Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Archäologie

Die Widerspiegelung von Speisegesetzen in Tierknochenresten des mittelalterlichen jüdischen Quartiers in Erfurt

Eine interdisziplinäre Studie

Titel: Die Widerspiegelung von Speisegesetzen in Tierknochenresten des mittelalterlichen jüdischen Quartiers in Erfurt

Akademische Arbeit , 2010 , 25 Seiten

Autor:in: Dr. Hans-Volker Karl (Autor:in), Dr. Dr. Gottfried Tichy (Autor:in)

Archäologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Tierknochenreste (252 + 64 Teile) aus Ausgrabungen im östlichen Teil der Michaelis-Straße im mittelalterlichen jüdischen Viertel Erfurt (Stätte 252) aus dem 11. bis 17. Jahrhundert werden beschrieben und analysiert.

Zu den identifizierbaren Knochenresten gehören die geschlachteten Tiere und die Wildtiere Schwein, Ferkel, Schaf und / oder Ziege, Lamm, Rind, Kalb, Pferd, Hirsch, Elch, Gans, Ente, Huhn und Teichfrosch. Eine kurze Übersicht über die jüdischen Speisegesetze wird gegeben. Eine Clusteranalyse versucht den früheren Kolonisationsverlauf des Quartals zu rekonstruieren.

Die in großen Teilen intakte mittelalterliche Altstadt von Erfurt beherbergt einmalige bauliche Zeugnisse der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde seit dem ausgehenden 11. über die Mitte des 14. Jahrhunderts, bis in die frühe Neuzeit. Bekannt wurden weiterhin weltweit einzigartige Objekte und Gebrauchsgegenstände, die das jüdische Gemeinde- und Alltagsleben und auch die Koexistenz von Juden und Christen illustrieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. JÜDISCHE SPEISEGESETZE

3. BEURTEILUNG DER TIERKNOCHENRESTE AUS SICHT DER SPEISEGESETZE

3.1. Koschere Tiere/ keine Fastenspeise

3.2. Treife Tiere, keine Fastenspeise

3.3. Treifes Tier, aber Fastenspeise

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Studie analysiert Tierknochenreste aus dem mittelalterlichen jüdischen Viertel Erfurts, um anhand einer archäozoologischen Untersuchung und der Anwendung von Clusteranalysen Rückschlüsse auf die Ernährungsgewohnheiten, die Einhaltung jüdischer Speisegesetze und den Kolonisationsverlauf des Quartiers zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert zu ziehen.

  • Archäozoologische Bestimmung und quantitative Analyse von Tierknochenfragmenten.
  • Untersuchung der Übereinstimmung von Fundmaterial mit den jüdischen Speisegesetzen (Kaschrut).
  • Analyse der Fleischwertklassen (FWK) zur Bestimmung der Fleischqualität und Zerlegungspraktiken.
  • Chronologische Rekonstruktion der Besiedlungsgeschichte mittels Clusteranalysen der Befunde.
  • Vergleich der Ergebnisse mit anderen städtischen Fundkomplexen, wie dem „Großen Jüdenhof“ in Berlin.

Auszug aus dem Buch

3. BEURTEILUNG DER TIERKNOCHENRESTE AUS SICHT DER SPEISEGESETZE

Die Einzelknochen verteilen sich auf die einzelnen Tierarten wie folgt (Abb. 4):

Hausschwein Sus scrofa f. domestica (L., 1758) 63 15

Schaf oder Ziege (SoZ) 63 15

Schaf Ovis orientalis f. aries (L., 1758) 1 1

Ziege Capra aegagrus f. hircus (L., 1758) 5 4

Lamm 1 1

Milchlamm 2 1

Hausrind Bos primigenius f. taurus (L., 1758) 75 22

Kalb 9 4

Hauspferd Equus caballus L., 1758 1 1

Rothirsch Cervus elaphus (L., 1758) 2 2

Elch Alces alces (L., 1758) 1 1

Hausgans Anser anser f. domestica (L., 1758) 7 3

Hausente Anas platyrhynchos f. domestica L., 1758 9 2-3

Haushuhn Gallus gallus f. domestica (L., 1758) 7 4

Teichfrosch Rana (Pelohylax) kl. esculenta L., 1758 6 1

Micromammalia indet. 1 -

Ruminantia indet. 4 -

Mammalia indet. 55 -

Aves indet. 4 -

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Das Kapitel beschreibt den archäologischen Kontext des mittelalterlichen jüdischen Quartiers in Erfurt und definiert das Ziel, die Tierknochenfunde im Hinblick auf Speisegesetze und chronologische Nahrungsgewohnheiten zu untersuchen.

2. JÜDISCHE SPEISEGESETZE: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Kaschrut erläutert, einschließlich der rituellen Anforderungen an Schlachtung, Fleischbeschau und die Unterscheidung zwischen erlaubten und verbotenen Tieren.

3. BEURTEILUNG DER TIERKNOCHENRESTE AUS SICHT DER SPEISEGESETZE: Dieses Kapitel präsentiert die detaillierte archäozoologische Auswertung der Funde und bewertet die Tierarten basierend auf ihrem Status als koscher oder treife.

3.1. Koschere Tiere/ keine Fastenspeise: Analyse der Überreste von Rindern, Schafen und Ziegen sowie deren Rolle in der Ernährung und bei rituellen Praktiken.

3.2. Treife Tiere, keine Fastenspeise: Untersuchung von Knochenfunden nicht-koscherer Tiere wie Hausschweinen und Pferden und deren sozio-kultureller Bedeutung.

3.3. Treifes Tier, aber Fastenspeise: Kurze Betrachtung von Amphibienresten, speziell des Teichfrosches, als möglichem Nahrungsmittel.

Schlüsselwörter

Interpretierende Anthropologie, archäozoologische Analyse, Jüdisches Viertel Erfurt, Standort 252, Mittelalter, 11. bis 17. Jahrhundert, Kaschrut, Speisegesetze, Clusteranalyse, Tierknochenreste, Hausschwein, Rind, Schaf, Ziege, Fleischwertklassen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Studie untersucht Tierknochenfunde aus einem mittelalterlichen jüdischen Siedlungsgebiet in Erfurt, um deren Zusammensetzung zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft archäozoologische Befunde mit den jüdischen Speisegesetzen und historischen Siedlungsdaten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, durch die Analyse der Knochenreste Rückschlüsse auf die Ernährungsgewohnheiten und den Kolonisationsverlauf des Quartiers über mehrere Jahrhunderte zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden eine qualitative und quantitative Erfassung der Tierknochen, eine Bewertung nach Fleischwertklassen sowie computergestützte Clusteranalysen zur chronologischen Einordnung eingesetzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der jüdischen Speisegesetze und die praktische Auswertung der Tierknochen unter Berücksichtigung ihres rituellen Status.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Archäozoologie, Jüdisches Viertel Erfurt, Speisegesetze, Clusteranalyse und historische Nahrungsgewohnheiten.

Wie lässt sich die Anwesenheit von "treifen" Tieren in einem jüdischen Quartier erklären?

Die Arbeit deutet darauf hin, dass die Siedlung kein rein abgeschlossenes jüdisches Areal war, sondern ein gemeinschaftlicher Lebensraum von Juden und Christen, was die Mischung der Knochenreste erklärt.

Welche Bedeutung haben die Fleischwertklassen (FWK) für diese Studie?

Die Einteilung in Fleischwertklassen hilft, die Qualität des verzehrten Fleisches und die Art der Schlachtabfälle zu bestimmen, was Hinweise auf den sozialen Status der Bewohner liefert.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Widerspiegelung von Speisegesetzen in Tierknochenresten des mittelalterlichen jüdischen Quartiers in Erfurt
Untertitel
Eine interdisziplinäre Studie
Hochschule
Universität Salzburg  (Abteilung für Paläontologie)
Veranstaltung
Interdisziplinäre Studien
Autoren
Dr. Hans-Volker Karl (Autor:in), Dr. Dr. Gottfried Tichy (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V429974
ISBN (eBook)
9783668735811
ISBN (Buch)
9783668735828
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judaistik Speisegesetze naturwissenschaftliche Rekonstruktion Archäozoologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Hans-Volker Karl (Autor:in), Dr. Dr. Gottfried Tichy (Autor:in), 2010, Die Widerspiegelung von Speisegesetzen in Tierknochenresten des mittelalterlichen jüdischen Quartiers in Erfurt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429974
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  25  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum