Adolf Hitler drückte der Geschichte ohne Frage seinen unauslöschlichen Stempel auf. Er war deutscher Diktator und Anstifter eines Völkermordes sowie eines Krieges, der den größten Niedergang der Zivilisationswerte der Neuzeit markierte. In nur wenigen Jahren hat der Agitator den Weltzustand verändert wie kein anderer.
Diese Arbeit soll die Fragestellung untersuchen, wie Hitlers rasante Machtübernahme möglich war und sie als einen Prozess beschreiben, der mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 in Kraft getreten war. Denn zuvor kann man nicht von einer Machtübernahme oder gar
„Machtergreifung“ der Nationalsozialisten sprechen. Hitler war gewollt. Sinnvoll ist daher der im Titel gewählte Begriff der Machtübergabe. Dabei war die Machtübergabe an Hitler der schlimmste Weg aus der Krise, in der die Weimarer Republik damals steckte und keineswegs unumgänglich. Die konservativen Rechten bildeten sich ein Hitler zähmen zu können, und dass die NS-Bewegung wie eine Seifenblase zerplatzen würde.5 Ein fataler Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Hitler hatte nie im Sinn, nur die ihm auferlegte Rolle auszufüllen. Stattdessen brachte er einen Prozess der Machtübernahme und Machstabilisierung ins Rollen, den man als totalitäre Revolution beschreiben kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Totalitäre Revolution
2.1 Neuwahlen im März
2.2 Gleichschaltung der Länder und Zerschlagung der Parteien
2.3 Anfänge der Außenpolitik und Vollendung der Machtübernahme
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Prozess der nationalsozialistischen Machtübernahme und -festigung im Zeitraum von Januar 1933 bis August 1934 und analysiert, wie Hitler trotz fehlenden "Meisterplans" durch eine totalitäre Revolution seine Führerdiktatur etablieren konnte.
- Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und die Phase der Machtübergabe.
- Die Bedeutung der Märzwahlen und die politische Ausschaltung der Opposition.
- Die Gleichschaltung der Länder und das Ende des politischen Pluralismus.
- Die außenpolitische Strategie als Mittel zur Machstabilisierung.
- Die Ereignisse um den 30. Juni 1934 und die Konsolidierung der uneingeschränkten Führerherrschaft.
Auszug aus dem Buch
2. Totalitäre Revolution
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. „Es ist fast wie ein Traum“, lautete die Notiz, die Joseph Goebbels noch am selben Tag in seinem Tagebuch verfasste.7 Jedoch waren weder Verbündete noch Gegner zu jenem Zeitpunkt von Hitlers Macht vollends überzeugt. Ein bekanntes Zitat des Vizekanzlers Franz von Papens lautet: „In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, daß er quietscht.“8 Doch diese Selbstzufriedenheit, die auf dem Gedanken aufbaute Hitler solide eingerahmt zu haben, um ihn für die Zwecke eines autoritären Umbaus von Weimar zähmen zu können lässt sich rückwirkend lediglich als Illusion bezeichnen.9
Tatsächlich baute Hitler bereits in der ersten Regimephase bis zum August 1934 eine rechtstotalitäre Monokratie auf und etablierte seine uneingeschränkte Herrschaft.10 Die Regimeform, die sich dabei herausbildete wird von Wehler als charismatische Führerdiktatur bezeichnet.11
Grundlage der Führerherrschaft ist die Führerideologie.12 Hitler konnte sich als unumstrittene Führerfigur durchsetzen, weil es ihm gelang, Person und Idee der Bewegung miteinander in Übereinstimmung zu bringen.13 Diese Durchsetzung gelang freilich nicht über Nacht, jedoch gerade im Vergleich mit dem italienischen Faschismus unter Mussolini in einem rasanten Tempo. So stellte der französische Botschafter François-Poncet fest, "daß Hitler in fünf Monaten eine Wegstrecke zurückgelegt hat, für die der Faschismus fünf Jahre brauchte.“ 14 Bei Thamer heißt es Hitler habe Mussolini bei der Umsetzung der Führeridee in eine Führerherrschaft überholt.15 Der Prozess, in der die Führerdiktatur ausgebaut und gefestigt wurde gewann jene Züge einer totalitären Revolution.16 Diese totalitäre Revolution trieb die eigentliche Machteroberung und Machtstabilisierung Hitlers entscheidend an.17 Im August 1934, als die erste Regimephase endete, hatte Hitler seine Führerdiktatur bereits ein großes Stück ausgebaut.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Hitlers rasante Machtübernahme als Prozess zu verstehen ist, und distanziert sich vom Begriff der "Machtergreifung" zugunsten der "Machtübergabe".
