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Das Menschen- und Erziehungsbild von Wilhelm Flitner

Title: Das Menschen- und Erziehungsbild von Wilhelm Flitner

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ines Schoppmeyer (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Der deutsche Philosoph und Pädagoge Wilhelm Flitner wurde am 20. August 1889 in Bad Berka geboren. Er war ein Vertreter der geisteswissenschaftlichen Richtung der Pädagogik, die insbesondere von Wilhelm Dilthey geprägt war. Wilhelm Flitner war vor allem in der Erwachsenenbildung tätig, in dem Zusammenhang wirkte er besonders auf die Entwicklung von Volkshochschulen ein. Ab 1926 war er Professor an der Universität in Kiel, bis er seinen Lehrstuhl im Jahre 1929 an die Universität Hamburg verlegte.
In den 20er Jahren wurde mit seiner Beteiligung die preußische Lehrerbildung aufgebaut. Unter seinem Einfluss auf die Saarbrücker Rahmenvereinbarung im Jahre 1960 wurde die freie Fächerwahl in der gymnasialen Oberstufe eingeführt.
Sein besonderes Bemühen lag in der Klärung des Wissenschaftscharakters der Pädagogik. Im Rahmen dieser Bemühungen veröffentlichte Wilhelm Flitner verschiedene Werke. Zu den bekanntesten zählen unter anderem die Theorie des pädagogischen Wegs und der Methode (1950) und die Allgemeine Pädagogik (1950).
In seinem zuletzt genannten Werk, der Allgemeinen Pädagogik , stellt Flitner systematische Überlegungen über die Anthropologie des Menschen vor. Ihnen liegt die zentrale Frage zu Grunde, was der Mensch ist; Flitner folgert daraus die Fragestellung, was Erziehung ist, wie sie von statten geht und welches Ziel sie verfolgt. In seinem Werk Allgemeine Pädagogik ist der Einfluss Wilhelm Diltheys deutlich zu erkennen. Flitner greift an vielen Stellen seiner Argumentation auf Aussagen Diltheys zurück, um seine Position zu unterstützen. Sein Menschen- und Erziehungsbild setzt sich aus vier einzelnen Sichtweisen des Menschen und daraus resultierenden Sichtweisen der Erziehung zusammen. Diese Sichtweisen einzeln zu erläutern und das sich daraus ergebene Menschen- und Erziehungsbild Flitners vorzustellen ist die Aufgabe dieser Hausarbeit. Ich beziehe mich dabei hauptsächlich auf Flitners Allgemeine Pädagogik . Doch Flitners Erläuterungen sind nicht unkritisiert geblieben. Daher wird des Weiteren eine Allgemeingültigkeit seiner Ansichten und Argumente in Frage gestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die vier Sichtweisen des Menschen und der Erziehung

2.1 Die anthropobiologische Sicht

2.2 Die geschichtlich-gesellschaftliche Sichtweise

2.3 Die Sichtweise des Eigentlich- Menschlichen

2.4 Die personale Sichtweise

3. Das Menschen- und Erziehungsbild Flitners

4. Kritik am Menschen- und Erziehungsbild

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis:

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, das von Wilhelm Flitner in seinem Werk "Allgemeine Pädagogik" entwickelte Menschen- und Erziehungsbild zu erläutern und kritisch zu hinterfragen, um so ein Verständnis für den mehrperspektivischen Ansatz seiner pädagogischen Theorie zu gewinnen.

  • Die vier grundlegenden Sichtweisen auf den Menschen nach Flitner
  • Der Zusammenhang zwischen anthropologischen Sichtweisen und Erziehungszielen
  • Die Bedeutung von Identität, Moral und Geist in Flitners Pädagogik
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Systematik und Begründung des Ansatzes
  • Reflexion über die erziehungswissenschaftliche Praxis

Auszug aus dem Buch

2.1 Die anthropobiologische Sicht

In dieser Sichtweise des Menschen versteht Flitner den Menschen in Analogie zu Natur den Menschen als Naturwesen. Vorerst unterscheidet Flitner nicht zwischen dem Naturwesen Mensch und Pflanzen und Tieren. Er vergleicht die Lebensweise von Tieren und Pflanzen mit der des Menschen und stellt dabei Analogien in den Lebensweisen fest. Wie Pflanzen und Tiere hat der Mensch gewisse Bedürfnisse zu deren Erfüllung Verhaltensweisen und Organe den Lebewesen gegeben sind. Die Handlungen der Lebewesen werden dabei durch Instinkte und Anlagen bestimmt. Instinkte sind in dem Fall gewisse unbewusste Schemen, nach denen das Lebewesen nach denen sie die Mittel des Handlungs- und Verhaltensrepertoires einsetzen. Die Instinkte entwickeln sich im Laufe der Zeit. Dagegen werden die Anlagen, auf bestimmte Art und Weise zu handeln geübt und durch dieses Üben entwickeln sich die Anlagen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Lebens ist das Lernen. Flitner versteht darunter das Nachahmen von Handlungs- und Verhaltensweisen lebensnotwendiger Fähigkeiten. Besonders wichtig für das Lernen ist das Spiel. Dabei lernen die Jungen von den Alten. Der Vorteil des Spiels liegt unter anderem in der entspannten Atmosphäre, da keine lebensbedrohliche Situation vorhanden ist. Vielmehr bereitet das Spiel auf solche lebensbedrohliche Situationen vor, in denen die Nachkommen ihre im Spiel erworbenen Fähigkeiten zum eigenen Schutz anwenden können. Die alte Generation hilft damit ihren Jungen zur Selbstständigkeit und versetzt sie in die Lage sich am Leben zu erhalten. Damit erreicht die ältere Generation den Fortbestand seiner Art.

Dementsprechend ist das Spiel das erzieherische Mittel in der ersten Sichtweise des Menschen. Unter Erziehung wird damit die Pflege, der Schutz und die Unterstützung des Prozesses des Wachsens und Reifens des Nachwuchses verstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Biografische Einordnung von Wilhelm Flitner und Darlegung der Zielsetzung, sein Konzept von Erziehung und Anthropologie anhand der "Allgemeinen Pädagogik" zu untersuchen.

2. Die vier Sichtweisen des Menschen und der Erziehung: Vorstellung der vier zentralen Modellvorstellungen Flitners, die den Menschen als Naturwesen, Sozialwesen, Vernunftwesen und Person definieren.

2.1 Die anthropobiologische Sicht: Analyse des Menschen als Naturwesen und die Bedeutung des Spiels als erzieherisches Mittel zur Unterstützung von Wachstums- und Reifungsprozessen.

2.2 Die geschichtlich-gesellschaftliche Sichtweise: Betrachtung des Menschen als Teil einer Gesellschaft und die Rolle von Überlieferung und Tradition bei der kulturellen Eingliederung.

2.3 Die Sichtweise des Eigentlich- Menschlichen: Fokus auf das freiheitlich bestimmte Vernunftwesen und den Prozess der geistigen Erweckung und Selbstbildung.

2.4 Die personale Sichtweise: Verständnis des Menschen als Person, die Verantwortung übernimmt, mit besonderer Berücksichtigung religiöser und sittlicher Erziehungsaspekte.

3. Das Menschen- und Erziehungsbild Flitners: Synthese der vier Sichtweisen zu einem mehrperspektivischen, jedoch nicht widerspruchsfreien Gesamtsystem der Erziehungswirklichkeit.

4. Kritik am Menschen- und Erziehungsbild: Darstellung der Kritik von Klaus Heinen bezüglich der mangelnden Begründung der Hierarchie und der internen Widersprüchlichkeit des Modells.

5. Fazit: Resümee über die Nutzbarkeit des Modells als Orientierungshilfe für erziehungsreflexives Denken, trotz der theoretischen Kritikpunkte.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Wilhelm Flitner, Allgemeine Pädagogik, Menschenbild, Erziehungsbild, Erziehungswirklichkeit, Anthropologie, Identität, Person, Pädagogik, Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Erziehungsziel, Anthropobiologie, Sozialwesen, Vernunftwesen, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das von Wilhelm Flitner in seinem Hauptwerk "Allgemeine Pädagogik" entworfene Modell des Menschen und der daraus resultierenden Erziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die vier anthropologischen Sichtweisen (anthropobiologisch, geschichtlich-gesellschaftlich, eigentlich-menschlich und personal) sowie die daraus abgeleiteten erzieherischen Handlungsansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die systematische Darstellung und kritische Prüfung der Frage, wie Flitner Erziehung durch ein mehrperspektivisches Menschenbild begründet und inwieweit dieses Modell wissenschaftlich haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische und interpretative Methode, um Flitners theoretische Ausführungen zu analysieren und sie anhand kritischer Sekundärliteratur (insbesondere Klaus Heinen) zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der vier Sichtweisen, deren Synthese zum "Erziehungsbild" sowie eine umfassende Kritik an der logischen Struktur und Begründung des Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identität, Erziehungswirklichkeit, Geist, Anthropologie, Person und pädagogische Reflexion.

Warum betont Flitner besonders die "personale Sichtweise" als wichtigste?

Flitner sieht in der personalen Sichtweise die höchste Stufe, da hier der Mensch als verantwortliches Ich in einer pädagogischen Begegnung zwischen einem entwickelten und einem unerwachten Charakter begriffen wird.

Welche Hauptkritik äußert Klaus Heinen an Flitners Modell?

Heinen kritisiert, dass das Modell lediglich ein gedankliches Konstrukt ohne ausreichende Begründung für die Hierarchisierung der Sichtweisen sei und die Einheit des Systems widersprüchlich bleibt.

Was bedeutet für Flitner "erziehungsreflexives Denken"?

Es geht nicht um sture Methodenkenntnis, sondern um die Fähigkeit des Erziehenden, sich der Komplexität des Menschenbildes und der Situation bewusst zu sein, um verantwortlich zu handeln.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Das Menschen- und Erziehungsbild von Wilhelm Flitner
College
Technical University of Braunschweig
Grade
1
Author
Ines Schoppmeyer (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V43042
ISBN (eBook)
9783638409292
Language
German
Tags
Menschen- Erziehungsbild Wilhelm Flitner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Schoppmeyer (Author), 2005, Das Menschen- und Erziehungsbild von Wilhelm Flitner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43042
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