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Die soziale Konstruktion von Geschlechtern im Rap

Title: Die soziale Konstruktion von Geschlechtern im Rap

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Claudia Felber (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Zuallererst muss festgestellt werden, wie im Rap Geschlechter über die Sprache und die Darstellung in Videos konstruiert werden, um daraus ableiten zu können, welche Wirkung auf die Rezipienten stattfindet. Hierfür wird im ersten Teil der Arbeit versucht, theoretisch zu klären, wie Gendervorstellungen entstehen, wie sie sich reproduzieren und damit verfestigen. Hierbei wird nachzuvollziehen sein, dass man nur durch Wissen über die gesellschaftlichen Bezüge in der Lage ist, ein Urteil über die Art der Geschlechterkonstruktion zu fällen. Deshalb wird im zweiten Abschnitt auf dieser Basis der Ursprung der im Rap dargebotenen Geschlechterverhältnisse geklärt werden. Dabei werden sowohl historische als auch soziokulturelle Faktoren einbezogen, um ein möglichst vielschichtiges Bild entwickeln zu können. Schließlich dient dies wiederum dem Verständnis für die nachfolgende Analyse der Darstellung von Geschlechterstereotypen im Rap, die sich untergliedert in den Versuch, zum einen das präsentierte Bild des Mannes als auch das der Frau separat wiederzugeben. Einen zentralen Aspekt nimmt darauf folgend die Frage nach der Reaktion von weiblichen Künstlerinnen auf das durch die männlichen Kollegen geschaffene Bild. Hierbei existieren interessante Unterschiede in der Wahrnehmung des präsentierten Geschlechterverhältnisses und im künstlerischen Verhalten zu diesen. Wichtig dabei ist die Untersuchung, ob weibliche Künstler mit ihren Reaktionen versuchen, die Konstruktionen aufzulösen, oder ob sie eher dazu beitragen, Hierarchien zu reproduzieren.

Schließlich wird die Wirkung auf die Rezipienten betrachtet, wobei natürlich die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Hörern sowie ihre soziale Herkunft betrachtet werden. Erst an diesem Punkt wird man feststellen können, inwieweit Rapmusik wirklich Einfluss nehmen kann auf die Vorstellungen und Lebensweisen seiner Fans, und daraus wird schließlich ableitbar, ob Rap tatsächlich - wie vermutet - zur Reproduktion traditioneller Geschlechterverhältnisse beiträgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konstruktion von Gender

3. Der Ursprung des im Rap dargestellten Geschlechterverhältnisses

3.1 Die prägenden historischen Erfahrungen

3.2 Gründe aus der gegenwärtigen sozialen Situation

4. Die Darstellung von Geschlechterstereotypen im Rap

4.1 Zwei Arten Frauen?!

4.2 Der Mann als Macher

5. Die Reaktion der Kolleginnen

6. Die Wirkung auf die Rezipienten

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit Rapmusik als Reproduktionsmechanismus für tradierte, sexistische Geschlechterverhältnisse fungiert und ob sie zur Festigung patriarchaler Identitätskonstruktionen bei Jugendlichen beiträgt. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich das durch männliche Rapper gezeichnete Frauenbild auf die Identitätsbildung und die gesellschaftliche Wahrnehmung auswirkt.

  • Soziale Konstruktion von Gender im Kontext des HipHop
  • Historische und soziale Ursprünge afroamerikanischer Geschlechterrollen
  • Analyse von Geschlechterstereotypen (z.B. "Lady" vs. "Bitch", "Mann als Macher")
  • Die Rolle weiblicher Rapperinnen als antisexistisches Korrektiv
  • Einfluss von Rap als Jugendkultur auf die Rezipienten

Auszug aus dem Buch

4.1 Zwei Arten Frauen?!

Rap dient der Reflektion der Diskurse, die im Alltag des Ghettos stattfinden. Innerhalb dieser finden sich für die weibliche Identifikation zwei Pole in die sich eine jede Frau einordnen muss. Zum Einen wird differenziert in die stolze, starke und sich selbst und ihrem (schwarzen) Umfeld treue Frau und zum Anderen in die hauptsächlich an materiellen Dingen orientierte und auf der sexuellen Ebene agierende Frau. Erstere ist die Lady, die sich auf der gesellschaftlichen und sozialen Ebene im Sinne der Männer korrekt verhält und deshalb als gute Frau deklariert wird. Im Gegensatz dazu steht die so genannte Bitch, die versucht über ihre Sexualität Macht über Männer auszuüben und ihnen ihre Stärke zu nehmen. Diese „Sorte“ Frau wird als unloyal und damit als nicht wertvoll angesehen.

