Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Franz Murer. Der Weg zum Schlächter von Vilnius

Titel: Franz Murer. Der Weg zum Schlächter von Vilnius

Seminararbeit , 2018 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Gregor Schweighofer (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit behandelt folgende Forschungsfragen: Ist Murer ein ‚ganz normaler Mann‘? Welche Parallelen finden sich zwischen Brownings Darstellung für Gründe und beeinflussende Umstände im Leben von Franz Murer? Welche Auswirkungen haben diese Faktoren oder anders gesagt, welche Verbrechen und Morde begeht Franz Murer?

Für die adäquate Beantwortung dieser Forschungsfragen, welches auch das Ziel dieser Arbeit ist, soll sich folgender Methodik bedient werden: Die Vita von Franz Murer soll auf die Faktoren, welche Browning nennt, untersucht werden, dabei sollen Parallelen wie auch eventuelle Unterschiede aufgezeigt werden. Die eigentliche Darstellung des Lebens von Murer beruht auf der Basis von Sekundärliteratur, aber auch von schriftlicher Quellen oder Berichten von Zeitzeugen, besonders in Hinblick auf seine seiner Taten in der Stadt Vilnius.

„Er brauchte Blut. Er musste Menschen morden. Das war ihm eine Art Bedürfnis. Ein Unmensch.“ Mit diesen drastischen Worten beschreibt beziehungsweise dokumentiert die Zeitzeugin Mascha Rolnikaite den aus der Steiermark stammenden Franz Murer oder vielmehr sein Wirken, seine Taten und seine Verbrechen als Referent für jüdische Angelegenheiten und Stellvertreter des Gebietskommissars in Vilnius, in einem Gespräch aus dem Jahr 2013.

Diese emotionale Aussage von Frau Rolnikaite spiegelt mit grausamer Ehrlichkeit wieder, wie brutal der „Schlächter von Wilna“ , während seiner Dienstzeit vom Jahr 1941 bis zum Jahr 1943 gegen die dort ansässige jüdische Bevölkerung vorgeht. Neben der physischer und psychischer Gewalt, die Murer an der jüdischen Bevölkerung in Vilnius ausübt, ist er auch für Selektionen von Jüdinnen und Juden verantwortlich, die durch seine Anweisung in den Tod geschickt werden, aber er mordet nach Zeugenaussagen auch mehrere Male selbst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Franz Murer – Ein ‚ganz normaler Mann‘?

2.1 Was ist ein ‚ganz normaler Mann‘?

2.2 Wer war Franz Murer bis er zum ‚Schlächter von Wilna‘ wurde?

3 Der Weg vom Bauersohn zum ‚Schlächter von Wilna‘

3.1 Wie aus gewöhnlichen Männern Massenmörder werden

3.2 Gründe und Umstände für Massenmord am Fallbeispiel Franz Murer

3.2.1 Brutalisierung in Kriegszeiten

3.2.2 Rassismus und Antisemitismus

3.2.3 Verteilen der Aufgabenbereiche und die Routinemäßigkeit des Tötens

3.2.4 Die besondere Selektion der Täter

3.2.5 Karrierismus

3.2.6 Ideologische und institutionelle Indoktrinierung

3.2.7 Gehorsam und Autoritätsgläubigkeit

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht anhand der Biografie von Franz Murer, inwieweit die von Christopher R. Browning aufgestellten Faktoren, die gewöhnliche Männer zu Massenmördern machen, auf Murers Taten als Stellvertreter des Gebietskommissars in Vilnius anwendbar sind.

  • Analyse der Täterwerdung im Nationalsozialismus
  • Untersuchung von Brownings Faktoren (Brutalisierung, Antisemitismus, Karrierismus, Indoktrinierung)
  • Biografische Einordnung von Franz Murer
  • Reflexion über die Normalität von Tätern

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Brutalisierung in Kriegszeiten

Zunächst ist festzustellen, dass jede Form einer bewaffneten Auseinandersetzung zu einer Verrohung beziehungsweise zu einer Brutalisierung, welche sich häufig durch Verbrechen und Gewalttaten gegen Menschen ausdrückt. Dieses Phänomen tritt umso stärker auf, wenn der Krieg aus rassenideologischen Gründen geführt wird, wie der in Osteuropa geführte ‚Vernichtungskrieg‘ der Deutschen.

Dass diese Brutalisierung durch den Kriegszustand nicht nur Soldaten, im unmittelbaren Fronteinsatz, betraf, lässt sich daraus schließen, dass bei den Massenverbrechen gegen die jüdische Bevölkerung in Litauen nicht nur in erster Linie die deutsche Zivilverwaltung (zu welcher auch Franz Murer gehörte), die Polizei und die Wehrmacht beteiligt waren, sondern auch Teile der litauischen Bevölkerung.

So scheint es, dass diese Verrohung nicht nur durch unmittelbare Kampfhandlung und der damit verbundenen Abstumpfung gegen das Töten entsteht, sondern auch wie Browning meint durch die offizielle betriebene Regierungspolitik, die in diesem Fall darauf abzielt die jüdische Bevölkerung zu vernichten. Franz Murer gehört anscheinend zur zweiten Kategorie, also zu denjenigen die nicht sozusagen am ‚Schlachtfeld‘ ausrasteten aufgrund von Wut oder Frustration.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Person Franz Murer vor und formuliert die Forschungsfrage, ob die Thesen von Christopher R. Browning zur Genese von Massenmördern auf Murer anwendbar sind.

2 Franz Murer – Ein ‚ganz normaler Mann‘?: Dieses Kapitel definiert den Begriff des ‚ganz normalen Mannes‘ und betrachtet Murers Werdegang vor seiner Zeit in Vilnius, um seine Ausgangssituation zu beleuchten.

2.1 Was ist ein ‚ganz normaler Mann‘?: Hier werden die theoretischen Kriterien für Normalität im Kontext der Täterforschung erörtert.

2.2 Wer war Franz Murer bis er zum ‚Schlächter von Wilna‘ wurde?: Eine biografische Zusammenfassung der frühen Lebensjahre Murers bis zu seiner Versetzung nach Litauen.

3 Der Weg vom Bauersohn zum ‚Schlächter von Wilna‘: Dieses Kapitel analysiert die Faktoren, die zur Täterschaft führen, und wendet diese kritisch auf Franz Murer an.

3.1 Wie aus gewöhnlichen Männern Massenmörder werden: Erläuterung der von Browning identifizierten Faktoren, die einen Wandel zum Massenmörder begünstigen können.

3.2 Gründe und Umstände für Massenmord am Fallbeispiel Franz Murer: Die Anwendung der Browning-Faktoren konkret auf die Person und das Wirken von Franz Murer.

3.2.1 Brutalisierung in Kriegszeiten: Untersuchung des Einflusses von Krieg und Gewalt auf Murers Handeln.

3.2.2 Rassismus und Antisemitismus: Analyse der ideologischen Prägung Murers durch Antisemitismus.

3.2.3 Verteilen der Aufgabenbereiche und die Routinemäßigkeit des Tötens: Darstellung der arbeitsteiligen Tötungsprozesse in Vilnius.

3.2.4 Die besondere Selektion der Täter: Hinterfragung, ob Murer durch sein Umfeld und die NS-Ordensburg gezielt selektiert wurde.

3.2.5 Karrierismus: Untersuchung der Rolle von Ehrgeiz und Karrieredenken bei der Täterschaft.

3.2.6 Ideologische und institutionelle Indoktrinierung: Analyse der Rolle von NS-Propaganda und der Ausbildung in der Ordensburg.

3.2.7 Gehorsam und Autoritätsgläubigkeit: Reflexion über die Rolle von Befehlsstrukturen für das Handeln Murers.

4 Zusammenfassung: Die abschließende Beantwortung der Forschungsfragen sowie das Fazit der Seminararbeit.

Schlüsselwörter

Franz Murer, Holocaust, Vilnius, Christopher R. Browning, Täterforschung, Massenmörder, Antisemitismus, NS-Ordensburg, Kriegsverbrechen, Nationalsozialismus, Täterschaft, Judenverfolgung, Gehorsam, Karrierismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Biografie und die Verbrechen des NS-Täters Franz Murer, um zu verstehen, wie er sich von einem scheinbar unauffälligen Mann zum Massenmörder entwickeln konnte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Täterwerdung, die psychologischen und sozialen Faktoren der Radikalisierung sowie die Rolle von Ideologie und strukturellem Antisemitismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Anwendung der Thesen von Christopher R. Browning auf das Fallbeispiel Murer, um Parallelen und Unterschiede zwischen wissenschaftlicher Theorie und individueller Biografie aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Sekundärliteratur, biografischen Quellen sowie Zeitzeugenberichten, um die Vita Murers kritisch zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einleitung und eine detaillierte Untersuchung spezifischer Faktoren wie Brutalisierung, Indoktrinierung und Karrierismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Franz Murer, Täterforschung, Holocaust, Vilnius und NS-Ideologie.

Welche Bedeutung hatte die NS-Ordensburg Krössinsee für Murer?

Die Ordensburg fungierte als Kaderschmiede, in der Murer ideologisch geschult und als „politischer Soldat“ auf seine spätere Rolle im Osten vorbereitet wurde.

Warum wird Murer als „Schlächter von Wilna“ bezeichnet?

Diese Bezeichnung rührt von seinen belegten Gräueltaten, seiner Verantwortung für Deportationen und Morde sowie der unbarmherzigen Behandlung der jüdischen Bevölkerung in Vilnius her.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Franz Murer. Der Weg zum Schlächter von Vilnius
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1,0
Autor
Gregor Schweighofer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V429943
ISBN (eBook)
9783668739130
ISBN (Buch)
9783668739147
Sprache
Deutsch
Schlagworte
franz murer schlächter vilnius
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gregor Schweighofer (Autor:in), 2018, Franz Murer. Der Weg zum Schlächter von Vilnius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429943
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum