Die folgende Analyse soll klären, wie sich die Europäische Union historisch die Grundlagen als institutionelle und supranationale Vereinigung schaffen konnte. In einer Zeit, in der die Gesellschaft sich angesichts der Globalisierung rapide verändert und neue technische, zivilgesellschaftliche, finanz- sowie marktwirtschaftliche Systeme und Errungenschaften immer schneller etabliert werden, entwickeln sich auch das aktuelle politische System und Rechtssystem unübersehbar weiter. Konventionelle Konzeptionen und Systeme der Politik und Rechtsgrundsätze werden immer mehr aufgelöst und neu durchdacht. Die Nationalstaatlichkeit, in dem diese Systeme und Konzeptionen verankert sind, verliert immer mehr an Bedeutung. Zu verfolgen ist eine Entwicklung, die sich weg von Nationalstaat hin zu einem supranationalen Staat sieht und in dem Moment die Frage aufwirft, wie Menschen Institutionen verändern und gestalten können, ohne die Grundrechte der anderen zu verletzen. Auch wird die Untersuchung zeigen, wie sich die Europäische Union (EU) bis hierher entwickelt hat und ob vorauszusagen ist, in welche Richtung die EU in Zukunft gehen wird. Um diese Entwicklung aufzuzeigen, werde ich die wesentlichen Eigenschaften der institutionellen Organe aufzeigen und versuchen, den Weg der EU mit den notwendigen integrationstheoretischen Überlegungen bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. Überdies hinaus werde ich in der Untersuchung einen Schwerpunkt auf ASEAN legen. Anfangen werde ich mit der rechtlichen Grundvoraussetzung einer europäischen Gemeinschaft, sodass man sieht, dass die institutionelle Entwicklung die rechtliche Grundlage als Entwicklung an sich braucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
1.1 Gegenstand der Untersuchung
1.2 Rechtsgrundlage und Aufbau der EU
1.3 Primäres Gemeinschaftsrecht
1.4 Sekundäres Gemeinschaftsrecht
1.5 Rechtsverbindlichkeit zwischen den Mitgliedstaaten
2 Theorie der Wirtschaftsintegration
2.1 Regionale Integration
2.2 Kosten- und Nutzenperspektiven
2.3 Kerninstitution und Dimensionen regionaler Wirtschaftsintegration
3 Europäische Osterweiterung
3.1 Gestaltungsprobleme der erweiterten EU
3.2 Osterweiterung als Herausforderung
3.3 Integration der Währung und Wirtschaftswachstum
4 Verfassungsfragen und Ausblick
4.1 Konventsentwurf
4.2 EU/ASEAN
4.3 Perspektiven der europäischen Integration
5 Fazit und Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die institutionelle Entwicklung der Europäischen Union im Kontext ihrer 60-jährigen Geschichte, beleuchtet die rechtlichen Grundlagen sowie wirtschaftliche Integrationsprozesse und analysiert die Herausforderungen der Osterweiterung im Vergleich zur asiatischen Integrationsdynamik.
- Institutionelle Grundlagen und rechtliche Struktur der Europäischen Union
- Theorien und Dimensionen der regionalen Wirtschaftsintegration
- Transformationsprozesse und Herausforderungen der EU-Osterweiterung
- Vergleich der EU-Integration mit regionalen Bündnissen wie ASEAN
- Perspektiven und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten der europäischen Integration
Auszug aus dem Buch
1 Problemstellung
Vor der eigentlichen Untersuchung ist es wichtig, einige Definition näher zu beleuchten. Bei dieser näheren Begriffserklärung ist zunächst einmal zu verstehen, was eigentlich institutionelle Grundlagen und Institution an sich bezüglich der 60-jährigen EU-Entwicklung überhaupt bedeuten und was diese implizieren. Institution stammt vom Lateinischen instituere. Unter dem Begriff der Institution versteht man das Anordnen, Verwalten und Einrichten insbesondere von „öffentlichen oder staatlichen Einrichtungen oder Organisationen“, die für einen bestimmten Zeitraum, ein bestimmtes Ziel und einen bestimmten Zweck erfolgen und daher eingerichtet werden. Als Gegenstand der Untersuchung in meiner Analyse werde ich die institutionelle Entwicklung näher beleuchten.
Dabei geht es nicht nur um die institutionelle Entwicklung an sich, sondern auch um die sogenannten institutionellen Adaptionen, in anderen Worten die institutionellen Grundlagen, die für die Entwicklung von Bedeutung sind. Dabei ist es für übernationale Institutionen, die einen Staatenverbund repräsentieren, von besonderer Bedeutung, dass sie über eine allgemein anerkannte Legitimation verfügen. Diese Organe sind dann zum Beispiel die EU-Kommission oder der Europäische Rat. Er weist zudem darauf hin, dass die Institutionen der EU nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern komplex miteinander verwoben sind und sich ausgleichen, ergänzen und manchmal auch gegeneinander wirken. Buchanan und Tullock weisen darauf hin, dass durch die institutionelle Entwicklung der Kostenaufwand stetig steigt, da immer mehr Staaten der Union beitreten bzw. beitreten wollen. Diese Entwicklung lässt auch die institutionellen Entwicklungen immer komplexer werden, was auch Mehrheitsentscheidungen insofern betreffen kann, als sie nicht als verbindlich anerkannt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Institution im Kontext der EU-Entwicklung und legt den Fokus auf die institutionelle Entwicklung sowie Adaptionen innerhalb der supranationalen Organe.
2 Theorie der Wirtschaftsintegration: Hier werden die Grundlagen der regionalen Integration sowie die Kosten-Nutzen-Perspektiven und die Bedeutung der Kerninstitutionen für das Wirtschaftswachstum erörtert.
3 Europäische Osterweiterung: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Herausforderungen, Gestaltungsprobleme und die ökonomischen Transformationsprozesse in den osteuropäischen Beitrittsländern.
4 Verfassungsfragen und Ausblick: Der Abschnitt befasst sich mit dem Konventsentwurf für eine EU-Verfassung, zieht Vergleiche zur ASEAN-Region und skizziert Zukunftsperspektiven der Integration.
5 Fazit und Schluss: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der EU-Integration als wirksames Instrument und betont die Notwendigkeit einer weiteren politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Institutionelle Entwicklung, Wirtschaftsintegration, Osterweiterung, Rechtsgrundlagen, Supranationalität, Zollunion, Binnenmarkt, Maastrichter Kriterien, ASEAN, AFTA, Europäische Verfassung, Transformationsprozess, Integrationstheorie, Wirtschaftsbeziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der 60-jährigen Entwicklung der Europäischen Union unter besonderer Berücksichtigung ihrer institutionellen Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Ordnung der EU, der Theorie der Wirtschaftsintegration, den komplexen Prozessen der Osterweiterung sowie einem Vergleich zur asiatischen Integration durch ASEAN.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die institutionellen Adaptionen und die wirtschaftliche Transformation der EU nachzuzeichnen und zu bewerten, wie diese Prozesse die europäische Integration beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich existierender wissenschaftlicher Literatur und Quellen zur europäischen Integration und Wirtschaftspolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Rechtsquellen, eine ökonomische Analyse der Integration, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Osterweiterung und eine Diskussion über verfassungsrechtliche Fragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Institutionelle Entwicklung, Wirtschaftsintegration, Europäische Union, Osterweiterung, Binnenmarkt und Maastrichter Kriterien.
Warum wird ASEAN als Vergleich herangezogen?
ASEAN dient als Vergleichsmodell, um die Entwicklung der EU in einem globalen Kontext zu spiegeln und die Dynamik der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Wirtschaftsräumen zu verdeutlichen.
Welche Bedeutung hat das primäre Gemeinschaftsrecht?
Das primäre Gemeinschaftsrecht bildet die grundlegende Rechtsordnung, auf deren Basis der Europäische Gerichtshof arbeitet und die durch völkerrechtliche Verträge definiert ist.
Welche Herausforderungen nennt der Autor bei der Osterweiterung?
Zu den Herausforderungen zählen unter anderem die ökonomische Transformation nach sozialistischen Altlasten, die Einhaltung der Maastrichter Kriterien sowie Korruptionsprobleme in einigen Beitrittsstaaten.
Wie bewertet der Autor die Vision einer europäischen Verfassung?
Der Autor misst der Idee einer europäischen Verfassung eine hohe zukunftsweisende Bedeutung bei, da die EU zunehmend als einheitliches institutionelles Gebilde agiert.
- Arbeit zitieren
- Yildirim Pirnc (Autor:in), 2017, 60 Jahre Europäische Union. Institutionelle Grundlagen und Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429791