sein Werk eine Vielzahl gravierender Mängel und Kritikpunkte.21 Deren bedeu­tungsschwerste wären der rein sekundärwissenschaftliche Zugriff und eine alles andere als objektive Herangehensweise an das biographierte Subjekt. Nicht zuletzt der Einbezug Al­bert Speers - Hitlers Meisterarchitekt und ab 1942 Rüstungsminister - als Informant scha­dete der Reputation der festschen Biographie. Herrmann Graml stellt zum Ende seiner Re­zension die Gretchenfrage: „Es lässt sich gewiss darüber streiten, ob eine adäquate Darstel­lung und Deutung des Nationalsozialismus und nationalsozialistischer Herrschaft im Rah­men einer Biographie Hitlers überhaupt geleistet werden kann“22.

Eine eindrucksvolle Antwort hatte erst Ian Kershaw zur Jahrtausendwende mit seiner zweiteiligen Biographie parat. Kershaw, der sich selbst im Vorwort als „strukturalisti- sche[n] Historiker“23 bezeichnet, suchte die personalen Momente, welche für Fest im Zent­rum seiner Untersuchung standen durch strukturelle Analysen zu erweitern. Darüber hin­aus lehnte der britische Historiker eine einseitige Konzentration auf die Person Hitlers ab. Er strebte hingegen danach, das Wesen seiner Macht zu untersuchen, welches er maßgeb­lich als ein gesellschaftliches Produkt erachtete.24 In diesem Sinne lässt sich Kershaws Ansatz als ein strukturalistisch-gesellschaftlicher einordnen.25 Das letzte Kapitel des ersten Bandes inkorporiert im Titel letztlich Kershaws These, es ist mit „Dem Führer entgegen arbeiten“ betitelt.26 Kershaws oft missverstandener Ansatz will nicht Hitler die Rolle eines passiven austauschbaren Führers unterstellen, sondern vielmehr verdeutlichen, in welchem Maße alle Schichten der Gesellschaft den Weg für den Aufstieg und die späteren Gräuelta­ten der Nationalsozialisten pflasterten. Kershaw vereinte die beiden bisher voneinander getrennt diskutierten Pole der intentionalistischen und der strukturalistischen Schule27, indem er Wesen und Macht des Nationalsozialismus als „Wechselspiel der Intentionen Hitlers mit dem strukturell bedingten Handlungsdruck“28 erklärte. Angesichts dieser ful­minanten Leistung und der allgemein überaus positiven Rezeption des Werks Ian Kershaws, stellt Volker Ullrich selbst die existentielle Frage: „Gibt es nach dieser monu­mentalen Hitler-Biographie überhaupt noch einen Bedarf an einer neuen?“29.

Im darauf folgenden Abschnitt seines Vorworts liefert Ullrich zwei grundlegende Ar­gumente zur Begründung einer erneuten Aufarbeitung der Materie. Zunächst verweist er darauf, dass die Erstpublikation von Kershaws Werk bereits fünfzehn Jahre zurückliegt. Um es mit den Worten Franziska Augsteins zu sagen, ist das Werk damit „durch“30. Ull­rich holt in seiner Rechtfertigung etwas weiter aus, indem er die nennenswertesten Publi­kationen und Erkenntnisse der NS-Forschung seit Anfang der Jahrtausendwende benennt.31 Neben spezifisch biographischen Studien zu ausgewählten Einzelaspekten der Hitlerbio­graphik sind im Sinne des kollektiven Ansatzes auch biographische Aufarbeitungen von Personen des persönlichen und politischen Umfeldes Hitlers von Bedeutung, wie etwa Himmler, Goebbels oder gar Hindenburg. Am Ende dieses bibliograpischen Exkurses in die jüngste Fachliteratur schließt Ullrich: „Das alles aufzunehmen und zu einer Synthese zu bringen würde allein schon die Anstrengung einer neuen Hitler-Biographie rechtferti- gen“32. Doch Ullrich liefert nebst dieser pragmatischen Begründung auch eine heuristisch­methodische.

