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Hagen von Tronege im Nibelungenlied

Title: Hagen von Tronege im Nibelungenlied

Term Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Dorothea Ehrhardt (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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„Gerade Hagen ist im Nibelungenlied eine Figur, welcher die Deutschen in der Rezeption sehr wechselhaft gegenüberstehen, denn der Nibelungenheld ist schon im Urtext selbst sehr widersprüchlich dargestellt.“ fasst Susanne Frembs die Problematik der Gestalt des Hagen von Tronege im Nibelungenlied sehr treffend zusammen.
Im Laufe der Rezeption und Analyse hat die Gestalt Hagens eine Vielzahl von Interpretationen und Bezeichnungen erfahren. Von der „Inkorporation des Nibelungenschicksals“, der „Getreue und Ungetreue zugleich“, „Verkörperung heroischen Handelns“ bis zu dem Helden „der trotz Warnungen wissend ins Verderben zieht, sein Schicksal selbst vorantreibt und nach tapferer Gegenwehr lachend einen grausamen Tod erträgt.“ reichen die Umschreibungen, die durchaus etwas von der Mischung aus Bewunderung und Schrecken, welche die Gestalt Hagens umgibt, anklingen lassen.
Vielgestaltig sind auch die Darstellungen die diese Gestalt im Laufe ihrer Geschichte erfahren hat. Vom verdammungswürdigen Schurken über den Antihelden bis hin zur zweiten positiven Hauptgestalt reicht dabei die Bandbreite. Ein großer Teil der Theorien und Analysen im Bezug auf die Figur Hagens stammen aus dem zwanzigsten Jahrhundert, was einige Autoren eine „Bedeutungsverschiebung von Siegfried zu Hagen“ nahe legen lässt.
All dies macht deutlich wie schwierig sich diese Figur des Nibelungenliedes für die Rezipienten deuten lies. Dies begründet sich insbesondere in der Widersprüchlichkeit der Darstellung die bereits den Basistext, das mittelhochdeutsche Nibelungenlied, durchzieht. Diese Ambivalenz ist so groß und auffallend, das einige Autoren, eine Doppelung der Hagengestalt sehen, die sich aus der Erzählstruktur des Textes erklären lässt.
Eine äußerst schwierig zu erklärende Gestalt also, deren gesamte Darstellung sich also nur sehr schwer analysieren lässt. Und gleichzeitig eine der reizvollsten Gestalten des Nibelungenliedes für eine Analyse, Verbergen doch gerade die Widersprüche und Lücken in der Darstellung viele interessante Interpretationsansätze.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Probleme der Hagendarstellung und Rezeption

2.0. Der Name und seine mögliche Bedeutungen

2.1. Der reale Hagen – der Versuch eines Wirklichkeitsbezugs

2.1.1. Geographische Analyse

2.1.2 Etymologische Analyse des Namens

2.2. Der mythologische Hagen – Bezüge zu den Darstellungen in Sage und Legende

2.2.1. Intertextuelle Bezüge zur Gestalt Hagen von Tronege

2.2.2. Mythische Wurzeln der Gestalt Hagen von Tronege

3. Das fehlende Zeitgefüge

4.0. Die Darstellung Hagens im Text des Nibelungenlieds

4.1. Auf ihn verwendete Begriffe und Umschreibungen

4.2. Die Einführung der Hagengestalt in die Handlung

4.3. Das Verhältnis von Sigfrid und Hagen

4.4. Der Sigfridmord – mögliche Motive

4.5. Die Gegner Hagen – Kriemhild

4.6. Darstellung Hagens in der Nibelunge Nôt

5. Schlussfolgerungen zur Gestalt Hagen von Tronege

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die vielschichtige und widersprüchliche Figur des Hagen von Tronege im Nibelungenlied durch eine detaillierte textanalytische Untersuchung zu entschlüsseln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Ambivalenz der Hagendarstellung – zwischen heldenhafter Treue und tückischem Mord – aus der Erzählstruktur des Textes heraus erklärt werden kann und welche Rückschlüsse dies auf seine Rolle als Einzelgänger zulässt.

  • Historische und etymologische Herleitung des Namens Hagen
  • Analyse der intertextuellen und mythischen Bezüge der Figur
  • Untersuchung der psychologischen und politischen Motive für den Sigfridmord
  • Bewertung der Entwicklung der Hagengestalt vom ersten Teil bis zur "Nibelunge Nôt"

Auszug aus dem Buch

4.3 Das Verhältnis von Sigfrid und Hagen

Befragt nach de Ankömmlingen enttäuscht Hagen die vorher aufgebauten Erwartungen keineswegs. Er weis von Sigfrids Kampf mit dem Drachen und dem Nibelungenhort. Was er hauptsächlich in den Vordergrund stellt ist Sigfrids große Kraft, seine Siege und den Nibelungenhort.

(....) daz hat er getan: also grozer krefte nie mer recke gewan noch weiz ich an im mere daz ist mir bekannt einen lintrachen sluoc des helden hant er badet sich in dem bluote: sin hut wart hurnin des snidet in kein wafen: daz es dicke worden schin. Wir sullen dne herren enpfahen deste baz daz wir iht verdienen des jungen recken haz. sin lip der ist so küene man sil in holden han er hat mit siner krefte so menegiu wunder getan. (99 –101)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Probleme der Hagendarstellung und Rezeption: Einführung in die Ambivalenz der Figur, die in der Forschung zwischen bewunderungswürdigem Helden und verdammungswürdigem Schurken schwankt.

2.0. Der Name und seine mögliche Bedeutungen: Untersuchung möglicher historischer Bezüge und der Bedeutung des Namens, um die Intention des Autors zu ergründen.

2.1. Der reale Hagen – der Versuch eines Wirklichkeitsbezugs: Erörterung geographischer Zuordnungen und etymologischer Deutungen des Namens Hagen.

2.2. Der mythologische Hagen – Bezüge zu den Darstellungen in Sage und Legende: Analyse intertextueller Verbindungen zum "Waltharius" sowie Parallelen zu nordischen Gottheiten.

3. Das fehlende Zeitgefüge: Untersuchung von Hagens isolierter Stellung, da er außerhalb des familiären Generationenkontextes steht.

4.0. Die Darstellung Hagens im Text des Nibelungenlieds: Überblick über die thematische Behandlung der Hagengestalt innerhalb der textlichen Erzählstruktur.

4.1. Auf ihn verwendete Begriffe und Umschreibungen: Analyse der Adjektive, die Hagen zugeschrieben werden und seinen Charakter in unterschiedlichen Phasen widerspiegeln.

4.2. Die Einführung der Hagengestalt in die Handlung: Beleuchtung des ersten Auftritts Hagens und seiner Rolle als distanzierter Einzelgänger.

4.3. Das Verhältnis von Sigfrid und Hagen: Untersuchung der anfänglich neutralen bis positiven Beziehung, die erst durch den Königinnenstreit kippt.

4.4. Der Sigfridmord – mögliche Motive: Auseinandersetzung mit der Loyalität Hagens gegenüber Gunther und politischen Interessen.

4.5. Die Gegner Hagen – Kriemhild: Analyse der Dynamik des zentralen Antagonistenpaares, die den zweiten Teil des Epos bestimmt.

4.6. Darstellung Hagens in der Nibelunge Nôt: Betrachtung der Wandlung der Figur, die im zweiten Teil verstärkt als grimmiger Held und Kämpfer auftritt.

5. Schlussfolgerungen zur Gestalt Hagen von Tronege: Fazit zur beispiellosen Vielschichtigkeit Hagens, die dem Leser eine eigenständige Interpretation ermöglicht.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Hagen von Tronege, Sigfridmord, Heldenepik, Ambivalenz, Literaturanalyse, Mittelalter, Loyalität, Einzelgänger, Kriemhild, Mythologie, Rezeptionsgeschichte, Waltharius, Etymologie, höfische Dichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Figur des Hagen von Tronege im Nibelungenlied und untersucht die Gründe für seine widersprüchliche und ambivalente Darstellung in der literarischen Überlieferung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Namensherkunft, der Vergleich mit anderen Sagenfiguren, die zeitliche Einordnung der Figur sowie ihre Funktion als Gegenspieler und strategischer Akteur.

Welches primäre Ziel verfolgt die Analyse?

Ziel ist es, die "Wahrheit" hinter der Hagen-Gestalt zu ergründen, indem Textstellen auf ihre Widersprüche hin untersucht und Hagens Handlungsweisen interpretiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine textnahe Analyse des Nibelungenliedes durchgeführt, ergänzt durch einen Vergleich mit dem "Waltharius" und anderen germanischen Heldenepen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Namensbedeutungen, mythischen Wurzeln, das fehlende Zeitgefüge der Figur, die Verwendung von Adjektiven und die Entwicklung seiner Rolle vom ersten Teil bis zur Nibelunge Nôt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Besonders prägend sind die Begriffe Nibelungenlied, Hagen von Tronege, Ambivalenz, Sigfridmord und Heldenepik.

Warum wird Hagen als eine Art Einzelgänger innerhalb des höfischen Gefüges beschrieben?

Hagen wird textlich oft isoliert dargestellt, er entzieht sich dem üblichen Generationenschema und tritt häufig allein auf, was ihn von den anderen Höflingen am Wormser Hof abhebt.

Welche Rolle spielt die "Nibelunge Nôt" für die Interpretation der Hagengestalt?

Im zweiten Teil des Epos verkehren sich viele Strukturen des ersten Teils; Hagen tritt hier stärker in den Vordergrund und wird durch seine kämpferischen Leistungen eher als grimmiger Held denn als zwiespältiger Mörder gezeichnet.

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Details

Title
Hagen von Tronege im Nibelungenlied
College
Dresden Technical University
Grade
1.7
Author
Dorothea Ehrhardt (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V43044
ISBN (eBook)
9783638409315
Language
German
Tags
Hagen Tronege Nibelungenlied
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dorothea Ehrhardt (Author), 2002, Hagen von Tronege im Nibelungenlied, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43044
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