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Tiberius und sein Umgang mit potentiellen Rivalen

War Tiberius ein grausamer Princeps?

Titel: Tiberius und sein Umgang mit potentiellen Rivalen

Hausarbeit , 2015 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Theodor Serbul (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem Prinzipat des Tiberius Caesar Augustus lassen sich diverse grausame Vorfälle beobachten, welche als die Hauptursachen für die negative historische Betrachtung jenes Princeps ausgemacht werden können. Jedoch waren es nicht nur unter anderem die Majestätsprozesse und das Denunziantentum, sondern auch die in einigen Fällen gewaltsame Liquidierung einzelner Mitglieder der Julisch-Claudischen Familie, welche schon bei den antiken Autoren und Historikern für ein negatives Werteurteil des Tiberius sorgten. Aufgrund der vielen Liquidierungen innerhalb der Julisch-Claudischen Dynastie wird es im Folgendem darum gehen, besonders die Ermordung des Agrippa Postumus und den mysteriösen Tod des Germanicus im Hinblick auf eine mögliche partizipative Rolle des Princeps Tiberius zu untersuchen und dies mit dem Vorwurf der Grausamkeit in einen Kontext zu stellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Dynastic Dissident“

3. Die Erbregelungen des Augustus

4. Agrippa Postumus – ein „Dynastic Dissident“?

5. Germanicus – ein „Dynastic Dissident“?

6. Das römische Akzeptanz-System

7. Gerüchte

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Regierungszeit des Kaisers Tiberius unter der zentralen Fragestellung, ob ihm der Vorwurf der Grausamkeit aufgrund der Liquidierung potentieller Rivalen gerechtfertigt ist. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Handlungen als notwendige Maßnahmen der Staatsraison im Kontext der julisch-claudischen Dynastie und des römischen Akzeptanzsystems zu verstehen sind.

  • Die Rolle des "Dynastic Dissident" nach Vasily Rudich
  • Einfluss der augusteischen Erbregelungen auf Tiberius
  • Analyse der Fälle Agrippa Postumus und Germanicus
  • Funktionsweise und Schwachstellen des römischen Akzeptanzsystems
  • Die politische Bedeutung von Gerüchten im frühen Prinzipat

Auszug aus dem Buch

Germanicus – ein „Dynastic Dissident“?

Spätestens mit dem Tod des Agrippa Postumus schienen also alle potentiellen Rivalen des Tiberius ausgeschaltet zu sein. Außerdem gilt es als „communis opinio“ der Forschung, daß [!] Tiberius zumindest in der ersten Hälfte des Prinzipats in Fortführung der augusteischen Konzeption eine innerfamiliäre Nachfolgeregelung angestrebt hat“57. Das jedoch trotzdem Personen in Form des „Dynastic Dissident“ weiterhin die Herrschaft des Tiberius – wenn auch möglicherweise unbeabsichtigt – bedrohten, ist an der Person des Germanicus gut zu erkennen. Die Überlieferung des Tacitus scheint dies in ihrer gewohnt nicht nur anti-tiberischen, sondern auch in der ablehnenden Haltung der Kaisermutter Livia gegenüber deutlich zu bekräftigen:

Inzwischen erreichte den Germanicus […] die Nachricht vom Tod des Augustus. Er hatte dessen Enkelin Agrippina zur Gattin und von ihr mehrere Kinder, er selbst war ein Sohn des Drusus, des Bruders des Tiberius, und ein Enkel der Augusta, fühlte sich aber bedrückt durch die versteckten Haßgefühle [!] seines Onkels und seiner Großmutter gegen sich, deren Gründe noch mehr kränkten, weil sie ungerecht waren. […] Dazu kamen noch Spannungen zwischen den Frauen infolge stiefmütterlicher Sticheleien der Livia gegen Agrippina, und Agrippina war etwas zu leidenschaftlich, nur daß [!] durch Sittenreinheit und Gattenliebe ihre gleichwohl ungebärdige Natur zum Guten kehrte.58

Auch die Überlieferungen des Cassius Dio nehmen eine anti-tiberische Haltung ein, nicht zuletzt glaubt er noch mehr als Tacitus ein Konkurrenzverhältnis zwischen dem Iulier und dem Claudier zu erkennen, repräsentativ für ihn ist die Unentschlossenheit des Tiberius vor dem Senat bei seinem Machtantritt.59

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Grausamkeit des Tiberius und Erläuterung der quellenkritischen Herausforderungen bei der Untersuchung antiker Historiker.

2. „Dynastic Dissident“: Erläuterung des von Vasily Rudich geprägten Begriffs als analytisches Werkzeug zur Untersuchung innerdynastischer Konflikte.

3. Die Erbregelungen des Augustus: Analyse der augusteischen Nachfolgepolitik, die Tiberius in eine schwierige Position brachte und mögliche Rivalitäten schürte.

4. Agrippa Postumus – ein „Dynastic Dissident“?: Untersuchung der Beseitigung Agrippas als erste notwendige Maßnahme zur Sicherung des Prinzipats beim Regierungsantritt.

5. Germanicus – ein „Dynastic Dissident“?: Analyse der Rolle des Germanicus und der Spannungen zwischen ihm und Tiberius, sowie die Frage nach dessen mysteriösem Tod.

6. Das römische Akzeptanz-System: Untersuchung der drei Säulen (Plebs, Heer, Senat) und ihrer entscheidenden Bedeutung für die Stabilität der kaiserlichen Herrschaft.

7. Gerüchte: Analyse der politischen Bedeutung von Gerüchten als Anzeichen für die Schwäche des Prinzipats und deren schädigende Wirkung auf das Ansehen des Tiberius.

8. Resümee: Synthese der Ergebnisse, die Tiberius' Handeln als notwendiges politisches Übel zur Vermeidung von Bürgerkriegen innerhalb der julisch-claudischen Dynastie einordnet.

Schlüsselwörter

Tiberius, Prinzipat, Julisch-Claudische Dynastie, Augustus, Germanicus, Agrippa Postumus, Grausamkeit, Dynastic Dissident, Akzeptanzsystem, Staatsraison, Tacitus, Sueton, Nachfolgepolitik, Plebs urbana, Usurpation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Vorwürfe der Grausamkeit gegen Kaiser Tiberius im Hinblick auf seine Beseitigung potentieller Rivalen in der frühen Phase des römischen Prinzipats.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die Nachfolgepolitik des Augustus, die Analyse des Begriffs "Dynastic Dissident", das römische Akzeptanzsystem und die quellenkritische Auseinandersetzung mit antiken Historikern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, ob Tiberius' Maßnahmen grausam waren oder ob sie als notwendige Konsequenz der Staatsraison zur Sicherung der dynastischen Stabilität betrachtet werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor stützt sich auf eine historisch-kritische Quellenanalyse der antiken Autoren Tacitus, Cassius Dio, Sueton und Velleius Paterculus unter Einbeziehung moderner Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Erbregelungen des Augustus, die spezifischen Fälle von Agrippa Postumus und Germanicus sowie die Bedeutung des Akzeptanzsystems und des politischen Gerüchts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Tiberius, Prinzipat, Staatsraison, Akzeptanzsystem und Dynastic Dissident definieren.

Warum wird der Begriff "Dynastic Dissident" verwendet?

Der Begriff dient dazu, Personen wie Agrippa Postumus oder Germanicus als potentielle Rivalen zu kategorisieren, deren bloße Existenz oder Beliebtheit eine existenzielle Bedrohung für den herrschenden Kaiser darstellte.

Welche Rolle spielt das römische Akzeptanzsystem für die Argumentation?

Es verdeutlicht, dass die Macht eines Kaisers nicht allein auf Gesetzen beruhte, sondern auf der Akzeptanz durch Heer, Plebs und Senat. Tiberius' mangelnde Popularität in diesen Bereichen zwang ihn zu Maßnahmen, die aus der Notwendigkeit des Machterhalts resultierten.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tiberius und sein Umgang mit potentiellen Rivalen
Untertitel
War Tiberius ein grausamer Princeps?
Hochschule
Universität Mannheim  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar
Note
2,3
Autor
Theodor Serbul (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V429746
ISBN (eBook)
9783668730441
ISBN (Buch)
9783668730458
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tiberius Germanicus Agrippa Augustus D Dynastic Dissidant
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theodor Serbul (Autor:in), 2015, Tiberius und sein Umgang mit potentiellen Rivalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429746
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Leseprobe aus  22  Seiten
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