Die Lehre vom irrenden Gewissen. Aus Sicht von Peter Abaelard und Thomas von Aquin


Hausarbeit, 2014

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

I. Das irrende Gewissen
1) Das Leben und Wirken des Peter Abaelard
2) Allgemeines zum Gewissen
3) Das irrende Gewissen bei Peter Abaelard
4) Das irrende Gewissen bei Thomas von Aquin
5) Vom Gewissen zur autonomen Moral von Kant

II. Schlusswort

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“1 Diese gesetzlich festgehaltene Aussage hat wohl jeder schon einmal gehört und sie ist, angesichts der momentanen Kriegssituation in mehreren Ländern, aktueller denn je. Ich möchte jedoch in dieser Arbeit nicht auf den Krieg eingehen, sondern auf ein anderes Wort in dem oben genannten Zitat, das so alltäglich und geläufig erscheint, dass es oftmalsüberlesen und nicht näher darüber nachgedacht wird: das Gewissen. So aktuell dies erscheinen mag,über das Gewissen wird schon sehr lange geschrieben, zum Beispiel als eine anklagende, kritische Instanz im Herzen.2 Es wurden lange Zeit lediglich Beschreibungen angeführt für das Gewissensphänomen, denn den Begriff des Gewissens gab es zu dieser Zeit noch nicht.3 Auf das Gewissen als Phänomen und als Begriff werde ich zu einem späteren Zeitpunkt meiner Arbeit zurückkommen. Hier soll es vor allem um die Lehre des irrenden Gewissens gehen, welche wir bereits als „Vorläufer“ bei Peter Abaelard finden. Thomas von Aquin greift in seiner Schrift die These Abaelards auf, dass ein Handeln gegen das Gewissen immer Sünde ist4, unabhängig davon, ob das Gewissen richtig liegt oder sich irrt, und führt diese noch einmal genauer aus.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Lehre des irrenden Gewissens bei Abaelard und Thomas von Aquin zu analysieren. Mein Schwerpunkt soll klar bei Peter Abaelard liegen. Ich beziehe mich auf das Werk „Scito te ipsum [Ethica]“5 von Peter Abaelard und auf die „Summe der Theologie“6 von Thomas von Aquin, wobei ich bei meiner Arbeit lediglich die Frage Neunzehn der Summe der Theologie berücksichtige.

Besonders hilfreich bei dem Entstehen dieser Arbeit waren das Buch von Philipp Steger7 zu Abaelards Ethica, „Die Ethica des Abaelard“8 von Alexander Schroeter-Reinhard sowie „Einführung in die theologische Ethik“9 von Martin Honecker.

Im Hauptteil werde ich zunächst auf das Leben und Wirken Abaelards eingehen und anschließend Allgemeines zum Gewissen herausarbeiten, bevor ich mich Abaelards Schrift „Ethica“ widme und dessen Position zum irrenden Gewissen darstelle. Anschließend analysiere ich den oben genannten Abschnitt des Werkes von Thomas von Aquin. Als letzten Punkt des Hauptteils möchte ich einen Ausblick geben, der auf den Begriff der autonomen Moral bei Kant eingeht.

I. Das irrende Gewissen

1) Das Leben und Wirken des Peter Abaelard

Peter Abaelard lebte von 1079 bis 1142.10 Einerseits ist er bekannt durch seine vielfach kritisierten und teilweise sogar verbotenen Schriften, andererseits ist er berühmt für sein leidenschaftliches Liebesverhältnis zu Heloise, aus dem 1118 sein Sohn Astralabius entsprang.11 Er ist zweifellos ein wichtiger Denker des Mittelalters und eine Schlüsselfigur des 12. Jahrhunderts.12 Schon mit fünfzehn Jahren schlug er den Weg der Wissenschaft ein, studierte unter anderem in Paris, wo er bald darauf selbst mit großem Erfolg unterrichtete13.

