Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Populismus als solcher per se eine Gefahr für die Demokratie ist. Als zentrales Beispiel einer demokratischen Gesellschaft dient die Bundesrepublik Deutschland. Dazu nähert sich die Arbeit zunächst dem Populismusbegriff an, gibt eine Überblick über die Verwendung des Begriffs und grenzt ihn von (politischem) Extremismus ab. Anschließend werden Populismusformen in Deutschland vorgestellt, auf denen eine Einschätzung der positiven und negativen Einflüsse des Populismus in demokratischen Gesellschaften erörtert werden. Schlussendlich wird das Gefahrenpotenzial des Populismus eingeschätzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Ein Gespenst geht um in Europa…
2 Theoretische Annäherungen an den Begriff Populismus
2.1 Einleitende Anmerkungen
2.2 Definition des Begriffs Populismus
2.3 Verwendung des Begriffs im politischen Diskurs in Deutschland
2.4 Abgrenzung vom Extremismus
3 Populismus in der modernen demokratischen Gesellschaft Deutschlands
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Varianten des Populismus in Deutschland
3.2.1 Populismus als allgemeines politisches Stilmittel
3.2.2 Rechtspopulismus
3.2.3 Linker Populismus
4 Einflüsse des Populismus auf eine repräsentative demokratische Gesellschaft
4.1 Anmerkungen zur weiteren Vorgehensweise
4.2 Positive Einflüsse des Populismus
4.3 Negative Einflüsse des Populismus
5 Einschätzung des Gefahrenpotenzials des Populismus für die repräsentative Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
6 Mehr Gelassenheit im Umgang mit Populismus
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob Populismus per se eine Gefahr für eine repräsentative Demokratie darstellt oder zu einer solchen werden könnte, wobei der Fokus auf dem politischen Diskurs der Bundesrepublik Deutschland liegt.
- Theoretische Definition und konzeptionelle Einordnung des Populismus
- Abgrenzung von Populismus und politischem Extremismus
- Empirische Untersuchung populismusspezifischer Ausprägungen (rechts, links, allgemeines Stilmittel)
- Analyse positiver und negativer Auswirkungen auf den demokratischen Diskurs
- Bewertung des Gefahrenpotenzials für die repräsentative Demokratie in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.2 Definition des Begriffs Populismus
Nohlen definiert Populismus als „mehrdeutig verwendete[n] Begriff extrem unterschiedlicher Bewertung“3. Eine Facette des Begriffs, so Nohlen4 weiter, ist einerseits ein negativ bewerteter Politikstil, der auf politischer Stimmungsmache, demagogischen Parolen und das Anbieten von einfachen Lösungen für komplexe Problemlagen beruht. Andererseits ist Populismus vor allem in Südamerika eine „soziopolit[ische] Bewegung mit Massenbasis und Zentrierung auf polit[ische] Personen5“6.
Von Beyme7 weist auf drei Haupttypen des Populismus hin: den agrarischen Populismus, den ökonomischen Populismus sowie den politischen Populismus. Ferner hat der Populismus auch eine ausgeprägte historisch gewachsene Komponente in Entstehung und Bedeutung des Begriffs, die sich in einer zunehmenden Komplexitätssteigerung in Definition und Verwendung des Begriffs durch diverse Untertypen äußert8.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ein Gespenst geht um in Europa…: Einführung in das Thema Populismus als vermeintliche Gefahr für die moderne Demokratie und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Annäherungen an den Begriff Populismus: Theoretische Grundlegung durch Definition des Begriffs, Darstellung seiner Verwendung im Diskurs und Abgrenzung gegenüber dem Extremismus.
3 Populismus in der modernen demokratischen Gesellschaft Deutschlands: Empirische Betrachtung verschiedener Erscheinungsformen des Populismus, insbesondere als allgemeines Stilmittel, Rechts- und Linkspopulismus.
4 Einflüsse des Populismus auf eine repräsentative demokratische Gesellschaft: Untersuchung der potenziell positiven und negativen Wirkweisen des Populismus auf den demokratischen Prozess und gesellschaftlichen Diskurs.
5 Einschätzung des Gefahrenpotenzials des Populismus für die repräsentative Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage hinsichtlich der Gefährdung der Demokratie.
6 Mehr Gelassenheit im Umgang mit Populismus: Schlussfolgerung, dass ein gelassenerer Umgang mit Populismus ratsam ist, um den demokratischen Diskurs nicht unnötig zu polarisieren.
Schlüsselwörter
Populismus, Demokratie, repräsentative Demokratie, Deutschland, Rechtspopulismus, Linker Populismus, Politische Kultur, Extremismus, Politischer Diskurs, Politische Parteien, Polarisierung, Flüchtlingskrise, AfD, PEGIDA, Demokratietheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen Populismus in der Bundesrepublik Deutschland und hinterfragt kritisch, ob dieser als grundsätzliche Gefahr für die repräsentative Demokratie einzustufen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die begriffliche Definition, die empirischen Erscheinungsformen des Rechts- und Linkspopulismus sowie deren Einfluss auf den politischen Diskurs und die Stabilität der Demokratie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob Populismus per se eine Bedrohung für eine repräsentative Demokratie darstellt, oder ob differenziertere Betrachtungsweisen notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung durch Fachliteratur und einer empirischen Analyse von Akteuren und Bewegungen im deutschen politischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, die empirische Darstellung von Ausprägungen des Populismus (wie AfD oder PEGIDA) und die Analyse der positiven und negativen gesellschaftlichen Einflüsse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Populismus, repräsentative Demokratie, Extremismus, politischer Diskurs, Polarisierung und der spezifische Kontext der deutschen Parteienlandschaft.
Wie grenzt der Autor Populismus vom Extremismus ab?
Der Autor argumentiert, dass Populismus nicht automatisch mit Extremismus gleichzusetzen ist, da bei Populisten nicht zwingend eine aktive Ablehnung der demokratischen Grundordnung vorliegt, auch wenn extremistische Tendenzen vorkommen können.
Warum fordert der Autor mehr Gelassenheit im Umgang mit Populismus?
Der Autor argumentiert, dass eine moralisierte Überreaktion auf Populismus die Fronten verhärtet und zur Spaltung beiträgt, anstatt den inhaltlichen Diskurs konstruktiv zu fördern.
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- Florian Schlereth (Author), 2018, Die Einflüsse des Populismus auf den politischen Diskurs einer repräsentativen demokratischen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429896