Die Beschäftigung mit dem Thema der religiösen Entwicklung des Menschen wurde aus folgenden Gründen näher betrachtet: Wenn man einmal in der Lage sein will, heranwachsende Kinder mit dem Glaube an Gott, mit der Religion, ja sogar mit dem Sinn des Lebens vertraut zu machen, sollte man sich im Klaren darüber sein, wie die Entwicklung des Glaubens aufgebaut ist und welche Entwicklungsstufen ein jeder Mensch hinsichtlich seines Glaubens durchläuft.
Festzuhalten ist sicherlich auch, dass es hierzu nicht ein einziges feststehendes Schema gibt, sondern von verschiedenen Psychologen verschiedene Theorien aufgestellt wurden. Einige der bedeutendsten Psychologen waren Jean Piaget, Erik H. Erikson, Lawrence Kohlberg, Fritz Oser und James W. Fowler. In dieser arbeit beziehe ich mich konkret auf James W. Fowler.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gottesglaube
2.1. Was heißt glauben?
3. Fowler
3.1. Glaubensauffassung
3.1.1. Glaube als Gegenstand empirischer Untersuchungen
3.1.2. Glaubensverständnis: Religion, Glaube und Glaubensinhalt
3.1.3. Glaube und Beziehung (Vertrauen)
3.1.4. Glaube als Einbildungskraft
3.2. Das Entwicklungsmodell
3.3. Stufen des Glaubens
3.3.1. Verbindung mit den Charakteristika des allgemeinen Entwicklungsmodells
3.4. geplanter Referatsverlauf
3.5. Ablauf der Stunde
3.6. Fazit: Welchen Nutzen hat das Thema des Referat „Theologie mit Kindern“?
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die fundierte Auseinandersetzung mit der Stufenentwicklung des Glaubens nach James W. Fowler, um Lehramtsstudierenden ein theoretisches Verständnis für religiöse Entwicklungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Die Arbeit untersucht die zentralen Konzepte Fowlers, um eine Verständnishilfe für den professionellen Umgang mit Glaubensfragen in pädagogischen Kontexten zu bieten.
- Grundlagen des Glaubensverständnisses und Abgrenzung zu religiösen Institutionen
- Strukturmodell des Glaubens: Subjekt, Objekt und gemeinsame Wert- und Machtzentren
- Die sieben Stufen des Glaubens nach Fowler und deren Charakteristika
- Analyse des Entwicklungsmodells hinsichtlich Progressivität, Sequenzialität, Universalität und Irreversibilität
- Didaktische Anwendung der Theorie im Bereich „Theologie mit Kindern“
Auszug aus dem Buch
3.1.3. Glaube und Beziehung (Vertrauen)
Fowler deutet Erfahrung von Sinn als Vertrauen, d.h. Glaube als Sinnfindung hat damit was zu tun, wem oder was man vertraut. Glaube bezieht sich also auf die emotionale Ebene und ist eine Wahl des Herzens. Glaube beginnt schon mit der Geburt (Stufe 0). Der Säugling bekommt ganz unbewusst einen Eindruck von der Welt und es entsteht eine vertrauliche Beziehung zur Mutter und zum Vater noch vor der Bewusstseinsbildung. In dieser Phase entsteht das sogenannte Urvertrauen, das im weiteren Verlauf der Entwicklung die Grundlage für den Glauben bildet. Durch das Vertrauen und die Fürsorge, die dem Säugling entgegengebracht werden, bekommt es einen ersten Eindruck von der Welt, vielmehr aber bringen die Eltern ihre Weise, die Welt zu sehen in die Vertrauensbeziehung mit ein.
Man spricht hier von einem bündnisartigen Glaubensmuster, das aus dem Subjekt, dem Objekt und den gemeinsamen Wert- und Machtzentren besteht. In dieser Entwicklungsphase beginnt das Kind in minimaler Weise die Sinnstruktur der Wert- und Machtzentren des elterlichen Glaubens zu erfahren. Zwischenmenschliche Verhältnisse wie Vertrauen vollziehen sich immer unter Einfluss übergeordneter Werte. Zur Darstellung dieses Aspektes entwickelte Fowler das dreipolige Grundmuster des Glaubens. Hierbei stehen die gemeinsamen Wert- und Machtzentren in ständiger Wechselbeziehung zum Subjekt und zum Objekt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Begründung für die Beschäftigung mit religiöser Entwicklung und Vorstellung des Fokus auf die Theorien von James W. Fowler.
2. Gottesglaube: Philosophische und theologische Klärung des Glaubensbegriffs als Suche nach Sinn und vernünftigem Vertrauen.
3. Fowler: Detaillierte Analyse von Fowlers Glaubensauffassung, seinem Entwicklungsmodell und den einzelnen Stufen der religiösen Entwicklung.
Schlüsselwörter
James W. Fowler, Glaubensentwicklung, Stufenmodell, Sinnfindung, Urvertrauen, religiöse Erziehung, Theologie mit Kindern, Sinn-Schaffen, faith, belief, Identität, Entwicklungspsychologie, Transzendenz, Wert- und Machtzentren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Theorie der Stufenentwicklung des Glaubens nach James W. Fowler und deren Bedeutung für die religiöse Entwicklung des Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Definition von Glaube, die Unterscheidung zwischen Glaube und Glaubensinhalten sowie die verschiedenen Stufen der Glaubensentwicklung von der Kindheit bis ins Alter.
Welches Ziel verfolgt der Verfasser?
Das primäre Ziel ist es, Lehramtsstudierenden ein Verständnis für die Entwicklungsprozesse von Glauben zu vermitteln, um ihnen eine Orientierung im fachdidaktischen Umgang mit Kindern zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit der psychologischen Entwicklungstheorie nach Fowler, ergänzt durch einen Erfahrungsbericht zur didaktischen Vermittlung dieser Theorie in einem Seminar.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff des Gottesglaubens, das dreipolige Grundmuster des Glaubens und die sieben Stufen des Glaubens Fowlers inklusive deren Charakteristika analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Urvertrauen, Sinnfindung, Einbildungskraft, sowie die Unterscheidung zwischen faith (Glaube) und belief (Glaubensinhalt).
Wie ist das dreipolige Grundmuster des Glaubens definiert?
Es besteht aus der Wechselbeziehung zwischen dem Subjekt, dem Objekt und den gemeinsamen Wert- und Machtzentren, die das Fundament für die Weltorientierung eines Menschen bilden.
Warum ist der Übergang von Stufe 3 zu Stufe 4 für die Autoren besonders relevant?
Dieser Übergang markiert den Prozess hin zu einem bewussten, individuell reflektierten Glauben und ist mit emotionalen Auseinandersetzungen verbunden, was ihn für den Entwicklungsprozess eines jungen Menschen bedeutsam macht.
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- Kathrin Lückmann (Author), 2003, Bibeldidaktik. Stufenentwicklung nach James W. Fowler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42933