Gründung einer Tochtergesellschaft in der VR China / Internationalisierung von KMU


Seminararbeit, 2005
40 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Darstellung
2.1 Muttergesellschaft
2.1.1 Historie
2.1.2 Philosophie
2.1.3 Aufbau des Geschäftsbereichs
2.2 Tochtergesellschaft
2.2.1 Markteintritt
2.2.2 Aufbau und Gründung der Tochter
2.2.3 Organisation und Struktur der Tochter
2.2.4 Strategie
2.2.5 Chancen und Risiken der Internationalisierung.

3. Analyse
3.1 Entstehung und Umsetzung
3.1.1 Internationalisierungsmotive
3.1.2 Internationalisierungsanreize- Hemmnisse
3.1.3 Internationalisierungsvoraussetzungen
3.1.4 Internationalisierungsprozess
3.2 Chancen und Risiken der Internationalisierung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Motive der Internationalisierung (Quelle: ENSR Enterprise Survey (2003), www.europa.eu)

Abbildung 2: Anforderungen bei einer Internationalisierung ( Quelle: Wiesner, Knut (2005))

Abbildung 3: Internationalisierungsstufen nach Kapital- und Managementleistungen ( Quelle: Wiesner, Knut, Internationales Management (2005)

Abbildung 4: Wasserfallmodell ( Quelle: Wiesner, Knut, Internationales Management (2005) S.88 )

Abbildung 5: Internationalisierungsstrategien ( Quelle :Wiesner, Knut, Internationales Management (2005) S.91)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Internationalisierung gewinnt immer mehr an Bedeutung in Theorie und Praxis.

Durch die Liberalisierung des grenzüberschreitenden Waren- und Kapitalaustauschs und die wachsende internationale Verflechtung wirtschaftlicher Prozesse können Unternehmen zunehmend Standort ungebunden agieren, d.h. weltweit Waren beschaffen, produzieren und absetzen[1]

Verstärkt wird dies noch zusätzlich durch die Konjunkturschwäche auf dem nationalen deutschen Markt. Trotzdem muss man erwähnen, dass Internationalisierung für die meisten kleineren und mittleren Unternehmen noch immer eine geringe Bedeutung hat.

Hier sind die Großen Unternehmen in Deutschland den KMU einen Schritt voraus. Sie sind schon seit einigen Jahrzehnten fast alle grenzüberschreitend aktiv. Dadurch haben sie sich von der heute auftretenden Konjunkturschwäche abgesichert.

Sie sind vom nationalen Markt unabhängig geworden. Dagegen sind KMU stark von der Binnennachfrage beeinträchtigt.

Internationalisierung ist heute immer noch nicht so sehr verbreitet bei KMU. Die Untersuchung von Borrmann (1996) ergab, dass nur etwa 7% der deutschen KMU sind auf irgendeiner Weise weltweit tätig. Dies ist eine sehr geringe Prozentzahl, wenn man bedenkt, dass die Großen Unternehmen in Deutschland fast alle international tätig sind.

Oftmals bildet der Eigentümer eines KMU die zentrale Entscheidungsinstanz im Unternehmen und beansprucht jegliche Entscheidungskompetenz für sich.[2] Vom Unternehmertyp und seinen Einstellungen hängt es ab, ob und mit welcher Strategie internationalisiert wird.

Unterstellt man dem Unternehmer als Führungsfigur eines KMU allgemein hin eine Tendenz zur Risikoaversion, so kann dies als eine der Barrieren angesehen werden.

Der Markt und der Wettbewerb haben sich im Laufe der Zeit immer mehr verändert, was auf die fortschreitende Globalisierung zurückzuführen ist. Die Globalisierung brachte den internationalen Handel, sowie die Arbeitsteilung mit sich, denen sich die Unternehmen anschließen und stellen müssen.

Dienten die ausländischen Märkte damals nur dem Absatz-Vertriebszwecke, so stellt der internationale Markt für die meisten Unternehmen heute eine Chance zur Ressourcensicherung, sowie zur Produktion ihrer Produkte in Niedriglohnländern dar. Dieser Effekt wird durch die zunehmende Schwäche der Konjunktur verstärkt.

