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Sehnsucht nach der entfremdeten Heimat - Eine Identitätssuche zwischen Libanon und England in Tony Hanania´s Roman 'Homesick'

Title: Sehnsucht nach der entfremdeten Heimat - Eine Identitätssuche zwischen Libanon und England in Tony Hanania´s Roman 'Homesick'

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 28 Pages , Grade: 1

Autor:in: Annika Silja Sesterhenn (Author)

Orientalism / Sinology - Arabistic
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Summary Excerpt Details

"tossed between the sky and sea,
we´ll sail until we find the harbor lights.
our life is but a dream of blue in green
although it seems the end draws nearer
with each passing day.
we´ll always sail this way
until we find
our home"
cassandra wilson

Am 3. und 4. Dezember 2004 fand im Wissenschaftskolleg und dem Ethnologischen Museum in Berlin das Colloquium ArabAmericas. Literatures without a fixed abode statt. Die Veranstalter Ottmar Ette von der Universität Potsdam so wie Friederike Pannewick und Andreas Pflitsch von der Freien Universität Berlin hatten im Rahmen des Projektes Cultural Mobility in Near Eastern Literatures vier Autoren geladen, deren Biographien und Stoffe ihrer Werke sich zwischen Amerika und der arabischen Welt bewegen: der aus Jordanien stammende, in Beirut aufgewachsene, abwechselnd in San Francisco und in Beirut lebende, auf englisch schreibende Autor und Bildende Künstler Rabih Alameddine; der in New York und Beirut lebende und auf arabisch schreibende Autor und Essayist Elias Khuri, die aus Mexico-City stammende, dort lebende und auf spanisch schreibende Autorin Verónica Murguía, die arabische Mythen und Märchen literarisch bearbeitet und der in Brasilien geborene Autor und Übersetzer Alberto Mussa, der libanesische Vorfahren hat, vorislamische Poesie an der Universität in Rio de Janeiro lehrt und auf brasilianisch schreibt. Die lange Kette der Attribute, deren Nennung nötig ist, um diese Autoren vorzustellen, treffen den Kern der auf dem Colloquium diskutierten Themen: in einer mehr und mehr globalisierten Welt emanzipiert sich Literatur zunehmend von ihrer Abhängigkeit von Vaterland und Muttersprache. Auch der aus dem Libanon stammende, in England lebende und auf englisch schreibende Autor Tony Hanania, dessen erster Roman Homesick im Verlauf dieser Arbeit auf die darin auffindbaren Konzepte von Heimat und Identität untersucht werden soll, hätte bestens in diese Runde von multinationalen Künstlern gepasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einführung

2) Geschichte und Literatur des Libanon – ein kurzer Überblick

3) Tony Hanania´s Homesick

3a) zum Autor

3b) zum Inhalt des Romans

4) Heimat- und Identitätskonzepte in Homesick

4.1) Heimweh

4.2) Unter Wilden

4.3) Kriegsspiele/verharmloster Krieg

4.4) Selbst(er)findung

5) Zwischen here and there

6) Schlußwort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Roman Homesick von Tony Hanania hinsichtlich der darin verhandelten Konzepte von Heimat und Identität. Dabei wird analysiert, wie der Protagonist zwischen seinem Exil in England und seiner Herkunft im Libanon vermittelt und welche Rolle das Schreiben bei der Selbstbehauptung und Identitätsfindung spielt.

  • Identitätskonstruktionen von Exilschriftstellern.
  • Die Rolle des "Heimwehs" und der entfremdeten Heimat.
  • Der Einfluss von Kriegserfahrungen auf literarische Narrative.
  • Intertextuelle Bezüge zu Kolonial- und Inselromanen.
  • Die Spannung zwischen here and there als existenzieller Zustand.

Auszug aus dem Buch

4.2 Unter Wilden

Für Toby Shadrach ist England, beziehungsweise das Internat, wie bereits erwähnt, ein exotischer Ort, den es erst noch zu erkunden gilt. Interessant ist dabei das Selbstbewusstsein, mit dem er sich in der Fremde behauptet und mit dem er den – ihm anfangs in keinster Weise freundlich gesonnenen – Internatsmitschülern begegnet. In Salman Rushdies Roman The Satanic Verses verwandelt sich der Protagonist Salahuddin Chamcha zwischenzeitlich in eine Halb-Ziegenbock-Halb-Mensch-Gestalt, er wird von der britischen Polizei festgenommen und mit anderen Halb-Tier-Halb-Mensch-Wesen inhaftiert, die allesamt verwandelte Einwanderer sind. Diese sehr anschauliche Form der „Alienation“ – die Migranten werden hier in die niederen Wesen transformiert, zu denen sie von der britischen Gesellschaft herabgesetzt werden – die bei Rushdie allerdings später wieder relativiert und in Frage gestellt wird, ist in Romanen die Migration behandeln nicht unüblich. Die Abgrenzung und das sich fremd und unterlegen fühlen sind dabei stets die Schablone, mit denen die Protagonisten belegt und mit den Anderen verglichen werden. Bei Tony Hanania findet sich eine ironische Umkehrung dieses üblichen Bildes: Toby Shadrach scheint, jedenfalls zu Beginn des Romans, wo noch keine Freundschaften entstanden sind, der einzige Normale unter einem Haufen wilder, undisziplinierter und aggressiver Kerle zu sein. Nicht er, der Fremde, ist der unterlegene Außenseiter, sondern die „Eingeborenen“ selbst sind die Aliens, er der überlegene Beobachter.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einführung: Das Kapitel verortet das Werk im Kontext der "mobilen Literatur" und stellt den theoretischen Rahmen für eine transnationale Literaturwissenschaft auf.

