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Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Title: Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1

Autor:in: Linda Dittmann (Author)

Didactics - History
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„Biete Nachhilfestunden in Mathe und Physik, von Klasse 5-10. Melden Sie sich unter: ...“ oder „Zuverlässiges junges Mädchen sucht Arbeit als Babysitterin. Stehe täglich von 15-23 Uhr zur Verfügung“. Solche und ähnliche Stellenangebote kann man in Zeitungen nachlesen oder findet man am Schwarzen Brett vom Supermarkt. Hier bieten Kinder und Jugendliche ihre Arbeitskraft an. Das sind natürlich nur harmlose Schülerjobs, die die Kinder nach der Schule ausüben wollen. Dennoch gibt es Gesetze in Deutschland, die Arbeit von Kindern verbietet. Dadurch sollen die Kinder nicht in ihrer psychischen und physischen Entwicklung beeinflusst werden.
Das war nicht immer so, noch im 19. Jahrhundert mussten die Kinder, oft schon im Alter von 4 Jahren, in Fabriken hart arbeiten. Sie wurden brutal ausgenutzt, damit deutsche Unternehmer mit ihren Industrieprodukten auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig waren.

In meiner Hausarbeit möchte ich darauf eingehen, warum Kinder im 19. Jahrhundert dazu gezwungen wurden, schon im jüngstem Alter Geld zu verdienen. Die Fragen nach dem Ausmaß sollen geklärt werden und warum der Staat erst so spät eingegriffen hat. Der Weg zur heutigen Kinderschutzgesetzgebung wird aufgezeigt und damit gehe ich auch auf die heutige Situation in Deutschland ein. Wie hat sich die Kinderarbeit vom 19. Jahrhundert entwickelt? Gibt es auch heute noch brutale Ausbeutung von Kinder in Deutschland? In einem weiteren Abschnitt soll die Lage der Kinder weltweit erörtert und Vergleiche zur Kinderarbeit im 19. Jahrhundert gezogen werden.

Im Anschluss werde ich mich mit der Problematik auseinandersetzen, ob Kinderarbeit ein für den Geschichtsunterricht relevantes Thema ist und wie es umgesetzt werden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse

2.1 Begriffsklärung: Kinderarbeit

2.2 Kinderarbeit vor der Industriellen Revolution

2.2.1 Kinderarbeit in Waisenhäusern

2.3 Kinderarbeit in der Industriellen Revolution

2.3.1 Ursachen der Kinderarbeit

2.3.2 Die Arbeit in der Fabrik

2.3.3 Maßnahmen gegen die Kinderarbeit

2.3.3.1 Das Regulativ von 1839

2.3.3.2 Ausweitung der Kinderschutzgesetze

3. Didaktische Analyse

3.1 Kinderarbeit Heute

3.1.1 Kinderarbeit in Deutschland

3.1.2 Kinderarbeit Weltweit

3.2 Unterrichtsrelevanz

3.3 Möglichkeiten im Unterricht

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Kinderarbeit vom 19. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit, analysiert die Beweggründe für staatliche Eingriffe durch Kinderschutzgesetze und reflektiert die Relevanz sowie methodische Umsetzung dieses Themas im modernen Geschichtsunterricht.

  • Historische Ursachen und Ausmaß der Kinderarbeit während der Industriellen Revolution.
  • Entwicklung staatlicher Schutzmaßnahmen, insbesondere des Regulativs von 1839.
  • Vergleichende Analyse der Situation arbeitender Kinder heute in Deutschland und weltweit.
  • Pädagogische Ansätze zur Vermittlung des Themas im Geschichtsunterricht unter Berücksichtigung der Multiperspektivität.
  • Diskussion sozioökonomischer Faktoren und gesellschaftlicher Wahrnehmung von Kinderarbeit.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Die Arbeit in einer Fabrik

Die Situation in den Fabriken war für die Kinder überhaupt nicht tragbar. Die Kinder waren den Unternehmern völlig ausgeliefert, da der Staat das wirtschaftliche Leben sich selbst überließ und sich deshalb auch nicht für die Arbeiter in den Fabriken interessierte. Es kann nicht genau gesagt werden, wie viele Kinder zwischen 1820 und 1840 in preußischen Fabriken, wie in Aachen, Berlin, Mark und Berg, gearbeitet haben, denn solche Statistiken war zu dieser Zeit keiner interessiert. Schätzungen geben an, dass zum Beispiel in Düsseldorf 1824 etwa 3300 Kinder arbeiteten. Über die Spinnereien in Sachsen können hingegen genauere Zahlen genannt werden. Hier haben 1830 2366 Kinder von 7564 Arbeitern, also 31, 3 Prozent in den Fabriken gearbeitet.

