Das Klassenlehrerprinzip - Geschichte, Vor- und Nachteile und Vorstellung moderner Formen der Unterrichtskooperation


Hausarbeit, 2001

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführende Worte

1. Klassenlehrer – Fachlehrer (geschichtlicher Rückblick)

2. Klassenlehrermodelle
2.1 Modell: ´Mädchen für Alles´
2.2 Modell: ´Ruhender Pol´
2.3 Modell: ´Geschäftsführer´
2.4 Trendmeldungen aus verschiedenen Schularten

3. Perspektiven und Anregungen für eine bessere Schul- u. Unterrichtsgestaltung

4. Zusammenarbeit zwischen (Klassen-)Lehrern, Schülern und Eltern
4.1 Zusammenarbeit mit Eltern
4.2 Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrer und Schüler

Literaturverzeichnis

Einführende Worte

Schülerinnen und Schüler benötigen weitaus mehr als eine perfekte Lernorganisation. Es genügt nicht, wenn der Lehrer nur den Stoff vermittelt und nicht auf die eigentlichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingeht.

Daher benötigen Schülerinnen und Schüler insbesondere einen Klassenlehrer, mit dem sie sich austauschen und über ihre Probleme sprechen können. Der Klassenlehrer ist daher im Besonderen die Bezugsperson für die einzelnen Schülerinnen und Schüler.

Allerdings muss immer wieder festgestellt werden, dass die Umsetzung der einzelnen pädagogischen Belange zumeist sehr schwer fällt. Allzu oft unterrichten zu viele Lehrkräfte – insbesondere Fachlehrer – in einer Klasse, sodass der Klassenlehrer zu selten in der Klasse ist, um auch erzieherisch tätig werden zu können. Die einzelnen Lehrkräfte geben sich also die Türklinke sprichwortartig nacheinander in die Hand; die Schule gleicht allzu oft einer bloßen Anstalt der Wissensvermittlung und ist nicht mehr Erziehungs- und Bildungsstätte zugleich.

Kapitel 1 thematisiert daher – ausgehend von einem geschichtlichen Rückblick – Veränderungen im Einsatz von Klassenlehrern und Fachlehrern. Im darauffolgenden 2. Kapitel stehen die verschiedenen Klassenlehrermodelle, welche auf ihren Einsatz und ihre Brauchbarkeit untersucht werden, im Vordergrund. Kapitel 3 beschäftigt sich dann mit Perspektiven und Anregungen, welche es dem Klassenlehrer ermöglichen könnten, eine bessere Schul- und Unterrichtsgestaltung auszuführen. Das abschließende 4. Kapitel ist als Ergänzung zu den vorherigen Themenkomplexen zu verstehen und erläutert, durch welche Faktoren die Zusammenarbeit zwischen (Klassen-)Lehrer und Eltern einerseits und Schülern andererseits verbessert werden könnte.

1. Klassenlehrer – Fachlehrer (geschichtlicher Rückblick)

Ursprünglich waren sowohl Volksschullehrer als auch Studienräte fachliche Allround - Men. Sie waren ´Klassenlehrer´, welche sich durch enge Beziehungen zu wenigen Schülern auszeichneten und in der Regel alle Fächer eigenständig unterrichteten. Dies waren teilweise 15 Fächer bei bis zu 40 Schülern. Nicht selten begleitete der zuständige ´Klassenlehrer´ seine Schülerinnen und Schüler die ganze Schulzeit hindurch; er unterrichtete, erzog und prägte sie.

Abb.1 Klassenlehrerprinzip1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Fachstudium des Lehrers hatte also einen bloßen allgemeinbildenden oder exemplarischen Charakter. Die ´Klassenlehrer´ konnten daher auf die Nöte und Probleme ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen und somit den erforderlichen pädagogischen Bezug nicht nur auf eine befristete Zeit, sondern auf Dauer herstellen und entsprechend ausbauen.