2.2 Ullrichs Leitmotiv - Die Ambiguosität Hitlers als Person

Volker Ullrich bildet mit seiner Biographie so etwas wie den Schulterschluss zwischen den biographischen Ansätzen Joachim Fests und Ian Kershaws. Im Sinne Fests möchte er die „Persönlichkeit Hitlers, die in Kershaws Darstellung bemerkenswert blass bleiben musste“ in den Mittelpunkt seiner Untersuchung stellen, aber darüber hinaus die „gesellschaftlichen Bedingungen“33 nicht aus den Augen verlieren. Mit dieser Herangehensweise reiht sich Ullrich in die Tradition aktueller Sozialisationsforschung ein, welche im Feld der Biogra­phik mittlerweile als unabdingbar gilt.34 Christian Klein, welcher in einem Aufsatz aus dem Jahr 2002 den soziologischen Ansatz noch als Erkenntnismethode der Biographik ausschloss, bekennt in seinem „Handbuch Biographie“ 2009 sodann, dass ein sozialhistori­scher wie auch kulturgeschichtlicher Zugriff auf das Subjekt durchaus von Nöten sei, um aktuellen Gütekriterien der Biographik zu entsprechen.35 Volker Ullrich sieht seine Aufga­be als Biograph nicht nur darin, den aktuellsten Forschungsstand zu Person und Umfeld Hitlers zu einer zeitgemäßen Synthese zu bringen. Darüber hinaus möchte er auch bisheri­ge Annahmen der Forschung sowie Biographik hinterfragen. In der Fachliteratur kursieren noch immer einige bisher konstant tradierte Grundannahmen über die Person Hitlers, wel­che Ullrich auf den Prüfstand stellen möchte. Ullrich setzt es sich zum Ziel, mit der Fehl­einschätzung Hitlers als Nobody aufzuräumen, indem er sein politisches Kalkül sowie sei­ne demagogischen Fähigkeiten nachzeichnet.36 Im Zuge dessen ist es wichtig, Hitlers Ta­lent für schauspielerische Selbstinszenierung und Verstellungskünste zu durchschauen.37

Die wohl wichtigste Gegenthese Ullrichs lautet, dass Hitler - entgegen der verbreiteten Annahme - durchaus ein Privatleben führte; dass er abseits der Politik keine „leere Hül- se“38 war, wie Kershaw in einem Interview zu seinem ersten Band behauptete.

[...]


1 Vermes, Timur: Er ist wieder da. Köln 2012.

2 Vermes 2012, S. 394.

3 Siehe dazu die Homepage des IfZ: http://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/themen/edition-mein-kampf/(zuletzt abgerufen am: 15.03.2015)

4 Siehe dazu: Kershaw, Ian: Hitler. 1989-1936. London 1998. Sowie Kershaw, Ian: Hitler. 1936-1945. London 2000. Der Arbeit liegen die jeweils deutschen Übersetzungen des dtv Verlages aus dem Jahre 2002 zugrunde. Vgl. Kershaw, Ian: Hitler. 1989-1936. Übers. v. Jürgen Peter Krause, Jörg W. Rademacher. München 2002. Kershaw, Ian: Hitler. 1936-1945. Übers. v. Klaus Kochmann. München 2002. Um eine Unterscheidung zu vereinfachen, werden die Erstpublikationsdaten 1998 und 2000 zitiert.

5 Ullrich, Volker. Adolf Hitler. Biographie, Band 1: Die Jahre des Aufstiegs 1889-1939. Frankfurt a. M. 2013.

6 Fleischhauer, Jan: Spiegel Gespräch mit Volker Ullrich - „Er konnte sehr liebenswürdig sein“. Veröffent­ licht in Spiegel 41 (2013), S. 126-129, hier S. 126.

7 Ullrich 2013, S. 21.

8 Siehe dazu: Fest, Joachim: Hitler. Eine Biographie. Frankfurt am Main 1973.

9 Siehe dazu: Wilke, Jürgen: Journalismus und Geschichtsschreibung. In: Jahrbuch für Kommunikationsge­ schichte, Bd. 11 (2009), S. 5-24.

10 Longerich, Peter. Hitler. Biographie. München 2015.

11 Darstellung folgt, mangels einer Autorenhomepage, dem Artikel Jürgen Wilkes sowie dem Wikipediaein- trag zu Volker Ullrich. Siehe dazu: Wilke 2009, S. 14. Vgl. ebenso: https://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Ullrich_(Historiker) (Zuletzt abgerufen am: 15.03.2016)

12 Siehe: Ullrich, Volker: Otto von Bismarck. Hamburg 1998.
Ullrich, Volker: Der ruhelose Rebell. Karl Plättner 1893-1945. Eine Biographie. München 2000.
Ullrich, Volker: Napoleon. Eine Biografie. Reinbek bei Hamburg 2004

13 Vgl. Wilke 209, S. 15.

14 Die als Goldhagen-Debatte bekannte Diskussion basiert auf den Thesen des Buches „Hitler’s willing exe­cutioners. Ordinary Germans and the Holocaust“, welches Daniel Goldhagen 1996 veröffentlichte. Ullrich reagierte mit folgendem Artikel auf die Diskussion: Ullrich, Volker: „Hitlers willige Mordgesellen. Ein Buch provoziert einen neuen Historikerstreit. In: Die Zeit (1996), Nr. 16. Abgerufen unter: http://www.zeit.de/1996/16/thema.txt.19960412.xml (Zuletzt abgerufen am 15.03. 2015).

15 Vgl. Kershaw 1998, S. 741-744.

16 Vgl. Ullrich 2013, S. 7-18.

17 Zitiert nach Ullrich 2013, S. 12.

18 Vgl. Heiden, Konrad: Adolf Hitler. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit. Eine Biographie. Zürich 1936. Heiden, Konrad: Adolf Hitler. Ein Mann gegen Europa. Eine Biographie. Zürich 1937.

19 Siehe dazu: Bullock, Allan: A Study in Tyranny. London 1952. In Deutschland erstmals ein Jahr später veröffentlicht: Bullock, Allan: Eine Studie über Tyrannei. Düsseldorf 1953.

20 Vgl. Hillgruber, Andreas: Rezension zu: Fest, Joachim: Hitler. Eine Biographie. Frankfurt am Main 1973. In: HZ, Bd. 219,1 (1974), S. 161-165, hier: S. 161 f.

21 Hillgruber lobte Fests Werk als „großer Wurf“ (S. 161), verwies aber bereits auf absehbare Kritikpunkte und Mängel an der Wissenschaftlichkeit seiner Arbeit. Siehe dazu: Hillgruber, 1974, S. 161-165. Herrmann Graml machte sich sodann ein Jahr später daran, die vielerorts bemängelten Unzulänglichkeiten des Werks von Joachim Fest in einem Aufsatz zu bündeln und zu analysieren. Vgl. Graml, Herrmann: Probleme einer Hitler-Biographie, Kritische Anmerkungen zu Joachim C. Fest. In: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Bd. 22, 1 (1974), S. 76-92. Graml gesteht Fest jedoch fernab aller Kritik eine sprachliche wie psychoanalytische Meisterleistung zu (Vgl. S. 79)

22 Graml 1974, S. 91.

23 Kershaw 1998, S. 8.

24 Vgl. ebd. S. 23. Christian Klein spricht hierbei von einem „herrschaftstypologischen Konzept“. Klein, Christian (Hrsg.): Handbuch Biographie: Methoden, Traditionen, Theorien. Stuttgart 2009, S. 334.

25 Der sozialwissenschaftlich-biographische Ansatz wurzelt in den 1970er Jahren. Die Grundannahme besteht darin, dass Individualbiographik das Wesen einer Person nicht ausreichend erfasse, da die „Wechselwir­kungen mit gesellschaftlichen Strukturen und Prozessen“ dabei unbeachtet blieben. Vgl. Schweiger, Han­nes: Die soziale Konstituierung von Lebensgeschichten. Überlegungen zur Kollektivbiographik. In: Fetz, Bernhard (Hrsg): Die Biographie - Zur Grundlegung ihrer Theorie. Berlin 2009, S. 317-352, hier: S. 318.