Das Eintrittsalter der Kinder sank immer mehr. Waren die Kinder zunächst 7 Jahren, wenn sie für gewöhnlich anfingen in Fabriken zu arbeiten, so wurde das Alter teilweise auf bis zu 4 Jahren heruntergesetzt. „Die Fabrik verlange von ihnen eine körperliche Konstitution, die nicht selten einem 14-Stunden-Tag standhalten mußte.“

In den Fabriken mussten die Kinder das Auflegen der Baumwolle auf die Kratzmaschine, das Spulen, Haspeln das Abnehmen der Woll-Locken von der Streichmaschine, das Anlegen an die Vorspinnmaschine und das Anknüpfen der Fäden besorgen. Außerdem wurden die Kinder beim Transport der Rohstoffe und der fertigen Produkte eingesetzt. In den Nadelfabriken war es das Einschlagen der Augen, das Sortieren, Aussuchen, Wägen, Stempeln, Verpacken, in den Stecknadelfabriken bestand die Arbeit im Aufschlagen der Köpfe, ebenfalls im Sortieren und Verpacken , in den Panzerfabriken im Biegen, Drehen der Haken und Augen, im Biegen der Fischangeln und Haarnadeln. Es waren Arbeiten, die ein feines Gefühl, bewegliche Finger und trotz der langen Arbeitszeit Konzentration erforderten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Kinderarbeit ein, verdeutlicht die historische Diskrepanz zur heutigen Situation und skizziert das Ziel der Arbeit, die Entwicklung und Unterrichtsrelevanz des Themas zu beleuchten.

2. Sachanalyse: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Untersuchung der Kinderarbeit von den Anfängen vor der Industriellen Revolution über die massenhafte Ausbeutung in Fabriken im 19. Jahrhundert bis hin zu den ersten gesetzlichen Regulierungsversuchen durch den preußischen Staat.

3. Didaktische Analyse: Dieser Teil betrachtet die heutige Relevanz von Kinderarbeit in Deutschland sowie weltweit und erarbeitet methodische Konzepte, um diese Thematik im Geschichtsunterricht differenziert und schülerorientiert umzusetzen.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die betont, dass Kinderarbeit in Deutschland zwar gesetzlich weitgehend unterbunden ist, das Thema aufgrund seiner globalen Aktualität und der Notwendigkeit des Verständnisses sozialer Wandlungsprozesse jedoch unverzichtbar für den Unterricht bleibt.

Schlüsselwörter

Kinderarbeit, Industrielle Revolution, Kinderschutzgesetz, Preußen, Fabrikarbeit, Sozialgesetzgebung, Ausbeutung, Bildungsgeschichte, Geschichtsunterricht, Kinderrechte, Wirtschaftsgeschichte, Sozialer Wandel, Armut, Schulpflicht, Arbeitsbedingungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen und gegenwärtigen Problematik der Kinderarbeit, beleuchtet deren rechtliche Einordnung und erörtert pädagogische Möglichkeiten für die Behandlung im Geschichtsunterricht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der industriellen Kinderarbeit des 19. Jahrhunderts, der Entstehung der preußischen Kinderschutzgesetzgebung und der heutigen Situation von Kindern in der Arbeitswelt.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, den historischen Weg vom massenhaften Einsatz von Kindern in Fabriken bis zur heutigen Schutzgesetzgebung aufzuzeigen und die Relevanz dieses Themas für die Ausbildung von Schülern zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse, die auf der Auswertung historischer Quellen, Gesetzestexte sowie aktueller sozialwissenschaftlicher Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse, die die historischen Ursachen und Folgen der Kinderarbeit untersucht, sowie eine didaktische Analyse, die heutige Arbeitsverhältnisse und Unterrichtsmethoden reflektiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Kinderarbeit, Industrialisierung, Kinderschutzgesetz, Sozialgeschichte, Ausbeutung und Geschichtsdidaktik.

Warum wurde im 19. Jahrhundert Kinderarbeit von den Eltern teilweise befürwortet?

Die Arbeit erläutert, dass viele Eltern den Erziehungsaspekt (Förderung von Disziplin und Fleiß) betonten und aufgrund prekärer wirtschaftlicher Verhältnisse auf den Zusatzverdienst der Kinder angewiesen waren, um das Überleben der Familie zu sichern.

Wie unterscheidet sich die heutige Kinderarbeit in Deutschland von der des 19. Jahrhunderts?

Während im 19. Jahrhundert die brutale Ausbeutung zur Sicherung industrieller Konkurrenzfähigkeit im Vordergrund stand, ist Kinderarbeit in Deutschland heute gesetzlich streng reglementiert, wobei es sich meist um geringfügige Beschäftigungen nach der Schule handelt.

Welche Rolle spielt die "Didaktische Analyse" im Werk?

Die didaktische Analyse schlägt die Brücke zwischen historischer Forschung und Schulpraxis, indem sie aufzeigt, wie Lehrer durch Rollenspiele oder Quellenarbeit Schülern ein Verständnis für multiperspektivische Sichtweisen und soziale Verantwortung vermitteln können.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Kinderarbeit im 19. Jahrhundert
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Arbeit und Arbeitswelt
Grade
1
Author
Linda Dittmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V43003
ISBN (eBook)
9783638409001
ISBN (Book)
9783638652094
Language
German
Tags
Kinderarbeit Jahrhundert Arbeit Arbeitswelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Dittmann (Author), 2005, Kinderarbeit im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43003
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