Diese repressiven Kategorien werden durch männliche Diskurse gesetzt und reproduziert und Frauen ordnen sich nur noch innerhalb des Gegebenen ein, da ihnen die Selbstdefinition ihrer Rolle als unmöglich erscheint. Weibliche sexuelle Lust und Begierde wird durch die negative Konnotation versucht zu unterdrücken und gerät in eine Art von Verfügungsgewalt durch Männer. Ausübung von Macht ist auch der Motivationsgrund für Rapper, innerhalb ihrer Videos Frauen auf ihre Körperlichkeit zu reduzieren, indem sie dort als Objekte zur Befriedigung männlicher Begierde fungieren. Videos bilden weibliche Sexualität fast immer als Ware ab, indem die Körper der Frauen (halb)nackt, zuckend und sich begierig windend in zum Hauptthema werden. Dem Zuschauer wird somit immer eine sexuelle Komponente im Hinblick auf Frauen vermittelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Rapmusik zur Reproduktion von geschlechtlichen Herrschaftsverhältnissen beiträgt und warum Rap als zentrales Medium für Jugendkulturen untersucht werden muss.

2. Die Konstruktion von Gender: Dieses Kapitel erläutert theoretisch, wie Gender durch soziale Interaktionen und ständige performative Wiederholung als soziales Produkt entsteht.

3. Der Ursprung des im Rap dargestellten Geschlechterverhältnisses: Das Kapitel analysiert, wie historische Unterdrückungserfahrungen der Afroamerikaner und die spezifische Ghetto-Sozialisation patriarchale Machtstrukturen im Rap prägen.

4. Die Darstellung von Geschlechterstereotypen im Rap: Hier wird untersucht, wie durch eine dichotomische Rollenverteilung Frauen in Kategorien wie „Lady“ oder „Bitch“ eingeordnet und Männer als „Macher“ inszeniert werden.

5. Die Reaktion der Kolleginnen: Dieses Kapitel thematisiert, wie weibliche Rapperinnen mit dem Sexismus in der Szene umgehen, wobei sie oft zwischen Kritik und der Anpassung an männliche Vorbilder schwanken.

6. Die Wirkung auf die Rezipienten: Es wird erörtert, wie das Image der Rapper auf die jugendliche Hörerschaft wirkt und ob der Konsum von Gangstarap tatsächlich gesellschaftliche Einstellungen beeinflusst.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Rap maßgeblich zur Verfestigung sexistischer Rollenbilder beiträgt und fordert einen kritischeren Umgang mit diesen Inhalten.

Schlüsselwörter

Rap, HipHop, Geschlechterverhältnis, Gender, Sexismus, Identitätskonstruktion, Patriarchat, Gangstarap, Performanz, Ghetto, Afroamerikaner, Jugendkultur, Geschlechterstereotype, Machtverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die Darstellung von Geschlechtern im Rap und untersucht, ob diese Musikrichtung bestehende sexistische Herrschaftsverhältnisse reproduziert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die soziale Konstruktion von Geschlecht, historische Hintergründe der afroamerikanischen Gesellschaft, die Darstellung von Stereotypen in Raptexten und Videos sowie die Reaktionen von Rapperinnen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Rapmusik aktiv zur Festigung tradierter Geschlechterrollen bei Jugendlichen beiträgt oder ob es alternative Interpretationsmöglichkeiten gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Sekundärliteraturanalyse, um einen breiten Überblick über die wissenschaftliche Debatte zu gewährleisten, anstatt sich auf eine subjektive Einzelauswertung von Texten zu beschränken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Gender, die historische Herleitung der Machtverhältnisse im Rap, eine Analyse der Frauenbilder und der männlichen Selbstdarstellung sowie die Wirkungsanalyse auf die Rezipienten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gender-Konstruktion, Patriarchat, Authentizität, Sexismus, Gangstarap und performative Identitätsbildung.

Warum wird der Begriff "weißer" Rap in der Analyse ausgeblendet?

Die Autorin begründet dies mit der mangelnden Relevanz für den Kern der Untersuchung sowie der verschwindend geringen Referenz in der existierenden Fachliteratur.

Wie gehen Rapperinnen mit dem Sexismus ihrer Kollegen um?

Die Reaktionen sind zwiegespalten: Während einige Rapperinnen versuchen, ein positives Frauenbild zu etablieren, passen sich andere aus ökonomischen Zwängen und Vermarktungsgründen an die männlich dominierten Klischees an.

Welche Rolle spielt die "Authentizität" für Rapper?

Authentizität ist ein zentrales Vermarktungsargument, das oft durch die Inszenierung von Gewalt und Ghetto-Erfahrungen erzeugt wird, um eine Verbindung zur Lebensrealität des Publikums herzustellen.

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Details

Title
Die soziale Konstruktion von Geschlechtern im Rap
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Postfeminismus?
Grade
1,7
Author
Claudia Felber (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V42980
ISBN (eBook)
9783638408813
ISBN (Book)
9783638948036
Language
German
Tags
Konstruktion Geschlechtern Postfeminismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Felber (Author), 2005, Die soziale Konstruktion von Geschlechtern im Rap, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42980
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