26 Vgl. Kershaw 1998, S. 663-745.

27 Olaf Hähner verwendet in Abgrenzung von der personalen den Begriff der historischen Biographie. „[Die historische Biographie] betrachtet das Individuum nicht an und für sich, sondern als Faktor innerhalb einer geschichtlichen Entwicklung oder als Ausdruck epochentypischer Zustände.“ Hähner, Olaf: Historische Biographik. Die Entwicklung einer geisteswissenschaftlichen Darstellungsform von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Frankfurt a. M. 1999, S. 29. Nach Hähner müsste Kershaws Ansatz als ein zugleich syntagmatisch wie paradigmatischer klassifiziert werden, da Hitler einerseits als paradigmatisches Produkt seiner Zeit betrachtet wird, welches zugleich syntagmatisch auf das gesellschaftlich-politische System einwirkte. Vgl. ebd. S. 30-33.

28 Ullrich 2013, S. 12.

29 Ullrich 2013, S. 12.

30 Augstein, Franziska: Der Herrschaftsstil des Massenmörders. In: Süddeutsche Zeitung (2013), Nr. 250, S. 13.

31 Siehe dazu: Ullrich 2013, S. 12-14.

32 Ebd., S. 14.

33 Ullrich 2013, S. 14.

34 Siehe dazu: Schweiger 2009, S. 342f. Hannes Schweiger vertritt die Auffassung, Biographik müsse stets das Individuum wie auch das Kollektiv (Kleingruppe) im Blick haben. Dafür schlägt er einen sozialhisto­rischen Ansatz vor, welcher die „wechselseitige Bedingtheit von individueller Entwicklung und sozialen Strukturen“ (S. 342) untersucht. Subjektorientierung schließe dabei eine Strukturorientierung keineswegs aus, vielmehr bedingten beide einander. Zu beachten ist, dass Schweiger das Thema Biographik vorrangig unter literaturwissenschaftlichen Aspekten betrachtet. Siehe weiterhin: Bödeker, Hans Erich: Biographie. Annäherungen an den gegenwärtigen Forschungs- und Diskussionsstand. In: Bödeker, Hans Erich (Hrsg.): Biographie schreiben. Göttingen 2003, S. 9-65, hier S. 55-58.

35 Siehe zunächst für Kleins Skeptik ob eines soziologischen Ansatzes: Klein, Christian: Lebensbeschreibung als Lebenserschreibung? Vom Nutzen biographischer Ansätze aus der Soziologie für die Literaturwissen­schaft“. In: Klein, Christian (Hrsg.): Grundlagen der Biographik. Theorie und Praxi des biographischen Schreibens. Stuttgart, Weimar 2002, S. 69-85, hier S. 70f. Christian Klein lehnt hier den soziologischen Ansatz als Erkenntnismöglichkeit ab, sei dieser nicht litera­turwissenschaftlich genug ausgerichtet, sondern konzentriere sich zu stark auf die strukturellen Merkmale eines Lebenslaufes. Vgl des Weiteren: Klein 2009, S. 331.

36 Vgl. Ullrich 2013, S. 14 f.

37 Ebd. S. 15 f.

38 Augstein, Franziska; Rauff, Ullrich: In gewisser Weise war er der Mann ohne Eigenschaften. Interview mit Ian Kershaw. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, (1998), Nr. 228, S. 44.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Ein Meilenstein der Hitler-Biographik. Volker Ullrichs "Adolf Hitler. Die Jahre des Aufstiegs 1889-1939"
Untertitel
Autor, Werk, Thesen und Rezeption
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V428936
ISBN (eBook)
9783668724938
ISBN (Buch)
9783668724945
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adolf Hitler, Biographie, Biografie, Biographik, Journalismus, Geschichtsschreibung, Ian Kershaw, Joachim Fest, Rezeption, Volker Ullrich
Arbeit zitieren
Cornelius Eder (Autor), 2016, Ein Meilenstein der Hitler-Biographik. Volker Ullrichs "Adolf Hitler. Die Jahre des Aufstiegs 1889-1939", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428936

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