2) Geschichte und Literatur des Libanon – ein kurzer Überblick: Es wird die historische Situation des Libanon und die Entwicklung seiner Literatur vor und während des Bürgerkriegs skizziert.

3) Tony Hanania´s Homesick: Dieses Kapitel liefert biographische Informationen zum Autor und eine detaillierte Inhaltsangabe des Romans Homesick.

4) Heimat- und Identitätskonzepte in Homesick: Hier erfolgt die zentrale Analyse der Identitätssuche, der Thematik des Heimwehs, der Internats-Sozialisation und der Selbstinszenierung des Protagonisten.

5) Zwischen here and there: Das Kapitel reflektiert den Zustand der Existenz zwischen zwei Heimaten und die Diskrepanz zwischen realer Heimat und der Erinnerung an diese.

6) Schlußwort: Abschließend wird festgehalten, wie mobiles Schreiben zur therapeutischen Identitätsfindung und zur Überwindung starrer Identitätskonzepte beiträgt.

Schlüsselwörter

Heimat, Identität, Exil, Libanon, Tony Hanania, Homesick, Identitätsfindung, Bürgerkrieg, Literatur, Erinnerung, Transnationalität, Entfremdung, Fremdheit, Selbstbehauptung, Exilliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Tony Hananias Roman Homesick im Hinblick auf Identitätskonstruktionen und das Gefühl der Heimatlosigkeit im Kontext einer transnationalen Biografie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Exil, die Verarbeitung von Kindheitserinnerungen im Kontext eines Krieges, die Konstruktion von Identität in der Fremde und die kritische Auseinandersetzung mit orientalistischen Stereotypen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Protagonist durch das Erzählen von Geschichten versucht, seine Identität zwischen dem britischen Internatsleben und seiner libanesischen Herkunft zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Werk in den Diskurs der "mobilen Literatur" einordnet und mittels vergleichender Literaturhinweise (z.B. Rushdie, Alameddine) kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Vorstellung des Romans, eine Untersuchung der Konzepte von "Heimweh" und "Fremdheit" sowie eine Analyse der Selbstinszenierung des Protagonisten.

Welche Rolle spielt der Krieg im Roman?

Der Krieg dient als Hintergrundrauschen, das sich mit der kindlichen Perspektive vermischt und eine Diskrepanz zwischen der traumatischen Realität im Libanon und der verharmlosenden Wahrnehmung im englischen Exil erzeugt.

Warum wird in der Arbeit auch Rabih Alameddine zitiert?

Alameddines Werke dienen als Vergleichsfolie, um zu verdeutlichen, wie zeitgenössische libanesische Autoren im Exil ihre Identität reflektieren und dabei das "Sowohl-als-auch" gegenüber einer starren Nationalidentität bevorzugen.

Was bedeutet das "Zwischendrin" für den Protagonisten?

Es ist ein produktiver, wenn auch schmerzhafter Zustand der Identitätsverhandlung, in dem der Protagonist lernt, dass eine feste nationale Zugehörigkeit nicht zwangsläufig für eine stabile Identität notwendig ist.

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Details

Title
Sehnsucht nach der entfremdeten Heimat - Eine Identitätssuche zwischen Libanon und England in Tony Hanania´s Roman 'Homesick'
College
Free University of Berlin  (Seminar für Semitistik und Arabistik)
Course
Seminar: Literatur und Geschichte im Libanon
Grade
1
Author
Annika Silja Sesterhenn (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V42944
ISBN (eBook)
9783638408554
Language
German
Tags
Sehnsucht Heimat Eine Identitätssuche Libanon England Tony Hanania´s Roman Homesick Seminar Literatur Geschichte Libanon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Silja Sesterhenn (Author), 2004, Sehnsucht nach der entfremdeten Heimat - Eine Identitätssuche zwischen Libanon und England in Tony Hanania´s Roman 'Homesick', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42944
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