Lex de imperio Vespasiani. Konfliktstatus des Prinzipats


Hausarbeit, 2017

12 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Groddecks Ansichtenüber die rhetorischen Mittel Metonymie, Metapher und Hyperbaton

3. Rhetorische Gedichts Analyse
3.1 Abschied
3.2 „Ach, wie sehn ich mich nach dir“

4. Fazit

5. Literatur und Quellenverzeichnis

6. Anhang

1.Einleitung

Seit der Antike beschäftigen die Menschen sich mit der Sprache und wozu diese imstande ist. Dabei hat sich eine Höchstform herausgebildet, die Rhetorik.

Sie wird auch Redekunst genannt, denn sie ermöglichte dem Redner seine Überzeugungen oder Meinungen ansprechend darzulegen. Im Idealfall schaffte es der Redner seine Zuhörer zuüberzeugen beziehungsweise ihre Meinung zu beeinflussen. Hierbei entstanden schon zur damaligen Zeit zwei Ansichten bezüglich der Rhetorik. Von den einen wurde die Rhetorik, als Kunstform angesehen und entsprechend vertreten.

Von anderen wurde sie als bloßer Schmuck bezeichnet, die das eigentlich Gesagte hinter schönen Worten verstecke und damit die eigentliche Botschaft entwerte.

Diese gegensätzlichen Ansichten spalteten die Rhetorik zunehmend. Im Laufe der Zeit hatte dies zur Folge, dass sich eingehender mit der Sprache an sich beschäftigt wurde und was die Rhetorik ausmachte. Dabei kam zum Vorschein, dass es viele besondere sprachliche Mittel in der Rhetorik gab - auch rhetorische Mittel genannt. Einer der führenden Forscher der heutigen Zeit, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, ist Wolfram Groddeck. Neben der Beschreibung der einzelnen rhetorischen Stilmittel nahm er auch eine Einteilung in verschiedene Bereiche vor.

Des Weiteren behandelt er in seinem Werk „Redenüber Rhetorik“, die Rhetorik als Schmuck und versucht dieses auf verschiedene Art und Weise dazulegen. Hierbei stellt sich die Frage, ob Rhetorik tatsächlich reiner Schmuck ist oder eine Kunstform.

Auf den folgenden Seiten sollen daher einige wichtige Stilmittel nach Groddeck vorgestellt werden. Weiterhin soll anhand von zwei Texten demonstriert werden, welche Wirkung die rhetorischen Mittel im Einzelnen erzielen können.

2. Groddecks Ansichtenüber die rhetorischen Mittel Metonymie, Metapher und Hyperbaton

Groddeck beschäftigte sich eingehend mit den verschiedenen rhetorischen Mitteln. Drei der wichtigsten sind die Metonymie, Metapher und das Hyperbaton. Alle drei Mittel beruhen auf Umstellung oder Ersetzung.

Metonymie:

Das Wort Metonymie an sich kommt aus dem Griechischen und bedeutet Umbenennen.[1]

Laut Groddeck entwickelte sich die Metonymie, wie einige andere rhetorische Mittel auchüber die klassische Rhetorik hinaus. Dabei kam es zu einer Begriffsverschiebung, wodurch die Bezeichnung Metonymie, je nach Kontext auch auf andere Begriffeübertragbar ist bzw. diesen nahe kommt zum Beispiel Hypallage oder Synekdoche.

Um sich von anderen Begriffen abzugrenzen, findet eine Begriffsverschiebung nicht innerhalb der Ebene eines Begriffs statt, sondern darüber hinaus. Der ersetzende Begriff befindet sich nicht mehr innerhalb des Begriffsinhaltes, liegt aber dennoch in gewisser Weise in Nachbarschaft zum ersetzten Begriff. Es wird auch von einem realen Verhältnis gesprochen, bei dem die eigentliche Bedeutung und die Übertragende in einem gedanklichen Zusammenhang stehen. Vereinfacht ausgedrückt wird ein Begriff durch einen bildlichen Ausdruck ersetzt, wobei beide im bereits genannten realen Zusammenhang stehen. Die einfachste Form eines solchen Zusammenhangs wäre Ursache und Wirkung oder Grund und Folge.

Beispiele wären:

„Schiller lesen“, „ein Glas trinken“

Man kann ein Werk von Schiller lesen, aber nicht Schiller selbst und aus einem Glas kann getrunken werden das Glas selbst nicht. Es fand also eine Verschiebung aus dem Begriffsinhalt heraus, wobei die Begriffe sich in einer Art Nachbarschaft immer noch berühren.

Metapher:

Das Wort Metapher kommt aus dem Griechischen und bedeutet Übertragung oder Transport.[2]

Im Gegensatz zur Metonymie besteht keine Nachbarschaft zwischen dem ersetzenden und dem ersetzten Begriff, sondern eine Ähnlichkeit zwischen diesen. Metaphern lassen sich auch, als gekürzte, bildhafte Vergleiche beschreiben. Zwischen dem ersetzten und dem ersetzendem Begriff können ein oder mehrere Eigenschaften verbindend wirken, wodurch wiederum die Ähnlichkeit geschaffen wird.

Beispiele wären:

"der Deckmantel der Verschwiegenheit" , „Achill kämpfte wie ein Löwe“

Die Ähnlichkeit tritt hierbei zutage, weil der Mantel, als Verbildlichung für das verdeckte bzw. die Verschwiegenheit selbst. Des Weiteren steht der Löwe für das Bild des Mutes, womit gemeint ist Achill kämpfte mutig.

Hyperbaton:

Groddeck ordnet das Hyperbaton in den Figurenbereich der Umstellung ein.[3] Hierbei seien zwischen zwei syntaktisch eng zusammengehörigen Wörtern ein oder mehrere Satzglieder geschoben. Der umgebaute Satz weicht stark von der traditionellen Satzstruktur ab und wirkt daher etwas holprig. Gleichzeitig wird eine hohe poetische Spannung erzeugt. Weiterhin stellt Groddeck in dem Raum, ob das Hyperbaton nicht die eigentliche, ursprüngliche Figur des erhabenen ist, da sie schon so alt wäre wie die Rhetorik selbst.

Beispiele wären:

„und jeder Busen ist, der fühlt, ein Räthsel“

Es wird etwas präsentiert und kurz darauf wieder verhüllt, wodurch Spannung erzeugt wird.

3.Rhetorische Gedichts Analyse

3.1 Abschied

Bei dem Gedicht „Abschied“ - geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe - handelt es sich um ein Sonett. Es wurde, als Bestandteil eines 17-teiligen Sonetten-Zyklus, im Jahre 1815 veröffentlicht. Wie die meisten Sonette ist es im VersmaßJambus gehalten.

„ War unersättlich nach viel tausend Küssen,

Und mußt mit einem Kußam Ende scheiden.“[4] [5]

In der ersten Zeile des Sonetts beginnt ein lyrisches Ich leidenschaftlich von vielen Küssen zu berichten. Dabei wird eine Hyperbel verwendet, da von vielen Tausenden die Rede ist, um die empfundene Leidenschaft auszudrücken. Die euphorische Stimmung, welche sich hier ebenso aufbaut, wird ebenso wie die Leidenschaft gedämpft mit Beginn der Zeile 2. Das lyrische Ich berichtet vom Ende jener. Die ersten zwei Zeilen lassen somit bereits auf das Motiv des Sonetts schließen. Es handelt sich um ein Abschiedsmotiv bzw. um ein Motiv von Liebesleid, das sich durch das gesamte Sonett zieht.

„Nach herber Trennung tiefempfundnem Leiden

War mir das Ufer, dem ich mich entrissen, “

In Zeile 3 wird eine weitere Hyperbel verwendet; das lyrische Ich spricht von einer Trennung und dem einhergehenden, heftigen Schmerz, dem diese ihm bereitet. Mithilfe einer Metapher wird in Zeile 4 dargestellt, dass das lyrische Ich diesen Schmerz, jedochüberwunden hat und wieder Land bzw. das Ufer sieht, die Hoffnung erwach(s)en lässt.

„Mit Wohnungen, mit Bergen, Hügeln, Flüssen,

Solang ich’s deutlich sah, ein Schatz der Freuden;

Zuletzt im Blauen blieb ein Augenweiden

An fernentwichnen lichten Finsternissen“

In Zeile 5 - 8 scheint das lyrische Ich auf Vergangenes zurückzublicken. Anfangs beschreibt es in Zeile 5 mithilfe des Stilmittels Enumeration die Umgebung. Zeile 6 schließt daran mit einer Metapher, in welcher das lyrische Ich sich positivüber das Vergangeneäußert, es geradezu als Schatz bezeichnet. In Zeile 7 - 8 setzt anschließend die Allegorie ein bzw. mehrere Metaphern. Scheinbar berichtet das lyrische Ichüber die vergangene Liebe und spricht dabei von einem veralteten Begriff Augenweiden. Gemeint könnte damit eine schöne Frau sein, welche blaue Sachen trug und an die sich das lyrische Ich sich speziell in Zeile 8 nur dunkel zurück erinnert.

Und endlich, als das Meer den Blick umgrenzte

Fiel mir zurück ins Herz mein heißverlangen;

Ich suchte mein verlorenes gar verdrossen.“

In Zeile 9 - 11 wird der Rückblick auf das Vergangene beibehalten. Dabei zieht das lyrische Ich bereits mit Beginn der Zeile 9 ein Resümee und sieht scheinbar einen Hoffnungsschimmer. Die Metapher, die dabei zum Einsatz kommt, erweckt den Eindruck, dass das lyrische Ich sich fühlt, als wäre es im Meer und würde das in Zeile 4 erwähnte Ufer am Horizont erblicken. Trotz dieses positiven Ausblicks sorgt die Rückbesinnung für Schmerzen beim lyrischen Ich und es begehrt die verlorene Liebe in Zeile 10 - 11. Die Alliteration in Zeile 11 „verlorenes gar verdrossen“ bestätigt diese Annahme.

