Zu: Ikegami Eiko - Taming of the Samurai - Literaturbericht


Rezension / Literaturbericht, 2004

17 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Kap 1 : A Sociological Approach

3. Kap 2 : Origins in Violence

4. Kap 3 : Disintegration and Reorganization

5. Kap 4 : The Paradoxial Nature of Tokugawa State Formation

6. Kap 5 : Honor and Violence in Transformation

7. Kap 6 : Honor Polarization in Vassalic Bureaucracy

8. Kap 7 : Honorific Individualism and Honorific Collectivism

9. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, das von der Fachwelt viel beachtete und mit Preisen wie „Best Book on Asia“ bedachte Werk „The Taming of the Samurai“ von Eiko Ikegami zu untersuchen und in einer knappen Zusammenfassung ihre Ansätze zu erarbeiten.

Nachdem die Autorin in Tokyo ihren Bachelor und in Ibaraki ihren Master ablegte, promovierte sie 1989 an der Harvard University. Sie war seitdem tätig für die Nihonkeizai Shinbun, Casa und die Yale University. Derzeit ist sie als Professorin für Soziologie an der New School University, New York beschäftigt. Ihre Tätigkeitsfelder sind: Vergleichende historische Soziologie, Japanische Gesellschaft, Theorie und Soziologie der Kultur. Gegenwärtig forscht sie in den Gebieten: Allgemeine Bereiche in der vergleichenden Perspektive, Höflichkeits- und Standesordnung in Japan, Identitäten, Netzwerke und Änderungen der Sozialstrukturen.

Ikegamis Ziel ist die Erforschung des Wandels des Samuraistandes durch die Jahrhunderte, aus soziologischer, nicht aus geschichtlicher Sicht, wie sie gleich zu Anfang ihrer Veröffentlichung betont. Hierbei legt sie ihren geschichtlichen Fokus auf die Heian- (794-1185), die Kamakura- (1185-1333) und die Muromachi-Zeit (1338-1573) und die Epoche der Streitenden Reiche sengoku jidai 1467-1568, welche im allgemeinen als Japanisches Mittelalter bezeichnet werden, bis hin zur Meijirestauration 1867/68. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Tokugawa-Zeit (1600-1867/68).

Ihre Absicht ist es den Begriff der Ehre, der als zentrales Leitmotiv im Leben eines Samurai angesehen werden kann [siehe auch Yamamoto, 1716/1999], zu definieren und in einen Vergleich zu den Ansichten westlicher Länder zu stellen. Hierbei wendet sie nach eigener Aussage eine Art Perspektivverschiebung an, indem sie die Möglichkeit nutzt, zwischen Weitwinkel- und Teleobjektiv-Betrachtung zu unterscheiden, um Präzedenzfälle und ebenso das Gesamtbild des historeopolitischen Kontexts zu beleuchten. Diese „Schnappschüsse“ versucht Ikegami dann zu einem für den Leser verständlichen Bild zusammenzufügen.

Ikegami ist der Meinung, dass sich ein westlicher Betrachter sicher folgende Frage stellt:

„How can a nation be so successful in the fields of industrialization and business management, while encouraging its population to overvalue collectivist thinking and the status quo, and correspondingly to devalue individualism an bold innovation“ [S.3]

Diese Frage resultiert ihrer Meinung nach aus dem westlichen Erfolgsmodell, das speziell Eigeninitiative in den Vordergrund stellt. Erläuterungen dazu sind auch bei Anne Sey [2001] zu finden, die sich, wie auch Peter Dale [1988], mit dem westlichen Stereotyp der angeblichen japanischen Produktionsgemeinschaften und Einzigartigkeit kritisch auseinandersetzt. Bei der Klärung dieser Fragestellung will Ikegami gleichzeitig auch auf Folgende eingehen:

„Why did they construct and transform the practice of honor culture the way they did?“ [S.12]

2. A Sociological Approach

Auch wenn das Japan des 8.-12. Jahrhunderts am Rand Asiens nach chinesischem Vorbild aufgebaut wurde, entdeckt man doch Unterschiede im Vergleich mit den direkten Festlandsnachbarn China und Korea. In beiden Ländern waren es konfuzianistische Bürokraten, die starken Einfluss auf die Geschicke des Landes ausübten und dem Militär wurde keine ähnlich große Rolle zugeschrieben, wie sie den Samurai, als herrschende Klasse zu Teil wurde.

Ikegami hebt hervor, dass es im modernen Japan keine eindeutigen Begriffe für Ehre und Scham gibt und führt hierzu Ruth Benedict [1946] an, die Japan als „shame culture“ bezeichnet. Ein großer japanologischer und soziologischer Kanon stimmt mit Benedict dahingehend überein, dass Ehre und Scham eine wichtige Rolle in der Japanischen Gesellschaft spielen. Ikegami führt hier das soziale Auftreten und den Status in der Gruppe seken an, in der Ansehen eine wichtige Rolle spielt, welches sich unter anderem durch Ehre und Schande determiniert. Gleichzeitig geht sie auf den Zwiespalt von Kollektivismus und Wettbewerb ein, während sie die Begriffe honorable competition und honorable collaboration anführt.

Zwar stellt seken eher eine gewaltfreie Form des Wettbewerbs dar, doch der Begriff der Ehre seit jeher stark mit Gewalt verbunden. Diese Widersprüchlichkeit und die Transformation der Ehre, die einher ging mit der Wandlung der Samurai von Kriegern zu Bürokraten in der Zeit des Tokugawa-Shogunats, die Ikegami anhand der oben genannten Epochen in fünf Kapiteln untersucht, ist Thema des Buches. Hierbei führt sie die Herrschaftshäuser ie der Samurai an und hebt die Möglichkeit hervor, den Ehrbegriff vom Einzelnen auf ein Kollektiv zu richten.

3. Origins in Violence

Der Begriff Samurai leitet sich aus dem alten Wort saburai für Diener, das für bewaffnete Männer, die den Provinzialregierungen kokuka untergeordnet waren, stand, ab. Die Begriffe Tsuwamono und Mononofu hatten zwar unterschiedliche Bedeutungen, standen aber für die gleiche Personengruppe und sind heutzutage nicht mehr im Gebrauch. Gewöhnlich werden in aktuellen Veröffentlichungen Bushi und Samurai benutzt, um das gleiche zu beschreiben. Da das Wort Samurai in der westlichen Literatur gebräuchlicher ist, verwendet Ikegami dieses ebenfalls.

Ursprünglich waren die Samurai militärische Spezialisten, die der herrschenden Klasse mit ihren Fähigkeiten dienen konnten. Sie charakterisierten sich über ihre hohe Professionalität und ihre einzigartige soziale hierarchische Organisation. Sehr schnell war es ihnen möglich geworden ein Gegengewicht zum Hof in Kyoto zu bilden, der spätestens ab dem 15. Jahrhundert in die politische Versenkung abdriftete. Offiziell behielt der Hof seine traditionelle Autorität und verlieh den Samurai ihre Legitimation, gleichwohl war der Tennô aber zur Randfigur degradiert, der die Aufgabe hatte den Titel des seii taishôgun zu verleihen, um das stärkste Clanoberhaupt als „Großmarschall zur Unterwerfung der Barbaren“ auszuzeichnen.

Nach Ikegamis Auffassung ist der Samurai in seiner voll ausgereiften Form ein landbesitzender Militäradliger. Damit verbindet sie gleich zwei Ansätze, da sie beide für gleich wichtig hält: im Traditionellen liegt das Hauptaugenmerk auf ökonomischen Faktoren, die zum Entstehen der Samurai als bestimmenden Stand führten. Allerdings sei ihrer Meinung nach der Neuere, der hauptsächlich von militärischen Einflüssen ausgeht, für sich allein auch unzureichend.

Der traditionell-landwirtschaftliche Ansatz geht davon aus, dass der Machtzuwachs allein auf der ackerbaulichen Ausnutzung neu erschlossenen Lands im Zuge des ritsu-ryô -Systems und der Bewaffnung gegen Rebellionen und Gewalt der späten Heian-Zeit beruht. Die Aufrüstung wurde besonders vorangetrieben, als klar wurde, dass die chinesischen Dynastien Sui (587-617) und T’ang (618-907) durch ihren Expansionswillen eine Bedrohung darstellten.

Der neuere militärische Ansatz beruht auf der sozialen Signifikanz von Gewalt in der Heian-Gesellschaft und schließt die Tatsache ein, dass die nordöstliche Region azuma, im Gegensatz zum Südwesten, als der eher landwirtschafliche Teil Japans, stark militärisch geprägt war. In ihr lebten Jägerstämme emishi, die sich als exzellente berittene Bogenschützen hervortaten. Archäologen und Historiker weisen darauf hin, dass diese nicht mit den Ainu zu verwechseln sind, welche auch auf diesem Gebiet ansässig waren. Darüber hinaus führt Ikegami hierzu auch den wichtigen Punkt der Eisenherstellung an, die im neunten und zehnten Jahrhundert hier ihren Ursprung hat. Sie stellt hier den Zusammenhang her zwischen emishi, Piraten, illegalen Händlern und solchen, die gegen eben diese mit Waffengewalt vorzugehen versuchten. Vor allem ist sie sich aber im klaren darüber, dass ein Teil ihrer Analysen auf Spekulationen beruhen muss:

If the early samurai were originally considered violent outsiders to the agricultural world, how were they eventually able to gain dominance over agricultural communities? It is difficult to answer this question concisely because the available documents are fragmented and ambiguous. Regional and temporal variations also make it difficult to outline a common pattern. One can speculate, however, that not only the strength of the protosamurai but also the social condition in the local agricultural communities helped to establish a new system of military landed lords. [S.61]

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Zu: Ikegami Eiko - Taming of the Samurai - Literaturbericht
Hochschule
Universität Leipzig  (Japanologie)
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V43007
ISBN (eBook)
9783638409049
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ikegami, Eiko, Taming, Samurai, Literaturbericht
Arbeit zitieren
Sebastian Scheplitz (Autor), 2004, Zu: Ikegami Eiko - Taming of the Samurai - Literaturbericht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43007

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