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Mit Auge und Hand. Zur Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit in Konrad Fiedlers Kunsttheorie

Titel: Mit Auge und Hand. Zur Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit in Konrad Fiedlers Kunsttheorie

Bachelorarbeit , 2018 , 49 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sarah David (Autor:in)

Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Bachelorarbeit soll Fiedlers Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit näher untersucht werden, die er im Rahmen seiner Kunsttheorie entwickelt. Hierzu möchte ich seine „Schriften zur Kunst“ in Gottfried Boehms neuaufgelegter Edition heranziehen – insbesondere Fiedlers Hauptwerk "Über den Ursprung der künstlerischen Tätigkeit" (1887), da er hier den bildenden Gestaltungsvorgang explizit in den Mittelpunkt stellt.

Fiedlers Kunstverständnis basiert wesentlich auf seiner Analyse des menschlichen Sehens und seiner Definition der künstlerischen Tätigkeit als einer anschaulichen Erkenntnisarbeit, die das visuelle Bewusstsein des Menschen sensibilisieren und über alltägliche Sehkonventionen hinausführen kann. In Abgrenzung zu etablierten ästhetischen Kunstbetrachtungen erarbeitet Fiedler einen produktionsorientierten Ansatz, der vorrangig auf bildliche Darstellungen abzielt. Ein wichtiger Bezugspunkt ist Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie, deren zentrale Thesen von Fiedler aufgegriffen und für seine Kunsttheorie fruchtbar gemacht werden. Neben seinem Rekurs auf Humboldt nimmt Fiedlers Theorie der Sichtbarkeit eine zentrale Bedeutung bei seiner Analyse der gestalterischen Arbeit ein. Daher sollen beide Momente – Fiedlers Bezug zu Humboldts Sprachphilosophie und sein Theorem der Sichtbarkeit – im Folgenden näher betrachtet werden.

Konrad Fiedler (1841–1895) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Kunsttheoretiker des 19. Jahrhunderts. Seinem Werk wird rückwirkend ein weit über seine Zeit hinausreichender Einfluss auf die Entwicklung der bildenden Kunst zugeschrieben. Aufgrund seiner produktionsästhetischen Perspektive erfährt Fiedler vor allem in Künstlerkreisen eine große Resonanz, während seine theoretischen Motivansätze im Rahmen ästhetischer oder philosophischer Debatten zunächst kaum diskutiert werden. Ihre heutige Bedeutung als wichtige Referenz in der Reflexion moderner Kunst erlangen Fiedlers kunsttheoretische Schriften erst Jahrzehnte nach seinem Tod: In den 70er Jahren setzt eine breiter werdende und zunehmend interdisziplinär ausgerichtete Rezeption seiner Schriften ein. Auch für die gegenwärtige Kunst- und Bildforschung, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeiten und Verwendungsweisen digitaler Bildbearbeitung und virtueller Simulationen, erhalten Fiedlers Ansätze eine erweiterte, gleichsam visionäre Bedeutung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fiedlers Kunsttheorie im philosophiehistorischen Kontext

2.1 Fiedler als formaler Ästhetiker

2.2 Fiedlers Auseinandersetzung mit Kant

2.2.1 Fiedlers Abkehr von Kants ästhetischem Urteil

2.2.2 Fiedlers Interpretation von Kants Erkenntnistheorie

3 Fiedlers Beziehung zu Humboldts Sprachphilosophie

3.1 Der Prozess sprachlicher Welterzeugung

3.2 Die Sprache der Anschauung

4 Fiedlers Phänomenologie des Sehens

4.1 Die Grenzen des alltäglichen Sehens

4.2 Sehen um des Sehens willen

5 Die bildnerische Arbeit als anschauliche Erkenntnisarbeit

5.1 Fiedlers Kategorie der Ausdrucksbewegung

5.2 Das Zusammenspiel von Auge und Hand

5.3 Das Bild als Ausdrucksform reiner Sichtbarkeit

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Konrad Fiedlers Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit innerhalb seiner Kunsttheorie. Ziel ist es, Fiedlers Verständnis der künstlerischen Praxis als anschauliche Erkenntnisarbeit zu erörtern und dabei insbesondere die produktionsorientierten Aspekte seiner Theorie in Abgrenzung zur ästhetischen Rezeptionsästhetik sowie zur Kantischen Erkenntnistheorie zu beleuchten.

  • Fiedlers Position innerhalb des ästhetischen Formalismus
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Kants Transzendentalphilosophie
  • Fiedlers produktive Bezugnahme auf Wilhelm von Humboldts Sprachphilosophie
  • Die Phänomenologie des Sehens als Grundlage künstlerischen Gestaltens
  • Das Zusammenspiel von Auge und Hand bei der Entstehung bildnerischer Ausdrucksformen

