Das ausgewählte Thema dieser Arbeit ist, inwiefern Tiere die Heilung bzw. Überwindung von Flüchtlingstraumata unterstützen können. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Flüchtlingskindern.
Das Thema ist besonders in der heutigen Zeit aktuell, da die Migrationszahlen immer weiter ansteigen. Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass Flüchtlinge nicht nur hier aufgenommen werden, sondern auch, dass man ihnen hilft, mit den erlebten Geschehnissen umzugehen. Ihnen soll ein normales Leben in Deutschland ermöglicht werden, bestenfalls ohne jegliche Folgen der Traumata.
Die Hausarbeit beginnt mit einer Definition und der Entstehung von Traumata, gefolgt von den Folgen. Um die Folgen so gering wie möglich zu halten, werden nun die traumaspezifischen Bedarfe von Flüchtlingskindern vorgestellt. Schließlich wird beschrieben, wie Tiere die entstandenen Bedarfe erfüllen können und wie sie dementsprechend therapiert werden kann. Schließlich werden Schulhunde thematisiert, welche Effekte diese im Schulalltag haben und welche Möglichkeiten sie mitbringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Traumata der Flüchtlingskinder
2.1 Entstehung von Traumata
2.2 Folgen von Traumata
2.3 Traumaspezifische Bedarfe von Flüchtlingskindern
3. Tiere als Therapie: Erfüllung der traumaspezifischen Bedarfe
3.1 Bindung und Beziehung
3.2 Lebensfreude
3.3 Sicherheit
3.4 Selbstreflexion
3.5 Bewegung
3.6 Neue Wege sich selbst und die Welt wahrzunehmen
3.7 Tiere gegen überwältigende Erinnerungen durch Trigger
4. Schulhunde
4.1 Effekte von Schulhunden
4.2 Möglichkeiten mit Schulhunden
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial von Tieren als unterstützende Begleiter bei der Bewältigung von traumatischen Erfahrungen bei Flüchtlingskindern. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die Interaktion mit Tieren – insbesondere Schulhunden – dazu beitragen kann, traumaspezifische Bedürfnisse wie Sicherheit, Bindung und Selbstregulation zu erfüllen.
- Psychologische Grundlagen und Folgen von Traumata bei Kindern
- Traumaspezifische Bedarfe von Flüchtlingskindern
- Die Mensch-Tier-Beziehung als therapeutischer Katalysator
- Einsatzmöglichkeiten und pädagogische Effekte von Schulhunden
- Stärkung von Selbstwertgefühl und sozialer Integration durch tiergestützte Ansätze
Auszug aus dem Buch
3.3 Sicherheit
Laut Aaron Katcher, einem der Gründerväter der Mensch-Tier-Forschung, liegt die beruhigende Wirkung in archaischen Grunderfahrungen des Menschen, der während der Menschheitsgeschichte gelernt habe, ruhende Tiere als Zeichen einer gefahrlosen Umwelt zu sehen. Das heißt für die Kinder, dass, wenn die Tiere sich entspannen, wissen sie sich in Sicherheit und sind somit nicht ständig ihrer Angst ausgesetzt. Sie selbst können auch entspannen (vgl. Greiffenhagen/Buck-Werner 2011: S. 174).
Durch sogenannte Spiegelneuronen, die dafür zuständig sind, zu reagieren, wenn wir selbst eine bestimmte Aktion ausführen, aber auch wenn wir andere Lebewesen beobachten, überträgt sich die Ruhe des Tieres auf das Flüchtlingskind. Die Reaktion der Spiegelneurone geschieht automatisch: so „fühlen“ wir, was unser Gegenüber „fühlt“ und handeln auch oft gleich (vgl. Greiffenhagen/Buck-Werner 2011: S. 176f).
