Mit dieser Arbeit soll kooperatives Lernen theoretisch ausgelegt werden. Im ersten Teil der Arbeit werden begriffliche Grundlagen geklärt, unterschiedliche Perspektiven auf kooperative Lernprozesse eingenommen und relevante Rahmenbedingungen für erfolgreiche Kooperation erläutert. Im zweiten Teil folgen didaktisch-methodische Umsetzungsmöglichkeiten mit dem Fokus auf die beiden Methoden der Projektarbeit und des Peer Tutoring mit Bezug zum Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Im Anschluss werden inklusive Kriterien im Rahmen kooperativer Lernformen ausgelegt. Dabei spielen vor allem die Kriterien der Kooperation und Differenzierung eine wichtige Rolle.
Kooperatives Lernen hat sich in den letzten Jahrzehnten im Zuge der konstruktivistischen Entwicklungen in der Lehr-/Lernforschung als eine der bedeutsamsten Lernformen herausgestellt. Kooperative Lernformen setzen sich immer mehr gegenüber frontalen Lernsituationen durch. Auch in der inklusiven Unterrichtsforschung und Didaktik hat kooperatives Lernen einen zentralen Stellenwert eingenommen. Die Bewältigung von Heterogenität und der konstruktive Umgang mit ihr in inklusiven Klassen kommt ohne kooperative Lernformen gar nicht aus. Hans Wocken (2013) geht sogar davon aus: „‘Lernen im gleichen Schritt und Tritt‘ und Unterricht in heterogenen Lerngruppen passen einfach nicht zusammen.“ (205) Dieser These würde ich so nicht zustimmen, jedoch stimmt es, dass kooperatives Lernen im Gegensatz zu frontalem Unterricht einen sichereren Rahmen für heterogene Zusammenarbeit bietet. Schülerinnen und Schüler treffen in kooperativen Situationen aufeinander, lernen sich besser kennen und bauen Barrieren und Vorurteile ab. Dies führt insgesamt zu einem verbesserten Klassenklima und zu einer stärkeren Klassengemeinschaft. Außerdem werden bei jedem Lernenden Sozialkompetenzen gefördert und es findet eine Entwicklung der Persönlichkeit statt. Kooperatives Lernen bringt somit hervorragende Qualitäten mit, die jedoch nicht ohne weiteres umgesetzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Grundlagen
- Kooperation
- Kooperatives Lernen
- Rahmenbedingungen
- Perspektiven
- Didaktisch-methodische Umsetzungsmöglichkeiten
- Methoden
- Projektunterricht
- Peer Tutoring
- Methoden
- Kriterien inklusiven Arbeitens
- Kooperation
- Differenzierung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des kooperativen Lernens und untersucht seine Relevanz im Kontext inklusiver Bildung. Dabei werden sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Umsetzungsmöglichkeiten beleuchtet.
- Begriffliche Klärung des Begriffs "Kooperation"
- Definition und Merkmale kooperativen Lernens
- Didaktisch-methodische Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis
- Kriterien inklusiven Arbeitens im Rahmen kooperativer Lernformen
- Die Bedeutung von kooperativen Lernformen für heterogene Lerngruppen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung
Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von kooperativem Lernen in den letzten Jahrzehnten im Kontext konstruktivistischer Lernforschung und im Bereich der inklusiven Unterrichtsforschung. Sie betont die Herausforderungen der Heterogenität in inklusiven Klassen und argumentiert für die Bedeutung von kooperativen Lernformen in diesem Kontext.
Kapitel 2: Theoretische Grundlagen
Dieses Kapitel beleuchtet die Begrifflichkeit von "Kooperation" und analysiert die theoretischen Grundlagen von kooperativem Lernen. Es werden verschiedene Perspektiven auf kooperative Lernprozesse erörtert und relevante Rahmenbedingungen für erfolgreiche Kooperation herausgestellt.
Kapitel 3: Didaktisch-methodische Umsetzungsmöglichkeiten
Kapitel 3 fokussiert auf didaktisch-methodische Ansätze zur Implementierung von kooperativem Lernen. Im Vordergrund stehen die Methoden der Projektarbeit und des Peer Tutoring, wobei der Schwerpunkt auf dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung liegt.
Kapitel 4: Kriterien inklusiven Arbeitens
In diesem Kapitel werden Kriterien für inklusives Arbeiten im Kontext kooperativer Lernformen beleuchtet. Besonderes Augenmerk wird auf die Kriterien der Kooperation und der Differenzierung gelegt.
Schlüsselwörter
Kooperatives Lernen, inklusive Bildung, Heterogenität, konstruktivistische Lerntheorien, Didaktik, Methodik, Projektarbeit, Peer Tutoring, Differenzierung, soziale Kompetenz, Klassengemeinschaft, geistige Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist kooperatives Lernen?
Kooperatives Lernen ist eine Unterrichtsform, bei der Schüler in kleinen Gruppen zusammenarbeiten, um gemeinsame Lernziele zu erreichen und sich gegenseitig beim Lernen zu unterstützen.
Warum ist kooperatives Lernen für Inklusion wichtig?
Es bietet einen Rahmen, in dem Schüler mit unterschiedlichen Voraussetzungen (Heterogenität) gemeinsam lernen, Barrieren abbauen und soziale Kompetenzen entwickeln können.
Was versteht man unter Peer Tutoring?
Peer Tutoring ist eine Methode, bei der Schüler anderen Schülern Lerninhalte erklären. Dies fördert sowohl das Verständnis des "Lehrenden" als auch des "Lernenden".
Welche Rahmenbedingungen sind für erfolgreiche Kooperation nötig?
Wichtige Faktoren sind klare Zielsetzungen, eine positive gegenseitige Abhängigkeit, individuelle Verantwortlichkeit und die Förderung sozialer Fähigkeiten innerhalb der Gruppe.
Wie hängen Kooperation und Differenzierung zusammen?
In inklusiven Settings ermöglicht kooperatives Lernen eine natürliche Differenzierung, da Aufgaben innerhalb der Gruppe nach den individuellen Stärken der Schüler verteilt werden können.
- Quote paper
- Zoya Bachynska (Author), 2017, Theoretische Auslegung des Kooperativen Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430211