Die Arbeit widmet sich am Beispiel der Epoche des Sturm und Drang der Frage nach der Vermittlung von literarischen Strömungen im Deutschunterricht. Anhand eines spezifischen Unterrichtsvorschlages werden die theoretischen Vorüberlegungen in die Praxis übersetzt.
Inhaltsverzeichnis
I) Lehrplanbezug
II) Sachanalyse
III) Didaktische Analyse
3.1 Umsetzung der didaktischen Leitlinien für den Literaturunterricht
3.2 Lernziele für die Unterrichtsstunde
3.3 Vorüberlegungen bezüglich der Methoden und Medienauswahl
IV) Unterrichtsverlauf
V) Artikulationsschema
VI) Materialien
M 1 OHP-Folie Einstieg:
M 2 Arbeitsblatt:
Gruppe 1:
M 3/1 Die griechische Sagengestalt Prometheus
M 3/2 Johann Wolfgang von Goethe: Prometheus (1774)
Gruppe 2:
M 4/1 Die griechische Sagengestalt Ganymed
M 4/2 Johann Wolfgang von Goethe: Ganymed (1774)
M 4/3 Johann Wolfgang von Goethe: Prometheus (1774)
Gruppe 3:
M 5/1 Literaturwissenschaftliche Einführung
M 5/2 Schematische Epochendarstellung
Gruppe 4:
M 6/1 Friedrich Schiller: Kabale und Liebe (1784)
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit konzipiert eine Doppelstunde für die 11. Klasse eines Gymnasiums, um den Übergang von der Epoche der Aufklärung zum Sturm und Drang zu vermitteln. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch den Vergleich beider Strömungen ein Verständnis für die Gleichzeitigkeit von Literaturepochen und deren Merkmale zu ermöglichen.
- Vergleichende Analyse von Aufklärung und Sturm und Drang
- Erarbeitung zentraler Motive anhand von Primärtexten
- Multiperspektivischer Zugang durch Gruppenarbeit
- Förderung der Präsentations- und Analysekompetenz
- Affektive Aktualisierung des Epochenthemas
Auszug aus dem Buch
Erster Akt, Fünfte Szene:
FERDINAND: Du bist blass, Luise?
LUISE: Es ist nichts. Nichts. Du bist ja da. Es ist vorüber.
FERDINAND: Und liebt mich meine Luise noch? Mein Herz ist das gestrige, ist`s auch das deine noch? Ich fliege nur her, will sehn, ob du heiter bist, und gehn und es auch sein – du bist`s nicht.
LUISE: Doch, doch, mein Geliebter.
FERDINAND: Rede mir Wahrheit. Du bist`s nicht. Ich schaue durch deine Seele wie durch das klare Wasser dieses Brillanten (Er zeigt auf seinen Ring.) Hier wirft sich kein Bläschen auf, das ich nicht merkte – kein Gedanke tritt in dies Angesicht, der mir entwischte. Was hast du? Geschwind! Weiß ich nur diesen Spiegel helle, so läuft keine Wolke über die Welt. Was bekümmert dich?
LUISE: Ferdinand! Ferdinand! Dass du doch wüsstest, wie schön in dieser Sprache das bürgerliche Mädchen sich ausnimmt -
FERDINAND: Was ist das? Mädchen! Höre! Wie kommst du auf das? - Du bist meine Luise! Wer sagst dir, dass du noch etwas sein solltest? Siehst du, Falsche, auf welchem Kaltsinn ich dir begegnen muss. Wärest du ganz nur Liebe für mich, wann hättest du Zeit gehabt, eine Vergleichung zu machen? Wenn ich bei dir bin, zerschmilzt meine Vernunft in einen Blick – in einen Traum von dir, wenn ich weg bin, und du hast noch eine Klugheit neben deiner Liebe? - Schäme dich! Jeder Augenblick, den du an diesen Kummer verlorst, war deinem Jüngling gestohlen.
Zusammenfassung der Kapitel
I) Lehrplanbezug: Begründet die Wahl des Themas Sturm und Drang für die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums unter Berücksichtigung der Kompetenzförderung.
II) Sachanalyse: Erläutert die Problematik der zeitlichen Epocheneingrenzung und die notwendige Differenzierung sowie Kontinuität zwischen Aufklärung und Sturm und Drang.
III) Didaktische Analyse: Analysiert die methodische Umsetzung der Unterrichtsstunde sowie die Lernziele hinsichtlich kognitiver und affektiver Kompetenzen.
IV) Unterrichtsverlauf: Beschreibt den strukturellen Aufbau der Doppelstunde, vom Einstieg über die Gruppenarbeitsphase bis zum Ausklang.
V) Artikulationsschema: Bietet einen tabellarischen Überblick über die zeitliche Einteilung, die Ziele und die eingesetzten Medien der verschiedenen Unterrichtsphasen.
VI) Materialien: Enthält alle für den Unterricht benötigten Texte, Quellenzitate, Arbeitsblätter und Zusatzinformationen.
Schlüsselwörter
Sturm und Drang, Aufklärung, Epochenvergleich, Literaturunterricht, Geniegedanke, Didaktik, Prometheus, Ganymed, Kabale und Liebe, Literaturwissenschaft, Epochenkonstrukt, Individuum, Emotionalität, Vernunft, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen didaktisch fundierten Entwurf für eine Doppelstunde, die das Ziel verfolgt, Schülern den Übergang und die Unterschiede zwischen der Epoche der Aufklärung und dem Sturm und Drang näherzubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die literaturwissenschaftliche Einordnung von Epochengrenzen, die Gegenüberstellung von Vernunft und Gefühl sowie die Analyse von Primärtexten der Epoche Sturm und Drang.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen die Epoche des Sturm und Drang in ihren Grundmerkmalen erfassen und verstehen, dass Literaturepochen oft überlappende, wissenschaftliche Konstrukte sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein induktiver Ansatz gewählt, bei dem die Schüler in Expertengruppen selbstständig Materialien erarbeiten und in Präsentationen vorstellen, begleitet von einem stetigen Vergleich mit der bereits behandelten Aufklärung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine fachliche Sachanalyse, eine didaktische Einordnung sowie einen detaillierten Unterrichtsverlauf samt Artikulationsschema für die konkrete Umsetzung im Klassenzimmer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Epochenvergleich, Geniegedanke, Induktion, Multiperspektivität und die bewusste Verknüpfung von kognitiven und affektiven Lernzielen geprägt.
Warum spielt der Vergleich zwischen Aufklärung und Sturm und Drang eine so zentrale Rolle?
Der Vergleich dient dazu, die vermeintliche Polarität der Epochen zu relativieren und den Schülern zu verdeutlichen, dass beide Strömungen trotz unterschiedlicher Schwerpunkte (Vernunft vs. Gefühl) auch Kontinuitäten aufweisen.
Welche Funktion hat die Hausaufgabe im Entwurf?
Die Hausaufgabe dient der affektiven Aktualisierung, indem die Schüler dazu angehalten werden, ihre eigene Lebenswelt mit den geistigen Strömungen des Sturm und Drang in Verbindung zu bringen.
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- Cornelius Eder (Author), 2014, Die Epoche des Sturm und Drang als Gegenstand des Literaturunterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429181