Sultan Mehmet II. und die Eroberung von Konstantinopel


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Biographie

3. Die Belagerung
3.1 Die Byzantiner
3.2 Die Osmanen
3.2.1. Aufstieg und Expansion
3.2.2. Die Lage bei den Osmanen

4. Die Eroberung
4.1 Nach der Eroberung

5. Fazit

1. Einleitung

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstand in Westanatolien aus dem Fürstentum des Osmans das Osmanische Reich, das sich über 600 Jahre lang als ein Vielvölkerstaat über drei Kontinente erstreckte und verschiedene Völker und Religionen vereinigte. Im Laufe seines Bestehens in Südeuropa und im Nahen Osten entwickelte sich das Osmanische Reich zu einem multikonfessionellen Gemeinwesen, auf dessen Boden Juden, Christen und Muslime ohne schwerwiegende religiöse Konflikte zusammenlebten.[1] Mit dem Sieg der Seldschuken über die byzantinische Streitmacht begann das Eindringen der Türken in das Gebiet der heutigen Türkei. Im Jahre 1071 schlug Alp Arslan im östlichen Anatolien das byzantinische Heer bei Manzikert (heute: Malazgirt) und öffnete den Türken die Tore Anatoliens. Das Reich der Seldschuken expandierte bis in die westlichen Teile Kleinasiens und erreichte unter der Herrschaft von Alaaddin Kaykubad I (1220-1237) seinen Höhepunkt des Sultanats. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Seldschukenreich von der Invasion der Mongolen bedroht.[2] Das Reich zerfiel in kleinere Fürstentümer, die zwar weiterhin unter der Oberherrschaft der Rum-Seldschuken standen, doch ihre Gebiete selbstständig regieren konnten. Das Fürstentum des Osmans war einer von diesen Kleinfürstentümern, der das Fürstentum 1288 von seinem Vater Ertugrul Gazi übernahm und begann die im Westen Anatoliens vorhandenen Byzantinern zu bekämpfen.[3] Zwischen 1298 und 1301 fanden die ersten wichtigen Eroberungen Osmans statt, als er eine Reihe Festungen in Nordwestanatolien besetze. In diesem Zeitraum wird das Jahr 1299 als das Gründungsdatum des Osmanischen Reiches datiert. So vergrößerte er sein Herrschaftsgebiet von 1500 km2 am Marmarameer bis zu seinem Tod auf ca. 18.000 km2. Nachdem der letzte seldschukische Sultan Alaeddin Kaykubad III ermordet worden war, zerfiel das Seldschukenreich endgültig in kleinere Einheiten und Osman war von nun an der selbstständige Herrscher seines Gebiets.[4] Die Eroberten Gebiete waren überwiegend von Christen bewohnte Orte der Byzantiner. Durch den Sieg in Baphaion/Koyunhisar im Jahre 1301 gegen ein 2000-Mann-Kontingent der byzantinischen Armee erlangte Osman Ruhm und hohes Ansehen von anderen Kleinfürstentümern, die sich an seine Herrschaft anschlossen und das Reich verstärkten. Damit begann der über ein Jahrhundert dauernde Feldzug zur Eroberung der oströmischen Territorien, der 1453 mit der Einnahme Konstantinopels abgeschlossen wurde.

Istanbul – Metropole am Bosporus“[5] So wird die Stadt heutzutage zum Ausdruck gebracht. Istanbul ist die einzige Metropole, die auf zwei Kontinenten liegt. Verschiedene Kulturen und Religionen werden in ihr vereint. Ebenso vereint die Stadt, die Antike und Moderne. In der Zeit vor der Eroberung hatte Istanbul sehr verschiedene Namen. „Byzantium, Nea Roma, Konstantinopels, Kontantiniyye, çarigrad, Darü’l Hilâfeti’l Aliyye und Istanbul.“[6] Jede Kultur nannte es anders. Jahrelang haben die Menschen davon geträumt, den Namen dieser Stadt in verschiedenen Sprachen zu hören.

Durch die Eroberung von Konstantinopel durch Sultan Mehmet II. im Jahre 1453 fing eine bedeutende Episode ihrer Geschichte an. Die Eroberung führte zur Expansion des osmanischen Reiches und somit führte es zur Entwicklung zu einer Großmacht.

„Wahrlich, Konstantinopel wird erobert! Der erobernde Kommandant, was für ein herrlicher, wunderschöner Kommandant. Die erobernde Armee, was für eine herrliche, wunderschöne Armee.“[7]

Diese Überlieferung des Hadithes wird im Musnad von Ahmad wiedergegeben. Dieser Hadith gilt nicht unmittelbar als ṣaḥīḥ jedoch wird es von den Sunniten als ṣaḥīḥ angesehen. Jedoch müsste diese Prophetie des Propheten, dass der Kommandant und seine Armee, Konstantinopel erobern, eine große Motivation für den Sultan gewesen sein. Es hat sowohl zur Zeit des Sultan Mehmet II. als auch heute noch eine große Bedeutung für Muslime.