Auszug aus dem Buch

Die bildnerische Arbeit als anschauliche Erkenntnisarbeit

Indem Fiedler in seiner Analyse des Sehens dessen Prozessualität und Selbstbezüglichkeit herausarbeitet, rückt er die Erkenntniskraft der sinnlichen Wahrnehmung ins Zentrum und stellt sie gleichberechtigt neben das diskursive Erkenntnisvermögen. Wird die Begriffssprache verwendet, um Gedanken im Prozess der Artikulation zu bilden, basiert Fiedler zufolge „die eigentliche Sprache der Kunst“ auf der „Ausdrucksform, in der sich der Mensch die sichtbaren Eindrücke zum klaren Bewußtsein bringt und seine Vorstellungswelt mitteilbar macht“. Damit formuliert er zugleich einen zentralen Aspekt seiner Definition der künstlerischen Arbeit und betont, dass „nur ein tätiges Verhalten zu einer weiteren Entwickelung unserer Vorstellungen von einer sichtbaren Wirklichkeit führen kann“. Eine fundierte Ausbildung und Verbesserung des Sehens ist demnach erst möglich, wenn der visuelle Modus um die gestaltende Aktivität des Künstlers erweitert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in Konrad Fiedlers kunsttheoretisches Werk, dessen Rezeptionsgeschichte sowie die Darlegung der Forschungsfrage zur Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit.

2 Fiedlers Kunsttheorie im philosophiehistorischen Kontext: Einordnung Fiedlers in die antiidealistische, nicht-spekulative Ästhetik und Analyse seiner distanzierten Auseinandersetzung mit Kants Ästhetik und Erkenntnistheorie.

3 Fiedlers Beziehung zu Humboldts Sprachphilosophie: Untersuchung der Parallelen zwischen Fiedlers Theorie und Humboldts Konzept der Sprache als Prozess sowie die Etablierung des Begriffs einer „Sprache der Anschauung“.

4 Fiedlers Phänomenologie des Sehens: Kritik am alltäglichen, konventionellen Sehen und Forderung nach einer isolierten, aktiven Betrachtung des Sehvorgangs als eigenständige Erkenntnisleistung.

5 Die bildnerische Arbeit als anschauliche Erkenntnisarbeit: Detaillierte Betrachtung der Ausdrucksbewegung, des Zusammenspiels von Auge und Hand sowie der Konstitution von Bildern als Ausdrucksformen reiner Sichtbarkeit.

6 Resümee: Zusammenfassende Synthese der Argumente zur erkenntniskonstitutiven Relevanz der bildnerischen Tätigkeit und Bestätigung der These, dass Kunst Wirklichkeit produziert.

Schlüsselwörter

Konrad Fiedler, Kunsttheorie, Bildnerische Tätigkeit, Anschauliche Erkenntnisarbeit, Formale Ästhetik, Wilhelm von Humboldt, Phänomenologie des Sehens, Ausdrucksbewegung, Reine Sichtbarkeit, Erkenntnistheorie, Bildproduktion, Wahrnehmung, Ästhetischer Formalismus, Anschauungssprache, Sichtbarkeitsgebilde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die kunsttheoretischen Ansätze von Konrad Fiedler, insbesondere seine Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit als eine eigenständige Form der anschaulichen Erkenntnis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der formalistischen Ästhetik, der Rezeption von Kants Erkenntnistheorie, der Bedeutung der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts für das Kunstverständnis und einer Phänomenologie des Sehens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fiedler die künstlerische Gestaltung als einen aktiven, erkenntniskonstitutiven Prozess definiert, der über eine rein rezeptive oder abbildende Funktion hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine philosophiehistorische Einordnung und eine textanalytische Untersuchung von Fiedlers Hauptwerken, unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Fiedlers Verhältnis zu Kant und Humboldt, seine Analyse des alltäglichen versus des künstlerischen Sehens sowie die zentrale Rolle des Zusammenspiels von Auge und Hand im Gestaltungsprozess.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind neben Konrad Fiedler vor allem die "reine Sichtbarkeit", "Ausdrucksbewegung", "anschauliche Erkenntnisarbeit" und der Begriff der "Sprache der Anschauung".

Wie unterscheidet Fiedler zwischen "anhängender" und "reiner" Sichtbarkeit?

Die anhängende Sichtbarkeit ist an reale, materielle Gegenstände gebunden, während die reine Sichtbarkeit als eine vom materiellen Kausalverkehr der Dinge gelöste, autonome Eigenschaft in bildnerischen Darstellungen konstituiert wird.

Warum ist das Zusammenspiel von Auge und Hand für Fiedler so entscheidend?

Für Fiedler genügt das Auge allein nicht zur fixierenden Gestaltung; erst der manuelle Akt der Hand am Material ermöglicht es, visuelle Eindrücke zu einem dauerhaften "Sichtbarkeitsgebilde" zu entwickeln.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mit Auge und Hand. Zur Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit in Konrad Fiedlers Kunsttheorie
Note
1,0
Autor
Sarah David (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
49
Katalognummer
V429743
ISBN (eBook)
9783668735026
ISBN (Buch)
9783668735033
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auge hand kunsttheorie Kunstphilosophie Sichtbarkeit bildnerische Arbeit Kunst Ästhetik Bild Konrad Fiedler künstlerische Tätigkeit Bilder Malerei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah David (Autor:in), 2018, Mit Auge und Hand. Zur Bestimmung der bildnerischen Tätigkeit in Konrad Fiedlers Kunsttheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429743
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Leseprobe aus  49  Seiten
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