Selten zuvor war die Diskussion über den Islam und die islamischen Staaten so aktuell wie es in den vergangenen Monaten der Fall ist Die meisten Menschen haben gewisse Assotiationen mit dieser Religion, die nicht immer mit der eigentlichen Aussage des Glaubens übereinstimmen. Es sind auch bereits viele Texte erschienen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln geschrieben wurden. Die vorliegende Arbeit, hat die Absicht, mit ihrer eigenen Perspektive einige Gesichtspunkte aufzuklären und manche Wissensfragen zu beantworten, die gestellt werden können. Anschließend wird anhand des Beispiels der Türkei ein Land vorgestellt, das zwar moslemisch dominiert aber darum bemüht ist, die Verknüpfung von Religion und Staat zu vermeiden, wie es in anderen islamisch orientierten Ländern oft nicht geschieht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.0.Islam
1.1. Koran
I.2. Sunna
1.3. Sharia
1.4. Der Islam heute
1.5. Die Fundamentalisten
1.6. Die Beziehungen zwischen Staat und Islam
2.0. Die Türkei, der Islam und der Staat
2.1 Politik und Staatsaufbau der Türkei heute
2.2. Die türkische Wohlfahrtspartei unter Necmettin Erbakan
2.3. Das Programm der Wohlfahrtspartei
3.0. Schlußbetrachtung
3.1. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der islamischen Religion und staatlicher Ordnung, wobei die Türkei als zentrales Fallbeispiel dient, um die Vereinbarkeit von religiösen Traditionen mit einem säkularen Staatsmodell zu analysieren.
- Grundlagen des islamischen Glaubens und seiner Quellen
- Stellung der Frau und zeitgenössische Interpretationen des Islams
- Die Rolle des Islams im türkischen politischen System
- Die Ideologie und das Programm der türkischen Wohlfahrtspartei
- Vergleich der türkischen Staatsführung mit anderen islamisch geprägten Ländern
Auszug aus dem Buch
2.1. Politik und Staatsaufbau der Türkei heute:
Im Gegensatz zu vielen anderen islamischen Ländern sind in der Türkei Religion und Staat streng getrennt (auch wenn die islamisch orientierte Partei im Parlament vertreten und damit wählbar ist). Dies, sowie die Religions- und Gewissensfreiheit sind in der Verfassung verankert, obgleich die Wiedereinführung des Religionsunterrichts als Pflichtfach dazu im Widerspruch steht.
Die Staatsgewalt geht uneingeschränkt und bedingungslos vom Volk, durch die in der Verfassung festgelegten Organe aus und das Recht zur Ausübung der Staatsgewalt kann nicht auf ein Individuum, eine Gruppe oder Klasse übertragen werden. Jeder Bürger besitzt außerdem unverletzliche und unveräußerliche Rechte. Damit versucht die Türkei den Spagat zwischen orientalisch-moslemischer Tradition und westlicher Orientierung auf das Optimalste zu erreichen, auch wenn es Bereiche gibt, wo dieses nur mehr oder weniger gegeben ist. Damit ist die Türkei nicht zu den islamischen Staaten zu rechnen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Aktualität der Islam-Diskussion und skizziert das Ziel der Arbeit, anhand des Beispiels Türkei die Trennung von Religion und Staat zu beleuchten.
1.0.Islam: Dieses Kapitel erläutert die Grundpfeiler der monotheistischen Religion, einschließlich der fünf Gebote und der fünf Grundpflichten des Glaubens.
1.1. Koran: Hier wird der Koran als authentisches Wort Gottes und zentrale Quelle des islamischen Glaubens definiert.
I.2. Sunna: Es werden die Hadithen als Überlieferungen und Aufzeichnungen über das Leben Mohammeds als zweite Hauptquelle des Islams beschrieben.
1.3. Sharia: Dieses Kapitel definiert die Sharia als auf Koran und Sunna basierendes Gesetz, das alle Lebensbereiche durchdringt.
1.4. Der Islam heute: Es wird die Sichtweise aufgeklärter Intellektueller dargelegt, die Koranauslegung mit moderner Demokratie und Emanzipation vereinbaren wollen.
1.5. Die Fundamentalisten: Die fundamentale Auslegung wird als Reaktion auf den Modernismus dargestellt, welche eine Rückbesinnung auf die Sharia als Staatsgesetz fordert.
1.6. Die Beziehungen zwischen Staat und Islam: Es wird die Aufgabe des Staates thematisiert, Harmonie zwischen privatem und öffentlichem Leben zu schaffen.
2.0. Die Türkei, der Islam und der Staat: Das Kapitel zeichnet den historischen Prozess der Islamisierung der Türken sowie die Entstehung der modernen Republik unter Atatürk nach.
2.1 Politik und Staatsaufbau der Türkei heute: Hier wird die konstitutionelle Trennung von Staat und Religion in der Türkei analysiert.
2.2. Die türkische Wohlfahrtspartei unter Necmettin Erbakan: Es wird der Aufstieg und das Verbot der pro-islamischen Wohlfahrtspartei aufgrund von Verfassungswidrigkeit behandelt.
2.3. Das Programm der Wohlfahrtspartei: Das Kapitel erklärt die "Türkisch-Islamische Synthese" als Kern der parteipolitischen Ideologie.
3.0. Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Interpretierbarkeit des Islams und die Herausforderung der Türkei, zwischen Orient und Okzident zu balancieren.
Schlüsselwörter
Islam, Türkei, Staat, Religion, Koran, Sunna, Sharia, Kemalismus, Wohlfahrtspartei, Necmettin Erbakan, Demokratie, Fundamentalismus, Türkisch-Islamische Synthese, Säkularisierung, Emanzipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Verhältnis zwischen dem Islam als Religion und dem staatlichen System in der Türkei.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Felder sind die islamischen Glaubensquellen, die historische Entwicklung in der Türkei und die politische Rolle pro-islamischer Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Türkei den Spagat zwischen islamischer Tradition und einer westlich orientierten, säkularen Staatsordnung vollzieht.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von religiösen Grundlagen und einer politikwissenschaftlichen Betrachtung der türkischen Staatsstruktur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Islam sowie eine detaillierte Fallstudie zur politischen Entwicklung der Türkei unter Berücksichtigung der Wohlfahrtspartei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Islam, Türkei, Säkularisierung, Kemalismus und Wohlfahrtspartei geprägt.
Wie unterscheidet sich die türkische Wohlfahrtspartei in ihrem Programm?
Sie verfolgt die sogenannte "Türkisch-Islamische Synthese", die darauf abzielt, türkische nationale Identität mit islamischen Werten gesellschaftspolitisch zu verbinden.
Warum wird die Türkei im Text nicht als klassischer islamischer Staat eingeordnet?
Da die Türkei in ihrer Verfassung eine strikte Trennung von Religion und Staat vorsieht, entspricht sie nicht dem Modell eines theokratisch geprägten islamischen Staates.
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- Didem Oktay (Author), 2002, Der Islam und die Türkei - Entwicklung und Einflüsse des Islams auf Kultur und Politik der Türkei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4295