Heinrich von Treitschkes‘ "Cavour". Geschichtsschreibung und Geschichtspolitik


Masterarbeit, 2013
89 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Forschungsstand und Literatur
1.2 Heinrich von Treitschke: seine Geschichtsschreibung, seine politischen Ansichten und Politik
1.2.1 Treitschke, die borussische Schule und die deutsche Geschichtsschreibung
1.2.2 Treitschkes' politische Ansichten
1.3 Historischer Hintergrund der beiden Reichsgründungen
1.3.1 Die Entstehungszeit des Werkes
1.3.2 Das Risorgimento und die Einigung Italiens
1.4 Die Einigung Italiens in der Meinung anderer Liberaler

2 Quellenanalyse: ״Cavour. Der Wegbereiter des neuen Italiens"
2.1 Charaktere als geschichtspolitisches Instrument Treitschkes‘
2.1.1 Cavour
2.1.1.1 Herkunft, Bildung und politische Ansichten
2.1.1.2 Cavours politische Überzeugungen
2.1.1.3 Cavour als Staatsmann und Politiker
2.1.1.4 Cavour und die Abgabe von Savoyen und Nizza
2.1.1.5 Reformen
2.1.1.6 Cavour und Friedrich der Große
2.1.2 Karl Albert
2.1.3 Viktor Emanuel
2.1.4 Garibaldi
2.1.5 Manin
2.2 Innenpolitische Institutionen, die Nation und die Freiheit
2.2.1 Der italienische Nationalverein als Vorbild
2.2.2 Die katholische Kirche: Feind der Freiheit und Einheit
2.2.3 Pressefreiheit: ein Beispiel für die Freiheit des Individuums im Staate
2.3 Staaten als handelnde Akteuere im ״Cavour"
2.3.1 Italien- Vorbild und Gegenbild Deutschlands
2.3.2 Österreich
2.3.3 Frankreich
2.3.4 Piemont- das italienische Preußen?
2.3.5 Preußen- das deutsche Piemont
2.3.6 Der italienische Süden
2.4 Krieg und Nation in Treitschkes‘ Cavour

3. Fazit

Quellen

Aufsätze

Monographien

Herausgeberschaften

1. Einleitung

״Die deutsche Einheit wird gegründet wer­den, aber diese langsamen Preußen werden fünfzig Jahre brauchen, um uns nachzufol- gen“1

Dies sind die Worte des Grafen Camillo Benso di Cavour, die er laut seines ersten deutschen Biographen, Heinrich von Treitschke, am Sterbebett gesagt haben soll. Sie verraten mehr über die Einstellung des Verfassers zur Politik Preußens als über das Denken des Sterbenden. Heinrich von Treitschke, der Historiker sächsischer Herkunft, erblickte in einem Deutschland die Zukunft, dass mit der Macht Preußens geeint werden sollte. Dies zu erreichen, war der Impetus all seines Handelns bis zum Jahre 1871. Da­von zeugen zahlreiche Aufsätze und auch sein Opus Magnum, die ״Deutsche Geschieh- te im 19. Jahrhundert“2, das meistgelesene historische Buch des 19. Jahrhunderts. Wäh­rend sich der Großteil seiner Schriften mit der deutschen Geschichte befasst, widmet er sich in zwei größeren Werken der Geschichte des Auslands: erstens in seiner Schrift über den Bonapartismus und zweitens in seinem Essay ״Cavour“. Letzterer steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Theodor Schieder meint, dass nur selten versucht worden sei, aus der Vergangenheit Italiens politische Gedanken zu erwecken und sie für die ״deut- sehe Nationalidee fruchtbar zu machen“3. Umso interessanter ist das Beispiel von Treit- schkes ״Cavour“. Treitschke thematisierte nicht die Geschichte des antiken Italiens, wie es einige andere große Historiker seiner Zeit, wie etwa Barthold Georg Niebuhr, taten. Er beschäftigte sich mit der für ihn jüngsten Vergangenheit, hielt mit der National­Staatswerdung Italiens den Deutschen ein Vorbild vor.4

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszustellen, wie Heinrich von Treitschke seine Arbeit über den Grafen Camillo Benso di Cavour dazu nutzt, die italienische Einigung als Vorbild Deutschlands zu betrachten bzw. die Geschichte der italienischen Einigung dazu nutzt, seine Ideen und Überzeugungen über eine deutsche Einigung und einen neuen deut­sehen Staat seinen Lesern zu vermitteln. Cavours Leben war beendet und die Einigung Italiens bis auf die Integration des Kirchenstaates abgeschlossen. Damit war eine Grundlage geschaffen mit der Treitschke zeigen konnte, was man in Deutschland nach seiner Überzeugung besser machen müsse. Gleichfalls war es eine Grundlage, um die von Treitschke in dieser Zeit heftig kritisierten Liberalen zu belehren.5 In einem Brief an Gustav Freytag6 vom 13. November 1865 schrieb er ״Da ließe sich den Willenlosen und Phantastischen zeigen, was geniale Realpolitik ist... Ich glaube ich könnte in nächs­ter Zeit nichts Nützlicheres schreiben.“7 Denn er glaubte, so schrieb er an seinen Verle­ger Samuel Hirzel, dass die Deutschen besser von Fremden als aus der eigenen Ge­schichte lernen würden.8 Der Essayist schrieb: ״Wer über Cavour urteilt, der bekennt, wie er sich selber zu den großen Problemen der modernen Gesellschaft stelle.“9 So ist Treitschkes‘ Schrift ״Cavour“ nicht weniger als ein Manifest seiner eigenen Vorstellun­gen zu der Gesellschaft und Politik seiner Zeit. Cavour ist für Treitschkes‘ Zwecke so optimal geeignet, weil er meint, das sich in dem Piemontesen ״der Ideengehalt der Mitte unseres Jahrhunderts so treu und vollständig widerspiegelt“10 wie in wenigen anderen Personen seiner Zeit. Wie der Brief an Hirzel andeutet, begann Treitschkes Arbeit am ״Cavour“ im Jahr 1865. Veröffentlicht wurde sein Essay im Jahr 1869. Sein Aufsatz entstand also in einer Zeit, in der sich in Deutschland wesentliche Dinge veränderten. Das erscheint ihm aber für die Intention seines Aufsatzes unwichtig. Denn er schreibt in einem weiteren Brief an Salomon Hirzel: ״Auf den Augenblick soll der Aufsatz nicht berechnet sein. Erschiene er selbst zu einem Zeitpunkt, wo unser Publikum den Ca- vouť sehen Ideen noch mehr entfremdet wäre als heute: das thäte wenig Schaden.“11 Das heißt, das sein Essay zwar in geschichtspolitischer Absicht geschrieben ist, aber nicht auf den Moment ausgerichtet wurde. So sind eine Ausführungen zum Einen Hand­lungsempfehlungen und überzeugungsversuche auf dem zum Zeitpunkt der Vereffentlichung nur noch kurzen Weg zur Einheit Deutschlands. Zugleich sind sie aber auch darüber hinaus bleibende Überzeugungen Treitschkes, die allgemein, und nicht nur auf das deutsche Beispiel bezogen, verstanden werden können.

Im Punkt 1.1 meiner Arbeit geht es darum, den Forschungsstand zum Gegenstand der Untersuchung also zur Person Treitschkes und seiner Geschichtspolitik mit besonderem Fokus auf Italien darzustellen. Um zu verstehen, wo Treitschke, in welcher Weise, die italienische Geschichte und die Figur des Grafen Cavour nutzt, um seine politischen Absichten und sein Denken zu vermitteln, wird es deswegen in Kapitel 1. 2 der Arbeit darum gehen, zu zeigen, was seine Auffassung von Geschichtsschreibung und seine politischen Ansichten waren. Es wird sich allerdings nicht immer eindeutig sagen las­sen. Wir Menschen neigen dazu, unsere Meinungen im Laufe der Zeit zu überdenken und zu verändern. Auch Treitschke änderte seine Ansichten. Deswegen kann hier nur in etwa Umrissen werden, was die Grundmaximen in Treitschkes‘ Denken waren. Im Punkt 1.3 der Arbeit werden die historischen Grundlagen erörtert, die nötig sind, um die Analyse des ״Cavour“ zu verstehen. Dazu werden die politische Situation in Deutsch­land zur Zeit Treitschkes und der italienische Weg zur Einheit dargestellt. Der Abschnitt 1.4 analysiert die Meinung anderer liberaler Schriftsteller, die sich in der Zeit Treitsch- kes mit Cavour beziehungsweise Italien befasst haben. Es soll hierbei darum gehen, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie denn Treitschkes Ansichten in die Gesamtsicht der Liberalen seiner Zeit einzuordnen ist. Im zweiten Kapitel der Arbeit geht es um die Analyse des Werks. Meine These ist, dass Treitschke mit seinem ״Cavour“ nicht nur zeigt, wie die Reichgründung geschehen sollte, sondern er auch vermitteln möchte, wie das neue Deutsche Reich in seinen Institutionen ausgestaltet werden sollte. Um dies zu zeigen, kümmert sich Kapitel 2.1 um die Personen, die im ״Cavour“ auftreten. Im Blickpunkt steht die Hauptfigur seines Werkes, Camillo Benso di Cavour. Beleuchtet werden auch die Darstellung der Personen der beiden Monarchen König Karl Albert und Viktor Emanuel, Garibaldi und Daniele Manin. Kapitel 2.2 analysiert die Darstel­lung von innenpolitischen Institutionen. Hierbei geht es insbesondere um den italieni­schen Nationalverein und damit den Liberalismus, die katholische Kirche und die Frei­heit der Presse. Im dritten Unterpunkt von Kapitel 2 gilt es, zu untersuchen, welche In­tentionen der Autor mit der Darstellung einzelner Länder beziehungsweise Landesteile und deren innen- und außenpolitischem Verhalten im ״Cavour“ verfolgt. In Kapitel 2.4 werde ich die Rolle untersuchen, den Treitschke dem Krieg bei der Nationalstaatswer- dung zuweist. Abschließend werden im dritten Teil der Arbeit die Ergebnisse zusam­mengefasst.

1.1 Forschungsstand und Literatur

Die Literatur zur Person Heinrich von Treitschkes ist übersichtlich. Sein Leben, Schaffen und Wirken beleuchtet unter anderem der Artikel von Petersdorff in der ?All- gemeinen Deutschen Biographie“12 aus dem Jahre 1910. Natürlich muss man dieser Schrift mit dem nötigen Abstand begegnen. Treitschke wird hier sehr positiv dargestellt, weil sich die Entwicklungen, die sich vielleicht auch mitveranlasst durch seine Schriften in Deutschland ergaben, noch gar nicht absehen ließen. Aus neuerer Zeit sind besonders die Artikel des deutsch- amerikanischen Historikers Georg Iggers, dessen Fachgebiet die Geschichte der Geschichtsschreibung ist13, in meine Arbeit eingeflossen.

Die politische Ideenwelt Treitschkes lässt sich als gut erforscht betrachten. Den Anfang dazu machte H.w.c. DAVIS.14 Auch in jüngerer Vergangenheit hat man sich für die Ideologie Heinrich von Treitschkes interessiert. Zu nennen sind insbesondere die Arbei­ten von Bussmann und15.Ellrich Langer.16 Zu Treitschkes Auffassung zu Staat und Macht eigneten sich besonders gut die Dissertation von CAMPEN und das Kapitel über Treitschke in der Arbeit von Friedrich MEINECKEs über ?die Idee der Staatsräson“ Treitschkes Gedanken zur Rolle der Religion in der Gesellschaft und speziell zur Be­deutung von Protestantismus und Katholizismus wird ausgezeichnet in der Dissertation von BONING17 behandelt. Diese Arbeit lieferte wichtige Impulse für das Kapitel über die katholische Kirche.

Zum Essay ?Cavour“, der im Mittelpunkt dieser Arbeit steht, gibt es -bis jetzt- kein Werk, dass sich explizit mit dieser Schrift beschäftigt. Verschiedene Autoren behandeln den Essay aber in Unterkapiteln ihrer jeweiligen Arbeit. Unter den deutschen Arbeiten sind dabei die schon erwähnten von LANGER und BUSSMANN zu nennen. Besonders Kapitel von LANGER hat sich dabei als hilfreich erwiesen. Theodor Schieders Aufsatz über das ?Italienbild der deutschen Einigungsbewegung“18 hat dieser Arbeit wichtige Impulse geliefert. Ernst PORTNER widmet Treitschke in seiner Arbeit über die Sicht deutscher Liberaler auf die italienische Reichsgründung ebenso ein eigenes Kapitel.19 Sie ist allerdings - auf Grund ihrer Konzentration auf den Liberalismus - nur von unter­geordneter Bedeutung. Das Kapitel über Treitschke hat sich allerdings als hilfreich er­wiesen. Unter den ausländischen Arbeiten ist die Dissertation von Anna Maria VOCI zu nennen.20 Sie beschäftigt sich mit der Rezeption des Grafen Cavour in der deutschen Geschichtswissenschaft vom 19. Jahrhundert bis heute. Bedingt durch den Schwerpunkt ihrer Arbeit trägt sie aber nur wenig zu Fragestellung bei.

1.2 Heinrich von Treitschke: seine Geschichtsschreibung, seine politischen Ansichten und Politik

1.2.1 Treitschke, die borussische Schule und die deutsche Geschichtsschreibung

Leopold von Ranke galt als der Vater der objektiven Geschichtsschreibung. Maxi­me seiner Geschichtsschreibung war eine Sachlichkeit, die von jeglichen subjektiven Einflüssen frei ist.21 Die kleindeutsch- borussischen Historiker zu denen man Treitschke zählt22, unterschieden sich von Rankes Auffassung der Geschichtsschreibung. Sie woll­ten mit ihrer Darstellung Ansichten, wie den Liberalismus, vermitteln und hatten damit politische Ziele. Die Geschichtsschreibung wurde in einer Zeit, in der die Möglichkeiten der politischen und publizistischen Agitation eingeschränkt waren, ein ?Feld der aktuel­len politischen Diskussion“23 und ebenso zu einem Instrument, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und zu bilden. Unter den Geschichtsschreibern, die dort besonders aktiv waren, ist Heinrich von Treitschke zu nennen. Für Schieder ist Treitschke gar, ?der gewaltigste Publizist der nationalstaatlichen Bewegung in Deutschland gewesen“24.

Die Historiker der kleindeutsch- borussischen Schule wie Sybel und Droysen sahen die historische Quellenkritik Rankes’ trotz anderer Intentionen ihrer Historiographie als unabdingbare Voraussetzung ihres Schaffens. Treitschke dachte da anders und lehnte wissenschaftliche Objektivität stets ab25. Iggers stellt sogar in Frage, ob man Treitschke überhaupt als Historiker bezeichnen kann.26

Im Zentrum Treitschkes‘ Geschichtsschreibung standen Personen. Denn ?Männer der That [sind] die eigentliche historischen Helden“27, wie er selbst anlässlich seiner über­nähme der Redaktion der Historischen Zeitschrift im Jahre 1896 im Vorwort schreibt. Petersdorff sagt Treitschke eine große Begabung nach, ?die Personen innerlich zu erfassen“28. Allerdings gibt es für ihn auch Grenzen der Verehrung von Personen, wie später noch gezeigt werden wird. Das glaubt auch PORTNER, der meint, dass Treitschke grundsätzlich nur die Berücksichtigung der Kraft des Menschen innerhalb der Ge­schichte erwarte.29

1.2.2 Treitschkes? politische Ansichten

In diesem Kapitel soll es darum gehen zu zeigen, welche politischen Ansichten Heinrich von Treitschke vertrat. Sie sind auf Grund seiner langen Zugehörigkeit zum Liberalismus tief von diesem geprägt. Rückschlüsse darüber geben seine zahlreichen Aufsätze, die er vornehmlich in den Preußischen Jahrbüchern veröffentlicht hat, die anschließend zu Sammlungen zusammengefügt und publiziert wurden. Es ist - wie be­reits erwähnt - nicht ganz einfach zu sagen, was präzise zum Zeitpunkt der Abfassung des ?Cavour“ seinen politischen Ansichten entsprach. Trotzdem soll versucht werden, die Leitlinien zu skizzieren, die Treitschkes politische Einstellung kennzeichneten. Heinrich von Treitschke wurde in seinem Denken von verschiedenen Denkern beein- flussi. Unter anderem hat sein Lehrer Dahlmann30 Eindruck in seinem Denken hinter­lassen. Sein Ansichten vom Staat wurde von den Schriften Hegels, des Juristen Wilhelm Roschers, Aristoteles‘ und Machiavelli beeinflusst.31 Inspirierend wurde auch die Arbeit zur ?Realpolitik“ von seinem Kollegen Rochau.32 Dessen Begriff der ?Realpolitik“ wurde von Treitschke übernommen.

Im Zentrum seines Denkens Stand der Staat. Er war für ihn die ?große kollektive Per­sönlichkeit der Geschichte“33. Besonders vom Wesen des Staats hatte er eine klare Vor­Stellung: Es sei ?zum Ersten Macht, zum Zweiten Macht und zum Dritten nochmals Macht.“34 BUSSMANN weist hierbei darauf hin, dass damit anfangs keine national­staatliche Machtentfaltung gemeint gewesen sei, wie sie von Treitschke später postuliert wurde.35 Treitschke habe im Staat ?das zu einer souveränen Macht organisierte Volk“36 gesehen. Der Staat war Ordnungsprinzip überhaupt in seinem Denken. Ihm war alles unterzuordnen. Der Einzelne etwa muss sich ganz dem Staat fügen. Auch wenn er sich selbst zum ?Staatsirrtum“37 bekennen muss.

Die persönliche Freiheit im Staat war ihm aber ebenso wichtig. Ihr zum Schutz existiere der Staat.38 Der Staat solle dem Einzelnen erlauben, sich selbst zu verwirklichen.39 Er solle nach Treitschkes‘ Ansicht die ?Selbstthätigkeit der Bürger“40 sogar unterstützen. Die Liberalen hatten sich in der Frage der Freiheit in zwei Gruppen aufgeteilt: der radi­kale Liberalismus ging die Freiheit gar über die Einheit des Staates. Die gemäßigten Liberalen, zu denen Treitschke gehörte, waren aber bereit, für das Erreichen der Einheit in einem starken Staat auch den zeitweiligen Verlust der Freiheit in Kauf zu nehmen.41

Die politische Freiheit hatte für Treitschke eine spezielle Funktion für die Bildung einer Nation: Wenn das ?sittliche Bewußtsein“42 des Volkes die Grundlage des Staates sei, werde das Volk in seinem eigenen Interesse regiert und entwickele aus sich selbst hin­aus den Willen sich zu einer Nation zusammenzuschließen. Ist dieser Wille erst entwi- ekelt, entstehe der ?Drang, fremdartige Volkselemente auszuschließen und dort, wo die die Nation aus Kleinstaaten bestehe, ?das engere der beiden ?Vaterländer“ auszuschei- den“43. Treitschke folgert also aus dem Willen zum Zusammenschluss zu einer Nation eine Exklusion von Minderheiten. Des Weiteren lässt er in seine Theorie von der Ent­stehung eines Nationalbewusstseins die Überzeugung einfließen, dass - ungesagt - Ös­terreich aus Deutschland hinausgedrängt werden müsse. In einem vollendeten Staat bei Treitschke existiert persönliche Freiheit in einem freien Staat.44

Notwendigerweise ergibt sich aus seiner Sicht des Staats auch dessen stärkstes Macht­mittel: der Krieg. Denn der Staat ist, wie oben bereits erwähnt, Macht. Und Krieg und Macht sieht er als eins.45 Kriegerischen Auseinandersetzungen steht Heinrich von Treit- schke positiv gegenüber. Er sieht Krieg in Anknüpfung an die Vorstellungen Hegels nicht nur als ?praktische“ sondern auch als ?theokratische Notwendigkeit“46. Der krie­gerischen Handlung schreibt er verschiedene Funktionen für die Gesellschaft zu: So sei erst durch den Krieg der Beweis erbracht worden, dass Preußen die Kraft habe, Deutschland neu aufzuteilen. Zudem sieht er im Krieg ein Mittel, um die Gesellschaft zu einen und die Liebe fürs Vaterland zu stärken.47 Den Gedanken, dass man Krieg aus der Welt verbannen könne, sieht er gar als ?tief unsittlich“48 an. Einschränkend muss man jedoch sagen, dass Treitschke aus moralischen und wirtschaftlichen Gründen für eine ?Verminderung und Verkürzung der Kriege“49 eintrat.

Die Handlungsmöglichkeiten des Staats werden von Treitschke nicht präzise genannt. Seine ?Zuständigkeit und Wirksamkeit“50 hat keine Grenzen. Allerdings sieht Treitsch- ke die Macht des Staats nicht als Selbstzweck, sondern um ?die höheren Güter der Men­sehen zu schützen und zu befördern.“51

Seine bevorzugte Staatsform ist die Monarchie. Sie sei die Staatsform, unter der die Einheit verwirklicht werden könne.52 Die Monarchie sei im preußischen Volk tief ver­ankert gewesen.53 Er befindet sich mit seiner Meinung ganz in liberaler Tradition, die schon früh die Monarchie als ?staatliches Gehäuse“54 anerkannte. Eine mächtige Kö­nigsherrschaft hält Treitschke auch deshalb für wichtig, weil sie zum Ausgleich ver­schiedener Interessen in den Gesellschaftsgruppen beitragen könne und außerdem nötig sei, um Kriege zu führen.55 Eine absolute Monarchie lehnt er aber ab. Der Monarchie müsse eine Konstitution gegeben werden. In diesem dann konstitutionellen Staat, den er sich für sein einiges Deutschland wünscht, hält er ein hohes Maß an ?Volksbildung“56 für nötig. Der Demokratie steht er für seine Zeit mit Ablehnung gegenüber. Denn dafür hält er das deutsche Volk noch lange nicht bereit.57

Was den Verwaltungsaufbau des Staates anbelangt, bevorzugt er den preußischen Mit­telweg. Das Haus Hohenzollern habe die Provinzen in Preußen einer starken Staats­macht unterworfen, aber ihnen dennoch ihre kulturellen Eigenheiten und ihre Selbstän­digkeit bewahrt.58 Englands Zentralismus scheint ihm zu stark, die in Österreich existie­rende Unabhängigkeit der einzelnen Landesteile aber zu schwach.

Die Verwaltung eines Staates bzw. der einzelnen Teile soll nach Treitschke in Selbst­Verwaltung vor sich gehen. Um die Selbstverwaltung zu organisieren, schwebt Treit- schke eine duale Lösung vor. Die Verwaltung soll auf der Ebene der Provinzen und auf der Ebene der Gemeinden vor sich gehen.59 Provinzen seien für ihn historische Körper. Deswegen sei es auch grundfalsch, es so zu machen, wie die Italiener: ?Hüten wir uns vor dem folgenschweren Fehler der Italiener, die aus Angst vor dem Partikularismus ihr reichgegliedertes Land zu napoleonischen Departments zusammenschlugen.“60 Die Fä­higkeit zur Selbstverwaltung sieht Treitschke in Deutschlands als in hohem Maße vor­handen an.61

Wichtig ist für Treitschke, dass ein Staat eine Verfassung hat. Dieser schreibt er positive Eigenschaften zu. In Preußen etwa hätten sich dadurch die Provinzen zusammengefun­den. Das spätere, gemeinsame Parteileben hätte eine Verbindung zwischen den einzel­nen Teilen geschaffen.62 Die Verfassung nimmt damit für Treitschke eine ähnlich integ- lierende Funktion ein, wie er sie dem Krieg zuschreibt.

Die Ordnung der Gesellschaft in Stände hält er für legitim. Sie sind für ihn ?sociale Gruppen“63. Den Adel hebt er besonders hervor. Denn er sei besonders reich an bedeu- tenden Männern in Militär und in der Leitung des Staates gewesen.64 Das Vorrecht des Adels zu letzterem sieht er als erblich an. Wenn er auch durch die Entwicklung in der Volkswirtschaft, die Entwicklung von Berufsständen, eine Erosion der alten Ständeord­nung sieht, glaubt er weiter fest an den Bestand des Adels.65

In der Außenpolitik lässt sich bei Treitschke ein Hauptfeind ausmachen: das katholische Österreich. Abgeneigt steht er auch der Idee vom ?Heiligen Römischen Reich deutscher Nation“ gegenüber. In diesem Konstrukt sieht er den Schuldigen für das bisherige Nichtzustandekommen des ?deutschen Großmachtstaats“66

Die deutschen Kleinstaaten sah er als nicht lebensfähig an. Sie seien abhängig ?von der Gnade der großen Mächte gewesen, blieben von vornherein zu philisterhafter Armselig­keit verurtheilt.“67

Das Thema des Glaubens war für Treitschke ein Gebiet ?absoluter Freiheit“68. Die Kir­che habe nicht so viele sittliche Kräfte wie der Staat. Besonders schlecht denkt er von der katholischen Kirche. Sie habe Ziele, die grundverschieden von denen des Staates seien und träume davon, die ganze Welt dem katholischen Glauben zu unterwerfen.69 Sie sei dementsprechend ein Hindernis für die Freiheit des und die Freiheit im Staate gewesen. Trotz seiner Kritik gegenüber der katholischen Kirche hatte der christliche Glauben für ihn eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Er war ein ?kultureller Leit- wert“70. Seine Ablehnung gegenüber der katholischen Kirche begründete sich zum Ei­nen -wie schon erwähnt- aus seinen Vorstellungen bezüglich des Begriffs der Freiheit und zum Anderen aus seiner Theorie vom Wesen der Geschichte. Nach seinem Ver­ständnis ist der Gang der Geschichte teleologisch, d.h. zweckmäßig. Die Verkörperung dieses Geschichtsverständnisses fand Treitschke im preußischen Staat. Zeitlich sah er eine Kontinuität dieser Geschichte ab der Reformation, woraus für ihn die Geschichte protestantisch war. Daraus ergab sich, dass die katholische Kirche nicht mehr zu dieser Auffassung von Geschichte dazugehörte. Der von ihm häufig in seinen Werken ge­brauchte Begriff des ?Ultramontanismus“ dient ihm dabei als Sammelbegriff für alles, was er an der katholischen Kirche für schlecht hält: ?Papsttum, Autorität, Gewissens­zwang, geistige Unfreiheit“71.

Um Treitschkes politisches Denken zu verstehen, ist es wichtig, auch seine Vorstellung von sittlichem Handeln zu kennen. Sittliches Handeln war für ihn dabei nicht mit mora­lischem Handeln, wie wir es verstehen würden, gleichzusetzen. Er glaubte, dass auch ein Staat sittlich handeln müsse. Weil der Staat aber Macht sei (s.o.) war für ihn auch der Erhalt dieser Macht, ?die höchste sittliche Pflicht des Staates“72.

1.3 Historischer Hintergrund der beiden Reichsgründungen

Um Treitschkes Interpretation der italienischen Einigung und des Verhaltens Ca- vours zu verstehen, ist zweierlei nötig: Einerseits muss man wissen, wie die politische Situation in Deutschland zu der Zeit Treitschkes‘ aussah. Hierbei soll besonders die Einigungsbewegung in den Fokus genommen werden. Auch die Außenpolitik muss in unserer Betrachtung eine Rolle spielen. Anderseits soll hier die italienische Einigung ebenso prägnant dargestellt werden, um Treitschkes Interpretation besser zu verstehen und um nicht im Analyseteil stets ausführlicher auf die einzelnen Ereignisse eingehen zu müssen.

1.3.1 Die Entstehungszeit des Werkes

Der deutsche Historiker Heinrich August Winkler charakterisiert die Periode von 1850 bis zur Reichsgründung im Jahre 1871 als eine Zeit, in der es einen Bewusstseinswandel gegeben habe. Der Idealismus der Zeit des Vormärz und der Revolution habe einem Positivismus, Realismus und Materialismus Platz gemacht.73

Die Liberalen hatten nach der gescheiterten Revolution von 1848 erkannt, dass eine Reichseinigung mit Hilfe der Masse der Menschen nicht zu erreichen war. Vielmehr musste die Macht des Staates sie herbeiführen. Preußen sollte für den größten Teil der Liberalen dieser Staat sein.74 Die Denker des deutschen Liberalismus hatten verschiede­ne Ideen, wie sie die Zukunft sahen. Manche glaubten zum Beispiel an eine Welt in der sich der Liberalismus durchsetzt und in der Kriege unmöglich werden. Dazu hielten sie die Selbstbestimmung der Nationen für unausweichlich. Was freilich in der Realität problematisch war und zu einer Spaltung der Liberalen in der Frage führen musste. Denn in der Frage über der Zukunft Polens zum Beispiel gab es jene, die auch dem Volk Selbstbestimmung zugestanden und andere, die den Verlust von Gebieten des deutschen (preußischen) Territoriums fürchteten.75 1859 wurde der Nationalverein gegründet. Sein Ziel war ein durch Preußen geschaffe­ner kleindeutscher Nationalstaat. Das Mittel dazu sollte ein Nationalkrieg sein.76 Sein Einfluss war aber bald begrenzt. Denn der National verein war ab dem Jahre 1864 in einer Krise. Er verlor seine Kraft effektiv zu handeln, weil die preußische Regierung die Hoffnungen auf ein Handeln im Sinne der Liberalen, also des Nationalvereins, ent­täuschte. Zusätzlich fehlten dem Nationalverein auch eine Massenbasis in der Bevölke­rung und die Bindung zum Süden Deutschlands.77

In der Außenpolitik war nach dem Friedensschluss von Paris im März 1856 der Krim­krieg beendet und die europäischen Mächte hatten sich eigentlich darauf geeinigt, Kon­flikte demnächst wieder friedlich, d.h. diplomatisch, zu lösen. Dem widersprechend verlief der Konflikt zwischen Piemont- Sardinien, Frankreich und Österreich aber an­ders. Alle drei Mächte legten es letztlich auf eine militärische Auseinandersetzung an. Die Habsburger hatten sowohl von London als auch von Berlin eine Beistandserklärung erwartet. Diese blieb aber beiderseits aus. Die Politik Österreichs sorgte sowohl bei den Deutsch- Österreichern als auch in der deutschen Öffentlichkeit für Unmut. Österreich und die übrigen deutschen Staaten standen sich immer ferner. Die großdeutsche Idee, die schon seit der Revolution von 1848 deutlich an Rückhalt verloren hatte, wurde jetzt noch unwahrscheinlicher78

Das Verhalten Preußens im Konflikt zwischen Piemont- Sardinien, Frankreich und Ös­terreich stieß zumindest bei den deutschen Nationalisten auf Ablehnung. Diese vermute­ten bei Frankreich ein Expansionsstreben auch nach Mitteleuropa hinein und wollten dies in seinen Anfängen unterbinden. Statt einer klaren Positionierung gegen Frankreich verhielt sich die preußische Krone aber neutral. Nach einem gescheiterten Ultimatum von Österreich an Piemont brach im April 1859 der Krieg aus. Er fand sein Ende im Frieden von Villafranca im Juli 1859 zwischen Napoleon III. und den Habsburgén!. Dieser wurden von den deutschen nationalen Strömungen überwiegend als Sieg Napo­leon III. verstanden. Man vermutete, dass er den Interessengegensatz zwischen Preußen und Österreich auch dazu nutzen würde, um die von ihm erstrebte Rheingrenze zu errei­chen. Der Frieden von Villafranca ließ Preußens Taktik schlecht aussehen, weil es die Situation nicht genutzt hatte, um seine eigene Position in Deutschland und Europa zu stärken. Dementsprechend beklagte sich die Presse über ?die Schwäche und Hand-lungsunfähigkeit ,Deutschlands' und seiner Regierungen.“79 Nachdem in Italien 1859 dann letztlich doch ein italienischer Nationalstaat gegründet wurde, hatte dies den end­gültigen Zusammenbruch der Mächteordnung in Europa zur Folge. Für die Staaten des deutschen Bundes und die unterschiedlichen Strömungen der deutschen Nationalbewe­gung ergaben sich viele Gründe, über ihr künftiges Handeln nachzudenken.

In der Folgezeit kam es in Deutschland zu einer Wiederbelebung demokratischer Struk­turen. Parteien und der Nationalverein wurden gegründet. Die politischen Institutionen bekamen in Preußen mehr Einfluss gegenüber der Zentralgewalt und die Möglichkeit, seine Meinung kundzutun, wurde größer.80

In dieser Zeit vergrößerte sich die Angst in der Allgemeinheit vor einer Aggression Frankreichs.81 Der großpreußisch gesinnte Teil der Nationalbewegung sah in einem Nationalkrieg den Schlüssel zur deutschen Einigung. Keinesfalls sollte es sich aber um einen Eroberungskrieg handeln. Wichtig war auch, dass ein möglicher Krieg nur im Einklang mit der öffentlichen Meinung geschehen sollte. Dazu sollte Preußen Vorbild für die anderen deutschen Staaten werden, um Deutschland ?moralisch“82 zu erobern. In der Nationalbewegung kam es bereits seit 1849 zu einer zunehmenden Militarisierung. Die italienische Einigungsbewegung wurde dabei zu einem Vorbild.83

Ein wichtiges Ereignis der Zeit Treitschke’s ist der preußische Verfassungskonflikt von 1862. Hierbei wollten die Liberalen eine Verkürzung der Wehrpflicht durchsetzen, um der Wirtschaft so mehr Männer zu zuführen und selbige auch früher der Willkür und Brutalität der Offiziere der Armee entziehen zu können. Trotzdem wurde das Militär als wichtig angesehen und als Mittel im Kampf um die nationale Einheit betrachtet. Der Verfassungskonflikt wurde zu einem Machtkampf zwischen den konstitutionellen Insti­tutionen, dem König und dem Herrenhaus und den Liberalen. Letztlich scheiterte der Antrag der Liberalen. Otto von Bismarck hatte eine Lücke in der Verfassung dazu aus­genutzt, um seine Interessen durchzusetzen. Das Scheitern der preußischen Liberalen führte zu einem erneuten Aufbrechen der unterschiedlichen Zielvorstellungen der libe­ralen Bewegung in ganz Deutschland. Besonders in Süddeutschland entstand eine anti- preußische Stimmung. Die Befürworter einer großpreußischen Lösung der National­staatsfrage gerieten ins Hintertreffen.84

Nach dem Friede von Wien am 30. Oktober 1864, mit dem der deutsch- dänische Krieg zu Ende war, gab es zwei Szenarien für eine Zukunft Deutschlands: Entweder man be­lässt alles wie es ist und arbeitet an einer auf lange Frist angelegte Veränderung in den Einzel Staaten, oder man sucht kurzfristig die Entscheidung mit (preußischen) Militär­mittein, um den de facto machtlosen deutschen Bund aufzulösen und einen deutschen Nationalstaat zu schaffen. Die offene Frage des Verbleibs Holsteins, das nach dem Krieg aus dem Herrschaftsbereich Dänemarks herausgelöst war, war noch nicht ganz geklärt. Innerhalb Preußens gab es Befürworter einer Annexion Holsteins durch Preu­ßen, wie zum Beispiel Heinrich von Treitschke. Zum anderen gab es aber auch eine Schleswig- Holstein Bewegung, die auf dem Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung in den beiden Gebieten bestand. Bismarck löste die Frage durch das Abkommen von Gastein im August 1864 auf eigene Weise. Österreich verwaltete in Zukunft Holstein und Schleswig fiel unter die Administration Preußens.

Die Zukunft Deutschlands blieb aber weiterhin offen. Da keine der beiden Großmächte sich in seiner Machtausübung einschränken wollte, lief die Situation immer mehr auf eine militärische Lösung der Machtfrage in Deutschland hinaus. Zu dieser kam es dann im Jahre 1866. Das Habsburgerreich wurde aus Deutschland hinaus, Preußen nach Deutschland hineingedrängt. Im Norden Deutschlands entstand der norddeutsche Bund. Nachdem der Konflikt mit Österreich geklärt war, Stand einer neuer kurz bevor, den viele schon seit längerer Zeit kommen sahen. Die Politik Frankreichs wurde schon län­ger mit kritischem Blick beäugt worden, die Machtpolitik Napoleons Thema verschie­dener Aufsätze. Auch Treitschke hatte sich - wie schon bemerkt - intensiv mit dem Bonapartismus auseinandergesetzt. Napoleon III. hatte sich mit seiner Politik verspeku- lieri. Der Versuch, die Mächte Österreich und Preußen gegeneinander auszuspielen, war gescheitert. Innenpolitisch Stand der Neffe Napoleon Bonapartes mit dem Rücken zur Wand. Dies veranlasste ihn dazu, durch ein außenpolitisches Machtspiel gegen Preußen Stärke zu beweisen. Den Grund dazu gab ihm die spanische Thronfolge. Auf diese soll­te die Nebenlinie der Hohenzollern, die von Hohenzollern- Sigmaringen, zugunsten Frankreichs verzichten. Als der Botschafter Napoleons in Bad Ems den endgültigen Verzicht auf die Thronnachfolge forderte, beantwortete Bismarck dies mit der scharf formulierten Emser Depesche. Das Ergebnis war die Kriegserklärung vom 19. Juli 1870 durch die Franzosen, die ein Jahr nach der Veröffentlichung85 des Cavour erfolgen soll­te.

1.3.2 Das Risorgimento und die Einigung Italiens

Am Ende des 18. Jahrhunderts entstanden in vielen Ländern Europas Bewegungen, die sich gegen die mächtigen Monarchien auflehnten.86 Aus ihnen entstanden letztlich Nati­onalbewegungen, zu deren Entstehung es auch in Italien kam. Die Geschichte des Risorgimento, in der die italienischen Verfechter des nationalen Gedankens ihren Kampf um die Einheit fochten und hier insbesondere der entscheidenden Phase von 1848 bis 1861, soll hier in aller Kürze dargestellt werden. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Figur des Grafen Camillo Benso di Cavour.

Die Eroberung von Teilen Italiens durch Napoleon Bonaparte ließ nicht nur den Code Civile zurück. Auch das Gedankengut der Jakobiner war in Italien auf fruchtbaren Bo­den gefallen. Im Jahre 1806 kam es zu der Entstehung des Geheimbunds der Carbonari. Diese richteten sich gegen Österreich und ihre radikalsten Vertreter forderten eine itali­eni sehe Republik.87

Die Idee einer Einheit Italiens wurde von verschiedenen Personen befördert. Diese un­terschieden sich in ihren Zielen. Der Jurist Giuseppe Mazzini und sein ?Giovane Italia- na“ etwa wollten eine parlamentarische Demokratie in einem neuen italienischen Natio­nalstaat errichten.88 Der Dichter Vincento Gioberti hingegen wollte ein einiges Italien unter päpstlicher Führung. Der Venezianer Daniele Manin andererseits drängte auf die Errichtung einer Republik. Wichtig war ihm hierbei auch die Befreiung von der Öster­reichischen Fremdherrschaft. Der piemontesische Graf Camillo Benso di Cavour war kein Verfechter des italienischen Einheitsstaates. Er nahm ihn hin, erstrebte ihn aber nicht unbedingt. Denn dem Unitarismus Napoleons Stand er näher als dem Föderális- mus.89 Trotzdem wurde er zur entscheidenden Person im Prozess der italienischen Ei­nigung.

Die Kräfte der Carbonari zettelten in Italien Aufstände an, um auf diesem Wege die Einigung herbeizuführen. Sie scheiterten aber an der Zersplitterung der einzelnen Grup­pen. Am 4. März 1848 erließ der König Piemont Sardinies Karl Albert das Statuto Al­bertino, eine Art Verfassung Piemonts, um den revolutionären Bewegungen entgegen- zukommen90. Die Verfassung wurde von den Radikalen jedoch abgelehnt, während sich die Liberalen uneins waren. In der Folge breiteten sich die Aufstände aus, sodass man jetzt von revolutionären Zuständen reden konnte. Nachdem man die Österreicher erfolg­reich zurückdrängte, rief man auch den König Piemonts, Karl Albert, zum Krieg gegen Österreich auf, den dieser am 24. März 1848 verkündete. Unter dem Druck der révolu- tionären Kräfte nahmen auch Heere aus verschiedenen anderen Provinzen teil. Der erste Unabhängigkeitskrieg der Italiener hatte nationalen Charakter.91 Nach anfänglichen Erfolgen der italienischen Truppen schlugen die Österreicher aber zurück. Der zögerli­che König Piemonts zog es vor zu kapitulieren, sodass die Österreicher neuerlich Besat­zer italienischer Gebiete waren. Anders als man vielleicht glauben konnte, führte dies aber nicht zu einem Erliegen der Revolution. Im Gegenteil: Schnell kam es zu einer neuen Welle revolutionärer Ausschreitungen. Ab dem 2. September begann sie mit ei­nem Aufstand in der Stadt Livorno. In Rom kam es zur Ausrufung einer Verfassung und der Besitz der Kirche wurde nationalisiert. Weil Karl Albert revolutionären Ausschrei­tungen in Italien zuvorkommen wollte, kündigte er den Waffenstillstand mit Österreich. Was folgte war der zweite Unabhängigkeitskrieg, der aber erneut zu Ungunsten der Piemontesen endete.92 93 Karl Albert verstarb weniger später in seinem kürzlich bezöge- nen portugiesischen Exil. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Viktor Emanuel. Dieser befand sich aber zuerst nicht bereit, die Revolution zu unterstützten. Er bekämpfte sie sogar.

Graf Camillo Benso di Cavour wurde der Anführer der industriellen Liberalen und 1852 der Regierung in Turin. Als dieser versuchte er die Außenpolitik für italienische Zwe­cke nützlich zu machen. Dazu schloss Cavour ein Beistandspakt mit Napoleon III. Bei einem geheimen Treffen in Plombiers im Jahre 1858, einer kleinen Stadt in Lothringen, einigte man sich auf ein französisches Eingreifen in den Konflikt bei einer Aggression Österreichs. Im Gegenzug stimmte Cavour zu, die Provinzen Savoyen und Nizza an Frankreich abzugeben.94 Als es am 27. April 1858 erneut zum Krieg gegen Österreich kam, standen die Franzosen auf Seiten Piemonts. Österreich erlitt zwei schweren Nie­derlagen bei Magenta und Solferino.95 Letztlich wurde Piemont aber nur Vasall Frank­reichs. Im Tausch für die Gebiete Savoyen und Nizza, stimmte Napoleon III. dem An­Schluss der Toskana, der Herzogtümer und der päpstlichen Legationen zu.96 Die Abtre­tung der Gebiete geschah jeweils in Form eines Anschlussplebiszits. Die Abstimmun­gen wurden allerdings durch französische Militärs und Beamte beeinflusst.97

Um einer Proklamation des Königs durch die revolutionären Truppen um Garibaldi aus dem Weg zu gehen, nahm Cavour die Dinge selbst in die Hand. Er eroberte im Septem­ber 1860 Teile des päpstlichen Mittelitaliens und schloss sie durch Plebiszite an Norditalien an. Nachdem der österreichische König Franz ?. kapitulierte, wurde Viktor Emanuel II. vom piemontesischen Parlament zum König Italiens proklamiert.98 übrig blieb nur noch die Frage des Verbleibs des Kirchenstaats. Sein Schicksal sollte sich erst später entscheiden.

1.4 Die Einigung Italiens in der Meinung anderer Liberaler

Um die Treitschkes Schrift ?Cavour“ richtig einzuordnen zu können, werden im Folgenden die Schriften anderer Liberaler seiner Zeit, die über die italienischen Eini­gungsbewegung bzw. über die Figur Camillo Benso di Cavours schrieben, beleuchtet. Zunächst einmal ist festzustellen, dass Treitschkes Essay über Cavour der einzige seiner Art blieb. Lediglich Ludwig von Rochau machte einen weiteren Versuch einer Charak­terisierung des italienischen Staatsmannes, die aber als Fragment im Jahre 1874 endete. Da das Fragment nach der Reichsgründung veröffentlicht wurde, trägt es deshalb wenig zu unserer Untersuchung bei. Doch ganz unnütz ist es nicht. Deshalb werde ich später auf es zurückkommen. Andere liberale Autoren, wie etwa Gustav Freytag oder Her­mann Reuchlin veröffentlichten Artikel über die Situation in Italien zur Einigungszeit in den Preußischen Jahrbüchern und dem Grenzboten. Problematisch ist in Bezug auf den Grenzboten, dass nicht immer erkennbar ist, von wem der Artikel geschrieben wurde. Auf die Einbeziehung der Artikel, bei denen der Autor nicht zu erkennen war, wurde deswegen verzichtet.

In seinem Aufsatz über ?Die Lage Italiens“ von 1858 schreibt Gustav Freytag, dass der Unterschied zwischen Italien und Deutschland sei, dass in Italien die Einheit von Ein­zelnen, in Deutschland aber vom Volkswillen ausgehen müsse.99 Den gemeinsamen Gegner Italiens und eines neuen Deutschlands erblickt er in Österreich.100

Hermann von Baumgarten fragt sich in seinem Artikel in den preußischen Jahrbü- chem101, ob die Politik Cavours in der italienischen Geschichte herausragte oder ob es sich dabei nicht viel mehr um eine Fortsetzung von Vorherigem handelte. Er sieht darin letzteres und glaubt, dass schon die vorherige auswärtige Politik der Piemonteser auf eine Auseinandersetzung mit Österreich hinausgelaufen wäre. In der italienischen Ge­schichte erblickt Baumgarten die ständige Besatzung des Landes als Übel. Dies hätte für die Italiener die negative Folgen gehabt, dass ?sie jede Spur nationalen Geistes und kriegerischer Tätigkeit“102 eingebüßt hätten. Nur Piemont habe seine militärische Schicht behalten können. An Preußens Stillhalten angesichts des Konflikts um Italien sieht Baumgarten eine Schwäche des deutschen Liberalismus. Dieser müsse die auswär­tige Politik in seine Bemühungen um die Einheit miteinbeziehen. Um die Argumentari- on im Inneren durch Ereignisse im Ausland zu unterstützen.103 In der Politik Preußens des Jahres 1865 und der Piemonteser Politik vor fünfzig Jahren erblickt er den gleichen Fehler. Beide Regierungen hätten damals versucht, den Konflikt mit Österreich im Inne­ren zu lösen. Dies habe aber nicht weiter geführt. Im Falle Piemonts hätte sich erst die Situation zu ändern begonnen, als es begann alle italienischen Kräfte um sich zu scha­ren und ein Cavour, als tatkräftiger Leiter der Regierung auf den Plan getreten sei. Baumgarten empfiehlt der preußischen Regierung die italienischen Ereignisse zu Studie­ren, d.h. sie als Vorbild zu nehmen.104

Zeller geht in einem Aufsatz in den preußischen Jahrbüchern auf die gesetzestreue von Staatsmännern ein. Er ist davon überzeugt, dass es manchmal für einen Staatsmann ge­boten sei, ungesetzlich zu handeln, wenn ?es wirklich keinen anderen Weg gibt, um einem Volke die unerläßlichen Bedingungen seines politischen Lebens zu erringen oder zu erhalten [...]“105.

Heinrich Hornberger ist ähnlich wie Zeller der Meinung, dass die Sittlichkeit eines Staatsmanns Grenzen findet. Diese entsprächen denen der ?realen Sittlichkeit“106 Dies ist eine Sittlichkeit, die sich in etwa mit dem trifft, was Treitschke als Sittlichkeit be­greift. Sittliches Handeln bedeutet für ihn ein Handeln im Sinne der Nation und damit des Staates. Deshalb fällt Hombergers Beurteilung der Politik Cavours auch milde aus. Denn für ihn handelt Cavour sittlich, weil ihm sein Ruf nichts wert ist, ihm ein einiges Italien im Gegensatz dazu über alles geht.107

Die Liberalen haben auch eine Meinung zu dem französischen Kaiser Louis Napoleon und seinem Engagement in Italien. Julian Schmidt etwa beurteilt den Kaiser sehr posi­tiv. Denn er sieht die Franzosen als wichtiges Gegengewicht zu den Habsburgern an, das den Italienern die Zeit gibt, sich zu entwickeln.108 Freytag hingegen erblickt in sei­nem Artikel im Jahr darauf Napoleon III. als Gefahr für Deutschland.109

Lang erkennt in seinem Aufsatz ?Zur neueren Geschichte Italiens“ eine Gleichartigkeit der Staaten Preußen und Italien110. In Bezug auf den Fortgang der Staatsgründung Itali­ens und Deutschlands bis zum Status Quo im Jahre 1868 streicht er die Vorteile der Deutschen gegenüber der italienischen hinaus. Die deutsche Einigung erfolge langsa­mer, stetiger, geordneter und außerdem ohne die Hilfe fremder Mächte.111

Dem Liberalismus, den Cavour gegenüber der katholischen Kirche mit seinem Diktum von der ?libera chiesa in libero stato“ vertreten habe, standen die liberalen Schreiber der preußischen Jahrbücher abgeneigt gegenüber. Sie hielten die katholische Kirche schlicht für intolerant und Cavours Ideen für undurchführbar.112

Wilhelm Lang bewundert an Cavour die Stringenz in seinem Denken. Schon in der Ju­gend sei er mit sich im Reinen gewesen. Seine Haltung gegenüber Staat und Kirche habe sich seit dem nicht verändert.113 Die Handlungsweise Cavours, ist sie auch manchmal etwas unmoralisch, wird z.b. von Hornberger gutgeheißen.114

Ludwig August von Rochau zuletzt betont die Schwäche der Cavor’sehen Politik durch sein Abhängigkeitsverhältnis zu Frankreich.115

Das Bild der anderen Liberalen lässt sich etwa so zusammenfassen: In Piemont sehen sie das Preußen Italiens. Cavour ist für durch die Stringenz seines Denkens und der Übersicht seines Handelns der Mann, der die Einigung Italiens herbeiführen muss. Die Art seines Handelns ist für sie akzeptabel, da sie dem großen Ziel, der Einheit, dient. Gegner des italienischen Staates und damit letztlich auch eines neuen deutschen Staates sehen sie in Österreich und der katholischen Kirche. An der Politik Preußens kritisieren sie sein zögerliches Handeln.

2 Quellenanalyse: ?Cavour. Der Wegbereiter des neuen Itali- ens“

Dieses Kapitel wendet sich der Analyse des ?Cavour“ zu. Dabei geht der erste Teil auf Personen ein, die von Treitschke dargestellt werden. Der zweite Teil analysiert die Darstellung einzelner Institutionen. Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Frage, wie Treitschke einzelne Länder beziehungsweise Landesteile darstellt.116

2.1 Charaktere als geschichtspolitisches Instrument Treitschkes‘

Im ?Cavour“ beschreibt Treitschke einige Charaktere detaillierter. Neben dem Haupt­darsteller, Graf Camillo Benso di Cavour, rücken die beiden Könige der Schaffenszeit Cavours, Karl Albert und sein Sohn, Viktor Emanuel, in den Blickpunkt. Zudem wer­den Daniele Manin und Giuseppe Garibaldi charakterisiert. Im folgenden Kapitel steht die Analyse der Darstellung dieser Personen im Mittelpunkt. Welche Charaktereigen­schaften weist der Historiker Heinrich von Treitschke ihnen zu? Wie gebraucht er sie, um dem Leser damit seine eigenen Überzeugungen nahe zu bringen?

2.1.1 Cavour

In diesem Teil der Arbeit geht es um den Hauptakteur des ?Cavour“, um den Grafen Camillo Benso di Cavour selbst. Dieser und dessen Handlungen sind für Treitschke das Mittel zum Zweck. Analysiert werden soll hier, wie Treitschke den Staatsmann Cavour in verschiedenen Phasen charakterisiert und wie dieser in verschiedenen politischen Situationen agiert. Im ersten Teil dieses Kapitel steht Cavours‘ Herkunft, seine Ausbil­dung und im Mittelpunkt. Abschnitt 2.1.1.2 beleuchtet Cavours politische Überzeugung. In Punkt 2.1.1.3 geht es darum, welche Fähigkeiten Treitschke Cavour als Staatsmann zuweist und wie er in der Politik handelte. Punkt 2.1.1.4 widmet sich der Abgabe von Savoyen und Nizza. Anschließend betrachtet Abschnitt 2.1.1.5 die Reformpolitik Ca- vours und was Treitschke daraus für Deutschland ableitet. In einem letzten Abschnitt wird auf die Gemeinsamkeiten zwischen Friedrich dem Großen und Cavour eingegan­gen, die der Historiker zu finden glaubt.

2.1.1.1 Herkunft, Bildung und politische Ansichten

Treitschke zeichnet an verschiedenen Stellen seines Essays ein Bild vom privaten Ca­vour. Bezüglich Cavours‘ Erziehung, glaubt Treitschke, dass die Mutter eine größere Rolle gespielt habe, als der Vater. Das sei bei den meisten ?ungewöhnlichen Man- nem“117 der Fall gewesen. Von der Mutter hätten die meisten großen Männer ihr ?Genie und Talent“118. Das bedeutet also, dass Treitschke in Cavour früh einen großen Mann erkannte, die für ihn für den Fortgang der Geschichte wichtig waren. Gleichzeitig hat der Verweis auf Cavours Mutter noch eine andere Funktion. Sie wird als intelligente Frau beschrieben durch deren Herkunft aus einer protestantischen Familie freiheitliche Ideale in das Haus der Grafenfamilie Einzug gehalten hätte. Den Protestantismus macht der Protestant Treitschke damit für die freiheitlichen Gedanken Cavours‘ verantwortlich.

Treitschke erzählt von Cavours‘ Landgut Leri, wo dieser mit sehr viel Elan gewirtschaf- tet habe, überliefert sei von ihm der Ausspruch: ?Ich kann nichts halb tun“119. Der Es­sayist sah in Cavour einen Mann, der nicht halbherzig handelte, sondern die Dinge stets direkt und vollständig anpackte. Das wird auch in weiteren Beispielen deutlich: Früh habe man in Cavour die Anlagen eines Mannes der Tat gesehen. So sei er zum Beispiel, da ist Treitschke mit Wilhelm Lang einer Meinung sehr jung schon mit sich im Reinen gewesen, ?nach der Weise tatkräftiger Naturen“120. Realismus habe ihn bereits früh aus­gezeichnet. Denn er habe nichts gewollt, was er nicht gekonnt hätte.121 Zudem habe er auch die Weitsicht gehabt, ?als ein Mann der That, der das Treiben der Menschen über­sehen und beherrschen will.“122 Seine Tatkraft habe ihm auch einen tiefen Optimismus gegeben, der ihn allerdings auch zu Fehlem verleitet hätte.123 Als Vorbilder hätten ihm früh Staatsmänner wie Friedrich der Große, Napoleon Bonaparte oder auch Karl Erna- nuel IIL, der ehemalige König von Piemont Sardinien, gedient, die durch ihre ?rück- sichtlose Tatkraft“124 hervorgestochen hätten.

Treitschke charakterisiert Cavour als einen Menschen, der mit all seinen Gedanken schon früh ein Kind der ?modernen Welt“125 gewesen sei, der Gegenwart zugewandt und seine Augen auf die Zukunft gerichtet. Damit entwirft der Historiker den jungen Grafen als Gegenbild zur deutschen und italienischen Gesellschaft seiner Zeit. Denn diese lebten nach Ansicht des Essayisten zu sehr in der Vergangenheit (Vgl. Kap. 2.3.1), in den Erinnerungen an alten Ruhm, beziehungsweise in den Welten des Dichtertums.

Sein Wissen habe er sich im Leben angeeignet. Er sei Beispiel dafür, ?daß der Realis­mus des Heerwesens und der Landwirtschaft die beste Vorschule für den Staatsmann bildet“126. Diese ?Vorschule“ hatte auch Otto von Bismarck durchlaufen. Treitschke will offenbar die Parallelen zwischen beiden Staatsmännern aufzeigen.

Treitschke glaubt von Cavour, dass in diesem früh das ?dämonische Ahnungsvermögen des Genius“127 durchgeschienen hätte. Schon nach Beendigung seiner Karriere beim Militär habe er gewusst, dass er irgendwann das Amt des Ministers von Italien inneha­ben würde. Doch er habe gewusst, dass er sich gedulden müsse. Der Graf habe es abge­lehnt, den Lauf der Geschichte mit einem eigenen Plan beeinflussen zu wollen, ihn ?der erhabenen Vernunft der Geschichte unterzuschieben“128. Treitschke macht Cavour zum Anhänger seiner teleologischen Auffassung vom Gang der Geschichte. Cavour wird so nur zu einem Bestandteil eines geschichtlichen Verlaufes. Denn die ?Vernunft der Ge­schichte“, argumentiert Treitschke offenbar, wird auch ohne eine größere menschliche Absicht ihren Weg gehen und in einem vernünftigen und gerechten Ergebnis enden.129 Daran wird deutlich, dass Treitschke in Cavour schon früh einen Menschen sah, der die Anlagen hatte, ein großer Staatsmann zu werden, wie der Essayist ihn sich vorstellte:

?Dem Staatsmann ist nicht gestattet wie dem schlichten Bürger, die fleckenlose Reinheit seines Wandels und seines Rufes als das höchste der sittlichen Güter heilig zu halten. Er lebt den Lebenszwecken seines Volkes, er soll die Zeichen der Zeit zu deuten wissen, den göttlichen Gedanken herausfinden aus dem Ge­wirr der Ereignisse und ihn verwirklichen in hartem Kampfe.“130

Jemand der nicht versucht die Geschichte zu beherrschen, sondern deren Fortgang zu verstehen und die ihn bestimmenden Ideen zu unterstützen.131

Treitschke skizziert, um dies kurz zusammenfassen, einen jungen Cavour, der voller Tatendrang gewesen sei, ein Kind der modernen Zeit gewesen war und einem repräsen­tativen Regierungssystem, wie es Treitschke vorschwebt, zugeneigt scheint.

2.1.1.2 Cavours politische Überzeugungen

Das politische Denken Cavours in Treitschkes‘ Essay ist ein Denken ganz im Sinne des Essayisten. Das macht Treitschke an verschiedenen Stellen deutlich. In Cavour sei das ?historische Gefühl der Aristokratie“132 wach gewesen und er habe sich fest mit dem Staat Piemont verwurzelt gefühlt. Die Bindung der Aristokratie an den Staat hebt Treit- schke hervor. Denn er sieht diese Bindung der Aristokratie von den deutschen Demo­kraten verkannt. Cavour sei des Weiteren sehr früh schon ein ?konstitutioneller Monar- chist“133 gewesen. Treitschke unterstellt dem Piemontesen die Sympathie zur konstituti­onellen Monarchie, um diese auch seinen deutschen Lesern zu vermitteln.

Treitschke geht auch auf Cavours Position gegenüber den nicht monarchistischen Strö­mungen in Italien ein. Cavour habe, dem Radikalismus negativ gegenübergestanden. Als Radikale wurden zur Zeit Treitschkes in Deutschland die Sozialisten bezeichnet. Diese wurden als eine internationale und damit antinationale Bewegung verstanden.134 Treitschke sieht in jenen besonders auch Feinde der Aristokratie und eine egalitäre Be- wegung.135 Seine Abneigung gegenüber den politischen Gedanken der Radikalen macht er durch Cavour deutlich. Die ?die unreife Empörung von 1821“136

[...]


1 TREITSCHKE, Heinrich von: Cavour [1869, überarbeitet in 1871], in: TREITSCHKE, Heinrich von: Historische und politische Aufsätze , Bd. II, Leipzig 1921, 243- 400, hier S.389 künftig: TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour).

2 TREITSCHKE, Heinrich von: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Erster Teil. Bis zum zweiten Pariser Frieden, Leipzig 1927.

3 SCHIEDER, Theodor: Das Italienbild der deutschen Einheitsbewegung, in: Studien zur deutsch- italie­nischen Geistesgeschichte, Köln 1959, s. 141- 162, hier s. 141 f.

4 Ibid., S.155.

5 So auch PORTNER, Emst: Die Einigung Italiens im EIrteil liberaler deutscher Zeitgenossen. Studie zur inneren Geschichte des kleindeutschen Liberalismus, Bonn 1959, S.145.

6 Gustav Freytag war Schriftsteller, Historiker und Journalist, Herausgeber der Zeitschrift ?Die Grenzbo­ten, eines sehr einflussreichen Organs des bürgerlich- nationalen Liberalismus in Norddeutschland, vgl. Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Neue Deutsche Biographie, Bd. V., Falck- Fyner, 1961 Berlin, S.425- 427.

7 DOVE, Alfred (Hrsg.): Gustav Freytag und Heinrich von Treitschke im Briefwechsel, Leipzig 1900, S.72.

8 TREITSCHKE, Brief an Salomon Hirzel, vom 28.11.1856, in: Briefe, Bd. T, S.437.

9 TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour), S.237.

10 Ibld.

11 TREITSCHKE: Brief an Hirzel, (28.11.1865), in: CORNELICUS, Max (Hrsg.): Heinrich von Treit- schkes Briefe, Bd. II., (1859-1866), Leipzig 1913Bnefe, Bd.II, S.438.

12 PETERSDORFF; Fiermann von: Fleinrich von Treitschke, in: Allgemeine Deutsche Biographie 55 (1910), s. 263-326.

13 IGGERS, Georg: Fleinrich von Treitschke, in: WEF1LER, Elans Ulrich (Hg.), Deutsche Historiker, Bd. 2, Göttingen 1971, s. 66-80

14 DAVIS, H.W.C.: The political thought of Heinrich von Treitschke, (zuerst veröffentlicht) New York 1915.

15 CRAMPEN, Wilhelm: Der Machtstaatsgedanke bei Heinrich von Treitschke, Diss. 1967; MEINECKE, Friedrich, Walther Hofer (Hrsg.):Die Idee der Staatsräson in der neueren Geschichte, München 1957.

16 BUSSMANN, Walter: Treitschke. Sem Welt- und Geschichtsbild, Göttingen 1952; LANGER, Ulrich: Heinrich von Treitschke. Politische Biographie eines deutschen Nationalisten, Düsseldorf 1998. 1915.

17 BÖING, Günther: Das Verhältnis von Staat und Kirche bei Heinrich von Treitschke im Zusammenhang der Entwicklung seiner religiösen und politischen Anschauungen, Diss., Freiburg im Breisgau 1956.

18 SCHIEDER, Theodor: Das Italienbild der deutschen Einigungsbewegung, in: Instituo italiano di cultura (Hrsg.): Studien zur deutsch- italienischen Geistesgeschichte, Köln 1959, S.210- 235.

19 PORTNER, Emst: Die Einigung Italiens im Urteil liberaler deutscher Zeitgenossen. Studie zur inneren Geschichte des kleindeutschen Liberalismus, Bonn 1959.

20 VOCI, Anna Maria: La Germania e Cavour: storia e storiografia, Rom 2011.

21 BERDING, Helmut: Leopold von Ranke, in: WEHLER, Hans- Ulrich: Deutsche Historiker, Bd. I, Göttingen 1971, s. 7- 24, hier s.7ff.

22 Iggers steht dieser These kritisch gegenüber, Vgl. IGGERS, Georg: Heinrich von Treitschke, in: Weh- 1er, Hans Ulrich (Hg.), Deutsche Historiker, Bd. 2, Göttingen 1971, s. 66-80, hier s. 75.

23 METZ, Karl Heinz: Grundformen historiographischen Denkens. Wissenschaftsgeschichte als Methodo­logie. Dargestellt an Ranke, Treitschke und Lamprecht, München 1979, s. 244.

24 SCHIEDER: Das Italienbild der deutschen Einigungsbewegung, s. 155.

25 IGGERS. Heinrich von Treitschke, S.66, S.75.

26 Ibid., S.66

27 TREITSCHKE, Heinrich: Die Aufgabe des Geschichtsschreibers. Vorbemerkung bei Übernahme der Redaktion der Historischen Zeitschrift, in: TREITSCHKE, Heinrich (Hrsg.): Historische Zeitschrift 76 (1896), s. 1-4, hier s.l.

28 PETERSDORFF; Fiermann von: Fleinrich von Treitschke, in: Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 55, Leipzig 1910, s. 263-326, hier s. 276.

29 PORTNER, Emst: Die Einigung Italiens im Urteil liberaler deutscher Zeitgenossen. Studie zur inneren Geschichte des kleindeutschen Liberalismus, Bonn 1959, S.167.

30 Friedrich Wilhelm Dahlmann war deutscher Flistoriker und Staatsmann. Er war einer der Göttinger Sieben und Treitschkes Lehrmeister. Vgl. ANGERMANN, Erich: F.c. DAF1LMANN, in: Neue deutsche Biographie, Bd. III, Berlin 1957, s. 478-480.

31 MEGAY, Edward N. : Treitschke Reconsidered: The Hegelian Tradition of German Liberalism, in: Midwest Journal of Political Science, Voi. 2, Nr. 3 (Aug, 1958), s. 298- 317, hier s. 301.

32 KATSCH, Hildegard: Heinrich von Treitschke und die preussisch- deutsche Frage von 1860- 1866, München 1919, s. 3.; SCHIEDER: Das Italienbild der deutschen Einigungsbewegung, s. 158.

33 MEGAY : Treitschke Reconsidered, s. 302.

34 zitiert nach: CRAMPEN, Wilhelm: Der Machtstaatsgedanke bei Heinrich von Treitschke, Diss. 1967, s 106.