„ Da war es gleich, als ob der Himmel glänzte;

Mir schien, als wäre nichts mir, nichts entgangen,

Als hätt ich alles, was ich je genossen.“

In Zeile 12 - 14 gewinnt das lyrische Ich die Erkenntnis, dass die Erfahrungen ihren Sinn hatten. Wenngleich diese Erfahrungen mit tiefem Schmerzen/Leiden verbunden waren, erschließt sich dem lyrische Ich die Erkenntnis, dass auch die schmerzvollen Erfahrungen gepaart mit den Erinnerungen an das Vergangene ihren Zauber hatten. Die Emphase in Zeile 13 hebt diese Ansicht nochmals hervor, da das lyrische Ich ausdrücklich betont, dass ihm nichts entgangen sei.

3.2 „Ach, wie sehn ich mich nach dir“

Das Gedicht „Ach, wie sehn ich mich nach dir“ wurde von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben. Das Entstehungsjahr ist nichtüberliefert, es ist jedoch davon auszugehen, dass es in einemähnlichen Zeitraum wie „Abschied“ entstanden sein könnte. Im Gegensatz zu dem Sonett „Abschied“ aus dem Sonettzyklus ist „Ach, wie sehn ich mich nach dir“ eines von Goethes weniger bekannten Gedichten. Weiterhin ist es ein neunzeiliges Gedicht, welches im VersmaßTrochäus geschrieben ist.

„Ach, wie sehn ich mich nach dir“[6] [7]

So lauten der Titel und die erste Zeile des Gedichts. Bei beiden handelt es sich um Ausrufe. Ausrufe, welche das Motiv aufzeigen, das sich durch das gesamte Gedicht zieht. Es ist das Motiv der Sehnsucht - anspielend ein Traummotiv - das durch ein lyrisches Ich zum Ausdruck gebracht wird. Es scheint sich an eine geliebte Person zu richten, die in vermutlich weiter Ferne ist.

„ Kleiner Engel! Nur im Traum,

Nur im Traum erscheine mir!“

In Zeile 2 - 3 wird dieser Gedankengang fortgesetzt und das lyrische Ich bezeichnet mithilfe einer Metapher den geliebten Menschen als Engel. Ein Engel steht hier für etwas sehr Kostbares, kaum Fassbares. An dieser Stelle greift auch das Traummotiv. Das lyrische Ich erscheint gedankenversunken und steigert sich weiter hinein.in die Situation. Es kommt eine Repetitio zum Vorschein, welche abgeschlossen wird von einem Imperativ. Das lyrische Ich fordert die geliebte Person/Engel auf im Traum zu erscheinen.

„Ob ich da gleich viel erleide,

Bang um dich mit Geistern streite

Und erwachend atme kaum.“

Die Zeilen 4 - 6 werden vom lyrischen Ich mit einer rhetorischen Frage eingeleitet. Es scheint unter dieser Sehnsucht stark zu leiden und erwartet für den Traum auf, welche sich diese Frage bezieht, scheinbar nichts anderes. In Zeile 5-6 kommt ein Alogismus zum Vorschein. Das lyrische Ich scheint sich allmählich in seinen Gedanken zu verlieren und drückt dabei unlogische Sachverhalte aus. Es redet davon sich mit Geistern zu streiten und erwachend kaum atmen zu können.

[...]


[1] Wolfram Groddeck, Redenüber Rhetorik, Frankfurt am Main: Stroemfeld/Nexus 1995, 233-249.

[2] Wolfram Groddeck, Redenüber Rhetorik, Frankfurt am Main: Stroemfeld/Nexus 1995, 249-267.

[3] Wolfram Groddeck, Redenüber Rhetorik, Frankfurt am Main: Stroemfeld/Nexus 1995, 181-184.

[4] Alle Kursiv geschriebenen Zitate aus 3.1. gehören zum Text „Abschied“ im Anhang

[5] http://www.zeno.org/nid/20004840550

[6] Alle Kursiv geschriebenen Zitate aus 3.2. gehören zu dem Text „ach wie sehn ich mich nach dir“ im Anhang

[7] http://gedichte.xbib.de/Goethe_gedicht_Ach%2C+wie+sehn+ich+mich+nach+dir.htm

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lex de imperio Vespasiani. Konfliktstatus des Prinzipats
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,3
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V429327
ISBN (eBook)
9783668732810
ISBN (Buch)
9783668732827
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gedichte, Lyrik, Lex de imperio Vespasiani, Rhetorik, Sprache
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Lex de imperio Vespasiani. Konfliktstatus des Prinzipats, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429327

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