Die Konsumnachfrage geht seit Jahren stetig zurück, deshalb scheint es unausweichlich zu sein, neue Märkte zu erschließen.

Diese sollten nicht nur innerhalb Europas zu suchen sein. Gerade China und allgemein der asiatische Markt stellen eine große Herausforderung und Chance dar, denn hier verzeichnet die Wirtschaft großes Wachstum.

a) Welche Motive machen das Thema für den Bearbeiter so wichtig?

Zum einem ist es erstmal das Interesse an der Thematik selber, die das Thema so wichtig für den Bearbeiter macht.

Zum anderen muss man bedenken, dass circa 90% aller deutschen Unternehmen kleinere und mittlere Unternehmen sind.

Diese stellen für circa 80% der Arbeitnehmer den Arbeitsplatz.

Dies stellt auch ein Motiv dar, da es sehr wahrscheinlich ist, mal bei einem KMU angestellt zu werden, gerade wenn man dies noch als Studienschwerpunkt gewählt hat und deshalb sollte man sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und etwas über sie erfahren.

Dies kann in Hinblick auf das spätere Berufsleben nur von Vorteil sein. Besonders dann, wenn man selber mal zu den ins Ausland zu entsendenden Personen gehören soll und möchte.

b) Inwieweit kann das Thema gegenüber benachbarten Themen abgegrenzt werden?

Das Thema Internationalisierung lässt sich von dem benachbarten Thema der nationale Markt abgrenzen. Diese Abgrenzung erfolgt über die Auflistung von Motiven und Merkmalen. Denn hier liegen die Unterschiede zwischen Internationalisierung und dem Eintritt in den nationalen Markt. Diese Motive und Merkmale unterscheiden sich von einem Unternehmen zum anderen und es bedarf einer genauen Analyse um diese Motive, Merkmale und Strategien aufzuzeigen.

c) Welche Ergebnisse liegen in dem zu bearbeitenden Bereich bereits vor?

Es ist bekannt, dass nur etwa 7% der KMU in Deutschland international tätig sind. Dies ist entsprechend zu wenig. Weiterhin ist bekannt, dass circa 90% der 7% international tätigen KMU in der EU und in den Anrainerstaaten aktiv sind und diese die Chance und Herausforderung des asiatischen Marktes im Gegensatz zu den Großen Unternehmen noch nicht ausreichend nutzen.

2 Darstellung

2.1 Muttergesellschaft

Die Firma XX GmbH ist ein weltweit agierender Anlagenbauer, dessen Standort in XX ist.

Die Firma XX wurde 1973 als GmbH gegründet.

Der Erfolg der Firma begründet sich auf folgenden 3 Merkmalen: Erfahrung seit 1973, Qualität und technisches Potential.

Die Firma XX stellt heute mit ihren 50 Mitarbeitern ein schlankes und innovatives Unternehmen dar und das einen jährlichen Umsatz von 7-11 Mio € hat. Ein großer Teil des Umsatzes, circa 40% entfallen auf das Auslandsgeschäft mit China. Die Firma XX hat eine sehr starke Kunden-Marktorientierung, dies wird im späteren Verlaufe der Darstellung deutlich.

2.1.1 Historie

Nun folgt eine kleine Historie des Unternehmens, die nur die wesentlichen Stationen und Ereignisse des Unternehmens XX abbildet.

Die Firma wurde wie oben schon erwähnt 1973 als GmbH gegründet.

Vier Jahre später, 1977 entstand der heutige Sitz in XX.

Im Mai 1985 wurde die Firma XX in Ihrer Geschäftstätigkeit um den Bereich Industrieanlagen erweitert. Im Jahre 1989 begann man mittels Vertreter auf dem chinesischen Markt fuß zu fassen.

Drei Jahre später, 1992 folgte eine Einrichtung einer XX- Hausausstellung in XX. Im folgenden Jahr 1993 wurde in China (Peking) ein Vertriebsbüro eröffnet. 2003 erfolgte die Gründung einer 100%igen Tochtergesellschaft in Peking, zu der im hinteren Teil der Darstellung noch einige Informationen stehen werden.

Dies war jetzt ein kleiner Einblick in Historie des Unternehmens gewesen, wir werden jetzt mit der Darstellung von der Unternehmenskultur-Philosophie dieses Unternehmens fortfahren.