2. Totalitäre Revolution: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang zur Diktatur, beginnend mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und der anschließenden rasanten Etablierung einer charismatischen Führerdiktatur.
2.1 Neuwahlen im März: Hier wird analysiert, wie Hitler das Notverordnungsrecht und gezielte Gewaltmaßnahmen nutzte, um die politische Opposition zu marginalisieren und sich parlamentarische Legitimation zu verschaffen.
2.2 Gleichschaltung der Länder und Zerschlagung der Parteien: Das Kapitel befasst sich mit der schnellen Unterwerfung der Länderregierungen und der systematischen Beseitigung politischer Parteien, die in die Alleinherrschaft der NSDAP mündete.
2.3 Anfänge der Außenpolitik und Vollendung der Machtübernahme: Der Fokus liegt auf Hitlers außenpolitischen Schritten, wie dem Völkerbundsaustritt, und dem blutigen "Röhm-Putsch" als finalem Schritt zur unumschränkten Führerherrschaft.
3. Fazit: Das Kapitel resümiert, dass Hitlers Aufstieg zwar auf der Fehleinschätzung der konservativen Eliten basierte, aber durch eine zielstrebige, totalitäre Revolution in kurzer Zeit zur Etablierung seiner Diktatur führte.
Schlüsselwörter
Adolf Hitler, Machtübergabe, Totalitäre Revolution, Führerdiktatur, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, Weimarer Republik, Reichskanzler, Machtstabilisierung, Führerideologie, NSDAP, Reichstagsbrand, SA, Ernst Röhm, Machtmonopol.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Prozess der nationalsozialistischen Machtübernahme zwischen Januar 1933 und August 1934 und zeigt auf, wie aus der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler in kurzer Zeit eine absolute Führerherrschaft wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Zerschlagung der demokratischen Opposition, der Gleichschaltung der staatlichen Institutionen, der Rolle der NSDAP und der Außenpolitik als Instrument der internen Machtstabilisierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Hitlers Machtübernahme nicht als statisches Ereignis ("Machtergreifung"), sondern als dynamischen Prozess der "totalitären Revolution" zu beschreiben und die Faktoren zu identifizieren, die seinen Aufstieg begünstigten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur (u.a. Kershaw, Thamer, Wehler) basiert, um historische Zusammenhänge und regimekritische Prozesse zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Märzwahlen, die systematische Gleichschaltung der Länder und Parteien sowie die außenpolitischen Manöver und die gewaltsame Konsolidierung des Regimes im Sommer 1934.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtübergabe, Totalitäre Revolution, Führerdiktatur, Gleichschaltung, Führerideologie und die Konsolidierung der Macht durch das NS-Regime.
Welche Bedeutung maß der Autor dem Begriff "Machtübergabe" bei?
Der Autor betont, dass "Machtübergabe" historisch präziser ist als "Machtergreifung", da Hitler zu Beginn von konservativen Rechten in die Regierung gehoben wurde, in der Annahme, man könne ihn zähmen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der sogenannten "konservativen Rechten"?
Die Arbeit stellt fest, dass die Fehleinschätzung der konservativen Rechten, Hitler "einrahmen" zu können, ein fataler Fehler war, der ihm erst den Weg zur unumschränkten Macht ebnete.
Was passierte konkret am 30. Juni 1934?
An diesem Datum ließ Hitler im Zuge der sogenannten Röhm-Affäre die Führung der SA verhaften und erschießen, was er als Schlag gegen die innere Opposition nutzte, um seine Diktatur endgültig zu festigen.
Inwiefern hat die Außenpolitik zur Stabilisierung der NS-Herrschaft beigetragen?
Die Außenpolitik, insbesondere der Austritt aus dem Völkerbund, diente Hitler dazu, plebiszitäre Zustimmung in der Bevölkerung zu gewinnen und die Kritiker durch außenpolitische "Coups" zu entwaffnen.
- Citar trabajo
- Fabian Weller (Autor), 2012, Nach der Machtübergabe an Adolf Hitler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429529