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Die Historien des Herodot Buch V. 92-94. Die Rede des Sokles

Zur herodoteischen Technik der digressiven Narration

Title: Die Historien des Herodot Buch V. 92-94. Die Rede des Sokles

Term Paper , 2014 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Paul Sommer-Weisel (Author)

Greek / Old Greek
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Innerhalb der literarischen Konzeption des herodotischen Geschichtswerkes nimmt die genuine Gestaltung der Reden in narrativer ebenso wie in stilistischer Hinsicht eine Sonderstellung ein. Als dramaturgisches Mittel zur Belebung des mündlichen Vortrages gewährleistet die Konzeption der Reden, deren thematisches Spektrum sowohl situationsgebundene Äußerungen zu konkret historischen Anlässen sowie allgemeingültige Aussagen zu universellen Fragestellungen umfasst, die Einbeziehung eines historisch nicht versierten Publikums in die wissenschaftlich-historiographische Rahmenerzählung. Die einzigartige Verfassersituation Herodots als Begründer einer literarischen Gattung ermöglichte dem Autor die Ausprägung eines spezifisch-individuellen Verständnisses der Rede als literarisches Stilmittel ebenso wie als narratologisches Instrument. Mithilfe der narrativen Ausgestaltung der Reden durchbricht der Autor den objektiv-berichtenden Gestus seines Werkes. Demgemäß galten die ursprünglich als literarisches Dekor verstandenen Reden im Geschichtswerk Herodots lange Zeit als paradigmatisch für die erzählerischen Tendenzen im historiographischen Werk Herodots, dessen Interesse an anekdotischer Geschichtenerzählung eine elaborierte Argumentation auf der Basis eines fundierten Weltbildes überwogen habe. Innerhalb des Spektrums der herodotischen Reden betraf diese Kritik insbesondere die als digressive Narrationen klassifizierten paradigmatischen Reden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Narrative Strukturen in der Soklesrede

3 Die Soklesrede als zeitgenössischer Kommentar

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Soklesrede in Buch V der Historien des Herodot als komplexes narratologisches und machttheoretisches Instrument. Dabei wird analysiert, inwieweit die Darstellung der korinthischen Tyrannis nicht nur als moralische Fallstudie innerhalb des Geschichtswerkes fungiert, sondern auch als bewusster zeitgenössischer Kommentar zu den machtpolitischen Dynamiken des 5. Jahrhunderts v. Chr. dient.

  • Narrative Gestaltung und Funktion von Reden bei Herodot
  • Die literarische Konstruktion der Kypseliden-Dynastie
  • Metahistorische Bedeutung des "zyklischen Aufstiegs und Niedergangs"
  • Die Soklesrede als Spiegel des peloponnesischen Konflikts

Auszug aus dem Buch

2 Narrative Strukturen in der Soklesrede

Die fiktive Narration des Sokles setzt mit der Schilderung der Ereignisse ein, welche die Machtübernahme der Kypselidendynastie begründen. Die ätiologische Darstellung weist einen stark legendenhaften Charakter auf, welcher durch die Einführung diverser Orakel intensiviert wird. Diesen von homerischem Sprachgebrauch geprägten χρησμοί kommt eine wichtige Funktion in der Typisierung der Wesenszüge der kypselidischen Tyrannis zu. Auffällig in deren Wiedergabe erscheint dabei insbesondere die Inkonsistenz und Ambiguität der als ἀμφιδέξιον charakterisierten Orakel. So kündigt die erste Weissagung die Machtübernahme des Kypselos in figurativer Sprache als Befreiung Korinths von der oligarchischen Herrschaft an, während das nachfolgende Orakel die Regentschaft des Kypselos als blutig beschreibt (πολλῶν δ᾽ ὑπὸ γούνατα λύσει).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die literarische Bedeutung der Reden im Geschichtswerk des Herodot und verortet sie als Instrumente, die den objektiv-berichtenden Stil durchbrochen und die Einbeziehung des Publikums ermöglichen.

2 Narrative Strukturen in der Soklesrede: Der Abschnitt analysiert die mythologisch geprägten Erzählmuster und die Orakel-Symbolik, die Herodot nutzt, um den korrumpierenden Einfluss der Macht auf die Kypselidendynastie darzustellen.

3 Die Soklesrede als zeitgenössischer Kommentar: Dieses Kapitel untersucht die historische Verankerung der Rede im Kontext der spartanischen Invasionspläne und arbeitet deren ironischen Gegenwartsbezug zum Machtstreben des damaligen Athens heraus.

Schlüsselwörter

Herodot, Historien, Soklesrede, Tyrannis, Kypseliden, Machtmissbrauch, Erzählstruktur, Orakel, politische Philosophie, Peloponnesischer Krieg, Metahistorik, Korinth, Machttheorie, historische Narration, antike Rhetorik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die berühmte Rede des Sokles im fünften Buch der Historien des Herodot und deren tiefere erzählerische sowie politische Bedeutung für das gesamte Geschichtswerk.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur der herodotischen Redekunst, das Phänomen der Tyrannis in der griechischen Geschichte und die Verschränkung von Mythen und historischer Kausalität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Soklesrede nicht nur als dekorative Episode dient, sondern ein hochkomplexes, metahistorisches Instrument Herodots darstellt, um Machtstrukturen und deren Degeneration zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine narratologische Analyse sowie eine kontextuelle Einbettung in den zeitgeschichtlichen Diskurs des antiken Griechenland, um die literarischen Konstruktionen Herodots zu entschlüsseln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Genese der Kypselidendynastie, der Interpretation der Weissagungen und der ironischen Spiegelung aktueller politischer Ereignisse der Zeit Herodots in der fiktiven Rede.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Kypseliden", "Tyrannis-Kritik", "narrative Digression" und "zeitgenössischer Kommentar" maßgeblich bestimmt.

Inwiefern beeinflussen die Orakel die Bewertung der Tyrannis?

Herodot nutzt die mehrdeutigen und oft widersprüchlichen Orakelsprüche, um den graduellen moralischen Verfall und die unausweichliche Destruktivität der tyrannischen Machtausübung symbolisch zu unterstreichen.

Warum ist die Rede als "ironischer Kommentar" zu verstehen?

Die Rede stellt eine Spiegelung der politischen Realitäten zur Zeit des Peloponnesischen Krieges dar, bei der der Autor die antike Vergangenheit geschickt nutzt, um auf das zeitgenössische Machtstreben Athens zu verweisen.

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Details

Title
Die Historien des Herodot Buch V. 92-94. Die Rede des Sokles
Subtitle
Zur herodoteischen Technik der digressiven Narration
College
University of Leipzig
Grade
1,0
Author
Paul Sommer-Weisel (Author)
Publication Year
2014
Pages
25
Catalog Number
V429875
ISBN (eBook)
9783668732438
ISBN (Book)
9783668732445
Language
German
Tags
historien herodot buch rede sokles technik narration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paul Sommer-Weisel (Author), 2014, Die Historien des Herodot Buch V. 92-94. Die Rede des Sokles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429875
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