Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Sexuell aggressive Verhaltensweisen bei Jungen ab 12 Jahren - Entwicklung eines stationären Behandlungskonzeptes

Title: Sexuell aggressive Verhaltensweisen bei Jungen ab 12 Jahren - Entwicklung eines stationären Behandlungskonzeptes

Diploma Thesis , 2005 , 122 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Wieck (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Diplomarbeit widme ich in besonderer Weise dem Mitarbeiterteam und den Jugendlichen der Außenwohngruppe des Andreas Bräm Hauses in Neukirchen Vluyn. Im regen Austausch mit euch als Team, zu dem ich auch die pädagogische und therapeutische Leitung zähle, habt ihr durch manche kriti¬sche Nachfrage und Anregung den Prozess der Konzeptentwicklung maßgeblich bereichert. Erst dadurch, dass ihr euch mit auf dem Weg gemacht habt, konnte ich meine Idee von Konzeptentwicklung verwirklichen. Ich kann ein Konzept nicht auf ausschließlich abstrakter Ebene entwickeln, für mich ist Konzeptentwicklung immer ein dynamischer Prozess zwischen theoretischen Ideen und Visionen auf der einen und der Erprobung und dem "Schliff" durch die Praxis auf der anderen Seite. An diesem Prozess habt ihr euch aktiv beteiligt und euch dabei an den richtigen Stellen auf mein hohes Tempo einge¬lassen bzw. mich in die Realität der Praxis "zurückgebremst".
Meine Achtung gilt den Jugendlichen der Gruppe. Ihr habt mich in meiner Haltung gefestigt, dass Menschen mit sexuell aggressiven Verhaltensweisen keine "Monster" sind. Ihr seid Personen, die vor dem Hintergrund ihrer Biographie ihr natürliches Bedürfnis, in Beziehungen Geborgenheit, Sicherheit, Liebe, Zärtlichkeit und Selbstentfaltung zu er-/ leben, unangemessen befriedi¬gen. Von euch weiß ich, dass ihr Personen seid, die Kinder durch sexuelle Handlungen zu Opfern gemacht haben. Hieraus entspringt meine Verantwor¬tung zu handeln. Die Tatsache, dass ihr euch auf eine Beziehung mit mir ein¬gelassen und euer Erleben mit mir geteilt habt, ist der eigentliche Anlass und Motivation, mich auf diese Thematik einzulassen. Auch ihr habt euch auf eure Art und Weise auf die Konzeptentwicklung eingelassen und euch an dieser teilweise dankbar beteiligt.
Ein besonderer Dank gilt meiner Frau. Mit viel Liebe und Geduld hast du mich zur Beendigung des Studiums ermutigt und mir da wo es nötig war "Dampf" gemacht. Ich danke meiner Frau und meinen Kindern. An mancher Stelle habt ihr auf mich als Ehemann und Vater verzichtet und mir damit Freiräume für die Diplomarbeit eröffnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Wozu diese Diplomarbeit / Einleitung

1.1 persönliche Widmung

1.2 Problemstellung, Fragestellungen

1.3 Aufbau und Vorgehensweise, Ziele

2. Was ist sexuell aggressives Verhalten

2.1 Begrifflichkeiten

2.2 Definitionen

2.2.1 Kategorisierung der Definitionen

2.2.2 Kritische Diskussion der Definitionskriterien zur Bestimmung von sexuell aggressivem Verhalten

2.3 Abgrenzung: normale – abweichend – sexuell aggressiv

3. Quantitative Bedeutung der sexuellen Aggressivität von Kindern und Jugendlichen

4. Wie stellt sich sexuelle Aggression als Verhalten dar

4.1 Was tun Minderjährige, wenn sie sich sexuell aggressiv verhalten

4.2 Typologien

4.3 Der Missbrauchszyklus

5. Warum verhalten sich Minderjährige sexuell aggressiv

5.1 Skizzierung der Erklärungsansätze für sexuell aggressives Verhalten

5.2 Darstellung der Entwicklungsdynamik sexueller Gewalt in Mehrfaktorenmodellen

6. Welche Behandlungsmöglichkeiten sexuell aggressiven Verhaltens gibt es

6.1 Skizzierung der Behandlungsansätze

6.2 Formale Aspekte der Behandlungsangebote

6.3 Skizzierung des kognitiv-behavioralen Behandlungsansatzes

7. Darstellung der Konzeption

7.1 Ausgangssituation / Rahmenbedingungen für die Konzeptentwicklung

7.2 Darstellung der Konzeption

8. Darstellung und Diskussion der eigenen Haltung

8.1 Mein Grundverständnisses zur Problematik sexuell aggressiver Kinder und Jugendlicher

8.2 Darstellung und Diskussion zentraler struktureller und methodischer Grundsatzentscheidungen

8.2.1 Spezialisierter Ansatz versus integrierendem Ansatz

8.2.2 Verhältnis von Zwang und Freiwilligkeit

8.2.3 Verhältnis von Therapie und Pädagogik

8.2.4 Opferarbeit als inhaltlicher Bestandteil der Behandlung

8.2.5 Behandlungsstruktur und Wirkungsgrad der Behandlung

9. Perspektive

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein stationäres Behandlungskonzept für sexuell aggressive Jungen ab 12 Jahren zu entwickeln, das eine verlässliche und fachlich fundierte Grundlage für die pädagogische Praxis in der stationären Jugendhilfe bietet. Dabei wird untersucht, wie eine therapeutisch-pädagogische Arbeit gestaltet sein muss, um sowohl den Opferschutz zu gewährleisten als auch dem Jungen durch eine professionelle Beziehungsarbeit neue Entwicklungsperspektiven außerhalb destruktiver Verhaltensmuster zu eröffnen.

  • Grundlagen und Definitionen sexuell aggressiven Verhaltens bei Minderjährigen
  • Quantitative Analyse der Problematik und Erklärungsmodelle (Mehrfaktorenmodelle)
  • Methodik der kognitiv-behavioralen Behandlung in der stationären Jugendhilfe
  • Integration therapeutischer Inhalte in den Gruppenalltag ("Karriereleiter")
  • Die Rolle der eigenen professionellen und persönlichen Haltung in der Konzeptarbeit

Auszug aus dem Buch

4.3 Der Missbrauchszyklus

Minderjährige mit sexuell aggressivem Verhalten stellen den Missbrauch bzw. die Vergewaltigung in der Regel als ein einmaliges, spontanes und zusammenhangloses Ereignis dar. Die wissenschaftliche Forschung belegt demgegenüber, dass insbesondere der sexuelle Missbrauch an Kindern keine spontane (Trieb-)Handlung ist. Vielmehr wird der sexuelle Missbrauch durch vielfältige, bewußte und strategische Handlungen vor- und im Anschluss nachbereitet. Diese Vor- und Nachbereitungen sind Bestandteil des Missbrauchs. Der Ablauf von Vorbereitung – sexuelle Handlung – Nachbereitung wird als Missbrauchszyklus beschrieben (vergl. Heiliger 2000).

Ausgangsposition des Missbrauchszyklus ist die persönliche Disposition des Minderjährigen, innere Spannungszustände durch sexuell aggressives Verhalten zu reduzieren. Psychische Konflikte, die je nach Erklärungsansatz unterschiedlich begründet werden (siehe auch 5. "Warum verhalten sich Minderjährige sexuell aggressiv"), gelten allgemein als Hintergrund dieser Spannungszustände (vergl. Nowara u.a. 1998). Jugendliche, die zu missbrauchendem Verhalten neigen, nehmen Gefühle von Wut, Enttäuschung, Demütigung, Einsamkeit, etc. nicht wahr. Mit dem Ziel des Selbstschutzes werden die Empfindungen namenlos gemacht und anonymisiert. Daraus resultiert eine difuse innere Spannung, die mit sexueller Spannung verbunden wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wozu diese Diplomarbeit / Einleitung: Beschreibt die persönliche Motivation des Autors und die fachliche Problemstellung, die aus langjähriger Praxis in der stationären Jugendhilfe entstanden ist.

2. Was ist sexuell aggressives Verhalten: Setzt sich kritisch mit verschiedenen Begrifflichkeiten und Definitionen auseinander, um ein fachlich fundiertes Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.

3. Quantitative Bedeutung der sexuellen Aggressivität von Kindern und Jugendlichen: Analysiert statistische Daten zur Häufigkeit der Delikte und thematisiert das Problem der Dunkelziffern.

4. Wie stellt sich sexuelle Aggression als Verhalten dar: Untersucht das spezifische Erscheinungsbild, verschiedene Typologien und den systematischen Ablauf von Missbrauchshandlungen (Missbrauchszyklus).

5. Warum verhalten sich Minderjährige sexuell aggressiv: Erörtert verschiedene Erklärungsansätze, darunter individuelle Faktoren, sozialisationstheoretische Aspekte und feministische bzw. patriarchatskritische Theorien.

6. Welche Behandlungsmöglichkeiten sexuell aggressiven Verhaltens gibt es: Gibt einen Überblick über die etablierten kognitiv-behavioralen Ansätze und deren methodische Umsetzung.

7. Darstellung der Konzeption: Leitet die konkrete Konzeptentwicklung für die stationäre Außenwohngruppe aus den zuvor erarbeiteten theoretischen Erkenntnissen ab.

8. Darstellung und Diskussion der eigenen Haltung: Reflektiert die persönliche Grundhaltung des Autors sowie grundlegende strukturelle Entscheidungen des Konzepts, wie etwa das Verhältnis von Therapie und Pädagogik.

9. Perspektive: Beschreibt konzeptionelle Arbeit als fortlaufenden Prozess und betont die Notwendigkeit der gemeinsamen Weiterentwicklung innerhalb der Institution.

Schlüsselwörter

Sexuell aggressives Verhalten, stationäre Jugendhilfe, Missbrauchszyklus, Opferschutz, Täterarbeit, Kognitiv-behaviorale Behandlung, pädagogisches Stufenplanmodell, Karriereleiter, Lernbehinderung, Fallsupervision, Traumabearbeitung, Bindungsstörung, Selbstkontrolle, Gruppenpädagogik, Fremdkontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich der Entwicklung eines stationären Behandlungskonzepts für Jungen ab 12 Jahren, die durch sexuell aggressives Verhalten aufgefallen sind. Ziel ist es, diese Jungen in einem wertschätzenden, aber strukturierten Rahmen bei der Aufarbeitung ihres Verhaltens zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition und Einordnung sexuell aggressiven Verhaltens, die Analyse von Ursachen und Entwicklungsdynamiken sowie die praktische Ausgestaltung einer spezialisierten Behandlung im stationären Setting der Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts, das Wiederholungstaten verhindert (Opferschutz) und den betroffenen Jungen hilft, ihre Verhaltensmuster zu reflektieren und eine nachhaltige Selbstkontrolle zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Integration aktueller pädagogischer sowie therapeutischer Ansätze. Sie verknüpft kognitiv-behaviorale Behandlungsmethoden mit einem systemischen Verständnis der Familiendynamik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Themas (Definition, Typologien, Missbrauchszyklus, Ursachen) und die praktische Konzeptdarstellung, inklusive der methodischen Instrumente wie der "Karriereleiter".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem sexuell aggressives Verhalten, Opferschutz, stationäre Jugendhilfe, Täterarbeit und die kognitiv-behaviorale Therapie.

Was unterscheidet den Tätertyp "Kindesmissbraucher" von einem "Vergewaltiger"?

Der Kindesmissbraucher ("Spezialist") wählt gezielt jüngere Kinder aus und nutzt oft Grooming-Strategien. Der Vergewaltiger ("Generalist") zeigt eher antisoziale Verhaltensmuster, wählt Opfer meist willkürlich und nutzt direkte körperliche Gewalt.

Welche Funktion hat die "Karriereleiter" in dem Konzept?

Die Karriereleiter dient als pädagogisch-therapeutisches Instrument, das den therapeutischen Fortschritt durch ein gestuftes System von Verantwortung und Freiheit für den Jugendlichen transparent und operationalisierbar macht.

Wie integriert der Autor seine persönliche Haltung in das Konzept?

Der Autor verknüpft sein christliches Menschenbild mit fachlichen Grundsätzen. Er versteht den Menschen als auf Beziehung angelegt und begründet daraus die Notwendigkeit einer beziehungsorientierten Täterarbeit, die den Jungen als Subjekt würdigt, während sein schädigendes Handeln klar konfrontiert wird.

Excerpt out of 122 pages  - scroll top

Details

Title
Sexuell aggressive Verhaltensweisen bei Jungen ab 12 Jahren - Entwicklung eines stationären Behandlungskonzeptes
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe
Grade
1,3
Author
Markus Wieck (Author)
Publication Year
2005
Pages
122
Catalog Number
V42947
ISBN (eBook)
9783638408585
Language
German
Tags
Sexuell Verhaltensweisen Jungen Jahren Entwicklung Behandlungskonzeptes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Wieck (Author), 2005, Sexuell aggressive Verhaltensweisen bei Jungen ab 12 Jahren - Entwicklung eines stationären Behandlungskonzeptes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42947
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  122  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint