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Adenauers Westintegrationspolitik

Title: Adenauers Westintegrationspolitik

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Katharina Raulf (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
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Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Deutschland auf der Seite der Verlierer. Die High Commission For Germany (HICOG) überprüfte nahezu jede politische Handlung. Der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer war mit der Situation des okkupierten Deutschlands jedoch unzufrieden und maß der Wiedererlangung der Souveränität höchste Priorität bei. In seiner Regierungserklärung vom 20. September 1949 lauteten Adenauers Stichworte Westbindung, Amerikaorientierung, Gleichberechtigung und Mitwirkung am Zusammenschluss Europas. Damit waren seine außenpolitischen Ziele benannt. Der Kanzler wusste allerdings auch genau über die Problematik des geteilten Deutschlands Bescheid, stellte eine Wiedervereinigung aber hinten an. Seine Politik der Westintegration begründete er am 07. Februar 1952 im deutschen Bundestag wie folgt:

„Ich glaube, dass wir die Wiedervereinigung nur erreichen werden mit der Hilfe der drei Westalliierten, niemals mit der Hilfe der Sowjetunion.“

Adenauer stieß mit seiner Politik jedoch auch auf Kritik. Diese wurde durch Jakob Kaiser, Kurt Schumacher, Gustav Heinemann und nicht zuletzt durch Rudolf Augstein laut. Die Gegner des Kanzlers kritisierten vor allem seine Art Verhandlungen mit den Alliierten zu führen. Besonders Kurt Schumacher stellte Adenauers Theorie in Frage, dass man durch Zugeständnisse das erreichen könnte, was man sich von den Verhandlungen erwartete. Schumacher war ein politischer Hardliner, nicht gewillt Kompromisse eingehen, schon gar nicht mit den Westmächten.
Jakob Kaiser lehnte die Haltung des Kanzlers zur deutschen Wiedervereinigung ab. Er war der Meinung, dass die Bindung an den Westen hinter der Wiedervereinigung anstehen sollte.
Diese Arbeit stellt im ersten Teil die Schritte Adenauers Politik der Westintegration vor und geht im zweiten Teil auf die Alternativen seiner Kritiker ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Adenauers Politik der Westintegration

2.1 Das Petersberger Abkommen (22.November 1949)

2.2 Der Schuman-Plan

2.3 Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und der Deutschlandvertrag

2.4 Die Westverträge

2.5 Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)

2.6 Demonstration des neuen deutschen Selbstbewusstseins

3 Adenauers politische Gegner

3.1 Rudolf Augstein

3.2 Jakob Kaiser

3.3 Kurt Schumacher

4 Ergebnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den außenpolitischen Kurs Konrad Adenauers im Kontext der Westintegration und analysiert kritisch die von seinen politischen Gegnern formulierten Alternativen, wobei insbesondere die Priorisierung der Wiedervereinigung gegenüber der Westbindung im Fokus steht.

  • Adenauers Strategie der Westbindung und Souveränitätsgewinnung
  • Die europäische Einigung als zentraler Pfeiler der Außenpolitik
  • Kritik an der Vernachlässigung der deutschen Wiedervereinigung
  • Alternative Konzepte von Rudolf Augstein, Jakob Kaiser und Kurt Schumacher
  • Das Spannungsfeld zwischen Westintegration und nationaler Einheit

Auszug aus dem Buch

3.2 Jakob Kaiser

Ein weiterer Kritiker Konrad Adenauers war Jakob Kaiser. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatte Kaiser das Amt des CDU-Vorsitzenden in der sowjetisch besetzten Zone inne. Nachdem die Sowjets ihn seines Amtes enthoben hatten, machte Adenauer ihn zum Minister für gesamtdeutsche Fragen in seinem Kabinett.

Die beiden waren sich jedoch in verschiedenen Dingen uneinig. Vor allem aber störte sich Kaiser an der Westintegrationspolitik Konrad Adenauers. In seiner Rede vom 16. Juni 1946 auf dem Parteitag der CDU / CSU in Berlin zeigt Kaiser sehr deutlich, dass er die Wiedervereinigung nicht hinter der Idee der Westbindung zurückgestellt sehen möchte:

„Was ist unser heutiges Deutschland? Kein Reich, kein Staat, keine Gemeinschaft, kein Volk. Eine gestaltlose Masse von Heimatlosen, Hungernden, Leidenden. Mir will scheinen, als sei dieser Zustand Deutschlands nicht der geeignete Augenblick, nach den Vereinigten Staaten von Europa zu rufen. Es gilt vielmehr, zunächst das Schicksal zu meistern, das Deutschland heißt. Dieses Schicksal ist die gemeinsame Aufgabe aller, die sich Deutsche nennen.“

Mit dieser Aussage stellte Kaiser die Idee Adenauers von einem geeinten Europa an den Pranger. Für Kaiser zählte in erster Linie, dass die beiden Teile Deutschlands so schnell wie möglich wieder zu einem Ganzen werden sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einleitung in die Ausgangslage der jungen Bundesrepublik und Vorstellung der gegensätzlichen Positionen zur Westintegration.

2 Adenauers Politik der Westintegration: Detaillierte Darstellung der außenpolitischen Meilensteine wie des Petersberger Abkommens, des Schuman-Plans und der Westverträge.

3 Adenauers politische Gegner: Analyse der alternativen Standpunkte von Rudolf Augstein, Jakob Kaiser und Kurt Schumacher, die die Wiedervereinigung priorisierten.

4 Ergebnisse: Abschließende Bewertung der historischen Debatte und Reflexion darüber, ob eine alternative Politik die Wiedervereinigung hätte beschleunigen können.

Schlüsselwörter

Adenauer, Westintegration, Wiedervereinigung, Souveränität, Schuman-Plan, EVG, Deutschlandvertrag, Rudolf Augstein, Jakob Kaiser, Kurt Schumacher, Außenpolitik, Neutralität, Westbindung, Bundesrepublik Deutschland, Ost-West-Konflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Außenpolitik Konrad Adenauers in der frühen Phase der Bundesrepublik und beleuchtet die Kritik seiner politischen Kontrahenten an der Westintegration.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Westintegration, die Bemühungen um die Wiedererlangung der Souveränität sowie der Diskurs um die deutsche Wiedervereinigung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche konkreten Alternativen Adenauers Gegner zur Politik der Westintegration anboten und inwieweit diese die deutsche Einheit priorisierten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung historischer Dokumente, Reden und zeitgenössischer Kommentare basiert.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Integrationsschritte Adenauers und die detaillierte Analyse der Gegenpositionen von Augstein, Kaiser und Schumacher.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die wichtigsten Schlagworte sind Westintegration, Souveränität, politische Opposition und deutsche Einheit.

Welche Rolle spielte die Neutralität bei Augsteins Kritik?

Augstein sah in der militärischen Neutralität der BRD die einzige realistische Möglichkeit, die sowjetische Führung zu Verhandlungen über die deutsche Einheit zu bewegen.

Warum lehnte Jakob Kaiser die Bindungsklausel ab?

Kaiser betrachtete die Bindungsklausel im Generalvertrag als unübersteigbare Mauer, die jede Chance auf eine Wiedervereinigung mit der Sowjetunion langfristig blockierte.

Wie veränderte sich Schumachers Haltung zur Verteidigung?

Nach dem Ausbruch des Koreakrieges wandelte sich seine Ablehnung hin zur Zustimmung für einen Verteidigungsbeitrag, sofern dieser die Sicherheit vor dem Osten gewährleistete.

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Details

Title
Adenauers Westintegrationspolitik
College
University of Regensburg  ( Institut für Politikwissenschaft)
Grade
2
Author
Katharina Raulf (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V43067
ISBN (eBook)
9783638409483
Language
German
Tags
Adenauers Westintegrationspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Raulf (Author), 2004, Adenauers Westintegrationspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43067
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