Einleitung
Nach Hurrelmann erhält das Individuum während der Jugendphase zum ersten Mal die Möglichkeit, eine eigene Ich-Identität zu entwickeln. Die Jugendphase gilt dann als abgeschlossen, wenn eine Identität aufgebaut und die vollkommene Autonomie als Erwachsener erreicht wurde. Somit könnte man behaupten: »Die Identitätsentwicklung stellt einen zentralen Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter dar. « Ob dies zutrifft, soll im Folgenden untersucht werden. Bevor jedoch die Identitätsentwicklung genauer betrachtet wird, ist es sinnvoll die Begriffe »Identität«, »Jugendalter« und »Sozialisation« zu definieren. Anschließend soll die Sozialisation im Jugendalter betrachtet werden. Dies wird mit Hilfe der Theorie des »symbolischen Interaktionismus« nach Mead geschehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsklärung
1.1 Die Identität
1.2 Das Jugendalter
1.3 Die Sozialisation
2. Eine Sozialisationstheorie der Jugendforschung – Der Symbolische Interaktionismus
2.1 George Herbert Mead
2.2 Das Signifikante Symbol
2.3 »Me«, »I« und der »verallgemeinerte Andere«
2.4 Was bedeutet der symbolische Interaktionismus für die Lebensphase Jugend?
3. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Hypothese, dass die Identitätsentwicklung einen zentralen Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter darstellt. Dabei wird analysiert, wie Jugendliche durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Erwartungen und der eigenen inneren Realität ein stabiles Selbstbild aufbauen, wobei der Symbolische Interaktionismus nach G.H. Mead als theoretische Grundlage dient.
- Grundlagen der Begriffe Identität, Jugendalter und Sozialisation.
- Die Theorie des Symbolischen Interaktionismus nach George Herbert Mead.
- Die Bedeutung von Kommunikation und dem „verallgemeinerten Anderen“ für die Persönlichkeitsentwicklung.
- Entwicklungsaufgaben im Jugendalter als Voraussetzung für die Autonomie.
- Die Wechselbeziehung zwischen Individuum und Gesellschaft bei der Identitätsbildung.
Auszug aus dem Buch
2.3 »Me« und »I« und der »verallgemeinerte Andere«
Die Normen und Werte der Gesellschaft oder auch die Regeln eines Spiels, nach denen der Mensch sich richtet, werden zu einer Vorstellung zusammengefasst, dem so genannten »verallgemeinerten Anderen«. Das wohl beste und auch bekannteste Beispiel für den »verallgemeinerten Anderen« ist wohl dieses: Ein Junge fällt hin und verletzt sich. Anders als ein Mädchen, wird er nicht weinen, auch wenn sein Bein schmerzt und ihm nach »heulen« zumute ist, denn er ist ein Junge und Jungen weinen nicht - so eine verbreitete Meinung. Der »verallgemeinerte Andere« in ihm vermittelt ihm diese Haltung und er unterdrückt den Zwang zu Weinen. Die Gesellschaft übt in Form des »verallgemeinerten Anderen« Kontrolle über das Verhalten der Mitglieder aus.
Es klingt jetzt so, als würde das Selbst des Jungen nur aus den verallgemeinerten Erwartungen der sozialen Umwelt, die es verinnerlicht hat, bestehen. So ist es jedoch nicht.
Das Selbst oder vielmehr die Identität bildet sich aufgrund der Synthese von »Me« und »I«. Es wurde bereits im vorangegangenen Kapitel auf diesen Aspekt der Theorie Meads eingegangen, allerdings nur kurz und recht oberflächlich, weshalb er nun genauer betrachtet werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Identitätsentwicklung während der Jugendphase ein und definiert das Ziel der Untersuchung unter Rückgriff auf theoretische Konzepte.
1. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Identität, Jugendalter und Sozialisation, um eine begriffliche Basis für die weitere Argumentation zu schaffen.
2. Eine Sozialisationstheorie der Jugendforschung – Der Symbolische Interaktionismus: Dieses Kapitel führt in die Theorie von G.H. Mead ein, erklärt zentrale Konzepte wie das signifikante Symbol, das Zusammenspiel von »I« und »Me« und dessen spezifische Anwendung auf die Lebensphase Jugend.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die theoretischen Erkenntnisse und bestätigt die Hypothese, dass die Identitätsentwicklung ein zentraler Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter ist.
Schlüsselwörter
Identität, Sozialisation, Jugendalter, Symbolischer Interaktionismus, George Herbert Mead, Entwicklungsaufgaben, Me, I, verallgemeinerter Andere, Adoleszenz, Persönlichkeitsentwicklung, Individuation, Vergesellschaftung, Kommunikation, Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess der Identitätsentwicklung von Jugendlichen und deren Verankerung im Sozialisationsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffen der Identität, des Jugendalters, der Sozialisation sowie der handlungstheoretischen Perspektive des Symbolischen Interaktionismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Hypothese zu bestätigen, dass die Entwicklung der Identität ein unverzichtbarer Kernbestandteil der Sozialisation während der Jugendzeit ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und pädagogischer Literatur, insbesondere unter Anwendung der Theorie des Symbolischen Interaktionismus nach George Herbert Mead.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung und eine detaillierte theoretische Erörterung der Identitätsbildung durch Kommunikation, soziale Interaktion und die Rollenübernahme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Identität, Sozialisation, Jugendalter, Symbolischer Interaktionismus, Individuation und Entwicklungsaufgaben.
Was genau versteht Mead unter dem „verallgemeinerten Anderen“?
Es bezeichnet die Verinnerlichung der gesellschaftlichen Normen, Werte und Erwartungen, die als eine Art Kontrollinstanz das eigene Verhalten lenken.
Wie unterscheiden sich das „I“ und das „Me“ in der Theorie von Mead?
Das „Me“ repräsentiert die verinnerlichten gesellschaftlichen Erwartungen, während das „I“ den impulsiven, spontanen Teil des Individuums darstellt, aus dem die eigentliche Handlungsentscheidung hervorgeht.
Warum ist die Peergroup für Jugendliche laut dieser Arbeit so wichtig?
Sie bietet einen Raum für Kommunikation, in dem Jugendliche die gesellschaftlichen Werte interpretieren, eigene Interessen austauschen und die notwendigen sozialen Kompetenzen für den Erwachsenenstatus erwerben können.
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- Birgit von Eicken (Author), 2004, Identitätsentwicklung als zentraler Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43045