Über Abaelard wurde viel diskutiert und er hatte mächtige Feinde, so wurde er von gleich zwei Konzilien verurteilt. Zu seinem Glück hatte er auch viele und ebenso mächtige Verehrer.14 Petrus Venerabilis zählt zu den wichtigsten Verteidigern seiner Lehre, er rühmte Abaelard als „den Sokrates Frankreichs, den Platon des Westens, unseren Aristoteles.“15 An Abaelard und seinen Werken lassen sich sehr gut die gesellschaftlichen Divergenzen zu jener Zeit aufzeigen. Wissen, zum Beispiel, verstand er nicht mehr als feststehende Weltauslegung durch den Klerus, sondern als Kritik und Diskussion, sowie Fragelust und immer neue Infragestellungen.16

Die Tatsache, dass Abaelard Wahrheit als etwas ansah, das erst noch gesucht werden musste, beunruhigte die traditionsorientierte Gesellschaft; einer seiner größten Kritiker, Bernhard von Clairvaux, meinte, das Christentum und dessen Wertetafel gegen ihn verteidigen zu müssen.17 Abaelard versuchte allerdings lediglich, das Christentum mit einem neuen, dynamisierten Wissenskonzept und Wertesystem in Einklang zu bringen.18 Seine Feinde, allen voran Bernard von Clairvaux, ließen aber nicht locker und so kam es, dass Abaelard bei der Synode von Soissons (1121) sein Werk (Theologia summi boni) eigenhändig ins Feuer werfen musste.19 Das war noch nicht alles, denn neunzehn Jahre später, 1140, bei der Synode von Sens, wurde er als Häretiker verurteilt und war somit zum Stillschweigen verdammt.20 Er zog daraufhin zu Petrus Venerabilis, der ihn schließlich mit Clairvaux versöhnte und die Aufhebung der päpstlichen Verurteilung erreichte. Abaelard starb 1142. Heloise wurde nach ihrem Tod neben ihm beigesetzt.21

Was sein Werk ‚Ethica‘ angeht, welches er Ende der 1130er Jahre verfasste, so könnte man Abaelard durchaus den „Entdecker der unüberspringbaren Subjektivität“22 nennen - Wie der Titel „Scito te ipsum“ –übersetzt ‚Erkenne dich selbst‘, bereits deutlich macht.23 In moralischer Hinsicht zählt nicht dasäußere Verhalten, sondern allein die Absicht und die innere Einwilligung.24 Dieäußere Handlung fügt der Gutheit oder Schlechtheit einer Handlung also nichts hinzu. Er entmythologisierte denäußeren Akt und hob hervor, dass die innere Zustimmung durchaus in unserer Macht steht.25 Damit zeichnet sich ein Wandel im Selbstverständnis des Menschen ab, eine neue Sichtweise auf philosophische und theologische Probleme kristallisierte sich nach und nach heraus. Somit lässt sich auch der Widerstand erklären, auf den Abaelard gestoßen ist, denn so tiefgreifende und generelle Prozesse stoßen zunächst erst einmal auf Ablehnung. Abaelards Wirkungsgeschichte reicht somit weitüber das 12. Jahrhundert hinaus.26

Abaelards Ethica teilt sich ein in zwei Bücher, wobei ich den Fokus auf das erste Buch legen will. Hier widmet er sich dem Werk des Erkennens und der Berichtigung von Verfehlungen und er unterscheidet die Verfehlung selbst von den Fehlhaltungen, die der Tugend entgegengesetzt sind.27 Was bei Abaelard ganz deutlich erkennbar wird, und was ihn unter anderem so bekannt machte, ist die Tatsache, dass für ihn nicht die Handlung, beziehungsweise das Werk selbst, sondern lediglich die Absicht, und somit die Einwilligung, entscheidend ist, um jemandem eine Verfehlung zuschreiben zu können.28 Dabei spielt es keine Rolle, ob die Handlung letztendlich ausgeführt wurde oder nicht, die Absicht entscheidet.29

Abaelard bringt im späteren Verlauf des Buches das Gewissen ins Spiel.30 Es erscheint durchaus plausibel, dass der Mensch immer nach seinem Gewissen handeln sollte. Doch wonach soll man handeln, wenn das Gewissen sich irrt?

2) Allgemeines zum Gewissen

„Kein Gewissen zu haben, bezeichnet das Höchste und Tiefste. Denn es erlischt nur in Gott, doch es verstummt auch im Tier“31 Diese Worte stammen von Friedrich Hebbel, der damit aufzeigen möchte, dass die Voraussetzung eines Gewissens darin liegt, dass der Mensch Abstand nehmen kann von sich selbst, um seine eigenen Gedanken und Taten beurteilen zu können.32 Die Voraussetzungüberhaupt von Gewissen sprechen zu können, besteht darin, dass man den Menschen für verantwortlich hält, also ihm die Freiheit zur ethischen Entscheidung zugesteht.33 Wer den Menschen als vollkommen determiniertes und manipulierbares Wesen ansieht, kann im Gewissen nur eine kluge Verschleierung der Manipulation und ethischen Unfreiheit sehen, wie zum Beispiel Friedrich Nietzsche das meint.34 Dem gegenüber steht die christliche Tradition, die das Gewissen als Stimme Gottes im Menschen deutet.35 Die ethische Funktion des Gewissens betrifft zweierlei. Zum einen das Zeugnisgeben, also eine Erinnerung an die Schuld, zum anderen aber die Gesetzgebung als Instanz, dieüber moralische Werte und Normen verfügt und urteilt.36

Den Begriff „Gewissen“ hat erst Martin Luther in die deutsche Sprache eingeführt. Die Übersetzung dieses Begriffs kommt von ‚syneidesis‘, oder lateinisch: ‚conscientia‘. Dies wurde oftmals einerseits mit Bewusstsein, andererseits mit Gewissenübersetzt.37 Im Neuen Testament findet man das Gewissen als innerer Gerichtshof, der zur Selbsterkenntnis und zum Bekenntnis der Sünden aufruft und die Aufgabe eines moralischen Warners hat.38 Für Christen fällt ein Gewissensurteil immer mit dem Glauben zusammen. So sagt Paulus statt Gewissen ‚Glaube‘.39 Das gute Gewissen ist demnach identisch mit dem Glauben bzw. dem Heiligen Geist.40 Das Gewissen in der Theologie des Mittelalters ist in seiner Ethik vor allem durch das Beichtwesen entstanden.41 Das Gewissen wird hier definiert als ein „durch den Sündenfall nicht verderbten Rest des natürlichen Seelenvermögens, der eine ständige und willentliche Neigung zum Guten besitzt“42. Vor allem Peter Abaelard und Thomas von Aquin prägten die mittelalterliche Gewissensethik mit der Lehre des irrenden Gewissens, worauf ich später genauer eingehen werde.43

Gegen das mittelalterliche Verständnis, dass das Gewissen ein autonomer sittlicher Wesenskern im Menschen ist, wandte sich Luther.44 Er sprach sich dafür aus, dass die Kontinuität, welche zwischen altem und neuem Menschen im Rechtfertigungsgeschehen hergestellt wird, nur durch das schöpferische Handeln Gottes, auf den der Glaube vertraut, gesichert wird.45 So sagt er 1521 auf dem zweiten Verhör zu Worms: „[…] so bin ich durch die Stellen der Hl.Schrift, die ich angeführt habe,überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes[…]. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen zu tun weder sicher noch heilsam ist […]“46.

Das Gewissen wird in dieser These nicht durch die eigene Autonomie, sondern erst durch das Evangelium frei. Es ist ein Ort der Gotteserfahrung und zugleich der Erfahrung der personalen Freiheit. Luther interpretiert das Gewissen also theologisch anstatt moralisch.47

3) Das irrende Gewissen bei Peter Abaelard

„Wenn jedoch jemand fragte, ob diejenigen, die die Martyrer oder Christus verfolgten, sich darin verfehlten, von dem sie glaubten, dass es Gott gefalle, oder dasjenige ohne Verfehlung hätten unterlassen können, von dem sie meinten, dass es auf keinen Fall zu unterlassen sei, dann können wir gemäßdem, was wir weiter oben als dasjenige beschrieben haben, was eine Verfehlung sei – eine Missachtung Gottes oder ein Einwilligen in das, von dem man glaubt, dass darin nicht einzuwilligen sei -, tatsächlich nicht sagen, dass sie sich hierin verfehlten, und auch nicht, dass die Unkenntnis hierin oder auch der Unglaube selbst, weil hierdurch niemand gerettet werden kann, eine Verfehlung sei.48

Anhand dieses Zitats aus Abaelards ‚Ethica‘ lässt sich aufzeigen, dass die im Zitat erläuterte Handlungsweise in Bezug auf die sittliche Konvention x richtig, in Bezug auf die inhaltliche Konvention y aber falsch ist.49 Nun stellt sich die Frage, wann eine Handlung letztendlich gut, und wann schlecht ist.50 Dazu lässt sich nach Abaelard Folgendes aufzeigen:

„a) Die Intention, etwas zu tun oder zu unterlassen (x), ist genau dann gut, wenn x Gott gefällt.

b) Die Intention, etwas zu tun oder zu unterlassen (x), ist genau dann gut, wenn P glaubt, dass x Gott gefällt.“51

Im oben genannten Beispiel gilt für die Verfolger von Märtyrern und Christen nur die Variante b), „da sie aus Unkenntnis der göttlichen Botschaft handeln“52. Wenn nun aber b) gilt, dann kann man nach Abaelard den Verfolgern keine moralische Verfehlung vorwerfen, zumindest nicht im engen Sinne, denn die Verfolger hatten eine positive Gesinnung, wollten also etwas mit Ausrichtung auf Gott tun oder unterlassen.53

Nun gibt es zwischen a) und b) einen fast unscheinbaren, aber doch wesentlichen Unterschied. Etwas zu tun, was Gott gefällt oder aber etwas zu tun, wovon man glaubt, dass es Gott gefällt unterscheidet sich im Urteil des Gewissens.54 Für das Gewissen verwendet Abaelard den lateinischen Begriff ‚conscientia‘, worunter er zweierlei versteht.55 Zum Einen sieht er es als motiviertes und argumentiertes Urteil, zum Anderen findet man in der ‚Ethica‘ Textstellen, in denen der Begriff so verwendet wird, als sei sich der Mensch im Gewissen seiner beabsichtigten Handlung und Gesinnung bewusst. Damit scheint es, als wüsste der Mensch, dass das, was er denkt und will mit dem nach außen hin Gezeigtenübereinstimmt.56

Die zentrale Stelle in ‚Ethica‘ im Hinblick auf das irrende Gewissen findet sich in §45:

„In diesem Sinne sagen wir, dass auch jene, die Christus und die Seinen verfolgten, von denen sie glaubten, dass sie zu verfolgen seien, durch das Werk eine Verfehlung begangen haben, und dass sie sich dennoch schwerwiegender durch Schuld verfehlt hätten, wenn sie sie gegen ihr Gewissen verschont hätten.“57

Hier wird deutlich, dass das Gewissen bei der Absicht eine bestimmte Handlung auszuführen und der letztendlichen Durchführung der Handlung eine entscheidende Rolle spielt, auch im Hinblick auf die nachfolgende Schuld.58 Denn wie Abaelard davor bereits erwähnt: „Dass eine Verfehlung nur ist, was gegen das Gewissen erfolgt.“59

Man sieht, dass für zwei unterschiedliche Wertegemeinschaften, wie zum Beispiel Juden und Christen, die Überlegung, was zu tun und was unterlassen werden soll, für den jeweils anderen Glaubensvertreter keine ethische Relevanz zu haben scheint.60 Abaelardäußert sich dazu, indem er meint, dass die beabsichtigte Handlung einer Person sowie deren ethische Beurteilung nicht einfach so entstehen, sondern dass das Handlungsmotiv und das Urteil sowohl auf der Gemeinschaft beruhen, in welcher die Person lebt, als auch auf der menschlichen Vernunft.61 Wenn das Urteil des Gewissens schließlich durch einen beliebigen Grund gerechtfertigt ist, dann ist eben dieses für Abaelard verbindlich, auch wenn andere Menschen es für einen Irrtum halten.62

Eine Erforschung und Beurteilung der intetio wird in der Regel im Hinblick aufäußere Verhaltensweisen durchgeführt. Bei Abaelard und seiner Ethica aber liegt der Schwerpunkt so, dass es bei der Erforschung von „Herz und Nieren“63 ein Gewissensurteil gibt, dem der Mensch sich anvertrauen kann.64 Hierzu bemerkt Abaelard Folgendes: „Prüfer, d.h. Erkenner von Herz und Nieren wird Gott genannt, d.h. der Absichten, welchen auch immer, die aus Affekten der Seele oder aus Schwäche oder Lustempfinden des Fleisches hervorgehen.“65 Er beschreibt weiter: „…wird Gott Prüfer von Herz und Nieren genannt, d.h. der Einblick hat (inspector) in die Absichten und in die von dort hervorgehenden Einwilligungen.“66

Das Gewissen ist für Abaelard wie eine geistige Operation, die mit intellektuellen und moralischen Urteilen zu tun hat.67 Wie wir in den oben genannten Zitaten erkennen können, erlaubt das Gewissen damit eine Sicht auf innere Beweggründe und ist in der Lage, wie Gott zu urteilen, da es am Wissen Gottes teilhat. Con-scientia wird in diesem Fall also verstanden als Mit-Wissen und somit als Teilhabe am Wissen Gottes.68 Des Weiteren stellt das Gewissen die letzte Instanz für den Menschen dar und ist, wie Gott, unfehlbar. Denn der Gewissensanspruch kann nicht weiter gerechtfertigt werden, da von ihm selbst die Rechtfertigung ausgeht. Das Gewissen prüft also, ob der Mensch aufgrund eigennütziger Wünsche oder aufgrund vernünftiger Gründe handelt, es analysiert also die Absicht des Handelnden. Außerdem hat es eine Kraft, die es schafft, Wahrheit zu erkennen und die die Bedeutung eines Befehls oder Gebotes erhält.69 Das Gewissen dient also als intellektuelle und moralische Instanz, die uns in unserem Handeln bestimmt, indem es uns Gebote und Verbote in unserem Inneren verdeutlicht und klar macht, wonach wir handeln sollen.70 Beim inneren Entscheidungsakt für oder gegen eine bestimmte Handlung, steht das Gewissen sowohl bei der Absicht (intentio) als auch bei der Einwilligung (consensus) zur Verfügung.71 Eine Entscheidung gegen das Gewissen führt in jedem Fall zur Sünde. Der innere Entscheidungsakt für das Gewissen führt mit Sicherheit nur zur Schuldlosigkeit, nicht aber zum Verdienst.72 „Wo wir nicht gegen unser Gewissen handeln, ist unsere Furcht, bei Gott für unsere Schuld angeklagt zu werden, gegenstandslos“73, wie Abaelard schreibt. Das kommt daher, dass das Gewissen nur auf Vernunftgründe des Menschen zurückgreifen kann.74 Diese können aber durchaus unvollständig sein, sodass der Mensch manchmal schuldlos des Verdienstes unwürdig bleibt. Mehr als eine Übereinstimmung mit dem Gewissen kann der Mensch nicht erreichen.75

[...]


1 Honecker, Martin: Einführung in die theologische Ethik. Grundlagen und Grundbegriffe, Berlin/New York 1990. S.141.

2 Vgl. Honecker: Ethik. S.128.

3 Ebd.

4 Vgl. Abaelard, Peter: Ethica. Übersetzt von: Schröer, Christian. Unveröffentlichtes Textskriptum. §37.

5 Abaelard, Peter: Ethica. Übersetzt von: Schröer, Christian. Unveröffentlichtes Textskriptum.

6 Aquin, Thomas von: Über den sittlichen Unterschied der menschlichen Handlungen, Summe der Theologie I-II. Übersetzt von: Schröer, Christian.

