In der Studie wurden unter Verwendung des quantitativen und qualitativen Forschungsansatzes insgesamt sieben Berufsaustausche des Deutsch-Französischen Sekretariats untersucht. Im ersten Teil der Studie, die auf dem quantitativen Forschungsansatz basiert, wurden insgesamt 81 Teilnehmende mit einem Vorher-Nachher- Fragebogen befragt. Im zweiten Teil der Studie, der einem qualitativen Forschungsansatz zu Grunde lag, wurden drei ausgewählte Teilnehmende interviewt. Hauptziel der vorliegenden Untersuchung war es festzustellen, ob ein Kurzeitaufenthalt in Frankreich im Rahmen des deutsch-französischen Berufsaustauschs verändernde, positive Auswirkungen auf die deutschen Schüler und Schülerinnen mit sich bringt.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Teilnehmenden positive Erlebnisse und Erfahrungen sammeln und auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet werden. Der Aufenthalt in Frankreich führt zu einem hohen Erkenntnisgewinn über die Gastkultur, zur Sensibilisierung für die eigene Kultur und zur Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse. Junge Teilnehmende, die in deutsch-französischen Austauschen partizipieren, erfahren einen Zuwachs an sozialen Kompetenzen sowie interkulturellen Kompetenz und werden zudem zu interkulturellem Lernen angestoßen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theoretischer Teil
2.1 Interkulturelle Jugendbegegnungen
2.2 Das Interkulturelle
2.3 Der Kulturbegriff in einer interkulturellen Begegnung
2.4 Verlaufsformen des Kulturkontakts
2.4.1 Ethnozentrismus
2.4.2 Stereotypen und Vorurteile
2.4.3 „Kulturschock“
2.5 Interkulturelles Lernen bei interkulturellen Begegnungen
2.6 Analysemodelle internationaler Jugend- und Schüleraustausche
2.6.1 Das funktionale Modell
2.6.2 Das chronologische Modell
2.6.3 Das kybernetische Modell
2.7 Bisherige Studien zu interkulturellen Jugendbegegnungen
2.7.1 Forschungsergebnisse zu interkulturellen Jugendbegegnungen
3 Deutsch-Französische Jugendbegegnungen
3.1 Deutsch-Französische Beziehungen
3.2 Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW)
3.2.1 Programme
3.3 Deutsch-Französisches Sekretariat (DFS/SFA)
3.3.1 Das deutsch-französische Austauschprogramm in der Ausbildung
3.3.1.1 Förderung
3.3.1.2 Organisation
3.3.1.2.1 Sprachbegleitung
3.3.1.3 Dauer und Programm
3.3.1.3.1 Sprachkurs nach der Tandem-Methode
3.3.1.4 Teilnehmer
3.3.1.5 Die Bescheinigung Europass-Mobilität
3.4 Berufliche Ausbildung in Deutschland und Frankreich
3.4.1 Deutschland: Die duale Ausbildung
3.4.2 Deutschland: Die vollzeitschulische Berufsausbildung
3.4.3 Frankreich: Die duale Ausbildung („apprentissage“)
3.4.4 Frankreich: Die vollzeitliche Berufsausbildung
3.4.5 Vergleich der beiden Berufsausbildungssysteme
3.5 Fazit und Ausblick
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Arbeitsschritte einer empirischen Untersuchung
4.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
4.3 Auswahl der Forschungsmethode
4.4 Forschungsmethode der vorliegenden Untersuchung
4.4.1 Teil I: Schriftliche Befragung mittels Fragebogen
4.4.2 Teil II: Mündliche Befragung mittels Interviews
4.5 Organisation der Untersuchung
5 Fragebogenuntersuchung
5.1 Arbeitsschritte der Fragebogenuntersuchung
5.1.1 Festlegung der Befragung
5.1.2 Erstellung des Fragebogens
5.1.2.1 Aufbau der Fragebögen
5.1.2.2 Fragebogenkonstruktion
5.1.2.3 Fragenformulierung
5.1.2.4 Fragearten
5.1.2.5 Skalierung der Fragen
5.1.3 Erstellung der Papierfragebögen
5.1.4 Datenerhebung
5.1.5 Datenerfassung
5.1.6 Datenauswertung und Datenanalyse
5.2 Pretest
5.3 Kritik am Fragebogen
6 Interviewuntersuchung
6.1 Das Interview
6.2 Der Interviewleitfaden
6.3 Arbeitsschritte der Interviewbefragung
6.3.1 Inhaltliche Vorbereitungen
6.3.2 Organisatorische Vorbereitungen
6.3.3 Gesprächsbeginn
6.3.4 Durchführung des Interviews
6.3.5 Aufzeichnung des Interviews
6.3.6 Gesprächsende
6.3.7 Datenerhebung
6.3.8 Auswertung
6.3.9 Analyse
6.4 Probeinterview
6.5 Probleme im Interview und Kritik am Interview
Empirischer Teil I: Fragebogen
7 Allgemeine und soziodemografische Angaben
7.1 Allgemeine Angaben zu den Austauschen
7.2 Soziodemografische Daten der Befragten
7.3 Zusammenfassung
8 Erwartungen und Wünsche an den Austausch
8.1 Erwartungen an den Austausch
8.2 Wünsche
8.3 Zusammenfassung
9 Bedeutung und Bewertung des Berufsaustauschs
9.1 Gefühle der Teilnehmer
9.2 Bedeutung des Berufsaustauschs
9.3 Bewertung des Austauschs
9.4 Zusammenfassung
10 Erlebnisse während des Austauschs
10.1 Erlebnisse im Austausch
10.2 Offene Fragen nach den Ereignissen
10.3 Zusammenfassung
11 Wissen zu Frankreich und Vergleich der beiden Länder
11.1 Erstes Mal in Frankreich
11.2 Wissensfragen zu Frankreich
11.3 Vergleich Deutschland mit Frankreich
11.4 Zusammenfassung
12 Einstellung zu Frankreich
12.1 Frankreichbild
12.2 Einstellung zur französischen Sprache
12.3 Einstellung gegenüber den Franzosen
12.4 Zusammenfassung
13 Veränderungen
13.1 Verbesserung der Französischkenntnisse
13.2 Änderung der Einstellungen
13.3 Meinungsveränderungen
13.4 Verstärktes Zugehörigkeitsgefühl
13.5 Zusammenfassung
14 Zusammenfassung aller Fragebogendaten
15 Diskussion der Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung
Empirischer Teil II: Interviewbefragung
16 Auswertung der Interviewbefragung
16.1 Interviews und Befragte
16.1.1 Interview I
16.1.2 Interview II
16.1.3 Interview III
16.2 Codesystem
16.3 Codierleitfaden
17 Erfahrungen, Erlebnisse und Kommunikation im Austausch
17.1 Erfahrungen im Ausland
17.2 Teilnahme am deutsch-französischen Berufsaustausch
17.3 Kommunikation im Austausch
17.4 Erlebnisse
18 Frankreich- und Deutschlandbild
18.1 Frankreichbild
18.2 Alltag
18.3 Deutschlandbild
19 Kontakt und Besonderheiten
19.1 Kontakt während des Austauschs
19.2 Besonderheit
20 Lerneffekte und Fazit
20.1 Lerneffekte
20.2 Fazit der Befragten und Sonstiges
21 Zusammenfassung der Ergebnisse der Interviewuntersuchung
22 Diskussion der Ergebnisse der Interviewbefragung
Resultatsermittlung und Bewertung
23 Resultate und ihre Bedeutung
23.1 Beantwortung der Forschungsfragen
23.2 Lernprozesse und ihre Auswirkungen
23.3 Inhaltlicher Erkenntnisgewinn und Bedeutung für das DFS
23.4 Ausblick
23.5 Herausforderungen im Forschungsprozess
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen eines dreiwöchigen deutsch-französischen Berufsaustauschs auf deutsche Schüler. Das Hauptziel der empirischen Studie ist es zu analysieren, ob ein solch kurzer Auslandsaufenthalt verändernde, positive Auswirkungen auf die Teilnehmer hat und inwiefern interkulturelle Begegnungen zur Entwicklung sozialer und fachlicher Kompetenzen beitragen.
- Analyse der Erwartungen und Erfahrungen von Auszubildenden während eines Austauschs.
- Untersuchung des interkulturellen Lernprozesses und dessen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung.
- Vergleich der beruflichen Ausbildungssysteme in Deutschland und Frankreich im Kontext der Mobilität.
- Evaluation der Qualität von Berufsaustauschprogrammen des Deutsch-Französischen Sekretariats (DFS).
Auszug aus dem Buch
Die interkulturellen Jugendbegegnungen
Die interkulturellen Jugendbegegnungen sollen die jungen Teilnehmer auf das Leben im vereinten Europa und einer globalisierten Welt vorbereiten. Die Jugendlichen sollen lernen, miteinander zu leben, was eine Brücke zur multikulturellen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts schlagen kann (vgl. Taylor 1994: 59).
Feststeht, dass Jugendaustauschprogramme auch heute noch zu einem weiteren und intensiveren Zusammenwachsen Europas beitragen. Neben dem Ansatz, nationale Interessen zu bestärken, offenbarten sich in den letzten Jahren viele individuelle Vorteile für einen Teilnehmer eines Austauschprogramms. Es heißt nicht umsonst: „Wer an einer Jugendbegegnung teilnimmt, kommt mit neuen Perspektiven wieder nach Hause.“ (Ilg und Dubiski 2014: 13). Der Perspektivwechsel bezieht sich nicht nur auf das Partnerland der Begegnung, sondern auch auf die Wahrnehmung der eigenen Person, der Gruppe sowie der eigenen Kultur.
„Begegnung schafft Perspektiven“ sagte Kristina Schröder (Ilg und Dubiski 2014: 6), die ehemalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und betonte damit den Nutzen von internationalen Jugendbegegnungen. Diese Art von Jugendbegegnungen kann einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Jugendlicher leisten. Solche Begegnungen fördern, dass die jungen Menschen zu aktiven und kritischen Bürgern werden, indem sie lernen, sozial zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Damit übt eine solche Begegnung einen starken Einfluss auf das alltägliche Leben der jungen Menschen aus (vgl. Taylor 1994: 59).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit erläutert die historische und politische Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit für die europäische Einigung und führt in die Thematik der Jugendaustauschprogramme ein.
2 Theoretischer Teil: Es werden theoretische Grundlagen zu interkulturellen Begegnungen, Kulturbegriffen, dem "Kulturschock" sowie Analysemodellen für Jugendaustausche (z.B. nach Kurt Lewin) dargestellt.
3 Deutsch-Französische Jugendbegegnungen: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und des Deutsch-Französischen Sekretariats (DFS/SFA) sowie die Berufsbildungssysteme in beiden Ländern.
4 Methodisches Vorgehen: Hier werden die Arbeitsschritte der empirischen Untersuchung, die Wahl des quantitativen und qualitativen Forschungsansatzes sowie die Organisation der Befragung dargelegt.
5 Fragebogenuntersuchung: Es wird der gesamte Prozess der Fragebogenerstellung, von der Konstruktion bis zur Datenerfassung und Analyse, sowie die methodische Kritik an diesem Instrument beschrieben.
6 Interviewuntersuchung: Dieses Kapitel befasst sich mit der qualitativen Forschungskomponente, inklusive Interviewleitfaden, Transkription, Codierung und Analyse der durchgeführten Interviews.
Schlüsselwörter
Berufsaustausch, Deutschland, Frankreich, interkulturelles Lernen, Jugendbegegnung, Sprachbegleitung, Tandem-Methode, Berufsbildung, empirische Studie, Persönlichkeitsentwicklung, interkulturelle Kompetenz, Fragebogen, Interview, Qualifikation, Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen eines dreiwöchigen deutsch-französischen Berufsaustauschs auf deutsche Schüler und Auszubildende, insbesondere im Hinblick auf deren persönliche und berufliche Entwicklung.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt Themen wie interkulturelles Lernen, berufliche Ausbildungssysteme in Deutschland und Frankreich, die Rolle von Austauschorganisationen wie dem DFS sowie die Auswirkungen solcher Programme auf Sprachkenntnisse und Einstellungen der Teilnehmenden ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, empirisch festzustellen, ob ein solcher Kurzzeitaustausch verändernde, positive Auswirkungen auf die Teilnehmenden hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie nutzt einen kombinierten quantitativen und qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus einer Vorher-Nachher-Fragebogenbefragung von 81 Teilnehmern und einer ergänzenden qualitativen Interviewstudie mit drei Teilnehmern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, Organisation und Förderstrukturen des Austauschs sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten zu Erwartungen, Erlebnissen und Veränderungen der Teilnehmenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Berufsaustausch, interkulturelles Lernen, Sprachbegleitung, Tandem-Methode und Persönlichkeitsentwicklung.
Wie wird das "Tandem-Prinzip" in der Arbeit bewertet?
Die Tandem-Methode wird als wesentliches Element zur sprachlichen und interkulturellen Vorbereitung hervorgehoben, wobei der Autor auch kritische Aspekte zur praktischen Umsetzung in der Tandemwoche diskutiert.
Welche persönlichen Schlussfolgerungen zieht die Autorin?
Die Autorin betont die Bedeutung der persönlichen Kompetenzen der Betreuer und zeigt auf, dass der Austausch zwar keine grundlegende Persönlichkeitsveränderung bewirkt, aber zur Stärkung der Selbstwirksamkeit und interkulturellen Offenheit beiträgt.
- Arbeit zitieren
- Christine Wolf (Autor:in), 2014, Interkulturelle Begegnung im deutsch-französischen Berufsaustausch. Auswirkungen des deutsch-französischen Berufsaustauschs auf deutsche Schülerinnen und Schüler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429360