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Glaubhaftigkeit von kindlichen Zeugenaussagen. Aktueller Stand der "Kriterienbasierten Inhaltsanalyse"

Title: Glaubhaftigkeit von kindlichen Zeugenaussagen. Aktueller Stand der "Kriterienbasierten Inhaltsanalyse"

Term Paper , 2013 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Gehlhaar (Author)

Psychology - Forensic Psychology and Penal System
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In der folgenden Hausarbeit werde ich zunächst den theoretischen Hintergrund und die inhaltlichen Merkmale der kriterienbasierten Inhaltsanalyse erläutern. Anschließend werde ich auf den aktuellen Forschungsstand eingehen und in einer nachfolgenden Diskussion die Besonderheiten und kritischen Aspekte bei der Anwendung der kriterienbasierten Inhaltsanalyse bei sexuell missbrauchten Kindern darstellen. Abschließend sollen die daraus resultierenden praktischen Konsequenzen und ein Ausblick aufzeigen, welche Möglichkeiten sich aus der momentan verwendeten kriterienbasierten Inhaltsanalyse ergeben.

Gerade bei kindlichen Zeugenaussagen stellt sich immer wieder die Frage der Glaubhaftigkeit. Die kriterienbasierte Inhaltsanalyse, die davon ausgeht, dass tatsächlich erlebte Gedächtnisinhalte qualitativ anders als unwahre Inhalte berichtet werden, ist das derzeit meiste verwendete Instrument zur Einschätzung kindlicher Zeugenaussagen. Wie die aktuelle Forschung zeigt, weist sie jedoch eine relativ hohe Fehlerrate auf und weitere Variablen müssen bei der Aussagenbewertung berücksichtigt werden. Insbesondere bei traumatisierten Personen ist eine Unterscheidung traumatischer und alltäglicher Gedächtnisrepräsentationen wichtig.

Die kriterienbasierte Inhaltsanalyse ist eine gute Grundlage zur Einschätzung der Glaubhaftigkeit berichteter Ereignisse, jedoch sollte in künftiger Forschung die diskriminante Validität weiter verbessert werden.

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Inhaltsverzeichnis

1 Die Kriterienbasierte Inhaltsanalyse

1.1 Theoretischer Hintergrund

1.2 Inhaltliche Aspekte

1.3 Der aktuelle Forschungsstand

2 Diskussion

2.1 Kritische Aspekte der Anwendung der Kriterienbasierten Inhaltsanalyse bei Opfern sexuellen Missbrauchs

3 Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Bewertung der Kriterienbasierten Inhaltsanalyse (CBCA) als Instrument zur Überprüfung der Glaubhaftigkeit kindlicher Zeugenaussagen, insbesondere im Kontext von Tatvorwürfen des sexuellen Missbrauchs. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand kritisch zu reflektieren und die Grenzen der Methode aufzuzeigen, wenn sie auf potenziell traumatisierte Kinder angewendet wird.

  • Grundlagen der Kriterienbasierten Inhaltsanalyse
  • Reliabilität und Validität der Methode in der aktuellen Forschung
  • Einflussfaktoren wie Alter des Kindes und Interviewer-Verhalten
  • Problematik der Übertragung von Alltagsgedächtnisstrukturen auf Traumagedächtnisse
  • Notwendigkeit einer Weiterentwicklung des diagnostischen Instrumentariums

Auszug aus dem Buch

1.1 Theoretischer Hintergrund

Die Kriterienbasierte Inhaltsanalyse wurde vor über 50 Jahren mit dem Ziel entwickelt, kindliche Zeugenaussagen vor Gericht bei sexuellem Missbrauch besser beurteilen zu können (Blandón-Gitlin et al., 2009). Die Entwicklung beruht auf der Hypothese von Undeutsch aus dem Jahr 1989 (Undeutsch, zit. nach Blandón-Gitlin et al., 2009), die besagt, dass sich ein tatsächlich erlebtes Ereignis in den Erzählungen inhaltlich und qualitativ anders darstellt, als ein erfundenes oder imaginiertes Ereignis und beispielsweise wesentlich mehr Details enthält (Blandón-Gitlin et al., 2009; Raskin & Esplin, 1991).

Bereits 1981 gingen Johnson und Raye davon aus, dass erfundene und wahre Erinnerungen verschiedene Enkodierungsprozesse haben und wahre Erinnerungen im Gedächtnis in ein Netzwerk von bereits vorhandenem Wissen eingebettet werden und deshalb häufig detaillierter und lebhafter präsentiert werden, als imaginierte Erinnerungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Kriterienbasierte Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen und die methodische Konzeption des Instruments zur Glaubhaftigkeitsbeurteilung ein.

2 Diskussion: Hier wird der Einsatz der Methode im forensischen Kontext kritisch hinterfragt, insbesondere hinsichtlich ihrer Validität bei traumatisierten Kindern.

3 Ausblick: Der abschließende Teil beleuchtet praktische Konsequenzen und fordert eine stärkere Einbeziehung der Traumaforschung in die diagnostische Praxis.

Schlüsselwörter

Kriterienbasierte Inhaltsanalyse, CBCA, kindliche Zeugenaussagen, Glaubhaftigkeit, forensische Diagnostik, sexueller Missbrauch, Traumagedächtnis, Dissoziation, Statement Validity Assessment, SVA, Validität, Reliabilität, False Memory, Gedächtnispsychologie, Aussagepsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Kriterienbasierte Inhaltsanalyse als Instrument zur Einschätzung, ob eine kindliche Zeugenaussage auf einem wahren Erlebnis beruht oder imaginiert ist.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Aussagepsychologie, die forensische Diagnostik bei sexuellem Missbrauch sowie die Besonderheiten der Gedächtnisrepräsentation bei traumatisierten Kindern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist die kritische Evaluation des aktuellen Forschungsstands der Kriterienbasierten Inhaltsanalyse und die Aufdeckung von Limitationen bei der Anwendung auf traumatisierte Opfergruppen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse des aktuellen Forschungsstandes zur Kriterienbasierten Inhaltsanalyse und angrenzenden Disziplinen wie der Traumaforschung durchführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe der CBCA, die Ergebnisse aktueller Validitätsstudien und die spezifische Problematik der Anwendung bei Kindern, die sexuelle Gewalt erfahren haben.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kriterienbasierte Inhaltsanalyse, Aussagepsychologie, Traumagedächtnis und forensische Diagnostik definiert.

Warum ist laut der Autorin die Anwendung der CBCA bei traumatisierten Kindern problematisch?

Da die CBCA häufig auf Modellen des Alltagsgedächtnisses basiert, werden die speziellen neurobiologischen und psychologischen Veränderungen bei traumatisierten Personen (wie Dissoziation) nicht adäquat abgebildet.

Welche Rolle spielt die "False Memory"-Bewegung in diesem Zusammenhang?

Die Arbeit kritisiert, dass Erkenntnisse der False-Memory-Forschung teilweise unzulässig von neutralen Alltagserinnerungen auf traumatische Erlebnisse übertragen werden.

Welchen Ausblick gibt die Autorin für die künftige forensische Arbeit?

Die Autorin plädiert dafür, die CBCA nicht als absolutes Beweismittel zu sehen, sondern ihre Limitationen zu beachten und stärker an spezifische Altersgruppen und Traumata anzupassen.

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Details

Title
Glaubhaftigkeit von kindlichen Zeugenaussagen. Aktueller Stand der "Kriterienbasierten Inhaltsanalyse"
Grade
1,3
Author
Katrin Gehlhaar (Author)
Publication Year
2013
Pages
16
Catalog Number
V429593
ISBN (eBook)
9783668734845
ISBN (Book)
9783668734852
Language
German
Tags
glaubhaftigkeit zeugenaussagen aktueller stand kriterienbasierten inhaltsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Gehlhaar (Author), 2013, Glaubhaftigkeit von kindlichen Zeugenaussagen. Aktueller Stand der "Kriterienbasierten Inhaltsanalyse", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429593
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