7 Steger, Philipp (Hrsg.): Scito te ipsum [Ethica]. Erkenne dich selbst, Hamburg 2006.

8 Schroeter-Reinhard, Alexander: Die Ethica des Peter Abaelard. Übersetzung, Hinführung und Deutung, Freiburg/Schweiz 1999.

9 Honecker, Martin: Einführung in die theologische Ethik. Grundlagen und Grundbegriffe, Berlin/New York 1990.

10 Vgl. Heinzmann, Richard: Philosophie des Mittelalters. Stuttgart 2008. S.176.

11 Ebd.

12 Vgl. Flasch, Kurt: Das philosophische Denken im Mittelalter. Von Augustin zu Machiavelli, Stuttgart 2013. S.238.

13 Heinzmann: Mittelalter. S.176.

14 Vgl. Flasch: Denken. S.238

15 Ebd.

16 Vgl. Ebd. S.238f.

17 Ebd. S.239.

18 Ebd. S.239f.

19 Vgl. Heinzmann: Mittelalter. S.177.

20 Ebd.

21 Ebd. S.177f.

22 Flasch: Denken. S.250.

23 Vgl. Ebd. S.250.

24 Ebd. S.251.

25 Ebd.

26 Vgl. Heinzmann: Mittelalter. S.185.

27 Vgl. Abaelard: Ethica. §84.

28 Ebd. §9.

29 Ebd.

30 Vgl. Ebd. §37.

31 Honecker: Ethik. S.127.

32 Vgl. Ebd. S.127.

33 Ebd. S.126.

34 Ebd.

35 Ebd. S.127.

36 Ebd. S.128.

37 Ebd.

38 Ebd. S.129.

39 Vgl. Honecker: Ethik. S.130

40 Ebd.

41 Vgl. Ebd. S.131.

42 Ebd.

43 Vgl. Kapitel II. 3) und 4).

44 Vgl. Honecker: Ethik. S.133.

45 Ebd.

46 Ebd.

47 Vgl. Ebd. S.134f.

48 Abaelard: Ethica. §37.

49 Vgl. Steger: Ethica. S.XXXV.

50 Ebd.

51 Ebd.

52 Ebd.

53 Vgl. Ebd.

54 Ebd.

55 Ebd.

56 Ebd.

57 Abaelard: Ethica. §45.

58 Vgl. Ebd.

59 Ebd. §37.

60 Vgl. Steger: Ethica. S.XXXIV.

61 Ebd.

62 Ebd. S.XXXVI.

63 Ebd. S.XXXV.

64 Vgl. Ebd.

65 Abaelard: Ethica. §26.

66 Abaelard: Ethica. §26.

67 Vgl. Schroeter-Reinhard, Alexander: Die Ethica des Peter Abaelard. Übersetzung, Hinführung und Deutung, Freiburg/Schweiz 1999. S.338f.

68 Ebd.

69 Ebd.

70 Vgl. Schroeter-Reinhard: Abaelard. S.339.

71 Ebd.

72 Ebd.

73 Abaelard: Ethica. §37.

74 Vgl. Schroeter-Reinhard: Abaelard. S.339.

75 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Lehre vom irrenden Gewissen. Aus Sicht von Peter Abaelard und Thomas von Aquin
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V429777
ISBN (eBook)
9783668732131
ISBN (Buch)
9783668732148
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethica, Gewissen, irrend, Lehre, Abaelard, Thomas von Aquin, Die Ethica des Abaelard
Arbeit zitieren
B.A Lena Gabel (Autor), 2014, Die Lehre vom irrenden Gewissen. Aus Sicht von Peter Abaelard und Thomas von Aquin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429777

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