2.1.2 Philosophie

Die XX hat das Fertigen und Montieren von Anlagen für Gießereien, Kohlekraftwerke, Müllverbrennungsanlagen und Biomassekraftwerke im Aufgabengebiet und dieses zeichnet sich durch eine Service-Strategie aus, die den hochwertigen Produkten der Firma XX gerecht wird.

Die Kundenwünsche- Forderungen werden von der Firma genau umgesetzt, dadurch wird ein Fortschritt in der Anlagentechnologie geleistet.

Nicht nur die Service-Strategie hat XX zu einem weltweit kompetenten Anlagenbauer werden lassen, auch die Zuverlässigkeit und Qualität der Anlagen tragen ihren Teil dazu bei. Ein weiterer Punkt der Philosophie des Unternehmens ist es, dass bei der Entwicklung und Fertigung Komplettlösungen für die Auftraggeber entwickelt werden.

Die individuelle und spezielle Anlagenanforderung, sowie die Wirtschaftlichkeit spielen bei jeder Planung eine vordergründige Rolle und haben Priorität.

In der Fertigung wird der Leitsatz des Unternehmens deutlich: „Alles aus einer Hand“. Dieser Leitsatz spiegelt zusätzlich die Philosophie dieses Unternehmens wieder. Der Leitsatz soll hohe Qualität und Funktionalität garantieren. Und dies wird gewährleistet indem die Firma XX alle Haupt-Anlagenkomponenten selbst fertigt. Ausnahme bilden hier die Aggregate, diese werden in von XX zugelassenen Zulieferbetrieben produziert, die ihren Sitz im näheren Umland haben.

Das Herzstück jeder Anlage ist der Schalteranlagenbau. Diese werden mittels modernen elap Systemen geplant und im eigenen Schalteranlagenbau gefertigt wie die Haupt-Anlagenkomponenten. Wie schon oben erwähnt, ist die XX nicht nur durch Qualität weltweit bekannt, sondern auch durch seine Service-Strategie. Diese stellt sich dar, indem weltweit qualifizierte Service-Teams agieren, die Wartung und Service garantieren.

Diese Service-Strategie ist bei anlagenspezifischen Produkten allerdings auch unumgänglich. Die Firma XX hat in jedem europäischen Land einen Vertreter sitzen, der die jeweilige Landessprache beherrscht. Diese Vertreter stellen Kontakte mit Kunden her und sorgen für deren Betreuung. Sie arbeiten auf Provisionsbasis.

2.1.3 Aufbau des Geschäftsbereichs

Nun ein paar Informationen zu den Geschäftsbereichen des Unternehmens. Die 2 Geschäftsbereiche sind zum einem die Gießerei und zum anderen die Industrieanlagen die ja wie in der Historie schon erwähnt 1985 in die Geschäftstätigkeit aufgenommen und gefertigt werden. Um in die verschiedenen Geschäftsbereiche einen Einblick zu erhalten, werden wir kurz und knapp die verschiedenen Bereiche der Gießerei und der Industrieanlagen darstellen. Die Gießerei hat folgende Bereiche für die Anlagen gefertigt werden: 1.mischen, 2.formen, 3.mechanisch regenerieren, 4.thermisch regenerieren, 5.separieren und klassifizieren, 6.fördern.

Der Geschäftsbereich Industrieanlagen hat folgende Bereiche für die Anlagen gefertigt werden: 1.pneumatisch fördern, 2.mechanisch fördern, 3.dosieren, 4.silieren, 5.austragen, 6.abfüllen und entleeren.

Diese verschiedenen Bereiche der Gießerei und der Industrieanlagen kennzeichnen Anlagen mit ihren verschiedenen Tätigkeiten, je nach Verwendungszweck.

2.2 Tochtergesellschaft

2.2.1 Markteintritt

Im Jahre 1989 begann man auf dem chinesischen Markt einzutreten, da hier der Bedarf recht groß war. In China ist das 10-fache Kundenpotential zu Deutschland vorhanden.

Der Eintritt erfolgte zuerst mittels Vertretern vor Ort die den Direktvertreib vornahmen. Doch im Laufe der Zeit drohte der chinesische Markt durch Konkurrenz die billiger anbot weg zu brechen, deshalb entschied man sich erst zur Gründung eines Büros 1985 in China und im Jahre 2003 folgte die Gründung einer 100%igen Tochtergesellschaft nach chinesischen Recht.

Die Gründung einer 100%igen Tochtergesellschaft hat den Vorteil, dass man über ihr auf dem chinesischen Markt einkaufen kann. Denn Ausländern ist es nicht gestattet auf dem chinesischen Markt einzukaufen.

Weiterhin ist es nicht allen Branchen gestattet Tochtergesellschaften in China zu gründen. Dies wird sich aber 2011 ändern. Es hat sich schon viel nach dem Beitritt Chinas zur WTO 2001 getan, doch stehen noch viele Reformen aus. Ein weiteres Motiv der Internationalisierung war, die Branche der Gießereien steuert schwierigen Zeiten in Deutschland entgegen, Kunden der XX entlassen Mitarbeiter und suchen sich vermehrt andere günstigere Zulieferer. Dadurch müssen und mussten neue Märkte erschlossen werden, um den Umsatz zu halten.

2.2.2 Aufbau und Gründung der Tochter

Den Aufbau der Tochter in China übernahm einer der 2 Teilhaber der XX. Informationen zu China und des Marktes dort, holte man sich über Banken, IHK, AHK und Unternehmensberatungen.

Diese Informationen waren sehr hilfreich. Erst musste ein geeigneter Standort gesucht werden. Diesen fand man 30km vor Peking mit einer guten Infrastruktur. Es mussten anschließend einige Behördengänge absolviert werden, bei denen keine nennenswerten Probleme auftraten.

Lediglich bei der Liquiditätsplanung gab es Abweichungen von soll und ist. Die Abweichungen traten infolge von Vorfinanzierungen und dem als nicht so teuer eingestuften Bau des Firmengebäudes auf.

Die Finanzierung erfolgte ausschließlich über Fremdfinanzierung. Es wurden keine Fördermittel in Anspruch genommen.

Zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft wird mittels e-mail und Reisen zu den jeweiligen Standort kommuniziert. Die Sprachen sind dabei Deutsch und Englisch. In der Tochtergesellschaft selber gibt es kein Intranet, dies hat den Grund, dass die chinesischen Mitarbeiter nicht an alle Informationen gelangen sollen. Da in China Diebstahl von Know-How weit verbreitet ist und des öfteren hier Imitationen von Produkten auf dem Markt erschienen sind. Dies ist auch der Grund weshalb nur deutsche Mitarbeiter die Inbetriebnahme der Maschinen vornehmen, um geistigen Diebstahl zu vermeiden.

[...]


[1] Vgl. Gutmann/ Kabst , Internationalisierung im Mittelstand (2000) S. 177

[2] Vgl. Meyer, J.A. , Kooperationen von kleineren und mittleren Unternehmen in Europa (2004) S.332ff

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Gründung einer Tochtergesellschaft in der VR China / Internationalisierung von KMU
Hochschule
Universität Siegen  (BWL KMU)
Veranstaltung
Internationalisierung von KMU
Note
2
Autoren
Jahr
2005
Seiten
40
Katalognummer
V43047
ISBN (eBook)
9783638409346
Dateigröße
1711 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Seminararbeit beleuchtet die Möglichkeiten einer Gründung einer Tochtergesellschaft in der VR China. Es wird ein konkretes Unternehmen auf dem Weg nach China begleitet und die Chancen und Risiken werden allgemein und speziell für dieses KMU dargestellt. Im Anschluss an die Seminararbeit folgt ein Interview mit dem Unternehmer des betreffenden KMU. Hier schildert er den Internationalisierungsprozess seines Unternehmens und führtde für und gegen die Internationalisierung nach China an.
Schlagworte
Gründung, Tochtergesellschaft, China, Internationalisierung
Arbeit zitieren
Florian Muhl (Autor)Florian Mader (Autor), 2005, Gründung einer Tochtergesellschaft in der VR China / Internationalisierung von KMU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43047

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gründung einer Tochtergesellschaft in der VR China / Internationalisierung von KMU


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden