Zunächst werde ich mich auf die Frage beziehen, die wahrscheinlich allen Lehrern und Lehrerinnen ins Gesicht geschrieben steht, nämlich: Warum eigentlich sollte man auch in anderen Fächern und Lehrbereichen außer Musik auf musikalische Angebote zurückgreifen, und dies gerade dann, wenn man noch jüngere oder Kinder mit einer Behinderung unterrichten möchte?
Die Antwort ist ganz naheliegend: besonders im Eingangsbereich ist es sehr wichtig, den Unterricht gut zu strukturieren. Da die Dauer der Konzentrationsfähigkeit der Schüler / -innen noch nicht sehr lang ist, ist es besonders wichtig, dass die einzelnen Lernphasen kurz und vor allem abwechslungsreich sind. Diese Strukturierung bedarf einer kontinuierlichen und intensiven Unterstützung, die auch zu den nächsten Einheiten weiter- und überleitet. Hierbei kommen Musik und Rhythmik große Bedeutung zu. Denn Singen und Musizieren, sowie aber auch spielen bieten unzählige Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Tätigkeit, und enthalten viele Ansatzpunkte für die Förderung auch in allen anderen Lernbereichen.
Inhaltsverzeichnis
1. ABC - Lieder:
2. Warum ABC- Lieder?
2.1 Gründe für den Einsatz von Lieder im Leselernprozess und im Grammatikunterricht
3. Kriterien für musikalische Angebote im Deutschunterricht
3.1 Forderungen an den/ die Lehrende (-n)
3.2 Die Planung von musikalischen Unterrichtsangeboten
4. Zu beachtende Aspekte während der Durchführung von unterrichtsgebundenen musikalischen Angebote
5. ABC und Phantasie von James Krüss
6. Das Tierlieder- ABC von I. Merkt und M. Geck
7. Rumpelfax - Singen, Spielen, Üben im Grammatikunterricht von G. Belke und M. Geck
8. Der Vorgang des Schriftspracherwerbs
9. Der Lese- und Schreiblernprozess bei Schülern mit ausgeprägtem sonderpädagogischen Förderbedarf
10. Exemplarischer Unterrichtsentwurf
10.1 Thema der Unterrichtsreihe
10.2 Förderschwerpunkt der Reihe:
10.3 Thema der Unterrichtsstunde
10.4 Förderziel der Stunde
10.5 Zielorientierte Handlungsschritte
10.6 Aufbau der Reihe
10.7 Lernvoraussetzungen
10.8 Verlaufsplan Stunde 4
11. Persönlicher Kommentar
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Liedern und musikalischen Angeboten als pädagogisches Instrument im Lese- und Schreiblernprozess sowie im Grammatikunterricht, insbesondere für Kinder im Eingangsbereich oder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Rhythmik und Musik Lerninhalte motivierender vermittelt, Konzentrationsphasen strukturiert und die Freude am sprachlichen Ausdruck gestärkt werden können.
- Bedeutung von Musik und Rhythmik für die Unterrichtsstrukturierung
- Analyse spezifischer Lehrmaterialien wie "ABC und Phantasie" und "Rumpelfax"
- Förderung des Schriftspracherwerbs bei Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf
- Didaktische Kriterien für die Planung und Durchführung musikalischer Angebote
- Verknüpfung von kognitiven, emotionalen und motorischen Lernzielen
Auszug aus dem Buch
Rumpelfax - Singen, Spielen, Üben im Grammatikunterricht von G. Belke und M. Geck
Das Werk Rumpelfax ist im Wintersemester 1992/ 1993 im Rahmen eines Seminars zum Thema „Singen im Grammatikunterricht“ entstanden und in einer Dortmunder Schule mit einer Lehrerin praktisch erprobt worden. Anlass zur Entstehung dieses Unterrichtswerkes war die Tatsache, dass es „bisher noch keine Unterrichtsmaterialien, die die Bedürfnisse der ausländischen Kinder in einem gemeinsamen Sprachunterricht berücksichtigen“, gibt (siehe Vorwort). Ein Problem ist auch, dass viele Lehrer/ -innen oft vergessen, oder es ist ihnen einfach nur nicht bewusst ist, dass die Kinder, die sich mit Grammatikübungen auseinandersetzt en wollen / müssen, erst die Sprachstrukturen, die sie im Unterricht erarbeiten sollen, erst noch erwerben müssen.
Es könnte aber auch sein, dass das Kind durch die vielen neuen Grammatikregeln so überschwemmt wird, dass es sich sehr verunsichert fühlt und nicht mehr den Mut hat sich selbst der Sprache zu nähern und sich mehr und mehr in eine Isolation zurückzieht. An diesem Punkt erst einmal angelangt, bedarf es viel Geduld und Einfühlungsvermögen der Lehrer/ -innen einem Kind die Freude an der sprachlichen Kommunikation zurückzugeben. Dafür sind musikalische Angebote besonders geeignet. Bei der Entstehung dieses Werkes wurde die Tatsache, dass Klassen heutzutage fast immer mehrsprachige Lerngruppe sind, besonders berücksichtigt.
Zusammenfassung der Kapitel
ABC - Lieder: Einleitende Betrachtung über den Einsatz von Liedern im Lese- und Grammatikunterricht.
Warum ABC- Lieder?: Erläuterung der Motivation für den Einsatz von Musik zur Strukturierung des Unterrichts und zur Steigerung der Lernfreude.
Kriterien für musikalische Angebote im Deutschunterricht: Darstellung der Vorteile von Gesang bei Grammatikübungen und Anforderungen an die Lehrkräfte.
Zu beachtende Aspekte während der Durchführung von unterrichtsgebundenen musikalischen Angebote: Tipps für Lehrkräfte zur Gestaltung der musikalischen Einheiten.
ABC und Phantasie von James Krüss: Vorstellung eines Spielbuchs zur spielerischen Auseinandersetzung mit Buchstaben.
Das Tierlieder- ABC von I. Merkt und M. Geck: Analyse einer Liedersammlung, die jedem Buchstaben des Alphabets ein Tierlied zuordnet.
Rumpelfax - Singen, Spielen, Üben im Grammatikunterricht von G. Belke und M. Geck: Diskussion eines Werkes zur spielerischen Grammatikvermittlung für mehrsprachige Klassen.
Der Vorgang des Schriftspracherwerbs: Theoretische Grundlagen und Voraussetzungen für das Erlernen der Schriftsprache.
Der Lese- und Schreiblernprozess bei Schülern mit ausgeprägtem sonderpädagogischen Förderbedarf: Untersuchung der spezifischen Lernhürden und notwendiger Konzepte.
Exemplarischer Unterrichtsentwurf: Praktisches Beispiel einer Unterrichtsreihe zum Buchstaben "A".
Persönlicher Kommentar: Reflexion der Autorin über die Erkenntnisse aus der Arbeit und deren Anwendung im Praktikum.
Schlüsselwörter
ABC-Lieder, Schriftspracherwerb, Grammatikunterricht, Musikpädagogik, Sonderpädagogik, Rumpelfax, James Krüss, Leselernprozess, Sprachförderung, Rhythmik, Unterrichtsplanung, Spielpädagogik, Mehrsprachigkeit, Erstlesen, Buchstabenerwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Liedern und musikalischer Erziehung in den Deutschunterricht, insbesondere für Kinder im Anfangsunterricht sowie für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Schriftspracherwerb, die spielerische Vermittlung von Grammatik, der Einsatz von Musik zur Motivation und die Bedeutung von Lehrerpersönlichkeit und -methodik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie musikalische Angebote als Brücke zwischen Emotionalität und Rationalität dienen und den Lernprozess beim Lesen und Schreiben erleichtern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Hausarbeit, die theoretische Grundlagen des Schriftspracherwerbs mit der Analyse konkreter Lehrmaterialien und einem praktischen Unterrichtsentwurf verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert didaktische Anforderungen, stellt spezifische Liedersammlungen (wie Rumpelfax und James Krüss) vor und entwickelt einen exemplarsichen Unterrichtsentwurf für den Buchstaben "A".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind ABC-Lieder, Schriftspracherwerb, Grammatikunterricht, Rhythmik und sonderpädagogischer Förderbedarf.
Warum wird im Entwurf das "Ameisenlied" eingesetzt?
Es dient dazu, das Gehör für den Anfangsbuchstaben zu schulen und durch die musikalische Einbettung eine motivierende Atmosphäre für den Lerninhalt zu schaffen.
Wie soll laut der Arbeit mit Schülern umgegangen werden, die den Anforderungen noch nicht entsprechen?
Die Arbeit betont, dass Lehrkräfte die Angebote individuell anpassen sollten, um Überforderung zu vermeiden und Erfolgserlebnisse durch spielerische Methoden zu ermöglichen.
Welche Rolle spielen Gebärden in dem vorgestellten Konzept?
Gebärden werden als unterstützende Hilfe für Kinder mit Schwierigkeiten bei der Erfassung von Präpositionen genannt, um das Sprachliche handelnd und körperbetont nachvollziehbar zu machen.
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- Isabelle Lindekamp (Author), 2002, ABC-Lieder: Lieder rund ums Lesenlernen und im Grammatikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43060