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Politische Legitimität. Ein Vergleich von Erklärungsansätzen aus der Demokratie- und Autokratieforschung

Title: Politische Legitimität. Ein Vergleich von Erklärungsansätzen aus der Demokratie- und Autokratieforschung

Term Paper , 2018 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Louis Schiemann (Author)

Politics - Basics and General
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Was ist Legitimität? Mit dieser Frage beschäftigen sich Philosophen, Politikwissenschaftler und Soziologen schon seit langem, trotzdem gibt es noch keine einheitliche und allgemeingültige Definition des Begriffes. Ebenso wie die Wissenschaft sich weiterentwickelt hat, so hat sich auch die Bedeutung und Interpretation der Begriffe Legitimität und Legitimation mit der Zeit gewandelt und sich den Entwicklungen der modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts angepasst.

Trotz der anhaltenden Diskussionen um die Bedeutung von Legitimität ist deren Relevanz so hoch wie nie zuvor. Die Internationalisierung von politischen Systemen lässt neuartige Akteure entstehen, nicht-staatliche Akteure übernehmen Ordnungsaufgaben in der Gesellschaft und die Globalisierung bringt Organisationen hervor, die ihre Entscheidungen und Machteinflüsse legitimiert sehen wollen. Gleichzeitig haben politische Einrichtungen ohne mehrheitsdemokratische Strukturen in der internationalen Politikgemeinschaft an Bedeutung gewonnen und bedürfen einer Einordnung in das politische Gesamtsystem.

Der Begriff der Legitimität hat sich in seiner Bedeutung ausgedehnt und dabei Interpretationsmöglichkeiten hervorgebracht, die den Begriff der Legitimität je nach analytischer Betrachtungsweise verorten. Diese Ungenauigkeit und Unterschiedlichkeit in der Definition des Begriffs ist insofern problematisch, als Legitimität auch als Rechtfertigung für öffentliche Gewalt oder auch Zwangsgewalt in politischen Regimen benutzt werden kann. Daraus ergeben sich die Notwendigkeit einer genaueren Betrachtung dieses Begriffes und die Frage, ob dieser als Legitimitätsquelle sowohl in demokratischen als auch in autokratischen Systemen genutzt werden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idee der Legitimität

2.1 Legitimität durch legal-rational gesetztes Recht

2.2 Legitimität durch Gerechtigkeit

2.3 Legitimität durch Kompetenz

2.4 Legitimität durch konstituierende Gewalt

3. Vergleich von Legitimität in unterschiedlichen politischen Systemen

3.1 Legitimität in demokratisch politischen Systemen

3.1.1 Legitimität durch das Recht zu Regieren

3.1.2 Legitimität durch Gerechtigkeit

3.1.3 Legitimität durch Kompetenz

3.1.4 Legitimität durch konstituierende Gewalt

3.2 Legitimität in autokratisch politischen Systemen

3.2.1 Legitimität durch das Recht zu regieren

3.2.2 Legitimität durch Gerechtigkeit

3.2.3 Legitimität durch Kompetenz

3.2.4 Legitimität durch konstituierende Gewalt

3.2.5 Alternatives Modell zur Legitimität in autokratischen Systemen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, vier in der politikwissenschaftlichen Literatur bekannte Modelle von Legitimität zu untersuchen und auf theoretischer Ebene zu analysieren, inwieweit diese sich sowohl auf demokratische als auch auf autokratische Systeme anwenden lassen, wobei ein Vergleich der Regimetypen nach Wolfgang Merkel als Grundlage dient.

  • Theoretische Grundlagen und Definitionen von politischer Legitimität
  • Vergleich der Anwendbarkeit verschiedener Legitimitätsquellen
  • Modellansätze autokratischer Herrschaft nach Gerschewski et al.
  • Systemtransformation und Legitimitätsmodelle im Vergleich

Auszug aus dem Buch

2.4 Legitimität durch konstituierende Gewalt

In den jüngsten Diskussionen der Legitimationsforschung wird die Legitimität eines politischen Systems häufig mit der konstituierenden Gewalt der Bevölkerung definiert. Dieser Ansatz setzt voraus, dass Systeme und Prozesse gefunden werden, die es der Bevölkerung ermöglichen gemeinsame Interessen zu bilden und diese als kollektive Meinung zu vertreten. Am bekanntesten hierzu sind die Überlegungen des Soziologen Jürgen Habermas, die bei dem Autor Markus Patberg in dessen Werk „Usurpation und Autorisierung: Konstituierende Gewalt im globalen Zeitalter“ (Patberg 2018) umfassend diskutiert werden. Auf der Basis der Diskurstheorie von Habermas versucht Patberg, das Konzept des pouvoir constituant zu rehabilitieren. Patberg gründet seine Überlegungen dabei auf zwei Grundideen: Erstens ist die Verfassung Gegenstand demokratischer Entscheidungsfreiheit. Patberg bezieht sich damit auf die Theorien von John Locke: Alle Bürger, die von kollektiv verbindlichen Entscheidungen eines sich gründenden Staates betroffen sein werden, haben den Anspruch, dessen Verfassung und die Kompetenz politischer Institutionen festzulegen (vgl. Patberg 2018, S. 123). Damit sollen sich die im jeweiligen Gesellschaftssystem verankerten Befugnisse von öffentlicher Gewalt aus der konstituierenden Gewalt des Volkes ableiten (vgl. Patberg 2018, S. 123).

Zusammengefasst heißt das, dass demokratische Entwillkürlichung öffentlicher Gewalt nur dann vollständig ist, wenn die Entscheidungstätigkeiten und Prozesse der rechtlichen Generierung von Rahmenbedingungen unter bürgerlicher Kontrolle stehen (vgl. Patberg 2018, S. 124). Patbergs zweite Grundidee ist der Ausschluss verfasster Gewalten von der Verfassungspolitik: Das bedeutet, dass die Träger der öffentlichen Gewalt, welche durch die Verfassung etabliert werden, kein Recht haben sollten, ihre eigene Kompetenz zu verändern oder zu erweitern (vgl. Patberg 2018, S. 124). Dadurch wird eine politische Autonomie notwendig: Eine Verfassung kann nur fortgesetzter Ausdruck demokratischer Entscheidungsfreiheit sein, wenn die Bürger selbst das konstitutionelle Gestaltungsmonopol innehaben und sich die Träger öffentlicher Gewalt nicht selbst weitere Kompetenzen zuweisen können (vgl. Patberg 2018, S. 125).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Definition von Legitimität ein und stellt die Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit bekannter Legitimitätsmodelle in Demokratien und Autokratien.

2. Die Idee der Legitimität: In diesem Kapitel werden vier theoretische Konzepte von Legitimität – Recht, Gerechtigkeit, Kompetenz und konstituierende Gewalt – als Ausgangspunkt der Untersuchung definiert.

3. Vergleich von Legitimität in unterschiedlichen politischen Systemen: Der Hauptteil analysiert die Übertragbarkeit der theoretischen Legitimitätsmodelle auf die spezifischen Charakteristika von Demokratien und Autokratien unter Einbeziehung des Drei-Säulen-Modells.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass gängige Legitimitätsmodelle zwar teilweise auf Autokratien anwendbar sind, ihre volle Erklärungskraft jedoch meist in Verbindung mit Konzepten wie Kooptation und Repression entfalten.

Schlüsselwörter

Legitimität, Legitimation, Politikwissenschaft, Demokratie, Autokratie, Regimetypen, Herrschaftslegitimation, Gerechtigkeit, Kompetenz, konstituierende Gewalt, Drei-Säulen-Modell, Systemtransformation, Rechtsstaat, politische Ordnung, Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Konzept der politischen Legitimität und vergleicht theoretische Ansätze, um zu klären, wie Legitimität in demokratischen und autokratischen Systemen begründet wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Legitimität, die Rolle von Recht, Gerechtigkeit und Kompetenz als Legitimationsquellen sowie die Stabilität autokratischer Herrschaftssysteme.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, inwieweit etablierte Modelle der Legitimitätsforschung aus der Demokratieforschung auch auf autokratische Regime übertragen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der bekannte Modelle der politischen Legitimität anhand von Fachliteratur (u.a. Merkel, Habermas, Gerschewski) systematisch verglichen werden.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Legitimitätsquellen und deren anschließende Anwendung auf die Regimetypen der Demokratie und der Autokratie.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie politische Legitimität, Systemtransformation, Herrschaftslegitimation und das Drei-Säulen-Modell autokratischer Stabilität.

Warum sind demokratische Legitimitätsmodelle für Autokratien nur schwer anwendbar?

Viele der untersuchten Modelle setzen prozedurale Offenheit, universelle Partizipation und pluralistische Strukturen voraus, die in den meisten autokratischen Systemen bewusst eingeschränkt oder unterbunden werden.

Was besagt das "Drei-Säulen-Modell" nach Gerschewski et al.?

Das Modell erklärt die Stabilität autokratischer Systeme durch das Zusammenwirken von Legitimation, Repression und Kooptation, wobei sich diese drei Säulen gegenseitig ergänzen und kompensieren können.

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Details

Title
Politische Legitimität. Ein Vergleich von Erklärungsansätzen aus der Demokratie- und Autokratieforschung
College
University of Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Grade
1,0
Author
Louis Schiemann (Author)
Publication Year
2018
Pages
23
Catalog Number
V430192
ISBN (eBook)
9783668738942
ISBN (Book)
9783668738959
Language
German
Tags
politische Legitimation Legitimität politische Legitimität Autokratieforschung Demokratieforschung autokratische Systeme demokratische Systeme autokratische Legitimität demokratische Legitimität autokratische Legitimation demokratische Legitimation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Louis Schiemann (Author), 2018, Politische Legitimität. Ein Vergleich von Erklärungsansätzen aus der Demokratie- und Autokratieforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430192
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