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Wenn Rache zur Rachsucht wird. Die Darstellung der Rachsucht in Hofmannsthals Drama "Elektra"

Titel: Wenn Rache zur Rachsucht wird. Die Darstellung der Rachsucht in Hofmannsthals Drama "Elektra"

Hausarbeit , 2018 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Janine Göttert (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon bei Elektras erstem Aufzug in Hugo von Hofmannsthals einaktiger Tragödie "Elektra" (1903) wird die Protagonistin als animalisch dargestellt. Sie hat ein Trauma, den Mord an ihrem Vater durch die Mutter Klytämnestra und deren Geliebten Aegisth, zu verarbeiten. Hierfür möchte Elektra die beiden Mörder büßen lassen, doch wird im weiteren Verlauf schnell deutlich, dass aus dem bloßen Rachegedanken eine Art Rachsucht geworden ist, von der sie sich nicht abbringen lassen kann und möchte. Nur durch den für sie gerechten Mord an Klytämnestra und Aegisth kann ihr Bedürfnis gestillt werden, was sie selbst sehr deutlich macht: „[...] darum muß ihr Blut hinab, um dir zu Dienst zu sein, [...] dann tanzen wir [...]“ (Hofmannsthal: 12, 6-12). Deshalb wird das Drama unter der Fragestellung, wie die Rachsucht in Hofmannsthals Tragödie Elektra dargestellt wird, analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nach dem Vatermord

2.1. Die animalische Elektra

2.2. Das Opfer wird zum Täter

2.3. Wenn Rache zur Rachsucht wird

3. Die Darstellung der Rachsucht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie in Hugo von Hofmannsthals Drama Elektra die psychologische Entwicklung der Protagonistin von einem Rachegedanken hin zur zerstörerischen Rachsucht dargestellt wird, wobei der Fokus auf ihrer Rolle als Opfer eines Traumas liegt.

  • Traumatheoretische Analyse der Protagonistin
  • Darstellung des Animalischen und Dämonischen
  • Funktion des Motivs der Augen
  • Zusammenhang zwischen Opferrolle und Täterwunsch
  • Strukturelle Analyse von Haupt- und Nebentext

Auszug aus dem Buch

2.1. Die animalische Elektra

Die Protagonistin Elektra wird in ihrem Handeln und ihren Trieben durch und durch tierisch dargestellt. Diese Darstellung erfolgt erstmals durch den Nebentext, welcher den Auftritt des Mädchens beschreibt: „Elektra kommt aus der schon dunkelnden Hausflur gelaufen. Alle drehen sich nach ihr um. Elektra springt zurück wie ein Tier“ (Hofmannsthal: 7−8). Sie wird nicht nur explizit als Tier bezeichnet, auch das Haus wirkt wie die Höhle eines Tieres, welche sie gerade verlässt. Diese Parallelen zu dem Animalischen schien Hofmannsthal nicht unbewusst geschrieben zu haben, denn wie in den Szenische[n] Vorschriften zu »Elektra« zu lesen ist, befindet sich auf einem der Dächer ein gekrümmter Feigenbaum, „dessen Masse unheimlich geformt im Abendlicht wie ein halbaufgerichtetes Tier auf dem flachen Dach auflagert“ (Hofmannsthal: 65, 34−66, 2). Eine Gemeinsamkeit zwischen dem Bühnenbild und der Figur Elektra ist durchaus gegeben.

Doch nicht nur das Bühnenbild ist entsprechend gestaltet worden, auch die Beleuchtung unterstützt den zugeschriebenen Charakter der Elektra, denn das Hausinnere ist, wie schon durch den Nebentext beschrieben, dunkel. Die Tür und die Fenster „wirken als unheimliche schwarze Höhlen“ (Hofmannsthal: 66, 10−11). Das Haus kann also als eine Höhle der animalischen Elektra gesehen werden oder auch als Hölle der dämonischen Elektra. Auch Esselborn schrieb diesbezüglich Folgendes:

„Elektra [...] erscheint schon zu Anfang des Stücks in extremer Vereinsamung und Isolierung. Dies geht so weit, daß sie [...] geradezu Züge eines wilden verfolgten Tieres und zugleich eines „Dämons“ an- nimmt, wobei dieser Eindruck durch das Bühnenbild, die dunkle „Enge, Unentfliehbarkeit, Abgeschlossenheit“ des Hofes in tiefem Schwarz und Rot noch verstärkt wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Fragestellung eingeführt, wie die Rachsucht in Hofmannsthals Elektra dargestellt wird, wobei die traumatheoretische Perspektive und die These der Protagonistin als Opfer im Zentrum stehen.

2. Nach dem Vatermord: Dieses Kapitel analysiert die animalischen Motive, die Täter-Opfer-Problematik und die Entwicklung von Rache zu Rachsucht als Folge der Traumatisierung.

2.1. Die animalische Elektra: Fokus auf die tiertheoretischen Beschreibungen und das Bühnenbild, welche die entmenschlichte Wahrnehmung Elektras unterstreichen.

2.2. Das Opfer wird zum Täter: Untersuchung der psychologischen Dynamik, in der Elektra aus ihrer Ohnmacht und Trauer heraus nach Rache strebt.

2.3. Wenn Rache zur Rachsucht wird: Darstellung der zwanghaften Fixierung der Protagonistin auf den Racheakt, die sie in eine psychische Abhängigkeit führt.

3. Die Darstellung der Rachsucht: Synthese der formalen und inhaltlichen Mittel, die Hofmannsthal nutzt, um die Emotion der Rachsucht im Drama zu etablieren.

Schlüsselwörter

Elektra, Hofmannsthal, Rachsucht, Trauma, Vatermord, animalisch, dämonisch, Augenmotiv, Psychologie, Opferrolle, Rache, Literaturanalyse, Tragödie, Theater, Bühnenbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert die psychologische Entwicklung und die Darstellung der Figur Elektra in Hofmannsthals gleichnamiger Tragödie mit Fokus auf ihre Rachsucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Traumata, die Identifikation mit der Rolle als Opfer, die Tier- und Dämonen-Metaphorik sowie die Darstellung von Rache als psychischer Zustand.

Welches Ziel verfolgt die Autorin?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Elektra primär als Opfer ihres Traumas zu verstehen ist, dessen Verarbeitung in destruktive Rachsucht umschlägt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine traumatheoretische Herangehensweise gewählt, kombiniert mit einer Analyse der inhaltlichen und sprachlichen Aspekte von Haupt- und Nebentext.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der tierischen und dämonischen Charakterisierung, die Untersuchung der Entwicklung von der Trauer hin zum Täterwunsch sowie die formale Darstellung der Rachsucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rachsucht, Trauma, Animalität, Augenmotiv und Hofmannsthals Elektra-Interpretation.

Inwiefern spielt das Bühnenbild eine Rolle bei der Darstellung Elektras?

Das Bühnenbild unterstützt die Charakterisierung, indem beispielsweise das Haus als "Höhle" oder "Hölle" dargestellt wird, was Elektras Isolation und animalisches Wesen visuell unterstreicht.

Warum wird Elektra auch als "Dämon" bezeichnet?

Die Bezeichnung resultiert aus der intensiven und einschüchternden Wirkung ihrer Blicke auf andere Figuren sowie aus der blutrünstigen Natur ihrer Rachevisionen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wenn Rache zur Rachsucht wird. Die Darstellung der Rachsucht in Hofmannsthals Drama "Elektra"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Emotionen in der Literatur vom Sturm und Drang bis zur Gegenwart
Note
1,7
Autor
Janine Göttert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V429222
ISBN (eBook)
9783668729001
ISBN (Buch)
9783668729018
Sprache
Deutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janine Göttert (Autor:in), 2018, Wenn Rache zur Rachsucht wird. Die Darstellung der Rachsucht in Hofmannsthals Drama "Elektra", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429222
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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