Bis 1970 änderte sich in allen Bundesländern – der Entwicklung in Gymnasien und Realschulen nachfolgend – auch die Ausbildung der Grund- und Hauptschullehrer in Richtung des ´ Fachlehrerprinzips ´. Zurückzuführen ist dies auf den Deutschen Bildungsrat, welcher 1970 die Notwendigkeit eines Fachstudiums betonte:

„In der (fachlichen) Ausbildung ist das Ziel die Fähigkeit zur Vermittlung des jeweiligen Sachbereichs.“2

Aus dieser entscheidenden Veränderung ergab sich somit auch für den Volksschullehrer der

Anspruch, seine unterrichtliche Tätigkeit zumeist auf die eigens studierten Fächer zu begrenzen und für ´nicht studierte´ Fächer unzuständig zu sein. Somit hatte nun auch der Volksschullehrer – wie vor ihm bereits auch der Gymnasial- und Realschullehrer – eine Mehrzahl von Klassen und demzufolge auch mehrere Schüler zu unterrichten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Fachlehrerprinzip1

Dieses Konzept der ´Fachlehrertätigkeit´ wird heute zumeist heftigst kritisiert. Kritikpunkte werden vor allem in der zunehmenden Spezialisierung des ´Fachlehrers´ gesehen, welche eine wachsende Entfremdung vom Schüler zur Folge hat, da sich der ´Fachlehrer´ - aufgrund seiner Tätigkeit in mehreren Klassen – nicht mehr um die persönlichen Belange und Wünsche seiner Schülerinnen und Schüler kümmern kann. Das Fachlehrerprinzip, welches vom einzelnen Lehrer die tagtägliche Betreuung einer viel zu großen Schülerzahl verlangt, setzt also „den bereits erzogenen, nicht verhaltensauffälligen, nicht gestörten, nicht benachteiligten, nicht behinderten, nicht mit Ausfallerscheinungen behafteten Schüler voraus.“2

Die Realität weicht von diesem optimistischen Bild allerdings in beträchtlicher Weise ab, da die Schulen heute eine stetig wachsende Anzahl von neurotisch gestörten und erzieherisch unterversorgten Schülern registrieren.

Die Schule, die diese erzieherischen Probleme eigentlich aufgreifen und lösen sollte, begeht jedoch einen Weg, der in die völlig entgegengesetzte Richtung weist. Scheinbar degradiert sie zu einer bloßen Anstalt der Wissensvermittlung, bei der die Bewältigung von ´Stoff´ im Vordergrund zu stehen scheint; ein Gesichtspunkt, welcher sich auch in zahlreichen Äußerungen von Eltern und Schülern wiederfindet.

- „Die sehen nur ihr Fach. Über anderes können die überhaupt nicht sprechen.
- Nachdem der Fachlehrer die Schule absolut bestimmt, ist das Empfinden dafür verlorengegangen, wie eine Schulwoche, ein Schultag ... gestaltet werden müßten.
- Die Lehrer sind eben menschlich gar nicht auf einen eingegangen. Eigentlich hatte ich den Eindruck, daß es (ihnen) egal war, ob man fortging oder blieb.“1

[...]


1 Krüger, 1985, 15.

2 Krüger, 1985,13.

1 Krüger, 1985, 15.

2 Struck, Peter, 1981: Pädagogik des Klassenlehrers. Hamburg: Erziehung und Wissenschaft.

1 Krüger, 1985, 14f.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das Klassenlehrerprinzip - Geschichte, Vor- und Nachteile und Vorstellung moderner Formen der Unterrichtskooperation
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Veranstaltung
Was ist los an unseren Schulen?
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
23
Katalognummer
V43075
ISBN (eBook)
9783638409551
ISBN (Buch)
9783638724296
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Klassenlehrer sollten für Schülerinnen und Schüler eine wesentliche Bezugsperson darstellen, was voraussetzen würde, dass Klassenlehrer hauptsächlich in ihrer Klasse tätig sind. Dies ist heute jedoch vielfach nicht mehr der Fall! Die Arbeit gibt Einblicke in die geschichtliche Entwicklung des Klassen- und Fachlehrerprinzips, verdeutlicht Vor- und Nachteile bestimmter Klassenlehrermodelle und zeigt moderne Formen für Unterrichtskooperation auf.
Schlagworte
Klassenlehrerprinzip, Geschichte, Vor-, Nachteile, Vorstellung, Formen, Unterrichtskooperation, Schulen
Arbeit zitieren
Björn Fehrenbacher (Autor), 2001, Das Klassenlehrerprinzip - Geschichte, Vor- und Nachteile und Vorstellung moderner Formen der Unterrichtskooperation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43075

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