Zur Sicherheit gehört ebenfalls die Berechen- und Vorhersehbarkeit. Auch dies erfährt das Kind im Umgang mit Tieren. Die Interaktion mit Tieren zeigt dem Flüchtlingskind, dass es Grenzen gibt, die es nicht überschreiten sollte, wenn es mit dem Tier zurechtkommen will. Wenn das Kind das Tier schlecht behandelt, wird dieses eindeutige Zeichen von Missfallen zeigen wie Knurren, oder es wird weglaufen. Gleichzeitig lernt es, dass Liebe stets geben und nehmen erfordert. Nach und nach lernt das Kind, die Grenzen kennen und weiß, dass es sich innerhalb dieser sicher bewegen kann. Da das Tier bei derselben Aktion immer gleich reagiert, kann das Kind nach einiger Zeit das Verhalten dessen vorhersehen und fühlt sich somit sicher (vgl. Greiffenhagen/Buck-Werner 2011: S.179f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz der Mensch-Tier-Beziehung bei der Bewältigung von Flüchtlingstraumata bei Kindern und stellt die Zielsetzung der Arbeit vor.
2. Traumata der Flüchtlingskinder: Dieses Kapitel definiert Traumata, erläutert deren Folgen wie PTBS und identifiziert spezifische Grundbedürfnisse, die Flüchtlingskinder für ihre Heilung benötigen.
3. Tiere als Therapie: Erfüllung der traumaspezifischen Bedarfe: Der Hauptteil analysiert, wie Tiere als „katalysatorische Vermittler“ soziale, emotionale und körperliche Bedürfnisse erfüllen und den Heilungsprozess unterstützen können.
4. Schulhunde: Hier wird der Einsatz von Schulhunden im schulischen Alltag thematisiert, inklusive der Voraussetzungen für deren Einsatz sowie der pädagogischen Effekte auf Schüler.
5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst zusammen, dass Tiere zwar keine Therapeuten ersetzen, aber als wertvolle Unterstützung zur Stärkung der psychischen Gesundheit und sozialen Kompetenz von Flüchtlingskindern dienen.
Schlüsselwörter
Flüchtlingskinder, Trauma, Mensch-Tier-Beziehung, Schulhund, Traumaspezifische Bedarfe, Bindung, Sicherheit, Selbstwertgefühl, Psychotraumatologie, Tiergestützte Pädagogik, Dissoziation, Spiegelneuronen, Flüchtlingstraumata, Integration, Resilienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet die Möglichkeiten der tiergestützten Unterstützung für traumatisierte Flüchtlingskinder, um deren Heilungsprozess zu fördern und ihre soziale sowie emotionale Stabilität zu verbessern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den psychologischen Grundlagen von Traumata und PTBS stehen die Bedürfnisse von Flüchtlingskindern sowie der pädagogische und therapeutische Nutzen von Hunden im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Tiere als unterstützendes Medium dazu beitragen können, traumaspezifische Defizite zu lindern und ein normales Leben in Deutschland zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender psychologischer sowie pädagogischer Ansätze der Mensch-Tier-Forschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung der Bedarfe von traumatisierten Kindern und die praktische Anwendung von Tiertherapie und Schulhund-Einsätzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Flüchtlingskinder, Trauma, Mensch-Tier-Beziehung, Schulhunde, psychische Gesundheit und emotionale Stabilität.
Inwiefern dienen Tiere als „soziale Katalysatoren“?
Tiere ermöglichen einen niederschwelligen Kontakt, bei dem das Kind nicht mit menschlicher Zurückweisung konfrontiert wird, was den Aufbau sozialer Interaktionen mit Mitmenschen erleichtert.
Welche Voraussetzungen sind für den Einsatz eines Schulhundes nötig?
Es müssen spezifische Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen erfüllt sein, der Hund benötigt eine entsprechende Eignung und der Halter eine fundierte Ausbildung für die hundegestützte Pädagogik.
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- Denise Borgmann (Author), 2017, Therapie mit Tieren. Wie der Umgang mit Tieren die Traumata von Flüchtlingskindern beeinflussen kann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429365