35 BUSSMANN, Walter: Treitschke als Politiker, in: Historische Zeitschrift 177, S.249- 279, hier S.251.

36 CRAMPEN: Der Machtstaatsgedanke bei Heinrich von Treitschke, insbesondere s. 80- 105, hier s. 106.

37 Ibid., S.108.

38 MEINECKE: Staatsräson, S.473.

39 TREITSCHKE: Historische und politische Aufsätze, Bd. III, Leipzig 1871, S.19. (künftig: HPA, Bd. III (A)

40 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), s.19.

41 MEGAY, Edward N. : Treitschke Reconsidered: The Hegelian Tradition of German Liberalism, in: Midwest Journal of Political Science, Voi. 2, Nr. 3 (Aug, 1958), s. 298- 317, hier s.298f.

42 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), S.8

43 Ibid., S.8.

44 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), S.41.

45 TREITSCHKE: Historische und politische Aufsätze, Bd. III, Leipzig 1920, (künftig: HPA, Bd. III (B)), S.748.

46 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), S.533.

47 Ibid., S.537.

48 * Ibid., S.535.

49 MEINECKE. Staatsräson, S.479

50 TREITSCHKE: HPA, Bd ?? (A)? s. 112.

51 zit. nach: MEINECKE, Friedrich, Walther Hofer (Hrsg.): Die Idee der Staatsräson in der neueren Ge­schichte, München 1957, s. 469.

52 BUSSMANN: Treitschke. Sein Welt und Geschichtsbild, Göttingen 1952, S.219.

53 TREITSCHKE: HPA, Bd. Ill (A), S.524.

54 LANGEWIESCHE, Dieter: Liberalismus in Deutschland, Frankfurt am Main 1988, S.21.

55 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), S.527

56 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), S.8.

57 Ibid., S.7.

58 Ibid., S.499.

59 TREITSCHKE. HPA, Bd. III (B), s.833ff.

60 Ibid. S.836

61 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (A), S.23

62 TREITSCHKE: HPA, Bd. III (B), S.764.

63 TREITSCHKE: Politik, S.300

64 TREITSCHKE, Heinrich: Politik, in: CORNELICUS, Max (Hrsg.): Politik. Vorlesungen, gehalten an der Universität zu Berlin von Heinrich von Treitschke, Leipzig 1898, S.298

65 Ibid., S.301.

66 CRAMPEN: Der Machtstaatsgedanke bei Heinrich von Treitschke, S.83

67 TREITSCHKE: Politik, S.510.

68 TREITSCHKE: HPA, Bd. Ill (A), S.23.

69 Ibid.,s.28.

70 GRAMLEY, Hedda: Christliches Vaterland- einiges Volk. Zum Protestantismus und Nationalismus von Theologen und Historikern 1848- 1880, in: ECHTERNKAMP, Jörg; Sven Oliver MÜLLER (Hrsg.): Die Politik der Nation. Deutscher Nationalismus in Krieg und Krisen 1760- 1960, s.81-108, hier s. 91.

71 BONING, Günther: Das Verhältnis von Staat und Kirche bei Heinrich von Treitschke, S.85.

72 TREITSCHKE: Politik, S.100.

73 WINKLER: Der lange Weg nach Westen. Vom Ende des alten Reichs bis zum Untergang der Weima­rer Republik, München 2000, s. 213.

74 LANGEWIESCHE: Liberalismus in Deutschland, S.68.

75 HAMEROW, Theodore: The social Foundation of German Unification. Ideas and Institutions, New Jersey 1969, s. 140ff.

76 JANSEN: Christian: Gründerzeit und Nationsbildung 1849-1871, Paderborn 2011, S.135.

77 Ibid., S.93.

78 Ibid., S. 120.

79 JANSEN: Gründerzeit und Nationsbildung., s. 123.

80 Ibid., S.129.f.

81 Ibid., S.134.

82 Ibid., S.136.

83 Ibid., S. 143.

84 Ibid., s. 15Iff.

85 Laut PORTNER beendet Treitschke seine Arbeit um Ostern 1869, Vgl. PORTNER: Die Einigung Itali­ens, S. 146.

86 RIALL, Lucy: Risorgimento. The history of Italy from Napoleon to Nation State, London 2009, s. 1.

87 FELDBAUER, Gerhard: Geschichte Italiens: vom Risorgimento bis heute, Köln 2008, s. 15.

88 Ibid., S.18.

89 STADLER, Peter: Cavour. Italiens liberaler Reichsgründer, München 2001, S.16.

90 Ibid., S.23.

91 Ibid., S.26.

92 Ibid., s.29f.

93 Ibid., S.32.

94 ALTGELD, Wolfgang: Cavour, Piemont und die Nationalbewegung bis 1860, in: ALTGELD, Wolf­gang (Hrsg.): Kleine italienische Geschichte, Stuttgart 2002, S.292- 324, hier S.301.

95 FELDBAUER: Geschichte Italiens, S.22.

96 Ibid., S.37.

97 ALTGELD: Cavour, Piemont und die Nationalbewegung bis 1860, S.305

98 FELDBAUER: Geschichte Italiens, s.37.

99 FREYTAG: Die Lage Italiens, in: Die Grenzboten 1858, 2, s. 253-261, hier S.260.

100 Ibid., S.254.

101 BAUMGARTEN, Hermann, von: Zur Vorgeschichte der Erhebung Italiens, in: Preußische Jahrbücher, Bd. 16, 1856, s. 409- 427, hier S.411.

102 BAUMGARTEN: Zur Vorgeschichte, s. 413.

103 Ibid., s. 426.

104 Ibid., s. 427.

105 ZELLER E: die Politik in ihrem Verhältnis zum Recht, in; Pr. Jbb. , Bd. 23 (April 1969), s. 637- 650, hier s. 648.

106 HOMBERGER, Heinrich : Massimo d’Azeglios Briefe, in: Pr. Jbb, Bd. 26, 1870, S.457.

107 Ibid., S.458.

108 SCHMIDT, Julian: ?Die Pläne des Kaisers Napoleon III.“, in: Grb. 1857, s.321-326, Vgl. auch Portner, Emst: Die Einigung Italiens im Urteil liberaler deutscher Zeitgenossen, Bonn 1959, S.85.

109 FREYTAG, Gustav: Napoleon III. und die Stimmung in Deutschland, Grb. 1860, 2, s. 81-88, hier s. 83

110 LANG, Wilhelm: Zur neuen Geschichte Italiens, Pr. Jbb 22 (1868), s. 245- 254 , hier S.245

111 Ibid., S.246.

112 Portner: Die Einigung Italiens, S.69

113 Pr. Jbb 51, s.612ff.

114 HOMBERGER: Massimo D’Azeghos Briefe, a.o.O., S.458.

115 ROCHAU, Ludwig August von: Camillo Cavour. Ein Fragment aus dem handschriftlichen Nachlass von Ludwig August von Rochau, in: Die Grenzboten, 1874, s. 186

116 Ein Problem der Analyse des Cavour ist die Existenz verschiedener Ausgaben. Vgl. ROLKER, Chris­toph: Eleinrich von Treitschke. Werke und Ausgaben, Quelle: http://kops.ub.uni- konst anz.de/bitstream/handle/um:nbn:de:bsz:352-opus-6423/Werkbibliographie. pdf? sequence=l [18.09.2012]. In dieser Arbeit wurde die Ausgabe des Jahres 1921 berücksichtigt. Der Cavour- Essay wurde 1869 veröffentlicht, danach aber noch im Jahre 1871 von Treitschke geändert. Diesem Umstand ist sich der Autor bewusst.

117 TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour), S.250.

118 TREITSCJJKE; Politik, S.304.Treitschkes Schriften zur Politik von post mortem veröffentlicht. Zur Authentizität dieser Arbeit: LANGER: Heinrich von Treitschke, S.342.

119 TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour), S.253.

120 Ibid., S.251.

121 Ibid., 5.251.

122 Ibid., 5.252.

123 Ibid., S.254.

124 TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour), S.254.

125 Ibid. S.251.

126 Ibid, S.253

127 Ibid. S.255.

128 Ibid. S.255.

129 MEGAY: Treitschke Reconsidered, S.302.

130 MEGAY: Treitschke Reconsidered, S.302.

131 Ibid., S.302T

132 TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour), S.254.

133 Ibid., S.256.

134 WENDE, Peter: Radikalismus, m: KOSELLECK, Reinhart, Werner CONZE, Otto BRUNNER (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politischen- sozialen Sprache in Deutschland, Bd. V, Stuttgart 1984, s. 113- 133, hier s. 130.

135 TREITSCHKE, Heinrich von: Politik, Bd. I (Leipzig 1987), 19, Bd.2 (1889), 180; Vgl. Bd. 1 309; Bd.2, 94, 194.

136 TREITSCHKE: HPA, Bd. II (Cavour), S.257.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten

Details

Titel
Heinrich von Treitschkes‘ "Cavour". Geschichtsschreibung und Geschichtspolitik
Hochschule
Universität Mannheim  (Historisches Institut)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
89
Katalognummer
V428994
ISBN (eBook)
9783668727380
ISBN (Buch)
9783668727397
Dateigröße
1011 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nation Building, Nationswerdung, Italienische Einigung, Deutsche Einigung, Heinrich von Treitschke, Graf Cavour
Arbeit zitieren
Timo Lange (Autor), 2013, Heinrich von Treitschkes‘ "Cavour". Geschichtsschreibung und Geschichtspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428994

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