Vor Sultan Mehmet II. gab es viele andere, die versucht haben diese Stadt zu erobern, jedoch scheiterten diese Versuche. Doch es lässt sich die Frage stellen, wie der junge Sultan Mehmet es geschafft hat, die Stadt zu erobern?

Was geschah während der Eroberung und wie lange hat es gedauert, dass Sultan Mehmet II. die Eroberung ermöglicht hat? Wie war die Belagerung vor und nach der Eroberung? Diese Fragen werden ansatzweise beantwortet. Diese Hausarbeit wird die Eroberung Konstantinopels beinhalten. Zunächst wird näheres zur Biographie des Sultans bekanntgegeben. Im Nachhinein wird näheres zur Belagerung bekanntgegeben, sei es von der Belagerung der Byzantiner und der Osmanen und schließlich kommt die Eroberung Konstantinopels.

2. Biographie

Fatih Sultan Mehmed II. war 7. Sultan der Osmanen und regierte von 1451 bis 1481. Den Titel „Fatih“ (Eroberer) bekam er, nachdem er Konstantinopel erobert hatte. Er wurde als vierter Sohn Sultan Murads II. am 30. März 1432 in Edirne geboren. Seine Mutter war Huma Hatun und er hatte zwei Brüder, die jedoch unter ungeklärten Umständen starben. Seit frühester Kindheit erlernte er mehrere Sprachen, unteranderem Türkisch, Persisch, Arabisch und Serbisch.[8]

Er galt als erfolgreicher Staatsmann und Militärführer. Im jungen Alter wurde er nach Amasya geschickt, wo er als Gouverneur tätig war. 1443 wurde er Stadthalter von Manisa. Nach seinem kurzen Aufenthalt in Manisa wurde er zu seinem Vater in Edirne gerufen. Dort sollte er auf Wusch des Sultan Murat II. den Thron besteigen. Da sein Vater einen Friedensvertrag mit den Ungaren geschlossen hatte, wünschte er sich zurückzuziehen und überließ deshalb seinen Sohn mit 12 Jahren den Thron. So erkennt man, wie sehr sein Vater ihm vertraut.

Doch da der Vertrag seitens der Ungaren gebrochen wurde und es politische Unruhen gab, musste Sultan Murat II. auf seinen Thron zurückkehren deshalb verweilte Sultan Mehmet II. nicht lange auf dem Thron. Anfangs hat Sultan Murad es abgelehnt und wollte nicht den Thron besteigen. Kurz darauf hat Sultan Mehmet einen Brief geschrieben, wo er es mit diesen Worten seinem Vater befohlen hat:

„Wenn ich der Sultan bin, so befehle ich dir, dass du zurückkommst. Aber wenn du der Sultan bist, so musst du an die Regierung kommen.“[9] Sultan Murat blieb dann bis zu seinem Tod am 3.Februar 1451 auf seinem Thron. Als Nachfolger trat nun Sultan Mehmet II. ein zweites Mal hervor, um den Thron zu besteigen. Somit herrschte er als Sultan bis seinem Tod im Jahr 1481. Sein Ziel war es von Anfang an Konstantinopel zu erobern. Vor ihm hatten es schon sein Urgroßvater Sultan Bayezit I. und sein Vater erfolgslos versucht. Seinen Willen brachte er mit diesen Worten zum Ausdruck: „Entweder nehme ich Istanbul, oder Istanbul nimmt mich“.[10] Er arbeitete Pläne aus, ließ Vorbereitungen treffen, und bereitete die Eroberung detailliert vor. Er ließ die Rumeli Hisarı gegenüber der Anadoluhisari erbauen. Somit hat er Kontrolle über den Bosporus erhalten. Schiffe, die nach Konstantinopel fuhren, mussten sich der Inspektion der Osmanen unterziehen.

Im April 1453 fing die Belagerung Konstantinopels an. Insgesamt nach 58 Tagen, am 29.Mai wurde Konstantinopel von dem Sultan Mehmet II. erobert. Nach dieser Eroberung erhielt er den Namen Fatih, was so viel bedeutet wie „der Eroberer“. Das byzantinische Reich befand sich in einer tiefen politischen, ökonomischen und religiösen Krise. Er bemühte sich, Konstantinopel wieder instand zu setzen.

Nebenbei bemühte er sich Konstantinopolis zu eine muslimische Stadt zu entwickeln, sei es kulturell oder auch die Architektur.[11] Es kamen jedoch gleichermaßen byzantinische und auch osmanische Bauten. Mehrere Quellen bestätigen, dass Mehmets Anliegen darin bestand, ein multikulturelles und religiös tolerantes Weltreich zu schaffen.[12]

Er hat die 1128-jährige Hauptstadt Roms für das Osmanische Reich vereinnahmt. Nach der Eroberung war sein erstes Projekt die „Reparatur“ der Stadt. Es wurden Wirtshäuser, türkische Bäder und Brunnen gebaut. Das erste und wichtigste Monument der Stadt war die Haghia Sophia. Die Haghia Sophia war eine byzantinische Kirche, in der die byzantinischen Kaiser gekrönt wurden. Unmittelbar nach der Eroberung im Jahre 1453 verrichtete Sultan Mehmet in dieser Kirche sein erstes Gebet, womit der Bau zum islamischen Kult konvertiert wurde. Die Haghia Sophia erhielt zunächst ein Minarett, welches an der Seeseite errichtet wurde. In der Stadt bildete es eine Art Brückenmonument zwischen Christentum und Islam. Die kostbaren Mosaiken christlichen Inhalts blieben nicht nur während der Regierungszeit Mehmets sondern bis ins 18.Jahrhundert.[13]

3. Die Belagerung

3.1 Die Byzantiner

Der römische Kaiser Konstantin der Große, der zwischen 306 und 337 nach Christus regierte, wollte im Osten des Römischen Reiches eine neue Hauptstadt errichten, ein neues "Rom". Er fand es in Byzanz.[14]

Das vorkonstantinische Byzanz an der Grenze von Europa und Asien wurde vermutlich in den 60er Jahren des 7. vorchristlichen Jahrhunderts gegründet. Der Name „Byzanz“ ist vorgriechisch.[15] Die Stadt war an den innergriechischen Machtkämpfen beteiligt.

Bis zum elften Jahrhundert war Byzanz eine glanzvolle Großmacht.[16] Die Byzantiner hatten kraftvoll und erfolgreich ihre Pflicht getan. Um die Mitte des 11.Jahrhunderts trat mit dem Einfall der Türken eine neue Herausforderung aus dem Osten an sie heran. Byzanz machte dynastische und konstitutionelle Schwierigkeiten durch. Das byzantinische Italien ging verloren, doch musste Byzanz den Türken jene Landstriche überlassen und zwar die Hochland-Ebenen von Anatolien, die ihm den größten Teil seiner Soldaten und seiner Lebensmittel geliefert hatten.[17]

Die Rückeroberung von Konstantinopel im Jahre 1261 durch Michael VIII. hatte die Aufmerksamkeit von Byzanz wieder stärker auf die westlichen Provinzen gelenkt[18]. Dies hatte das Eindringen von türkischen Gruppen in den ägäischen Raum in den letzten Jahrzehnten des 13.Jahrhunderts erleichtert.

Das vierzehnte Jahrhundert war für Byzanz eine Zeitspanne der Katastrophe.[19] Alles, was vom Kaiserreich noch blieb, waren Konstantinopel selbst, einige wenige Städte entlang der thrazischen Küste des Marmarameeres und der Küste des Schwarzen Meeres. In Athen herrschten noch florentinische Herzöge, alle anderen Gebiete hatten die Türken an sich gerissen.[20]

Die Entlastung, die Byzanz durch die Niederlage Sultan Bajezits bei Ankara gewährt wurde, konnte das sterbende Kaiserreich nicht wiederherstellen.

[...]


[1] Vgl. Yazici, Nasimi: İlk Türk-İslam Devletleri Tarihi, Istanbul, 2007, S.243.

[2] Vgl. Kreiser, Klaus: Der Osmanische Staat 1300-1922, München, 2001, S. 4.

[3] Vgl. Gülen, Salih: Rüyadan Devlete Osman Gazi, Istanbul, 2011, S. 8.

[4] Vgl. Ferenc Majoros, Bernd Rill, Das Osmanische Reich 1300 – 1922. Die Geschichte einer Großmacht, Augsburg 1999, 93.

[5] http://www.planet-wissen.de/laender_leute/tuerkei/istanbul/

[6] Armağan, Mustafa (2011) : Ufukların Sultanı. Fatih Sultan Mehmed. 10.Aufl. Istanbul

[7] http://www.eslam.de/begriffe/k/konstantinopels_eroberungsueberlieferung.htm

[8] Asutay-Effenberger, Neslihan(2009): Sultan Mehmet II. Eroberer Konstantinopels

[9] Vgl. Armağan, Mustafa (2011): Ufukların Sultanı. Fatih Sultan Mehmed S.210

[10] Ebd.

[11] Vgl. Armağan, Mustafa (2011): Ufukların Sultanı. Fatih Sultan Mehmed. S.65

[12] Vgl. Asutay-Effenberger, Neslihan

[13] Necipoglu, Gülru: The Life of an Imperial Monument: Haghia Sophia after Byzantium

[14] http://www.planet-wissen.de/kultur/metropolen/istanbul_zwischen_orient_und_okzident

[15] Hotz, Walter (1978): Byzanz, Konstantinopel, Istanbul. 2.Aufl., Darmstadt

[16] Runciman, Steven(1966): Die Eroberung von Konstantinopel 1453

[17] Ebd.

[18] Kreiser, Klaus (2008): Der Osmanische Staat 1300-1922

[19] Runciman, Steven(1966): Die Eroberung von Konstantinopel 1453 S.4

[20] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Sultan Mehmet II. und die Eroberung von Konstantinopel
Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,7
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V429443
ISBN (eBook)
9783668734562
ISBN (Buch)
9783668734579
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sultan, mehmet, eroberung, konstantinopel
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Sultan Mehmet II. und die Eroberung von Konstantinopel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429443

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